Die Bank heißt nicht Hüporil-Ästhet

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Die Opposition beschwert sich über die Unerfahrenheit des neuen Wirtschaftsministers? Ja hallo? Wo waren die Damen und Herren denn in den letzten Jahrzehnten? Damit steht Karl-Theodor doch in bester bundesrepublikanischer Tradition!
Schauen wir doch mal, was wir da so hatten:
- Der Jurist Martin Bangemann ging nach einer nicht mal mittelmäßgen Ministerwürde nach Brüssel, ließ sich in Telekomangelegenheiten als Kommissar einarbeiten, um hinterher auf einen gut dotierten Posten in eben diese Branche zu wechseln. Seinen schmutzigen Machenschaften verdanken wir immerhin einen Ehrenkodex in Brüssel.
- Das frühere Stehaufmännchen Jürgen Möllemann, die Menschwerdung von Murphy's Law (Ihr wisst schon, das Brot fällt immer mit ... na, ja ...), hatte es ja mit Werbeflyern. Erst ließ er auf Ministeriumspapier für diese Einkaufswagenchips werben. Später ließ er Flyer mit einem eher unschönen Hintergrund für seine arabischen Freunde drucken; nun nicht mehr auf Ministeriumspapier.
- Zu Günther Rexrodt fällt mir vor allem ein, dass der beste Freund meines Vaters, der NICHT mit dem Kerl verwandt ist, denselben Nachnamen hatte. Ansonsten fiel Günni vornehmlich durch Intrigen innerhalb der Berliner FDP auf.
- Werner Müller und Wolfgang Clement gingen anders als das Bangemännchen gar nicht erst den Umweg über Brüssel, bevor sie sich in die Wirtschaft absetzten.
- Und die Wirtschaftspolitik von Guttenbergs direktem Vorgänger Glos dem Kloß bestand bekanntlich vornehmlich daraus, herumzulügen, dass bei Atomkraft weniger Umweltverschmutzung anfällt, die Verlängerung der Laufzeiten Atommeiler zu fordern und die Steuern für die dicken Autos seiner Kumpels zu senken (O-Ton in etwa: Das ist doch das, was die meisten wollen).
Du siehst also Karl-Theodor: Fachleute sucht man vergebens, Du bist also in bester Gesellschaft! Schlimmer kann es definitiv nicht werden.
Außerdem kann jemand mit dem Namen Guttenberg vielleicht wenigstens lesen.

22:12 14.02.2009
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