Tom Strohschneider
19.03.2009 | 15:20 12

Ein Gespenst geht um

Linkspartei Wieder einmal enthüllt Hubertus Knabe „die Wahrheit“ über die Linkspartei. Wer sein neues Buch gelesen hat, fragt sich, warum der Mann eine Gedenkstätte leiten darf

Man hat es ja schon geahnt, wo so viel von Verstaatlichung geredet wird: 20 Jahre nach der Wende „drängt eine Partei an die Macht, die sich die Abschaffung des Kapitalismus auf die Fahnen geschrieben hat“. Das berühmte „Gespenst des Kommunismus“ aus dem Manifest geistert „überraschend aktuell“ durch die Lande, es droht „womöglich eine neue Diktatur“ – wenn die Linke demnächst das Ruder übernimmt. Doch niemand will „die Wahrheit“ wissen, eine bedrohte Demokratie, eingelullt von der „völlig unkritischen Haltung der bundesdeutschen Medien“. Wäre da nicht Hubertus Knabe, der einsame Mahner gegen die „schleichende Gewöhnung“ der FDGO-Deutschen an „Honeckers Erben“.

Vom Standpunkt des Marketings für eine Neuerscheinung auf dem umkämpften Sachbuchmarkt betrachtet, ist das eine gute Geschichte. Kritische Davids ziehen immer, umso besser, je größer und schrecklicher der Goliath gezeichnet wird. Auch ein paar knallige Thesen sind nicht verkehrt. Muss ein Buch bloß deshalb „wahr“ sein, weil das Wort „Wahrheit“ auf dem Deckel steht? Was ist das überhaupt: historische Wahrheit? Und hatten sich nicht jene mit genau der blamiert, vor denen Knabe nun warnt, indem er seine Wahrheit über sie enthüllt?

Enthüllt? Man braucht das jüngste Werk des Leiters der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen nicht lesen. Es steht nichts Neues darin. „In anderem Zusammenhang veröffentlichte Erkenntnisse werden jetzt noch einmal aufgegriffen und vertieft“, schreibt Knabe selbst gleich zu Beginn und damit könnte man es eigentlich fast auch schon belassen. Der Autor hofft, es werde im Wahljahr 2009 einen „gewissen Nutzen“ haben, bitte sehr, das wünschen sich andere von ihren Publikationen auch. Über die Art von politischem Geifer, die man von Knabe kaum anders kennt und die der Deutschlandfunk als Schreibe mit „Schaum vor dem Mund“ ganz richtig charakterisiert hat, sollte man sich nicht übermäßig erregen. Das würde – die alten Genossen, die Knabe zu ihrem Lieblingsfeind erkoren haben, zeigen das – bloß dazu führen, dass man dem Gegenstand seiner Kritik ähnlicher wird, als man es sich wünschen sollte. Was übrigens umgekehrt genauso gilt, aber einer wie Hubertus Knabe merkt das nimmer.

Das Skandalon in diesem Fall liegt woanders. Es ist ein fachwissenschaftliches und letztlich politisches Problem. Warum darf Knabe ein aus Steuermitteln finanziertes Museum leiten? Was qualifiziert ihn dazu? Wer behauptet, die Medien würden mit der DDR-Vergangenheit der Linkspartei schonend umgehen, und als Historiker, der die Forschung kennen müsste, sagt, es gebe „kein Buch, das sich kritisch mit der Linkspartei auseinandersetzt“ – müsste der nicht als hinreichend disqualifiziert gelten? Wie wahrnehmungsresistent ist der Mann eigentlich, der doch nicht nur in seinem Hausblatt, Springers Welt, ausreichend Beweise finden kann, die seiner Behauptung widersprechen. Und der offenbar nicht einmal die Studie seiner Brüder im Geiste, der Totalitarismustheoretiker Eckhard Jesse und Jürgen P. Lang, über den „smarten Extremismus einer deutschen Partei“ kennt – wahrlich kein unkritisches Buch über die Linke.

