Udo Köpke

Buchpublikation: Die Vergötterung der Märkte
Udo Köpke
RE: Corona: Vorbote des Klimawandels | 20.03.2020 | 10:40

Es gibt kein Kernargument, weil man sich mit dem Gesamtzusammenhang beschäftigen muss. Deshalb bedauere ich es auch, diesen Artikel in dieser Kürze veröffentlicht zu haben. Es geht grundsätzlich um den Zusammenhang zwischen Atmosphäre (z.B. CO2 – Konzentration) und Biosphäre. Die Atmosphäre verändert sich durch den anthropogenen Klimawandel und somit verändert sich die Biosphäre (z.B. Artensterben, Zunahme von Viren). Die Natur ist sehr robust, aber die Atmosphäre ist der fragilste Teil der Natur. Zu dieser Thematik gibt es sehr viele wissenschaftliche Arbeiten. Da es müßig ist, diese Arbeiten zu studieren und dann in einem kurzen Blog zu veröffentlichen, habe ich in meinem Blog auf den 20 Jahre alten Film "eine unbequeme Wahrheit" von Al Gore verwiesen. Dieser Film verdeutlicht sehr genau und verständlich den Zusammenhang zwischen der Zunahme von Virenpopulationen und dem Klimawandel. Ob dies passgenau für den Corona-Virus zutrifft, kann ich natürlich nicht sagen. Da sich Virologen i.d.R. auch nicht mit dem Klimawandel beschäftigen, werden sie hier auch keine Bestätigung finden. Aber darum geht es auch nicht, es geht weder um Rechthaberei noch um Kernargumente. Ich wäre im Übrigen sehr froh und glücklich, wenn meine Vermutungen, hinsichtlich dieser Thematik, nicht zutreffen würden. (Dies trifft wahrscheinlich auch auf die Wissenschaft und Klimaforschung zu.)

Es geht darum, dass einige Wissenschaftler sich mit diesen Zusammenhängen beschäftigen und dass man diese Thematik nicht aus den Augen verlieren sollte. Ansonsten kann ich auf die sehr verständlichen Ausführungen des Wissenschaftlers Dr. Beckmann verweisen, der im Jahre 1994 folgendes formulierte (Vorsicht! Es handelt sich um Kürzungen, die von mir vorgenommen wurden. Deshalb ist es immer ratsam, die gesamte Studie zu lesen. Die Vorhebungen stammen von mir.):

„Alle Lebewesen, Flora und Fauna, aber auch Mikrolebewesen wie Bakterien, Pilze und Viren mußten sich im Prozeß der Evolution durch Mutation und Selektion in vielen, jeweils kleinen Schritten an die sich verändernde Atmosphäre anpassen.“ […..] Das Artensterben „ist, wie wir meinen, in einem evolutionsbiologischen Mechanismus zu suchen, den wir Evolutionsunsymmetrie nennen:

- Die Atmosphärenzusammensetzung ändert sich. (Von circa 315 ppm CO2 (1972) auf circa 415 ppm (2020), die letzten 800.000 Jahre schwankte sie zwischen 200 und maximal 300 ppm, Anmerkung Köpke)

-Mikrolebewesen, zum Beispiel Bakterien oder Viren, passen sich, wegen ihres raschen Generationswechsels (Größenordnung Stunden), schneller an die neue Situation an als große Lebewesen mit Generationswechselzeiten in der Größenordnung von Jahren.

-Hieraus entsteht ein Anpassungsvorteil für die Mikrolebewesen.

-Je rascher sich die Atmosphärenzusammensetzung ändert, desto wahrscheinlicher wird auch das Entstehen neuer Arten unter den Mikrolebewesen.

-Hieraus folgt – rein statistisch – eine Zunahme von Inkompatibilitäten bei sich evolutiv langsamer anpassenden Arten in Form von Krankheiten und Seuchen.

[….]Aus der enormen Veränderungsrate des atmosphärischen CO2, die wir gegenwärtig (im Jahre 1994 war die CO2 – Konzentration 360 ppm!, Anmerkung Köpke) beobachten, und angesichts der Perspektive, daß die Rate noch steigen wird, ist mit dem vermehrten Auftreten neuer Krankheiten und Seuchen, mit Variationen in bestehenden Krankheitsbildern und mit dem vermehrten Aussterben von Arten zu rechnen. […..] Eine kaum überschaubare Vielzahl neuer oder veränderter Krankheitserreger wird in der medizinischen und biologischen Literatur beschrieben.“

Ich gehe davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen der Wirkung der CO2 – Konzentration der Atmosphäre und der Zellfunktionen, insbesondere der Enzymfunktionen, gibt. Falls Sie gegenteilige Informationen haben, lassen sie es mich wissen.

