Leitmedien, Mainstream... komplizierte Welt

Medienfrust Vor ca. 14 Tagen habe ich leicht deprimiert meine Abos bei Spiegel Online und der SZ gekündigt...
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Der seit Jahren immer schneller tickende "Onlinetakt" hat den Medien, auf die ich mich bisher verlassen habe, nicht sonderlich gut getan. Vielleicht war es zu Beginn die Angst, den Sprung zu ONLINE nicht rechtzeitig hinzubekommen, ich weiß es nicht. Aber die Konkurrenz zu Facebook, Twitter und allen anderen schnellen Medien hat "meine" Medien, hier im Besonderen Spiegel Online und die SZ, derart verändert, dass ich schon lange nicht sicher war, wie ich das weiterhin mit denen aushalten soll. So sehr ich auch das Seichte mal gerne lese, kann ich die zu große Annäherung an das Niveau schlichter Boulevardmedien nicht mehr überlesen (extrem bei SpiegelON, etwas weniger bei der SZ).

Nun kommt auch noch -seit dem Auftauchen dieses unseligen Virus- eine dermaßen kritiklose, einseitige und in großen Teilen regierungskonforme Berichterstattung dazu… man könnte glauben, Spiegel und SZ haben nicht mehr den Auftrag, Regierungspolitik kritisch zu hinterfragen, sondern nur noch begleitend zu kommentieren bzw. unterstützend zu wirken.

Ich habe mir die Entscheidung, die Abos zu kündigen, nicht leicht gemacht. In meinem Browser habe ich die Tabs diverser Onlineausgaben (moderat links, moderat rechts, relativ neutral, liberal) nebeneinander gelegt und über eine Woche jeden Tag mehrmals die Startseiten für mich bewertet.

Mit dem leider sehr klaren Ergebnis, das Spiegel und SZ mein Vertrauen absolut nicht mehr verdient haben. Kritische Begleitung der aktuellen Regierungspolitik findet zumindest auf den Startseiten nicht mehr statt.

Dort wird ständig in fetten Lettern geschrieben, was die Wissenschaft empfiehlt, was die Wissenschaft orakelt, was die Wissenschaft verlangt, etc. etc…. es ist aber zu 99% nur die Virologie (und auch davon nur die eine Seite)… als gäbe es keine seriöse Human-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaft mehr. Als gäbe es keine 2 Seiten dieser Medaillen mehr. Als müsste JEDER widerspruchlos einverstanden sein, dass Gesundheitsschutz über jedem andern Recht stünde. Als müsste ICH beweisen, dass die Grundrechte mir zustehen… anstatt dass derjenige, der Sie einzuschränken gedenkt, unter Abwägung ALLER wissenschaftlichen und anderer -valider- Erkenntnisse zu begründet hat.

Mich macht das wirklich traurig… so Abolos… ich hatte mich da schon so schön bequem und gutgläubig eingerichtet… und nun muss ich mir andere seriöse Quellen erschließen, auf die ich mich dann hoffentlich irgendwann auch wieder verlassen kann :(

Ok, wer weiß, wofür es gut ist...

Besten Dank auch!

20:14 29.03.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

tm

Politik ist für mich seit geraumer Zeit wie Glatze trotz vollem Haar... wie erkläre ich es meinem Friseur... :D
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