Prostata!

Werbekritik Ein Mann, ein Bier – eine Frau, ein Beck's Gold: Damit soll Schluss sein – eine neue Kampagne soll Beck's Gold auch an den Mann bringen. Ob das funktionieren kann?

Bierbrauer Beck's startet eine Werbe­offensive für Beck's Gold: "Voller Geschmack, weniger herb". Denn das Bier hat ein Problem: Die vielen Bier-Mixgetränke – bei denen gerade Beck's Vorreiter war – hätten dazu geführt, dass es als Frauenbier eingeschätzt werde, das für Kerle nicht tauge.

Die Brauerei hat freilich in der Vergangenheit auch alles dafür getan, dass dieser Eindruck entsteht. An Bord des in vielen Spots auftauchenden Segelschiffs Alexander von Humboldt verrichten traditionell nur Männer die Arbeit. Frauen dürfen sich in der Takelage fläzen. Die Pulle setzen folgerichtig aber immer nur die Männer an. "Beck's löscht Männerdurst", hieß es dazu vor vielen Jahren. Die grüne Flasche blieb seitdem als Männerbier im Gedächtnis. Als Pendant kam eben Beck's Gold in der Weißglasflasche hinzu. In der Werbung dafür sah man lachende Menschen auf Strandpartys tanzen. Die Männer führten meist das Original, die Frauen Beck's Gold zum Mund.

Die Kampagne, die nun mit dem selbst kreierten Vorurteil aufräumen soll, ist schwachbrüstig. "Wer sagt, dass ein Bier besonders herb sein muss?" Soll heißen: Beck's Gold ist wirklich ein Bier, auch wenn's keiner glaubt. Zum Beleg zeigt man, genau: Gold-trinkende Männer. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass Beck's damit die Gold-Marke unter umgedrehten Geschlechtervorzeichen massenhaft an den Mann bringt. Wie glaubwürdigere Bierwerbung abseits von Mischgetränken ausssieht, zeigte dagegen Pilsner Urquell vor zwei Jahren: "No Lemon. No Cranberry. No Bullshit."

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