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Weltpolitik Lösung für die Flüchtlingskrise und/oder Dritter Weltkrieg?
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Reisefreiheit und das Recht, gutes Geld zu verdienen und für schöne Konsumgüter auszugeben – für diese Wünsche ist das Volk in der DDR und im ganzen Ostblock vor einem Vierteljahrhundert auf die Straße und über die Grenze gegangen, und der goldene Westen hat kräftig geholfen und freudig empfangen. Wieso wird das eigentlich den Menschen, die aus heutigen Diktaturen zu uns strömen, nicht zugestanden (bzw. nur dann, wenn bei ihnen zu Hause ein zünftiger Krieg stattfindet)?

Der Unterschied liegt auf der Hand: im damaligen Ostblock winkten neue Märkte, da diese Länder jahrzehntelang dem Zugriff des globalen Kapitalismus entzogen waren. Die Bodenschätze in Afrika (Nord und Süd) dagegen sind längst erschlossen, und wenn es dort noch etwas zu holen gibt, dann vielleicht eine dünne Oberschicht von gut ausgebildeten Ärzten, Ingenieuren und Facharbeitern. Der Rest dagegen ist unergiebig, nur ein Kostenfaktor, und soll sich mit möglichst wenig zufrieden geben, damit die Renditen nicht bedroht sind.

Als die Proletarier in den Ländern der 1. Welt – England, Frankreich, Deutschland, USA usw. – gegen ihre Arbeits- und Besitzverhältnisse aufbegehrten, fanden die Eliten einen Weg, sie mit sozialen Zugeständnissen ruhigzustellen, die sich finanzieren ließen, indem Bodenschätze und Arbeitskraft der 3. Welt ausgebeutet wurden. Heute aber ist schon fast alles herausgepresst aus der Mehrheit der Weltbevölkerung, die sich zugleich durch wachsende mediale Vernetzung ihrer prekären Lage im globalen Dorf immer stärker bewusst wird.

Daher wird jetzt wieder (leider mit ziemlichem Erfolg) die nationale/religiös-kulturelle Karte gespielt, um Leute glauben zu machen, sie könnten als "Völker" gegeneinander einen Lebensstandard gewinnen oder verteidigen – dabei sind es doch die Eliten, die Reichen und Mächtigen weltweit, für die Grenzen nicht gelten, die ihre Interessen immer rücksichtsloser durchsetzen und längst schon wieder (und immer noch) bereit sind, Weltkrieg mit konventionellen (Nicht-ABC-)Waffen zu führen, um überschüssige Bevölkerung auszumerzen.

Ich hoffe, wir können diesen Teufelskreis so schnell wie möglich unterbrechen, denn natürlich ist dieser Krieg auf lange Sicht nicht zu begrenzen, und es droht der Untergang der Menschheit (und sei es nur, weil wir im ständigen Hickhack gegeneinander gar nicht merken, wie uns als Art Homo sapiens die natürlichen Lebensgrundlagen abhanden kommen). Wir, das einfache Volk der ganzen Welt, müssen den Angehörigen der Eliten (dem oberen einen Prozent) glaubhaft machen, dass wir ihnen als Personen nicht an den Kragen wollen (nur als Klasse), und dass sie selber bei einer globalen gleichberechtigten Neuverteilung von Macht und Besitz nicht nur etwas abzugeben, sondern auch etwas zu gewinnen haben – und sei es auch nur eine Zukunft für die Menschheit, also auch sie selber und ihre Kinder, und das schöne Gefühl, seinen Nächsten und auch Fremden ohne Angst als Gleicher unter Gleichen ins Auge schauen zu können.

Also, wie wär’s: Echte Demokratie jetzt! ?!

11:18 18.02.2016
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