Der geht immer

Werbekritik Darth Vader lebt auch Jahre nach Ende der Star-Wars-Reihe weiter – als Hauptfigur in Werbespots. Toys'R'US lässt lässt ihn diesmal in Kopenhagen landen. Warum nur?

Die Vögel am Himmel sind außerirdisch aufgeschreckt. Ein imperialer TIE-Fighter saust durch die Luft. Über Kopenhagen thront düster der allesvernichtende Todesstern aus dem Star-Wars-Imperium. Die Lambda-Landefähre setzt neben einem Spielzeugladen auf: "Darth Vader ist zurück."

Eine werbewirksame Idee, mag sich das Unternehmen Toys’R’Us gedacht haben. Leider handelt es sich bei seinem Werbespot aber um eine Mogelpackung. Denn Darth Vader, bekannt als Oberschurke, tritt in den ersten drei Star-Wars-Filmen auf. Die hier angepriesene Episode 1. Die Dunkle Bedrohung in der 3D-Variante wurde zwar später gedreht, spielt aber zeitlich vor den drei Teilen, wo es den markanten Fiesling noch nicht gibt. Aber egal. Hauptsache, die ganze Star-Wars-Welt schrumpft auf Darth Vader zusammen. Wie so oft.

Nicht nur Toys’R’Us, auch andere Unternehmen greifen zu Werbezwecken zum grimmigen Lord Helmchen und scheren sich nicht um inhaltliche Logik. Der Autokonzern VW liebt den Jedi-Ritter. 2011 erprobte ein Kind in Vader-Maske seine Macht und brachte erfolgreich ein Gefährt der Marke VW zum Blinken. Der Super-Bowl-Werbespot hat vor allem die Social-Web-Welt begeistert. Im aktuellen Spot leiht sich VW nur das musikalische Thema von Vader und lässt es von einem Hundechor bellen. Der vertrauten Maskierte mit dem charakteristischen Atemgerät geht eben immer. Vielleicht und hoffentlich wird sich die Attraktivität des Altbewährten im Hamsterrad der Wiederholungen doch mal totlaufen.


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