Apropos Totalitarismus: In der fortgeschriebenen Gedenkstättenkonzeption des Bundes wird dem deutsch-deutschen Aufarbeitungsbetrieb aufgegeben, „den Unterschieden zwischen NS-Herrschaft und SED-Diktatur Rechnung zu tragen“. Bei Knabe, der für eine zur Hälfte vom Bund finanzierten Landesstiftung arbeitet, liest man: Die Linkspartei sei nicht nur die umetikettierte SED, sondern „eigentlich schon am 1. Januar 1919“ gegründet worden – als KPD. Kommunisten wie Rosa Luxemburg wurden dann erst „selbst zu Opfern ihrer Gewaltpolitik“, bis ein paar Jahre später schließlich „die KPD selbst maßgeblich dazu beitrug, Hitler an die Macht zu bringen“. Die Gemengelage vor 1933 sei heute „im Angesicht von Wirtschaftskrise, Politikverdrossenheit, SPD-Niedergang und der Wahlerfolge radikaler Parteien wie der Linken … wieder beunruhigend aktuell geworden.“

Wie beginnt noch gleich das Buch? „Ein Gespenst geht um ...“ Wohl wahr. Sein Name: Hubertus Knabe.

Honeckers Erben. Die Wahrheit über Die LinkeHubertus Knabe, Propyläen, Berlin 2009, 448 Seiten, 22,90

Kommentare (12)

getyourkicks 19.03.2009 | 22:41

Danke fuer diesen Artikel.
Ich bin kein Freund "Der Linken", dafuer ist alles zu diffus aber nach 20 Jahren, eine Partei
die ihre Wurzeln auch in Westdeutschland(!) hat, zu diffamieren und dabei voellig auszublenden
was aus den Blockfloeten wurde, die heute in der CDU/CSU und der SPD agieren ist schon eine
Unverschaemtheit.
Muss man solchen Leuten wirklich die Vergangenheit unserer Bundeskanzlerin vorhalten?

getyourkicks

Joachim Petrick 20.03.2009 | 03:25

Teil I
Lieber Herr Strohschneider,
es gibt heillose Zeiten, da gilt es seinen Gegner nahe zu sein, diese gar zu lieben, gerade wenn denen Gespenster als Beifang an die Angelschnur geraten, über deren faserige Hutschnur zu wachsen drohen.
Sollten wir Hubertus Knabe nicht lieben, gerade weil er sich wenigsten einseitig regt, wo andere allseitig verstummt in Schein- Totenstarre verfalllen sind?
Geht es doch zwanzig Jahre nach dem Mauerfall von Berlin darum, nicht nur den halben Himmel in Gestalt der Linkspartei „Oskar“ klagend anzurufen, sondern den ganzen Himmel über Europa, Deutschland und seine Parteien der Selbstermächtigung von deutschen, europäischen Teilungen, Staatsgründungen, Staatsbeitritten, Staatsauflösungen wie der DDR “Hot- Line „Götz von Berlichingen“ Kein Anschluss unter Ihrer Nummer“ von 1919/49- 1989/2009!?

Den ganzen ungeteilten Himmel über Deutschland anzuschauen, wie diesen Christa Wolf in ungeteilter deutsch- deutscher Freundlichkeit sich bereits 1963 getraut, das traut sich Hubertus Knabe 2009 immer noch nicht, also geht er schlagende Verbindungen auf der Jakobsleiter zum Halben Himmel mit der Linkspartei ein“Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“, klammheimlich hoffend, dass andere mutiger, endlich schlagende Verbindungen mit den sogenannten staatstragenden Gründer- Parteien CDU/CSU/FDP/SPD samt grüner Parlamentsflöte eingehen, historisch „Mores“ lehren, wo diese abwesend, gar deutsch- deutsch verstrickt in Komerzielle Schalck- Koordination (Interzonenhandel, Waffenhandel, Gefangenenfreikauf, deutsch- deutsche DM- Finanzierung von Monatsgehältern erlesener DDR- Bürger/innen in SED, Kirche und Staat, von Schwarze „Bimbes- Kassen“ für deutsch- deutsche Joint Ventures an den Internationalen Finanzmärkten, hüben drüben, für „Männer“, „Damen“ anonymer Ehre an unsichtbaren wie erfundenen Fronten?
Teil II folgt