RE: Corona: Vorbote des Klimawandels | 19.03.2020 | 10:47

Entschuldigung, meine Antwort kommt sehr spät. Ich fürchte, die Diskussion lässt sich so nicht führen. Ich möchte deshalb auf folgenden Artikel verweisen: https://duepublico2.uni-due.de/servlets/MCRFileNodeServlet/duepublico_derivate_00011326/04-Beckmann.pdf

Außerdem habe ich mich auf meiner Homepage https://udokoepke.de/ ausführlicher zu diesem Sachverhalt geäußert (Blog: Sind wir wirklich im Krieg?).

Gesund und munter bleiben.

Viele Grüße

Udo Köpke

RE: Armut, Reichtum und Klimawandel | 06.05.2019 | 18:26

Erstens, leider falsch. Sämtliche Steuern erfüllen natürlich einen Zweck. Dies ergibt sich aus dem § 3 AO. Die Steuer kann Staatseinnahmen generieren, die Erzielung von Einnahmen kann aber auch ein Nebenzweck sein. Der Staat behält sich das Recht vor, mit Steuern zu steuern. Deshalb lässt sich eine CO2 – Steuer in Deutschland gut in das bestehende Steuersystem integrieren. Leider fehlt vermutlich der politische Wille.

Haushaltsrechtlich müssen die erzielten Steuern als Gesamtmasse in den Bundeshaushalt eingestellt werden. Und genau an dieser Stelle setzt die Zweckgebundenheit ein. Das bedeutet, dass es keinen separaten Straßenbauhaushalt, der sich aus dem Aufkommen der Kfz-Steuer speist, gibt. Die Zahler der Kfz-Steuer können mit ihren Zahlungen keinen Straßenausbau, mit der Begründung der Zweckgebundenheit, fordern. Dies ist aber nichts Neues - seit den 1950 er Jahren sind glücklicherweise zweckgebundene Steuern in Deutschland höchstrichterlich verboten worden, weil sonst die Aufstellung eines Staatshaushaltes kaum möglich wäre. Da sich die Zweckgebundenheit nicht auf die Steuer, sondern nur auf den Staatshaushalt bezieht, lässt sich eine CO2 – Steuer sehr gut in das deutsche Steuersystem implementieren.

Gebühren, Beiträge und sonstige Abgaben unterliegen nicht dem § 3 AO und sind insofern keine Steuern, also kann der Gebühren- und Beitragszahler eine Gegenleistung verlangen. In der Tat, eine CO2 – Gebühr wäre problematisch, weil dann der Gebührenzahler eine Gegenleistung erwarten kann. Aber darum geht es ja auch nicht.

Zweitens, auch die unveränderte Natur besteht aus CO2. Kohlenstoff ist älter als unsere Erde. Da die CO2 Konzentration in der Atmosphäre auf den astronomischen Wert von 440 ppm zusteuert, benötigen wir dringend Lösungen. Ein weiter so kann es nicht geben. Ich habe eine Lösung vorgeschlagen, die sowohl das Überleben des Bäckermeisters als Mensch (in der Natur) und auch als Arbeitnehmer bzw. Arbeitgeber gewährleistet. Der Bäckermeister wird seine höheren Kosten natürlich auf die Endverbraucher umlegen müssen, wenn die Einkommensverwendung stärker besteuert wird. Andererseits werden der Bäcker und auch der Brötchenkonsument bei der Einkommensentstehung stark entlastet, weil die Einkommensteuersätze in der unteren Progressionszone entsprechend gesenkt werden. Dieses lässt sich relativ leicht bewerkstelligen, wenn man in der Steuersystematik bleibt und den Lenkungsmechanismus nicht aus den Augen verliert. Kompliziert wird es, wenn man, wegen eines hohen Gerechtigkeitsanspruchs, diesen Sachverhalt auch noch zusätzlich marktbasiert lösen will. Natürlich gibt es neben den steuerrechtlichen Lösungsmöglichkeiten noch den Markt für CO2 – Zertifikate, der leider in der Vergangenheit nicht befriedigend funktionierte. Der kürzlich verstorbene Elmar Altvater hat am 01.03.2007 hierzu einen Satz formuliert: „Klimaschutz ist eine Menschheitsaufgabe, und uns fällt nichts anderes ein als Marktlösungen.“

RE: Erhöht die Einkommensteuer für Großverdiener! | 03.12.2018 | 19:26

<< Je höher der Steuersatz ist, desto mehr lohnt es sich, das hohe Einkommen am Fiskus vorbei zu lotsen.>>

Ob Ihre Aussage richtig ist, kann ich nicht beurteilen. Falls Sie einen Beleg dafür haben, lassen Sie es mich wissen.

