Der Geist der Untoten

Lohn und Hartz In den Verteilungsdebatten geben die Zombies des Neoliberalismus den Rhythmus vor. Die politische Linke ist daran nicht schuldlos
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Man möchte jenen, die vor ein, zwei Jahren auf dem Höhepunkt der Krise den Niedergang der neoliberalen Hegemonie vorhersagten, keinen Vorwurf machen. Vor allem, wenn man dem Schluss selbst etwas abgewinnen konnte, dass nach dem Platzen der ökonomischen Blase doch auch jenem Geist die Luft entweichen müsste, der für ihr Entstehen erst sorgte. Doch das war zu vernünftig gedacht. Jene wirkmächtigen Leitbilder, die einer bestimmten kapitalistischen Variante zum Siegeszug gegen die Interessen einer Mehrheit verhalfen, mögen theoretisch wie praktisch widerlegt sein. Lebendig sind sie wie zuvor.

„Der Neoliberalismus ist einem Zombie vergleichbar“, hat der Linkstheoretiker Michael Hardt einmal gesagt. „Zombies laufen herum und erzeugen entse