tow

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RE: Nicht mal eine Gnadengabe | 09.02.2014 | 15:56

@MJ

"Nein, das sind Menschen, deren Denken und Tun über die Reduktion hinausreicht. Die zum Beispiel Kinder haben, von denen sie nicht wollen, dass sie in ökologische Katastrophen hineinwachsen."

Wenn das handlungsrelevant wäre, gäbe es das Problem nicht.

RE: Kampf dem Pazifismus | 18.11.2013 | 15:36

@rioges

Tja, so sind sie halt, unsere pseudo-pazifistischen Friedensfreunde : Wer nicht 100%-ig mit ihnen ist, ist gegen sie, wird kräftig denunziert und verbal so richtig fertig gemacht. Die gehen- wie Freek - dabei sogar über Leichen. Man stelle sich vor, die hätten Macht .....

RE: Es geht nur auf Augenhöhe | 18.11.2013 | 15:07

@ J.B.

mit anderen worten: sie wissen es auch nicht.

RE: Es geht nur auf Augenhöhe | 17.11.2013 | 15:01

@Jeanne Barefoot

schon wieder nicht adressiert? (siehe oben)

Es geht in Genf übrigens NICHT darum, eine Option auf atomare Bewaffnung zu erwerben, sondern um das Recht auf eine zivile Nutzung (full nuclear circle) der Atomenergie.

Die "Primärquelle" kenne ich. Fleißiger und z.T. informativer "Nachrichtendienst". Ich weiß nur nicht genau, wer dahinter steckt. Entsprechende Nachfragen, auch nach der Finanzierung, blieben unbeantwortet. Wissen Sie es?

HG tow

RE: Es geht nur auf Augenhöhe | 15.11.2013 | 18:09

@ J. TAYLOR

„Es geht doch gar nicht darum, wie der Iran daran gehindert werden kann, etwas zu tun, was jeder mittelprächtig begabte Physikstudent mit einem KG-Rohr, einen Generator aus dem Elektronikshop an der Ecke und etwas Material, das er sich in Osteuropa besorgen kann, baut, sondern darum, dass die iranische Führung versteht, dass sie mit Atomwaffen das sehr fragile Machtgefüge im arabischen Raum in ein höchst labiles Pulverfass verwandelt. Die Frage ist in der Tat eine Frage von Krieg und Frieden, aber völlig anders, als Sie annehmen.“

Wenn sich das „Sie“ im letzten Satz auf mich bezieht, tragen Sie mit dem „labilen Pulverfass“ Eulen nach Athen: Genau das ist die Gefahr eines atomar bewaffneten Iran. Mein Argument war, dass Diplomatie der einzige Weg ist, dieses Verständnis in der iranischen Führung zu etablieren.

@ Jeanne Barefoot

„So" schlawinert Thorsten Wöhlert die Freitags-Reaktion an die Seite und auf die "Höhe" derer, die einem substanziellen Teil der iranischen und zentralasiatischen Bevölkerung mit einem atomaren Inferno drohen, wenn sie sich in den kommenden Monaten nicht zu einem bewaffneten Aufstand entschließt - der voraussichtlich hunderttausende, wenn nicht Millionen von ihnen das Leben kosten müßte - falls ihre just gewählte Regierung sich dem UltimatumHerrn Wöhlerts verschließt.“

"Iran wird seine Urananreicherung drosseln oder aussetzen und Inspektoren auch unangekündigt ins Land lassen müssen ..."

So weit, so kühn dreimal durch die Brust ins Auge daneben geschlussfolgert…

„Denn wenn die Lagebeschreibung Wöhlerts stimmte, dann müßte, falls den Iranern keine Massenvernichtung angedroht werden soll, einem "(Al)So" oder "Daher" zwingend der Schluß folgen, daß der "Schlüssel" für den Verzicht der Islamischen Republik auf atomare Bewaffnung außerhalb ihrer Ränge begraben liegt.“

Nein: innerhalb ihrer Ränge

„Ihre Führungsfiguren müßten überzeugt werden, daß sie Waffen, die Nordkorea und Pakistan bislang vor einem Überfall der USA oder ihrer Proxies bewahrt haben, nicht benötigen.“

Genau darin liegt die diplomatische Herausforderung.

Die These, dass nur der vom „Weltimperialismus“ und seinen Proxis nichts auf die Mütze bekommt, der über A-Waffen verfügt, wird auch in der x-ten Wiederholung nicht besser.

„Die schiitische Priesterschaft hat sich religiös verpflichtend gegen den Erwerb und die Anwendung von Massenvernichtungswaffen jeglicher Art, und Atomwaffen ganz besonders, ausgesprochen und ist konsequenterweise Mitgliedsland aller einschlägigen internationalen Vertragskonstrukte.“ …

… an deren Einhaltung es in der Vergangenheit immer wieder berechtigte Zweifel gegeben hat; auch bei denen, die der politischen Instrumentalisierung der IAEA nicht das Wort reden.

