Ivana Unuk, Slowenien

Menschen in Europa Die 28-jährige Kunsthistorikerin lebt in Maribor

Die Europäische Union hat für mich keine sehr große Bedeutung. Zwar ist durch Sloweniens EU-Beitritt einiges leichter geworden. Doch allgemein betrachtet wurde der Alltag dadurch, dass wir ein Teil der EU sind, nur wenig besser. Ich gehe nicht wählen, da für mich die EU keineswegs eine demokratische Organisation ist. Nicht zuletzt deshalb, weil Slowenien ein kleines Land ist und nicht annähernd so stark im EU Parlament vertreten wie zum Beispiel Deutschland. Es gibt zu wenige slowenische Abgeordnete, um wirklich auf die wichtigen Entscheidungen Einfluss nehmen zu können. Zwar sind die Europawahlen die einzige Möglichkeit für EU-Bürger, darüber abzustimmen, wer im Parlament sitzt und über Gesetzgebung und die Verteilung der EU-Gelder entscheidet. Aber das allein reicht noch nicht aus, um vom „Willen des Volkes“ oder Demokratie sprechen zu können. Deshalb habe ich auch keine großen Erwartungen an das neue EU-Parlament.Viele Entscheidungen werden getroffen, ohne dass dabei der Wille des Volkes gehört würde.

Slowenien in Stichworten:

EG/EU-Mitglied seit: 2004
Einwohnerzahl: ca. 2 Millionen
Fläche: 20.273 km²
Zahl der Abgeordneten im EU-Parlament: 7 / ab der kommenden Legislaturperiode: 7

Am ersten Januar 2007 wurde in Slowenien der Euro eingeführt. Slowenien hatte im ersten Halbjahr 2008 als erstes der zehn Länder, die 2004 der EU beigetreten sind, den EU- Ratsvorsitz inne. Derzeit blockiert Slowenien wegen eines Grenzstreits mit Kroatien weitere Beitrittsverhandlungen seines Nachbarn mit der EU.

Aufgezeichnet und fotografiert von Ksenja S. Matul, n-ost
17:40 04.06.2009

Kommentare