RE: Bewusstsein bestimmt | 31.10.2016 | 22:09

Naja niemand ist revolutionär qua Mitschliedschaft in der Arbeiterklasse, der Glaube, dass dem doch so wäre ist Folklore.

Der einzige Grund warum mensch revolutionär werden kann ist die Erkenntnis, dass die gegebenen Zustände unhaltbar sind und zu dieser Erkenntnis kann man auf sehr unterschiedlichen Wegen kommen. Irgendwelche (Klassen-)Zugehörigkeiten spielen keine Rolle.

Wenn ich mir die Diskussionen hier beim Freitag (und auch anderswo) so ansehe, kommen mir Zweifel, dass die Linke einen Beitrag zu diesem Erkenntnisprozess leisten kann. Der Eindruck, dass das einzig Verbindende bei den Linken die Besserwisserei ist, drängt sich mir doch zu sehr auf.Der kleinste gemeinsame Nenner auf den sich Linke einigen können ist die Eins, das reicht aber nunmal nicht.

RE: Bewusstsein bestimmt | 02.10.2016 | 21:37

Solange die Linke nicht bereit oder nicht fähig ist einen Weg aus der kapitalistischen Sackgassen zu weisen ist sie zu nichts nütze.

Es wird endlich Zeit aus den Fehlern Marx' zu lernen - und sein Kardinalfehler war nunmal die Annahme, dass die Arbeiterklasse an sich revolutionär ist. Hätte Marx seine eigene Theorie nicht vergewaltigt hätte er erkennen können, dass bestehende Klassen nicht wirklich revolu/tionär sind - Bauern haben nunmal nicht den Feudalismus zu Grabe getragen. (Das erkennt im übrigen Eribon sehr klar : Zitat "Kurzum: Viellleicht ist das Band zwischen der 'Arbeiterklasse' und der Linken nicht so natürlich, wie man gerne glaubt" Blätter 9/16 S.90).

Die erste und wichtigste Schritt der Linken besteht erstmal darin, die Klassen (oder vorerstmal Bevölkerungsteile) zu identifizieren, die Interesse an einer echten Umgestaltung der Verhältnisse haben könnten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies eine überwältigende Mehrheit ist. Der zweite Schritt ist dann das Bewusstsein bei diesen Bevölkerungsgruppen zu schaffen, dass sie durch grundlegende Änderungen mehr zu gewinnen als zu verlieren haben.

Die Wahl besteht grob formuliert zwischen Parlamentarismus+Kapitalismus auf der alten Seite und Demokratie+Sozialismus auf der neuen.

Oder ganz zugespitzt gesagt zwischen Kleptokratie und Leistungsgesellschaft.

RE: Kurz und Knapp - linke Politik vermitteln | 15.08.2016 | 21:21

Mir scheint die Linken leiden einfach an ihrer unüberbietbaren intelektürellen Gefallsucht.

Es ist wichtiger in (meist völlig belanglosen) Diskussionen das letzte Wort zu haben als Wirkungen zu erzielen.

Eigentlich sollte man meinen, dass es einfach sein sollte sich auf "linke Grundeigenschaften" zu einigen (Vorschlag : Vielfalt, Demokratie, Leistungsgerechtigkeit, Toleranz, Mut zur Unsicherheit...) .

Aber in der Realität kann man sich noch nicht mal auf ein BGE einigen....

Solange die Linke glaubt sie hätte die richtigen Antworten geerbt, solange sie glaubt, dass es überhaupt richtige Antworten für irgendein Problem gibt (die gibt es deshalb nicht, weil die Fragen nicht wirklich bekannt sind, deshalb ist 42 als Antwort wertlos) ist sie Teil des Problems.

Teil der Lösung kann sie nur werden, wenn sie erkennt, dass Lösungen nur durch Versuch und Irrtum zu finden sind (das ist seit Anbeginn des Lebens so und wird sich nicht ändern solange es Leben gibt).

Ein heller Kopf hat mal gesagt "Habe ich die Begründungen erschöpft, ... dann bin ich geneigt zu sagen -So handle ich eben".

Allerdings muss man sagen, dass letztlich nicht die Linke das Problem ist, sondern eine Gesellschaft, der allein das Wort Veränderung den Angstschweiss ins Gesicht treibt, eine Gesellschaft, die eine Partei, die sich zu dem Slogan Keine Experimente versteigt, nicht zum Teufel jagt, .....

Die Aufgabe der Linken besteht also zu allererst darin den Mut zu Veränderungen zu wecken, Alternativen zu suchen (und soweit möglich innerparteilich auch umzusetzen - Stichwort innerparteiliche Demokratie - auch wenn das schmerzhaft werden wird), Vielfalt gegen Einfalt in Stellung zu bringen, Fehler zu machen zu einer Tugend zu erklären....

Dazu reicht in der Tat zumindest für den Beginn eine einfache Sprache.

RE: Mehr Polizei und mehr Psychologen | 10.08.2016 | 17:55

Es ist ja schön hier Mitglieder des Merkel-Fanclubs zu treffen.

