truchsess77

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RE: Der Mythos vom nutzlosen Mann | 27.11.2009 | 13:01

Ich bin zwar auch ein wenig skeptisch, was die Detailinterpretation angeht. Allerdings deckt sich einiges im Artikel mit meinen persönlichen (teilnehmenden) Beobachtungen.

Beobachtung I: Aus meiner eigenen Beziehungen weiß ich, dass die jeweiligen Partnerinnen gerne behaupten, die Hauptlast der Hausarbeit zu tragen. Weil ich das von meiner Erziehung her immer als schwerwiegenden, aber nicht treffenden Vorwurf empfand, habe ich einfach mal ein Buch angelegt, in dem die tatsächlich Minuten und Stunden an Haushaltsarbeit festgehalten wurden. Und siehe da: Die "gefühlte" Realität meiner Partnerin hielt der objektiven Realität in keiner Weise stand. Es ergab sich ein Gleichstand bzw. sogar ein leichtes Mehr an Hausarbeitsaufwand für mich (den Mann). Der Beziehung war diese Feststellung aber nicht unbedingt zuträglich, so dass ich irgendwann aufgehört habe, mich zu beschweren...

Beobachtung II: Die meisten Paare können aber ganz gut damit leben, nach außen hin es so zu verkaufen, dass SIE trotz allem den Haushalt managt und er angeblich weniger darin macht...(und es intern anders handhaben - so läuft es bei uns mittlerweile auch)

Beobachtung III: Selbst bei Paaren mit klassischer Rollenaufteilung kann nicht davon gesprochen werden, dass der Mann nichts im Haushalt macht, weil er "moderne" Haushaltsgegenstände wie z.B. den Heim-PC der Frau bitte wie selbstverständlich funktionstüchtig zu halten hat. Hier wird einfach nach Belieben umdefiniert, was zum Haushalt gehört, um die Rollenbilder vor sich selbst Aufrecht zu erhalten.

Auf Grund dieser Beobachtungen bin ich mir nicht so sicher, ob hier die Ideologie im Artikel oder in einigen Kommentaren zu finden ist...Aber jeder wird so seine eigenen Erfahrungen gemacht haben.