Starker Mann am Bosporus

DER FALL ÖCALAN Die Verhaftung des PKK-Führers löst das Kurdenproblem nicht, demonstriert aber die gewachsene regionalpolitische Macht der Türkei - und die Ohnmacht der Europäer
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Ganz bestimmt erliegt der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit einer eklatanten Fehleinschätzung, wenn er glaubt, mit der Festnahme Abdullah Öcalans würde sich das Kurdenproblem in seinem Land langsam, aber sicher erledigen. Die kurdische Frage wäre selbst im Rahmen einer demokratisch verfaßten Türkei nicht lösbar. Dazu bedarf es regionaler Regelungen, die alle Staaten mit einer kurdischen Minderheit einbeziehen.

Gleichwohl hat Ecevit einigen Grund, in Selbstzufriedenheit zu schwelgen. Schließlich spiegelt der Fall Öcalan in sehr eindrucksvoller Weise die Aufwertung der Türkei im regionalen Kräfteverhältnis wider.

Während des Kalten Krieges besaß der NATO-Partner Türkei aufgrund seiner geographisch