Joachim Petrick 20.03.2009 | 03:27

Teil II
Es ist genug beschwiegen, fangen wir an zu reden!, oder?, auf dass nicht nur Hubertus Knabe Bauklötzer staunt, angesichts des befreit entfesselten Wortes in Deutschland, von dem er beharrlich bekundet, es gebe dieses“Freie Wort“ wissenschaftlich fundiert nur als halben Himmel, oder gar nicht, schon gar nicht in einer Wahrheitkommisssion.

Ich aber sage euch!,
hier jetzt, es gibt das Freie Wort“, die „Freie Rede“ in und über Deutschland, sicher nicht „Zwei plus Vier“ im Gestern, aber ganz gewiss „Zwei plus 28, 30, 36, 58......“ mit internationaler Besetzung im nahenden Tag!?.
Belehren wir uns und Hubertus Knabe eines Besseres, der gemeinsamen Suche nach historischer Wahrhaftigkeit unser aller ungeteilten ganzen Himmel!?

In einer Welt der inneren und äußeren Feinde beginnt der erste Schritt zur Versöhnung auf dem Weg zum Inneren Friede alternativlos mit der Liebe der Wirklichkeit eines beliebigen Feindes als Sicherheitspartner/in!?
Noch können wir uns unsere Feinde „RuckiZucki“ aussuchen, die wir lieben wollen!?
Warum nicht Hubertus Knabe!?, und sei es nur zur Probe!?
Auch Lieben will gelernt sein, wo Hassen so naheliegend, wo so viele Zeitgenossen/innen Feindseligkeiten hamstern gehen, als seien diese schon Morgen unauffindbar ausgestorben!?
tschüss
JP

mahung 20.03.2009 | 04:33

Hubertus Knabe ist Opfer seines Seins, was bekanntlich das Bewusstsein bestimmt. Umgeben von all dem museal festgehaltenen Leid in "seiner" Gedenkstätte vergisst der Historiker (!) glatt die wissenschaftlichen Grundsätze und versteigt sich in seiner Mission. Diesen Stasi-Verfolgungswahn, der echten Opfern der DDR-Diktatur zugestanden werden muss, kann man Knabe nicht durchgehen lassen. Von echten Opfern erwartet man keine sachlich-reflektierte Abhandlung dessen was einst in diesem Staat passierte - von einem Historiker schon, zumal einem, der eine Gedenkstätte leitet.
Was aber neben den verdächtig relativierenden Aussagen über Mitglieder ehemaliger Blockparteien der DDR besonders nervt, ist die ewig dumme Gleichsetzung von Neonazitum in Deutschland und der Linken, früher PDS. Hier möchte ich Prof. Dr. Ulrich Bröckling zitieren, der in einem Zeitungsinterview u. a. sagte: "Die Gleichung Rechts gleich Links ist eine Verharmlosung rechter Gewalt und der neonazistischen Ideologie. Die Positionen, die seitens der Linken, auch der radikalen Linken in Bezug auf Freiheit, Vielfalt und menschliche Entwicklungsmöglichkeiten formuliert werden, unterscheiden sich fundamental von den völkischen, rassistischen Vorstellungen, wie Sie die Rechte propagiert. Dieser Gegensatz wird unterschlagen. Sozialwissenschaftliche Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass rechte Einstellungen kein Problem eines kleinen radikalen Randes sind. Wenn mehr als ein Viertel der Bevölkerung in der Bundesrepublik in Umfragen ausländerfeindliche Einstellungen äußert, ist es widersinnig, das noch als extremistisch zu bezeichnen. Aber in der politischen Auseinandersetzung zählt ohnehin nicht analytische Genauigkeit, es geht vielmehr darum, mit Begriffen politische Effekte zu erzeugen."