Ihre Aussage passt aber gut in das Bild des amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer. Dieser neoliberale Wirtschaftswissenschaftler vertritt die Auffassung, dass es eine Abhängigkeit zwischen dem Steueraufkommen und der Höhe des Steuersatzes gibt. Seine These: Ein niedriger Steuersatz, der auf hohe Unternehmensgewinne angewandt wird, beschert dem Staat dasselbe Steueraufkommen wie ein hoher Steuersatz, der zu geringen Unternehmensgewinnen und negativen Leistungsanreizen führt. Deshalb fordern neoliberale Ökonomen grundsätzlich niedrige Steuersätze und eine Reduzierung der Sozialabgaben. Diese wissenschaftlich umstrittene These führte dazu, dass sie in den 1980er Jahren durch Ronald Reagan wirtschaftspolitisch umgesetzt wurde. Die Steuern wurden in Amerika massiv gesenkt. Am Ende der Reagan-Ära stand die US-Administration vor einem enormen Berg von Schulden. Laffer bleibt uns bis heute den Beweis schuldig, dass sich hohe Steuersätze negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Ob niedrige Steuersätze ein probates Mittel sind, die Steuerhinterziehung zu bekämpfen, kann also ebenfalls bezweifelt werden.

Falsch hingegen liegen Sie mit der Aussage, dass der Solidaritätszuschlag zweckgebunden ist. Seit den 1950 er Jahren sind zweckgebundene Steuern in Deutschland höchstrichterlich verboten worden. Sämtliche Steuerarten müssen als Gesamtmasse in den Haushalt eingestellt werden. Es gibt weder einen separaten Straßenbauhaushalt, der sich aus dem Aufkommen der Kfz-Steuer speist, noch gibt es einen Haushalt Ost, der mit dem Solidaritätszuschlag finanziert wird. Das bedeutet, dass auch westdeutsche Schulen und Krankenhäuser mit dem Soli finanziert werden. Da die Begründung der Zweckgebundenheit einer Steuer keine Rolle spielt, kann auch die Abschaffung damit nicht legitimiert werden. Daraus folgt, dass Steuern nicht zweckgebunden sein dürfen.

Dies wird besonders deutlich, wenn man als Begründungszusammenhang den Golfkrieg anführt. Die hohen Kosten des zweiten Golfkrieges im Jahre 1991 wurden ebenfalls als Begründung für den Solidaritätszuschlag genannt. In der unten genannten Drucksache heißt es: „Mehrbelastungen ergeben sich nicht nur aus dem Konflikt am Golf…..sondern auch für die Unterstützung der Länder in Mittel-,Ost- und Südeuropa …..Hinzu kommen zusätzliche Aufgaben in den neuen Bundesländern.[1]

Auch wenn uns die Politikerinnen und Politiker über die Zweckgebundenheit von Steuern falsch informieren, sollten wir uns besser mit den Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes und des Bundesfinanzhofes zu dieser Thematik beschäftigen. Natürlich könnte man den Soli abschaffen und den Einkommensteuertarif von 42 Prozent auf mindestens 47,5 Prozent erhöhen. Ich bleibe aber dabei: Steuern müssen nicht verteufelt werden, sondern sie dienen dazu, den gesellschaftlichen Wohlstand zu sichern und den individuellen Reichtum einzugrenzen.

[1] In: Bundestag Drucksache 12/220. CDU/CSU und FDP, 11. März 1991 und im Bundesgesetzblatt vom 24.06.1991