Übrigens hatte sich die die schiitische Priesterschaft einst auch gegen jegliche Nukleartechnik gewandt und diese als „Teufelszeug“ verdammt. Das AKW in Bushehr wurde später dann doch wieder weitergebaut. So viel zur politischen Halbwertzeit religiöser Verpflichtungen.

Dass Saddam Hussein in seinem Giftgaskrieg vom Westen aufgerüstet und unterstützt wurde ist bekannt und belegt. Zu behaupten, dass die Mullahs sich der Logik der Massenvernichtung geradezu ergeben und – quasi gegen ihre Überzeugung – nun selbst anwenden mussten und daraus dann die Option einer atomaren Bewaffnung schlussfolgerten (die sie übrigens bis heute vehement bestreiten), ist allerdings schon wieder sehr kühn. Wahrscheinlich haben sie ihre Kinder-Pasdaran auch nur unter Seelenqualen mit einem Plastik-Schlüssel fürs Paradies um den Hals über die Mienenfelder des Golfkrieges geschickt. Anders ist den Proxis des „Weltimperialismus“ halt nicht beizukommen.

@ Weinsztein

An dem „früheren Niveau“ war ich – wie Sie inzwischen auf beantwortete Nachfrage wissen - nicht ganz unbeteiligt. Der Rest des Eindruckes täuscht. Gute alte Schule: Primärquellen + Gehirn einschalten.

RE: Die Chance der Palästinenser | 24.07.2013 | 18:41

@bastian borstel

Faszinierend wie viel Text in welcher Geschwindigkeit gepostet wird. Das spricht für gute Archive. Noch faszinierender, wie selbst die historische Argumentation wesentlich differenziertere Darstellungen zur Genesis des Nahostkonfliktes, wie sie renomierte israelische Wissenschaftler vor Jahren schon vorgelegt haben, tapfer ignoriert.

@lutz herden

Die sehr wahrscheinliche Vergeblichkeit dieser Runde von US-Pendeldiplomatie mal außen vorgelassen, bleibt der Vorgang als solcher doch erstaunlich. In Washington weiß man eigentlich, dass "Friedenspläne" made in USA nur das sind: Pläne. Man weiß auch, dass der Impuls für ernsthafte Verhandlungen von den Beteiligten des Konfliktes kommen muss, sonst hätte auch der beste Plan keine Chance. Oslo war deshalb so hoffnungsvoll und weitreichend, weil sich hier Pragmatiker beider Seiten ernsthaft - und ohne dass man im "Rest der Welt" davon etwas mitbekam - auf einen Weg zum Ausgleich gemacht hatten. Der scheiterte dann im Vollzug am Widerstand der Hardliner in beiden Lagern - und an der mangelnden Fähigkeit/Bereitschaft des "Restes der Welt", sich beherzt zu engagieren.

Was also treibt Kerry in seiner Mission und warum lässt die Obama-Administration sich auf dieses Unterfangen mit sehr warscheinlich erfolglosem Ausgang ein? Eine Antwort wäre, dass der sogenannte arabische Frühling die Karten in der gesamten Nahost- Region und darüber hinaus in der islamischen Welt neu mischt.

Wir erleben, wie ein einst verlässlicher Feind-Staat wie Syrien in Anarchie versinkt und zum Schlachtfeld zwischen schiitischen und sunnitischen Milizen wird.

Ägypten, das wichtigste Land in der arabischen Welt, steht vor Auseinandersetzungen und Umbrüchen, die kein Stratege in Washington vorhergesehen hat. Von Antworten für die Zukunft ganz zu schweigen.

Irak bleibt ein - selbst verschuldetes - Desaster. Afghanistan dito. In Afrika reiht sich ein von sogenannten Islamisten befeuerter Konflikt an den nächsten, lässt Staaten verfallen und frist sich von Norden in das Herz des Kontinents.

Vor diesem - völlig undurchsichten - strategischen Zukunftshorizont, liegt der Gedanke nahe, sich um den Kern des Nahostkonftliktes zu bemühen, hier eine Lösung/Befriedung/... zu erwirken. Zumal fraglich ist, ob hier immer noch der tatsächliche Kern zu finden ist - so verfahren wie sich die Situation zwischen Israel und den in ihren Gebieten zersiedelten Palästinenser darstellt. Aber als politischer Referenzpunkt taugt dieser Konflikt allemal noch. Und von daher macht es aus Washingtoner Sicht durchaus Sinn, sich auf ein solches Vermittlungs-Abenteuer einzulassen. Hier immerhin bewegt man sich auf halbwegs vertrautem Gebiet, kennt man die Akteuere.

Politisch mutet das an wie ein Pfeifen im vertrauten Wald. Und vielleicht ist Kerrys Initiative deshalb am Ende doch der Anfang zur Regulierung des palästinensich-israelischen Konflikts. Einfach deshalb, weil dieser seine Kern-Funktion verloren hat und sich im Windschatten anderer, für alle Beteiligten bedrohlicherer Auseinandersetzungen plötzlich Lösungen finden.....