Auch wenn diese Aussage nicht im Zusammenhang mit einer Debatte über die Linkspartei getätigt wurde, passt sie hier dennoch. Nicht umsonst erscheinen Knabes Auslassungen über die Linkspartei im Superwahljahr. Politische Effekte sollen erzeugt werden. Aber Rote-Socken-Kampagnen haben der PDS in der Vergangenheit - wie Pfarrer Hintze bestätigen könnte - nicht geschadet. Eher im Gegenteil. Was will Knabe eigentlich erreichen, fragt man sich vor diesem Hintergrund. Eines - das liegt ziemlich klar auf der Hand - jedenfalls nicht. Die objektive Aufarbeitung jüngerer deutscher Geschichte.

Übrigens. Wenn eine Bundestagspartei vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse gefährlich und populistisch ist, dann ist es wohl eher die latent staatsfeindliche FDP unter Guido Westerwelle. Im deutschen Bundestag sagte Westerwelle gestern, dass nicht die Steueroasen das Problem wären, sondern die Wüsten Drumherum. Im Klartext: Steuerflucht ist Notwehr, wenn der Staat sich erlaubt, die "Leistungsträger" in die Verantwortung zu nehmen, also legitim. Aber das ist ein anderes Thema ...

Ludischbo 20.03.2009 | 12:09

Eigentlich wollte ich jetzt hier nicht kommentieren.

Es ist ja auch schwierig über ein Buch zu diskutieren, dass man selber nicht gelesen hat und, geht es nach dem Autor hier, auch nicht lesen soll.
Und somit kann ich mir dann auch kein Urteil bilden, ob Knabe der richtiger Leiter für Hohenschönhausen ist.
Aber eines kann ich beurteilen. Diese Gedenkstätte hat ihrem berechtigten Platz. Genauso wie das Stasi Museum an der Normannenstraße in Lichtenberg. Das Leid und das Unrecht der Diktatur und des Überwachungsstaates werden hier knallhart und ungeschönt dargestellt. Und das sollten wir nicht vergessen.
Was ich damit sagen will.... Von mir aus kann debattiert werden ob Knabe der richtiger Leiter ist. Aber bitte nicht die Gedenkstätten der jüngsten deutschen Diktatur in Frage stellen.

Tom Strohschneider 24.03.2009 | 09:35

Ich glaube, hier will niemand die Gedenkstätten pauschal in Frage stellen - worüber man aber diskutieren kann, ja muss: Was dort zu welchem Zweck wie gezeigt wird, welche Rolle das in der öffentlichen Debatte um die "Aufarbeitung" spielt, welche Bedeutung einem wie Knabe zuwächst nur weil er Gedenkstättenleiter ist (würde ihn sonst jemand hören?) und ob man mit Begriffen wie "jüngste deutsche Diktatur" in Sachen Erkenntnisgewinn überhaupt weiterkommt.

Tom Strohschneider 24.03.2009 | 09:47

Wie absurd die öffentliche Debatte um die DDR werden kann, lässt sich gerade am "Unrechtsstaats"-Streit ablesen, der jetzt als SPD-interner Schlagabtausch geführt wird - Wessis gegen Ossis. Der thüringische Spitzenkandidat Christoph Matschie hat sich sogar zu der Forderung verstiegen, sein Schweriner Parteifreund Erwin Sellering solle deshalb mit Urteilen über die DDR zurückhaltender sein, weil er aus Nordrhein-Westfalen kommt. Super Idee! Ob der Nordrhein-Westfale Hubertus Knabe ausnahmsweise mal aufgepasst hat?

Ludischbo 25.03.2009 | 13:06

Lieber Herr Strohschneider!
Wenn Herr Knabe seine Funktion und die Gedenkstätten dazu benutzt, um die heutige Linkspartei in ihrer Gesamtheit als antidemokratisch und ultimative diktatorische Erbin darstellen will, gebe ich Ihnen recht, dass dann die Personbzw Funktion Knabe/Gedenkstättenleiter zur Diskussion gestellt werden muss. Das ist dann in der Tat nicht dienlich die jüngste deutsche Diktatur (Ich bleibe bei diesem Begriff, weil es nichts anders war, als eine Diktatur) aufzuarbeiten.

