Torben

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RE: „Früher konnten wir nur träumen“ | 27.04.2012 | 16:05

"Was passiert, wenn die/der Delegierte sich anders als die/der Delegierende entscheidet, ohne sich abzustimmen?"

Zugespitzt gesprochen, in einem "Liquid Democracy System" verrät ein Delegierter eine Position, für welche ihm zuvor eine Stimme verliehen wurde, unter wachsamen Augen genau ein einziges Mal.

In klassischen Systemen dauert derlei trauriges Schauspiel dagagen ganze Legislaturperioden und niemand hat die Möglichkeit, delegierte Macht jederzeit zurückzuziehen und zu verlagern.

RE: Und noch eine Revolution! | 27.11.2011 | 08:26

Die Ignoranz gegenüber wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn im Artikel empfinde ich als geradezu aufklärungsfeindlich und die betriebene Mystifizierung von Wissenschaft ist hochnotpeinlich. Unverständnis für Wissenschaft ist leider weit verbreitet, aber es sollte nicht auch noch publizistisch zelebriert werden, um ein wenig belletristische Dramaturgie in der Rubrik "Wissen" unterzubringen.

Florian Freistetter (Astrodicticum Simplex) wesentlich kompetenter und nüchterner zum Thema:

www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/09/cernexperiment-sind-neutrinos-schneller-als-das-licht.php

RE: Alles klar zur Wende? | 04.10.2011 | 17:37

nochmal @ Katrin Rönicke:

"wie war das nochmal mit dem piraten-motto: Klarmachen zum ÄNDERN?
achso ja: wenn es nicht gerade um geschlechterdemokratie geht... verstehe. -.-"

Missstände ändern, aber einen solchen sollte man dann auch konkret aufzeigen können. Werden Frauen in der Piratenpartei diskriminiert oder einfach nur nicht bevorzugt? Sind es gegebenenfalls Einzelfälle oder besteht bei den Piraten ein strukturelles Problem?

Allem Anschein nach gibt es keine systematische Frauendiskriminierung bei den Piraten. Möglicherweise könnte die Partei sich etwas aktiver um weibliche Mitglieder bemühen, aber Zuspitzungen wie die jüngsten Feministinnenkampagnen verhärten die Gemengelage erst einmal und müssen verdaut werden, bevor sich dem Thema wieder produktiv, demokratisch und aufklärerisch zugewandt werden kann.

RE: Alles klar zur Wende? | 04.10.2011 | 17:24

Als Erwiderung auf Glorias "Nicht Quote fordern sondern Quote machen" habe ich eben versucht, zwei Seiten dieser Medaille darzustellen, du hast das leider verkürzt und von hinten nach vorn zitiert.

Wenn am Ende mehr Frauen in Positionen kommen, weil zuvor mehr Frauen eingetreten sind, sich beworben haben und überzeugen konnten, dann ist doch alles im Lot.

Ob nun allerdings ein steigender Frauenanteil durch Quote oder blindlings abstimmende Geschlechterseilschaften entstünde, ich fände beides rückständig und keineswegs emanzipatorisch.

RE: Alles klar zur Wende? | 03.10.2011 | 17:03

Es wäre sicherlich ein Gewinn für uns alle, wenn viele vernünftige Frauen in die Piratenpartei eintreten und sich dort aktiv beteiligen würden.

Es wäre dagegen fatal, wenn reihenweise Feministinnen einzig und allein eintreten würden, um dann bei Personalentscheidungen ungeachtet der Kompetenz oder Positionierung einfach blind für Menschen weiblichen Geschlechts zu stimmen.

Leider - und dieses leider kommt aus tiefem Herzen - denken und handeln viele der lauten Feministinnen ideologisch. Sie scheinen sich geistig noch in den Gefechten der Vergangenheit zu befinden. Nachdem die rechtliche Gleichstellung glücklicherweise erstritten wurde, geht es nun darum aufzuklären, Problembewusstsein zu schaffen und vergiftete Denkmuster aufzuzeigen. Dialogbereitschaft wird allerdings zerstört, wenn Positionen nicht vernünftig begründbar sind und bei "Hauptsache eine Frau" winken denkende Menschen verständlicherweise ab.

Die Piratenpartei erscheint mir eine politische Bewegung zu sein, in der sehr lebhaft, kontrovers und argumentativ diskutiert wird. Sollte es dort Diskriminierung geben, dann kann man dies in der Partei sicherlich offen ansprechen. Wenn sich allerdings nur wenige Frauen in exponierten Positionen befinden, weil es eben nur wenige geeignete oder willige Kandidatinnen gibt, dann ist das eben so.

Ich möchte nicht 50% Frauen, 50% Männer, 50% Schwarze, 50% Schwule oder 50% Behinderte auf irgendwelchen Posten. Ich möchte, dass die geeignetsten Menschen entscheidende Positionen bekleiden und eine Quote steht dem prinzipbedingt entgegen, ganz besonders bei einer Partei, die aufgrund ihrer Wurzeln derzeit nur wenige Frauen oder Migranten in ihren Reihen hat.