Der Iran und die Bombe

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung arbeitet der Iran bereits seit einigen Jahren an einem Nuklearprogramm. Die Europäische Union (EU) und allen voran die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland setzten von Anfang an auf Verhandlungen, um eine potentielle Bedrohung durch Nuklearwaffen abzuwenden. Durch diesen Kurs der Empiecement-Politik, welche bereits im 20. Jahrhundert eine der größten Katastrophen der Neuzeit nicht verhindern konnte, verliert die internationale Staatengemeinschaft wertvolle Zeit, welche am Ende nur dem Iran in die Karten spielt.

Internationale Beobachter, Nahost-Experten sowie Geheimdienste sind sich überwiegend einig. Der Iran strebt nach der islamischen Bombe. Nach Pakistan wäre somit der Iran das zweite islamische Land, welches über atomare Waffen verfügt. Hieraus würde sich ein enormes Gefahrenpotential für die gesamte Region, gar für die ganze Welt ergeben. Hat der Iran Nuklearwaffen, könnte die islamische Republik diese zunächst für Verhandlungszwecke mit der internationalen Gemeinschaft nutzen. Ähnlich wie Nordkorea könnte der Iran diese nuklearen Kapazitäten als Verhandlungsmasse nutzen, um bereits bestehende Sanktionen zu lockern. Gleichzeitig erhöht sich jedoch die Gefahr eines erneuten atomaren Rüstungswettlaufs in der Region und weltweit. Der Erzfeind Saudi Arabien würde sich durch eine nukleare Islamische Republik Iran bedroht fühlen und könnte ebenfalls nach Nuklearwaffen streben. Diese Geschehnisse könnten mittelfristig eine Kettenreaktion auslösen, welche ebenfalls die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) dazu veranlasst, eigenständig Nuklearwaffen zu produzieren - Brasilien- oder das bereits bestehende Arsenal aufzustocken - Russland, Indien und China.

Im Unterschied zum bipolaren Kalten Krieg, welcher durch die beiden Blöcke, repräsentiert durch die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und der Sowjetunion (UdSSR), dominiert wurde, ist das interantionale System im 21. Jahrhundert multipolar und somit unübersichtlicher geworden. Gefahren abzuschätzen und abzzuwehren fällt dadurch erheblich schwerer, sodass bei einer erneuten nuklearen Rüstungsspirale ein "Gleichgewicht der Abschreckung" nur schwer realisierbar sein dürfte.

Um diese Entwicklung sowie eine nukleare Bedrohung durch den Iran abzuwenden, bestehen bereits seit Monaten Vermutungen bezüglich eines Präventivschlages durch Israel, welcher durch die USA sowie andere Bündnispartner unterstützt werden könnte. Täglich berichten israelische und arabische Medien über diese Möglichkeit. Sogar das israelische Parlament, die Knesset, hat bereits über dieses Thema beraten.

Es bleibt abzuwarten, was die nächsten Wochen und Monate für Lösungsansätze offerieren werden. Der Kurs der Verhandlungen scheint jedenfalls beendet zu sein, sodass eine Verschärfung der Situation eintreten könnte. Diese Verschärfung wird bereits kräftig vom Iran durch lautstarke und aggressive, außenpolitische Rhetorik angeheizt.

15:23 03.11.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Tobi-Eiki

Vielseitig. Kreativ. Neugierig.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare 3