Die Hildebrandts

Trilogie Jonathan Franzen will in drei Romanen von drei Generationen erzählen – und beginnt mit „Crossroads“ am 23. Dezember 1971
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 40/2021
Pfarrer Russ wird mit einem Sohn konfrontiert, der in den Vietnamkrieg ziehen will
Pfarrer Russ wird mit einem Sohn konfrontiert, der in den Vietnamkrieg ziehen will

Foto: Stuart Lutz/Gado/Getty Images

Gibt es etwas Schlimmeres als ein mittelmäßig begabter, mittelalter Vorstadtpfarrer zur Mitte des 20. Jahrhunderts im Mittleren Westen der USA zu sein? Schlimmer ist da eigentlich nur, auch noch von den eigenen Kindern in jeder Hinsicht überflügelt und für die eigene Mittelmäßigkeit verachtet zu werden. Nun, zumindest für Russ Hildebrandt, eine der Hauptfiguren in Jonathan Franzens Roman Crossroads, ist das ein ziemlicher Schlag in die Magengrube seiner Midlife-Crisis.

Jonathan Franzen, offizieller Statthalter der Great American Novel auf Erden – zumindest wenn es nach dem Time Magazine geht, das ihn 2010 mit dieser Anspielung auf dem Cover zeigte –, ist also zurück. Schon während der Arbeit an seinem letzten Roman, Unschuld (201