RE: Die Gnadenfrist ist abgelaufen | 17.06.2013 | 13:31

@ Templeton

Die Verfassung beschränkt die Amtszeit der Präsidenten auf zwei konsekutive Wahlperioden. Nach einer Pause darf man noch mal; sonst hätte Rafsandjani in diesem Jahr gar nicht erst antreten und vom Wächterrat aussortiert werden können. Stand auch in den Zeitungen…

@ Weinsztein

Humboldt-Universität zu Berlin, Sektion Asienwissenschaften, Fachbereich Westasien, Diplom 1987; Promotion 1990 zum iranisch-irakischen Krieg (http://www.amazon.de/Iran-pragmatische-Republik-Transformationen-Zeichen/dp/3889393780)

RE: Die Zukunft ist wie heute, nur besser? | 08.07.2012 | 16:23

Hat sich der Jürgen also einen Ghostwriter geleistet und ist hoffentlich so fair wenigstens das Honorar durchzureichen. Dass der Freitag einen solchen Nicht-Text bringt, ist genial. Besser kann man das grüne Wortgeklingel nicht als das entlarven, was es ist: Pseudofortschrittliche Mittelschichtenrhetorik auf dem Weg zurück an die Fleischtöpfe.

RE: Die grüne Jägerin | 05.11.2010 | 22:38

Mit so vielen kritischen Kommentaren hätte ich gar nicht gerechnet. Mit so einem Renate-Granate-Artikel im „Freitag“ schon eher. Den finde ich in der WELT aber inzwischen auch.
Was in dem Beitrag völlig fehlt, ist der Blick aufs Soziale bei den Hauptstadtgrünen und ihrer neuen Ikone. Oder anders gefragt: Was passiert mit einer armen Stadt wie Berlin, wenn der sexy Kollwitzplatz im Roten Rathaus die grüne Richtlinienkompetenz übernimmt?
Wer ein wenig länger schon in die Niederungen der Berliner Politik blickt, erkennt Hauptstadtgrüne , die ihren Frust, zweimal von der SPD zugunsten der LINKEN verschmäht worden zu sein, in der Opposition aggressiv und meinungsstark ausleben. Dafür werden sie jetzt in Umfragen belohnt. Davon profitiert Frau Künast.
Wenn man genauer hinsieht, passt bei den Grünen– jenseits von Schlagwörtern – zu wenig zusammen: Da haben wir grüne Haushälter, die den härteren Sparkommissar geben (Oswald Metzger lässt grüßen). Und grüne FachpolitikerInnen, die das von ihren Finanzfreunden noch mehr gestrichene Geld besser ausgeben wollen. Nur, wie?
Am grünen Ende dieser Logik sind z.B. mehr Langzeitarbeitslose, die in einem öffentlichen Beschäftigungsprogramm immer noch zu wenig verdienen, um davon ohne zusätzliche staatliche Stützte leben zu können, besser als ein (teurerer) Modellversuch, der in Berlin tatsächlich zeigt, dass es auch anders geht. Und nützlich ist. Für die Kommune und für den/die Einzelne(n).
Aber das kostet Steuergeld. Und es kostet mehr als die schwarz-gelbe Regierung bereitstellt. Kann es sich ausgerechnet ein armes und verschuldetes Land wie Berlin leisten, hier mehr zu investieren?
Die Antwort der Berliner Grünen ist bisher ein Nein. Das kann man so sehen. Und das macht vielleicht auch aus der Wahl-Perspektive gut ausgebildeter, junger Kreativer mit akut unsicherem, aber aufstiegsaffinem Sozialstatus durchaus Sinn. Von dem aufgeklärten Öko-Bürgertum ganz zu schweigen, das die soziale Frage für sich gelöst hat und von selbiger nur über globale Zusammenhänge oder eine problematische Kitzkultur (oder Fluglärm) in ihrer Nachbarschaft eingeholt wird.
Nur: Warum diese grüne Verzagtheit auf dem Weg zu 30 %? Weil die Kassen für grüne Sozialpolitik leer sind? Das sind sie nicht, wenn Politik es anders will. Oder weil sich derartige Bürgerarbeit, die nicht nur dem/der Einzelnen, sondern auch der Kommune hilft, schlecht mit einer – auch grün gefärbten - Hartz IV-Philosophie verträgt, die mit Zeit-, Leih und sonstiger prekärer Arbeit auf genau das Gegenteil setzt?
Die Grünen sind im Umfragehoch. Wenn Frau Künast inthronisiert ist, werden sie programmatisch werden müssen. Und sich erklären, welche Angebote sie über den Kollwitzplatz hinaus haben. Darauf darf man gespannt sein.

RE: Die Konten der Gardisten | 25.02.2010 | 00:57

Die kenne ich. Aber nur aus zweiter Hand. Einen Tip oder link auf ungefilterte Statements hat keiner. Oder?