Ich habe nur grundsätzlich eben auch Probleme damit, wenn ein Autor mir mit seiner Buchkritik empfiehlt das Buch bloß nicht zu lesen und dann in einem Artikel seine Meinung hinein beinflussen will. Wie soll ich mir ein Urteil über das Buch machen, wenn das Buch als politische motiviertes Teufelzeug dargestellt wird und ich mir mein eigenes Urteil erst gar nicht machen soll? Das hat mich in ihrer Buchkritik sehr irritiert.
Durch meinen Kommentar wollte ich von Ihnen eine gewisse Klarstellung bekommen, ob es Ihnen nur um die Person Knabe als Gedenkstättenleiter ging oder/und es Ihnen auch um eine versteckte Relativierung der stalinistischen Diktatur ging. Ich hätte mir in ihrem insgesamt kritischen Artikel hier mehr Klarheit und Eindeutigkeit gewünscht.
Ein bisserl mehr Klarheit haben Sie ja jetzt nachreichend durch Ihre Antwort hineingebracht. Aber alle meine Zweifel sind noch nicht ausgeräumt.

Tom Strohschneider 25.03.2009 | 15:02

Ich bin lediglich der Meinung, man braucht das Buch nicht zu lesen, weil da nichts Neues drinsteht. Und ich habe selbstverständlich nichts dagegen, wenn Sie sich Ihr eigenes Urteil bilden wollen. Was die von Ihnen erhoffte Klarstellung angeht, muss ich Sie zum Teil jedoch enttäuschen. Erstens: Ja, es ging mir in dem Beitrag da oben nur um Hubertus Knabe. Zweitens: Wozu verlangen Sie „Klarheit und Eindeutigkeit“? Was ist für Sie „Relativierung“? Ist der, der nicht Knabes Meinung ist, ein Relativierer? Die „stalinistische Diktatur“, von der Sie schreiben, ist mir ein zu schwammiger Begriff. Welche Zeit meinen Sie? Sind alle Diktaturen gleich? Darüber müsste man sich doch erst einmal verständigen. Der Staatssozialismus war ja nicht in allen seinen Entwicklungsphasen derselbe. Aber das ist vielleicht eine andere Diskussion.

Joachim Petrick 25.03.2009 | 19:33

Hallo Herr Strohschneider,
wie Recht Sie haben, auch wenn Sie in aller Vollkommenheit irren.
Deutschland ist keine Stammes, wie Parteien Region, wo einer des anderen Last trägt, sondern eher des anderen Last unerträglich findet, darauf aus ist, einer den anderen mit seinen ureigenen Wunden zu schlagen, damit er für unverwundbar gilt.
Historische Tatsache bei aller zupackenden Kühnheit der aufbauenden Kriegsgeneration voller persönlicher Legenden, Anekdoten, angesichts der menschlichen wie deutsch- europäischen Not, ist, am Anfang war Verrat!
Ein Abgrund von Landesverrat, wie Bundeskanzler Konrad Adenauer noch 1962 im Wege der sogenantnen Spiegel- Affäre“Bedingt abwehrbereit!“, die eine Franz Jospeph Strauss Affäre war, unverblümt in den Deutschen Bundestag brüllte.
Worauf ein namenloser Hinterbänlkler rief:
“Wer sagt das?“ Darauf Adenauer:
“Ich sage das!“. Konrad Adenauer wußte, wovon er rief!

Auf Kosten der deutschen Einheit, Souveränität, Integrität, wurde drüben der Einparteien- Linksstaat DDR gegründet, hüben der Mehrparteien- Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland, um sich vor der vollen Wucht der gefühlten Moralkeule an Forderungen nach Entschädigungen der Millionen Opfer, Übriggebliebenen von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesamtdeutsch vereinbart, unauffindbar geteilt „Kein Anschluss unter dieser Nummer!“, hüben drüben, wegzuducken!?
Der Historiker Götz Aly sagt heute, locker vom Hocker. im zdf nachtstudio am 23.03.09 die deutsche Schuld verschleppend anerkennend“Wir hätten die Forderungen nach millionenfacher Entschädigung gar nicht wuppen können, also haben wir es gelassen!“.

