Tom Wohlfarth

Politische Theorie, Kultur- und Sozialphilosophie; Autor und Blogger: www.tom-wohlfarth.de
Tom Wohlfarth
RE: Jamaika Science Fiction | 02.12.2017 | 11:57

Na ja, gewisse „konservative“ Züge haben die Grünen ja schon.

Man sollte übrigens (linken) Akzelerationismus nicht einfach mit (Neo-)Industrialisierung und beschleunigtem Wirtschaftswachstum gleichsetzen. Der Antikapitalismus ist schon zentral, und der fehlt sowohl bei den Grünen als auch bei der KP Chinas. Gegen Wachstum sind die Grünen allerdings auch nicht.

RE: Jugend ohne Klärwerk | 30.10.2017 | 04:02

https://m.youtube.com/watch?v=BYgePpvB400

RE: Noch ist Zeit, werde Marxist! | 13.10.2017 | 12:20

"Wir müssen wissen, wie wir geworden sind, was wir sind, dann können wir auch verstehen, was wir werden können, wenn wir es wollen. [...] Die Menschen sind die Produzenten ihrer eigenen Geschichte, sei es eine Geschichte der Ausbeutung und Entwürdigung, sei es eine Geschichte der Solidarität und Freiheit. [...] Selbstverständlich müssen wir die Formen der Ausbeutung und Erniedrigung überwinden. Aber diese Formen stecken in unseren Köpfen. Daher müssen wir alle Marxisten werden."

Sehr schön gesagt! Und vielen Dank für Ihre sehr profunden Ergänzungen.

RE: Die Privatisierung der Politik | 23.06.2017 | 19:08

Warum nicht hier weiter diskutieren, wo der Gesprächsverlauf nachvollziehbar ist? Die Diskussion hat sich zwar vom Ursprungstext auch etwas entfernt, allerdings nicht viel zu weit, außerdem ist sie natürlich trotzdem sehr spannend. Vielen Dank nochmal dafür an alle!

RE: Die Privatisierung der Politik | 20.06.2017 | 13:29

Habe versäumt, Ihre schöne Ausgangsbemerkung zu zitieren: "Die Heimat des Weltbürgers ist der Geist und die Solidarität."

RE: Die Privatisierung der Politik | 20.06.2017 | 13:22

"Ist das ein naives intellektuelles Märchen (ein Wunderglauben) oder die regulative Idee, die so weit wie möglich anzustreben ist?" Ist denn beides immer so klar voneinander zu unterscheiden? ;) Aber im Ernst, ich votiere leidenschaftlich für Ihren letzten Vorschlag: "ein dritter Weg, eine Progression, die zugleich Regression ist, eine Progression in ein substantialisiertes Menschentum". Vielen Dank für dieses Resümee!

RE: Die Privatisierung der Politik | 20.06.2017 | 13:13

Vielen Dank für diese Bilanz! Mir ist nur noch nicht klar geworden, warum Nationalisierung und Privatisierung der Politik Gegensätze sein sollen. Über dieses Kernargument meines Textes wurde hier ja leider kaum diskutiert (dafür über andere spannende Dinge!). Warum soll gerade der ein Außen "abwehrende", sich ein- und abschließende Zusammenschluss zur Nation das Gegenteil einer Privatisierung, einer (sich) entziehenden An-eignung sein?

RE: Die Privatisierung der Politik | 19.06.2017 | 14:55

"Soziale Freiheit kann darum niemals etwas sein, daß in irgend einer Weise von außen kommt."

Das müsste dann aber für den menschlichen Charakter ganz allgemein gelten. Dann kannst du dir gleich jegliche Art von "Erziehung" (so blöd dieses Wort auch ist), auch im bestmöglichen Sinn etwa von Martin Bubers "Charakter-Erziehung", schenken. Und alle Arten von staatlichen Institutionen gleich mit. Die ähnlich strukturierte Aufgabe von beiden wäre doch aber vielleicht, äußere Strukturen zu schaffen, die eine innere Entwicklung in bestmöglicher Weise fördert.

Die Idee eines Sozialstaats geht, finde ich, wie weit oder wenig weit auch immer, aber wenigstens in eine richtige Richtung. Warum soll man sie also nicht auch weiter, viel weiter, oder gar irgendwie zuende denken können?

RE: Die Privatisierung der Politik | 19.06.2017 | 14:44

Hier stellt sich aber eben die Frage, wie weit man Liberalismus mit Kapitalismus identifiziert bzw. identifizieren muss. Die von Ihnen referierte Kritik geht doch letztlich immer vom Kapitalismus aus und betrifft den Liberalismus vor allem als dessen Grundlage. Die Frage ist also, ob eine liberal(istisch)e Konzeption auch ohne Kapitalismus denkbar ist, bzw. eben ob sie sich auch mit einer sozialistischen verknüpfen lässt.

Die Frage nach der "reinen Theorie" würde ich deswegen dahingehend umformen, was es denn braucht, um diese Theorie im von mir zuletzt genannten, aber ansonsten auch in jedem anderen möglichen Sinne zu verbessern. Dann erledigt sich im besten Fall auch die Frage nach der "Reinheit" der Theorie von selbst. Sprich: Theorien nicht nur kritisieren, sondern sie optimieren!

RE: Die Privatisierung der Politik | 19.06.2017 | 14:29

Ja, das manchmal Verwirrende an Honneths Ansatz ist, dass er anscheinend reale Institutionen mit ihren normativen Ansprüchen kuzschließt. Aber diese Ansprüche existieren in unserer Gesellschaft ja tatsächlich, sie werden nur ständig offensichtlich hintergangen, und leider eben gerade auch von den Institutionen, die sie garantieren sollen.

Das denkzentrum|demokratie trägt sich schon länger mit dem Gedanken, ein Bundesministerium für Demokratie vorzuschlagen. Das - und umso mehr noch das von dir vorgeschlagene - müsste dann aber natürlich auch von einer entsprechenden Person mit echter und nicht nur postulierter moralischer Legitimität geleitet werden.