RE: Die empfindliche Atmosphäre | 21.08.2018 | 15:10

Ich teile weitestgehend Ihre Meinung. Unsere Kenntnisse über Naturgesetze sind unvollständig und ich kann als Ökonom keinen komplexen Naturbegriff anbieten. Natürlich ist die Ökonomie Teil der Natur. In sämtlichen (mir bekannten) Schul- und Studienbüchern zur Ökonomie wird dies aber anders dargestellt und die Biophysikalische Ökonomie sucht man vergebens. Da Sie die Thermodynamik angesprochen haben, möchte ich diesen Sachverhalt zum Anlass nehmen, um die Probleme der ökonomischen Lehre zu verdeutlichen. Wirtschaften ist grundsätzlich ein Prozess und kein Kreislauf (Diese Aussage wird schon von vielen Wirtschaftswissenschaftlern bezweifelt). Dieser Prozess basiert auf einem Stoffwechsel mit der Natur. Im Wirtschaftsprozess werden geordnete Materie und Energie unwiderruflich verbraucht und in ungeordnete Materie und Energie umgewandelt. Dieser Sachverhalt wird in der traditionellen Wirtschaftsliteratur nicht abgebildet. Stattdessen wird unterstellt, dass die Unternehmen grenzenlos Güter produzieren können. Naturwissenschaftlich ist das natürlich nicht möglich, da sämtliche materiellen Wirtschaftsgüter von oder aus der (begrenzten) Erde kommen. Der Energieerhaltungssatz, das erste thermodynamische Gesetz, besagt, dass Energie nur umgewandelt werden kann. Insofern kann Energie weder geschaffen noch vernichtet werden. Jeder Produktionsprozess wandelt Energie um. Die Energie bleibt weltweit konstant. Ein Großteil der Energie dissipiert, sie wird in Wärme umgewandelt (zweiter Hauptsatz der Thermodynamik). Die Entropie strebt einem Maximum zu.

Diese Sachverhalte werden in der Ökonomie komplett unterschlagen. Neoliberale Ökonomen interessieren sich überhaupt nicht dafür und sie werden meines Wissens auch nicht gelehrt. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Natur stärker in den Schul- und Studienbüchern verankert werden muss und biophysikalische Ökonomie gelehrt und gelernt wird. Bis hierhin herrscht Konsens.

Im traditionellen Wirtschaftskreislauf werden die Güter auf magische Art und Weise aus dem Nichts von den Unternehmen erschaffen. Der verschwenderische Umgang mit den Ressourcen wird komplett ausgeblendet. Daraus folgt, dass durch eine entfesselte, ständig wachsende Wirtschaft immer mehr Energie und Materie umgewandelt wird, das führt zu einer zunehmenden Erwärmung. Ob eine „erhebliche Ausweitung von Güterproduktion, Dienstleistungen und … Energieverbrauch“ die Lösung sein wird, wage ich zu bezweifeln, da der kapitalistische Verwertungsimperativ zwangsläufig an seine Grenzen stoßen wird. Nach Marx dreht sich die Ökonomie nur um einen Punkt: um die effizienteste Verwertung des Kapitals. Und dies ist nur möglich, wenn es den technischen Fortschritt gibt, der eine immer mächtigere und komplexere Technik hervorbringt. Auch wenn es Modellrechnungen gibt, trotzdem sind erhebliche Zweifel angebracht, ob die Technik („dass wir ab ca. 2050 „Negativemissionen“ erreichen können“) die Rettung bringen wird. Der Zusammenhang zwischen Bevölkerungswachstum („bald 10 Milliarden Menschen“) und Wirtschaftswachstum darf ebenfalls nicht unterschlagen werden.

Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand Hochschulen nennen kann, an denen beispielsweise Biophysikalische Ökonomie gelehrt wird.

RE: Die empfindliche Atmosphäre | 20.08.2018 | 20:23

Da ist mir wohl ein Fehler passiert. Nicht das Klima, sondern die CO2 – Konzentration ist über einen unvorstellbar langen Zeitraum stabil geblieben.

Klimaforscher behaupten, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre momentan wesentlich höher ist als jemals in den letzten 650.000 Jahren. Dies lässt sich mit Hilfe von Eisbohrkernen beweisen. Eisbohrkerne sind das einzige Klimaarchiv, da sie Einschlüsse von Luft enthalten. Es lassen sich verschiedene Wasser- Isotope und Meersalzkomponenten, Mineral- und Blütenstaub, Schwefel von Vulkanausbrüchen, aber auch die Stoffe, die der Mensch der Natur zugefügt hat (C02), erkennen. Wissenschaftler haben am Dome C in der Ostantarktis einen Eiskern erbohrt, der drei Kilometer lang ist. Es wurden hier stückweise 3 Meter lange Bohrkerne eingesetzt. Damit konnte man in Laboranalysen herausfinden, wie sich das Erdklima und die Zusammensetzung der Atmosphäre verändert haben. Die Analyse des Bohrkerns aus gepresstem Schnee brachte folgendes Ergebnis: Die Erde hat während der letzten 740.000 Jahre acht Eiszeiten und acht wärmere Perioden erlebt. Die nächste Eiszeit ist frühestens in 15.000 Jahren zu erwarten, wenn sich der Mensch wie in der vorindustriellen Zeit verhalten und auf den CO2-Ausstoß weitgehend verzichten würde. Die Erde bzw. die Natur gibt es schon viele Millionen Jahre. Die mickrigen 12.000 Jahre Menschenzeit werden als Anthropozän bezeichnet. 11.800 Jahre konnte sich der Mensch mehr oder weniger der Natur anpassen. Seit der Entdeckung des Öls und des Kapitalismus vor über 200 Jahren finden diese Anpassungen nicht mehr statt, im Gegenteil, die Menschheit des Nordens beutet die Natur in einem unvorstellbaren Ausmaß aus.

