Iran: Das theokratische System verträgt kein Machtvakuum

Meinung Das institutionelle Gefüge der Islamischen Republik ist nicht sonderlich flexibel. Der künftige Staatschef dürfte ein Vertreter der konservativen, theokratischen Elite sein. Inwieweit das auf öffentlichen Widerstand stößt, wird sich zeigen
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 21/2024
Iranische Frauen betrauern den Tod von Präsident Raisi
Iranische Frauen betrauern den Tod von Präsident Raisi

Foto: Atta Kenare/Getty Images

Dass Präsident Ebrahim Raisi bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen ist, wirbelt in Teheran politische Fahrpläne durcheinander. Nicht nur die parlamentarischen, ebenso – und das ist bedeutsamer – die theokratischen. Ende Juni sind die Iraner aufgefordert, einen Nachfolger zu wählen. Und sehr wahrscheinlich werden sie wie vor knapp drei Jahren auch diesmal keine tatsächliche Wahl haben. Die Zeiten, da Parlament und Präsidentenamt zwischen Hardlinern und Reformkräften politisch umkämpft waren, sind lange vorbei. Das institutionelle Gefüge der Islamischen Republik ist festgefahren.

Wie viel damit an innerer Stabilität verloren ging, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. In den langjährigen, teils heftigen