Aber haben Sie sich mal gefragt, warum keine Flüchlinge mehr nach Deutschland kommen ? Wer so gut wie alle Forderungen von Pegida und Co. realisiert hat?

Frau Merkel oder Frau Wagenknecht ?

Ich fürchte Sie müssen sich entscheiden. Für Merkel oder für die Flüchtlinge.

Oder was tut Frau Merkel aktuell für die Flüchtlinge, habe ich was verschlafen ?

RE: Links ist da, wo der Daumen rechts ist | 26.07.2016 | 20:11

Seit wann sind Armeen für die Verteidigung da?

Naja eigentlich schon immer, d.h. seitdem es Armeen gibt, die zum Angriff dienen. Nicht die Armeen sind das Problem sondern die Art ihres Einsatzes.

Wenn eine Armee schwerpunktmäßig aus schnellen Eingreiftruppen besteht und exterritorial eingesetzt werden soll ist sie eine Offensivarmee - und die sollte man als vernunftbegabter Mensch ablehnen.

Eine Armee, die dazu dient schnelle Eingreiftruppen jeglicher Herkunft nach kurzen Erfolgen auf Granit beißen zu lassen, sollte man nur nach sehr reiflicher Überlegung und profunder Einschätzung der Weltlage ablehnen. Mir persönlich fehlt jedenfalls der Optimismus zu glauben, dass dies vernünftig wäre.

Allgemein halte ich es für falsch eine Sache nur deshalb abzulehnen, weil sie aktuell missbraucht wird. Ich halte die Medizin für eine nützliche Sache obwohl die Pharmaindustrie diese schamlos für ihre Profitinteressen missbraucht.

RE: Links ist da, wo der Daumen rechts ist | 26.07.2016 | 19:48

Sie haben nämlich schon jene Zielgerade im Auge, die nur durch ihre eigene politische Wendehalsmentalität möglich ist

Ist es denn wirklich so viel verlangt, sich auf Sachargumente zu beschränken und sich jegliche persönlichen Unterstellungen zu verkneifen. Was bei zu Recht bei der Auseinandersetzung mit S.Wagenknecht fordern muss, gilt auch für die Auseinandersetzung mit B.Ramelow. Letztlich argumentieren ja beide mit Sachzwängen und dem "gesunden Menschenverstand". In einer inhaltlichen Diskussion gilt es diese Sachzwänge daraushin abzuklopfen ob sie real oder eingebildet sind.

Die armselige Unsitte alles ins persönliche zu ziehen vergiftet jegliche Diskussion - nicht nur unter Linken aber doch ganz besonders unter diesen.

RE: Links ist da, wo der Daumen rechts ist | 26.07.2016 | 19:38

Wer solche Bremsklötze schmeißt, will gar keine Lösung!

Das ist des Pudels Kern.

RE: EHRE, WEM EHRE GEBÜHRT | 21.07.2016 | 18:18

????

Das einzige was ich Ihnen unterstelle ist, dass Sie Volksabstimmungen für Unsinn halten. Dies Unterstellung basiert auf Ihren Aussagen.

Die Aufzählung der Dinge, die einst als ausgemachter Unsinn galten, dient der Illustrierung der Tatsache, dass sich die Bewertung dieser Dinge mit der Zeit ändern.

Sie sollten lernen in einer Diskussion mehr auf den Sachbezug als auf tatsächliche oder eingebildete persönliche Bezüge zu achten. Dies würde der Diskussionskultur sicher guttun. Und, nebenbei bemerkt, würde das auch die Chance erhöhen, dass Volksabstimmungen tatsächlich zu rational nachvollziehbaren Ergebnissen führen könnten.

Bis dahin haben wir die Wahl zwischen irrationalen Entscheidungen durch Volksabstimmungen und ebenso irrationalen Entscheidungen, getroffen in irgendwelchen Hinterzimmern der Macht. Pest oder Cholera - was ist Ihnen lieber?

RE: EHRE, WEM EHRE GEBÜHRT | 20.07.2016 | 21:35

Auch wenns Sie es nicht verstehen werden, will ich es doch hier anmerken. Von dem was ich in meinem Leben mache ist zwischen 90% und 99% nackter Unsinn. Das spannende am Leben ist es die sinnvollen Teile rauszufinden. Und ich habe nicht den Eindruck, dass dies bei anderen besser ist.

Ach ja - die wirklich sinnvollen Dinge erkennt man daran, dass andere sie für Unsinn halten.....

Wahlrecht für Arbeiter - Unsinn

Gleichberichtigung der Geschlechter - Unsinn

Gleichstellung der Rassen - Unsinn

Sonnenenergie - Unsinn

.............

In diesen Sinne ein Hoch auf den Unsinn.

RE: EHRE, WEM EHRE GEBÜHRT | 20.07.2016 | 18:32

Zum Glück ist bei uns das GG eine kaum zu überwindende Hürde in diesem Kontext.

Naja bis jetzt wurde noch jeder störende Artikel aus dem GG entfernt - ganz ohne Volksabstimmung.

kann also keineswegs einem irgendwie linken Gedanken entspringen.

Sie gestatten mir hoffentlich anderer Meinung zu sein ?