Im Übrigen bestätigten Dennis Meadows, Donella Meadows, Erich Zahn, Peter Milling und die anderen Mitglieder des Club of Rome die akribischen Messungen des Charles David Keeling. Der industriell bedingte Anstieg der CO2-Emission konnte schon im Jahre 1958 durch den amerikanischen Klimaforscher Keeling nachgewiesen werden. Der Forscher führte präzise Messungen durch und konnte beweisen, dass die CO2-Konzentration um 1,5 parts per million (ppm) pro Jahr kontinuierlich zunimmt. Unstrittig ist, dass die CO2-Konzentration in einem sehr langen Zeitraum stabil war und dass sie mit der Industrialisierung im Jahre 1860 circa 293 ppm (parts per million; in einer Million Liter Luftgemisch befinden sich 293 Liter CO2) betrug.

RE: Die empfindliche Atmosphäre | 20.08.2018 | 20:21

Da ist mir wohl ein Fehler passiert. Nicht das Klima, sondern die CO2 – Konzentration ist über einen unvorstellbar langen Zeitraum stabil geblieben.

Klimaforscher behaupten, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre momentan wesentlich höher ist als jemals in den letzten 650.000 Jahren. Dies lässt sich mit Hilfe von Eisbohrkernen beweisen. Eisbohrkerne sind das einzige Klimaarchiv, da sie Einschlüsse von Luft enthalten. Es lassen sich verschiedene Wasser- Isotope und Meersalzkomponenten, Mineral- und Blütenstaub, Schwefel von Vulkanausbrüchen, aber auch die Stoffe, die der Mensch der Natur zugefügt hat (C02), erkennen. Wissenschaftler haben am Dome C in der Ostantarktis einen Eiskern erbohrt, der drei Kilometer lang ist. Es wurden hier stückweise 3 Meter lange Bohrkerne eingesetzt. Damit konnte man in Laboranalysen herausfinden, wie sich das Erdklima und die Zusammensetzung der Atmosphäre verändert haben. Die Analyse des Bohrkerns aus gepresstem Schnee brachte folgendes Ergebnis: Die Erde hat während der letzten 740.000 Jahre acht Eiszeiten und acht wärmere Perioden erlebt. Die nächste Eiszeit ist frühestens in 15.000 Jahren zu erwarten, wenn sich der Mensch wie in der vorindustriellen Zeit verhalten und auf den CO2-Ausstoß weitgehend verzichten würde. Die Erde bzw. die Natur gibt es schon viele Millionen Jahre. Die mickrigen 12.000 Jahre Menschenzeit werden als Anthropozän bezeichnet. 11.800 Jahre konnte sich der Mensch mehr oder weniger der Natur anpassen. Seit der Entdeckung des Öls und des Kapitalismus vor über 200 Jahren finden diese Anpassungen nicht mehr statt, im Gegenteil, die Menschheit des Nordens beutet die Natur in einem unvorstellbaren Ausmaß aus.

Im Übrigen bestätigten Dennis Meadows, Donella Meadows, Erich Zahn, Peter Milling und die anderen Mitglieder des Club of Rome die akribischen Messungen des Charles David Keeling. Der industriell bedingte Anstieg der CO2-Emission konnte schon im Jahre 1958 durch den amerikanischen Klimaforscher Keeling nachgewiesen werden. Der Forscher führte präzise Messungen durch und konnte beweisen, dass die CO2-Konzentration um 1,5 parts per million (ppm) pro Jahr kontinuierlich zunimmt. Unstrittig ist, dass die CO2-Konzentration in einem sehr langen Zeitraum stabil war und dass sie mit der Industrialisierung im Jahre 1860 circa 293 ppm (parts per million; in einer Million Liter Luftgemisch befinden sich 293 Liter CO2) betrug.