RE: Zeitungskrise ja, aber wessen Zeitungskrise? | 22.11.2012 | 19:31

Es geht um ein existentielles Bedürfnis nach Kommunikation, und ja, auch um die Kommunikation von Vertrauen.
Wenn ich von Zeitungen allerdings nichts als die immergleichen, bereits vorgefertigten Meinungen erwarten kann (ist leider, aufgrund allgegenwärtiger Renditeorientiertheit und anderer Befindlich- und Abhängigkeiten hierzulande so, und mit Ausnahme einiger weniger Unabhängiger, worunter ich auch Der Freitag zähle), so sinkt dieses Vertrauen und nimmt es nicht Wunder, dass "der Leser" ins Netz abwandert, wo er mit ein paar Klicks vielleicht doch mal fündig wird.
Das große "Zeitungssterben" und ähnliche Katastrophenszenarien sind hausgemacht, dienen allenfalls dem Zweck, den zum "User" mutierten "Leser" taktvoll und im Takt des Geldes auf die Einrichtung von Bezahlschranken im Internet einzustimmen.
Nein, das Medium als solches kann nicht aussterben. Man denke doch nur mal an die dem Menschen ja angeborene Neugier, an das existentielle Bedürfnis nach Kommunikation, Austausch und, ja, nach Vertrauen. Es geht um Sinnstiftung und um Informationsbedürnis, darum, davon etwas lesbar zu machen. Ob das nun die Zeitung aufm Papier, das gute alte Buch, eine antike Schriftrolle oder das "Post-Printmedium" Zeitung-Online leistet, macht dabei keinen Unterschied.
Die Neugier und das Bedürfnis nach (vertrauenswürdiger) Information sind und bleiben immer diesselben.