Leichen als Waffe

ZYNISMUS Moralische Kollateralschäden an der ideologischen Heimatfront
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Leichenberge sind die wohl widerwärtigsten Waffen in den ideologischen Grabenkämpfen der neuen Nachkriegszeit. Und doch werden sie aufs Heftigste eingesetzt. Den regierenden »Siegern« dienen die im Kosovo entdeckten Massengräber postum als Rechtfertigung eines sinnlosen Luftkrieges gegen Serbien. Auf der anderen Seite versteigen sich NATO-Kritiker soweit, die toten Albaner primär der Allianz anzulasten. Mit dem Argument: Wer von Massengräbern gesprochen hat, als es noch keine gab, dem mußte doch klar sein, daß ein Luftkrieg sie erst produzieren wird. Beides ist hochgradig realitätsfremd und zynisch.

Natürlich konnte man schon vor dem Beginn der Bombardierungen wissen, welches Schicksal die Kosovo-Albaner erwarten würde. Schließ