Hätten wir die Provisorien der deutschen Partei- Staaten, hüben drüben , lassen können, angesichts dieser deutschen Schuld und Verantwortung für die Bedienung von millionenfach berechtigter Forderung nach Entschädigung?
Wäre angesichts der deutschen Schuld Verantwortung bereits 1949 ein Weltstaat per Marshall- Plan entstanden, statt der kleinen Lösung der Gründung der UNO 1946, der NATO, des Warschauer Vertrages 1949?
Soviel zu den deutschen „Unrechtsstaaten“, hüben drüben, Links- wie Rechts- , nach 1945.
JP

Nos Nibor 26.03.2009 | 23:52

Hubertus Knabe gehört zu einem Typus Mensch, den es zu allen Zeiten gab und weiter geben wird. Er saß mit im Concilium der Inquisition, das über das Schicksal Giordano Brunos zu entscheiden hatte und er fand reinen Herzens die treffendsten Worte, die zu dessen Verurteilung führten. Die Niederlage mit Galilei wurmt ihn noch heute. In den Hexenprozessen überzeugte er durch nichts zu erschütternde Argumente die geistlichen und weltlichen Richter. Von Natalie Ginsburg blieb mir aus einem ihrer Bücher über Verbrechen der so genannten Volksfeinde in der Stalinära, die Beschreibung eines kalten >fischäugigen Untersuchungsrichters im Gedächtnis. Während der DDR-Zeit leiteten sie parteiliche Kontrollkommissionen und achteten auf die Einhaltung einer wahren und reinen Lehre. Um nur einige Stationen zu nennen. Und sie wachen heute mit Strenge darüber, dass so etwas, wie geschildert, nie wieder geschieht.
Für sie gibt es nur Schwarz und Weiß; dass sich Menschen verändern, schließen sie aus. Sie ruhen nicht eher, wie bei einer Hubertus-Jagd üblich, bis der Fuchs von der Meute erlegt wurde. Sie machen selbst ihre Gleichgesinnten frösteln. Sie verdienen unser Bedauern. .

Ludischbo 27.03.2009 | 07:46

Aber nein. Relativierung nach Maßgabe Knabe auf keinen Fall. Da brauch man auch überhaupt gar keine Maßgabe. Diktatur ist Diktatur. Egal welches Wort Sie vorwegstellen oder auch nicht. Ich weiß nicht, warum einige sich hier so schwer damit tun, das System der DDR als Diktatur eindeutig zu bezeichnen und sich davon als Demokrat distanzieren. Da sind dann einige in der Linkspartei auf jeden Fall schon ein ganzes Stück weiter.

Außerdem...ich habe es ja gesagt....

Benutzt Knabe die Gedänkstätte Hohenschönhausen um im aktuellen politisches Diskurs Einfluss zu nehmen, ist seine Funktion als Leiter auf jeden Fall zu hinterfragen. Ich weiß aber nicht, ob er es das in seinen Buch angedeutet hat und vorhat, dieses auf seine Mitarbeiter in Hohenschönhausen übertragen will.

Die Gedenkstätte ihren berechtigten Platz....ob mit Knabe oder ohne Knabe....
Ich kann Ihnen nur sagen...Ich war vor kurzen in Hohenschönhausen. Es führten dort Studenten und ehemalige Inhaftierte durch die Stasi-Gefängnismauern. Kein Wort und auch keine Andeutung über die heutige LP oder der angeblich "unkritische Umgang der Medien mit der historischen Vergangenheit der LP". Man darf auch nicht vergessen, dass eben gerade auch kritische Sozialisten/Innen dort gesessen haben.
Eine Studentin sagte uns am Ende der Führung, dass ihr Onkel Vernehmer war und heute immer noch der Meinung ist, dass er "nur seine Pflicht getan hat".