Scham und Stigma

STREIT UM DIE HOMO-EHE IN DEN USA In seinem Buch »The Trouble with Normal« kritisiert der Sex-Aktivist und Literaturprofessor Michael Warner schwule Assimilationsgelüste
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Vor fünf Jahren erschien in den USA ein Buch, das die amerikanische Schwulenbewegung polarisierte wie kein anderes in den neunziger Jahren: In Virtually Normal erklärte Andrew Sullivan, Schwule hätten sich endlich normalisiert. Nur zwei Ziele - Heirat und Gleichstellung beim Militär - müssten noch erreicht werden, bevor die Bewegung sich selbst auflösen könne. Sullivan, Oxford-Absolvent und jüngster Chef redakteur des konservativen The New Republic, beschrieb die Ehe als die »höchste Form menschlichen Glücks« und als die »einzige Reform, die wirklich zählt«. Ein großer Teil der Schwulen, so Sullivan, fühle sich entfremdet von der subversiven Notation, die der Sexu alität bisher beigegeben wurde, und w