RE: Hauptwiderspruch | 02.03.2021 | 18:39

"sind die Buchstaben ausgegangen?"

Genauso ist es ja leider buchstäblich auf einer Zeitungsseite, die ist irgendwann zuende, manchmal leider zu früh...

RE: Hauptwiderspruch | 24.02.2021 | 19:14

Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar!Für Žižek ist das Scheitern des Linkspopulismus zwingend, egal wie er sich entscheidet, weil er das System des Kapitalismus nicht radikal genug infrage stellt/stellen kann. Wäre Syriza dem "Oxi" des Referendums gefolgt, wäre es zum Grexit gekommen und Griechenland im völligen Ausnahmezustand gelandet - Syriza wäre vermutlich auch dafür bestraft worden, und das Kapital hätte sowieso in jedem Fall gewonnen.Wirklich befriedigend ist diese Antwort aber natürlich nicht, weil sie nicht wirklich erklärt, wie genau eine radikale Antwort in diesem Fall hätte aussehen können (außer zu sagen, dass jede Antwort hätte scheitern müssen).

RE: Hauptwiderspruch | 22.02.2021 | 11:21

Auf einige Bücher trifft das zu, wie in der Besprechung bzgl. des ersten Pandemiebuchs angedeutet. Für viele der Aufsätze im Kommunismusband gilt das allerdings nicht. Den Unterschied kann man freilich nur dann feststellen, wenn man in die Bücher selbst hineinsieht.

RE: Die Politisierung einer Generation | 31.10.2020 | 20:16

Dass auch jenseits von "diskursiver Form" "Druck zu entfalten" sein wird, darüber sind wir uns einig. Die Rede von "Internationalen Brigaden" klang allerdings militanter, als ich auch nichtdiskursive Druckmittel gerne für nötig halten würde.

RE: Die Politisierung einer Generation | 31.10.2020 | 11:04

Danke für die ernsthaften Gedanken! Ich vermute verschiedene Gründe. Erstens dürfte die systematische Entpolitisierung der 90er noch nachwirken. Nicht zu vergessen ist auch die nicht minder systematische Prekarisierung, die die meisten mit zumindest latenten Existenzängsten politisch lähmt. Außerdem scheint mir die Situation heute viel diffuser als 68. Die meisten sind von ihr völlig überfordert.An gewaltsame Lösungen dieser Problemlage glaube ich (wie vermutlich auch die meisten meiner Altersgenossen) übrigens schlichtweg nicht.

RE: White Trash talks | 08.07.2020 | 17:03

Die grobe Unterteilung in "erzählenden" und "beschreibenden" Stil und Zentners Zuordnung zum zweiten mag nicht ganz unzutreffend sein, wobei sich die "Beschreibung" zunehmend auf keineswegs distanziert in den Blick genommene innere Konflikte verlagert. Zu "erzählen" gibt es dann aber schon auch viel. Das scheinbare Springen der Zeitebenen gilt tatsächlich nur für den allerersten Abschnitt, der ein zentrales Ereignis vorwegnimmt. Danach bleibt es rein chronologisch und wird dadurch auch zugänglicher. Ihr Gefühl für den Stil wird aber wohl letztlich das relevanteste Kriterium sein.

RE: White Trash talks | 06.07.2020 | 17:02

Komplizierter wird die Sache freilich, wenn man bedenkt, dass viele der weißen Nationalisten sich ja eben (auch) als Opfer fühlen, und wohl nicht immer zu Unrecht. Aber es stimmt, es sollte in der Tat darum gehen, aus dieser Rolle und damit aber auch aus der Schwarz-Weiß-Malerei insgesamt herauszufinden.

RE: Das Ende vom Ende der Geschichte | 08.11.2019 | 13:02

Ther schreibt: "Worin liegt nun die Gemeinsamkeit zwischen Polen und den neuen EU-Mitgliedsstaaten auf der einen Seite sowie Großbritannien und den USA auf der anderen? Alle diese Länder hatten sich der Globalisierung besonders weit geöffnet, verfügten jedoch über schwach ausgebaute und nach der großen Krise nochmals reduzierte Sozialsysteme. Die Ironie an dieser Entwicklung liegt darin, dass gerade die Vertreter des Freihandels, freier Kapitalflüsse und globalisierter Märkte (unter ihnen Francis Fukuyama) eine Reduktion der Staatsausgaben und einen Abbau von Sozialleistungen vertretenhatten. Dreißig Jahre später wissen wir, dass ein dauerhafterKonsens für eine Globalisierung, vielleicht auch für die europäische Integration, nur hergestellt werden kann, wenn sie an eine soziale Absicherung gekoppelt ist."

Er scheint noch an eine echte Sozialdemokratie zu glauben.

RE: Klassenkampf statt Klimakrieg | 07.09.2019 | 12:23

Bei der Notwendigkeit zur Ermächtigung und Ermutigung gebe ich Ihnen aber natürlich auch völlig Recht! Und teile mich in Ihre Begeisterungsfähigkeit.

RE: Klassenkampf statt Klimakrieg | 07.09.2019 | 11:03

Ihr Kommentar verwechselt Tatsachenbeschreibung mit moralischer Bewertung. Von einer "Schuld" an "Überbevölkerung" kann ohnehin nur die Rede sein, wenn man - wie ja der Ausdruck bereits andeutet - "Überbevölkerung" an sich für ein Problem hält. Das schien mir w.endemann allerdings nicht zu tun. Von daher wäre "zunehmendes Bevölkerungswachstum" vielleicht eine neutralere Bezeichnung. Und das Problem wäre dann nicht dieses Wachstum, also auch nicht der medizinische Fortschritt, sondern die ungleichen und unnachhaltigen Lebensverhältnisse.