Schneeblume

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RE: Als sei es ein Kavaliersdelikt ... | 23.02.2011 | 02:36

Guttenberg hat so unverzeihlich dumm gehandelt, wie es nur jemand tun kann, der vor lauter Geltungssucht jeden Realitätsbezug verloren hat. Und natürlich darf das nicht bagatellisiert werden. Es muss hart geahndet werden, denn Unmoral macht sich in allen Lebensbereichen breit. Wenn jemand zum Lügen bereit ist, dann ist er das grundsätzlich und in allem was er tut.

Also mir wärs lieber, wenn solche Lackaffen, die keine Skrupel haben, sich mit fremden Federn zu schmücken und die Leistungen anderer als ihre eigenen Arbeiten auszugeben, in diesem Staate nichts zu sagen hätten.
Ich fürchte nur, die Ränge würden sich ziemlich leeren, wenn man diesen Maßstab anlegen würde.

Außerdem finde ich es erfreulich, dass die Professoren der Münchner Universität ihre Studenten gut erziehen und die Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens sorgsam schützen. Nur, die Professoren der Uni Bayreuth sind doch bestimmt genauso ehrenwerte Hochschullehrer und sie haben die Arbeit von Guttenberg doch vorher gelesen. Das tut man doch normalerweise, bevor man jemandem ein summa gibt, oder? Und es ist diesen Leuten nicht aufgefallen, dass mit dieser Arbeit etwas nicht stimmt? Na ja. Das ist schon sehr sonderbar.

Ich vermute mal: Der einzige Mensch, der diesen Text wirklich gelesen hat, ist der Ghostwriter.

Hoffen wir mal, dass die Uni München die Doktorarbeiten von Baronen und Ministern und Leuten mit Einfluss kritisch und unvoreingenommen liest und ihnen nicht einfach die Lorbeeren hinterherwirft. Aber ach, Leute. In dem Betrieb gehts nicht nur um Leistung, das braucht keiner glauben.