Udo Lemke

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RE: Der schwarze Krach der Lokomotive | 23.02.2009 | 23:34

Sehr geehrte Damen und Herren, der Vorspann Ihres Artikels bedient genau jene Sorte von unsauberem Journalismus, der immer mehr um sich greift: Die Behauptung, Marinetti habe mit seinem Manifest dem Faschismus den Weg bereitet, soll leseanreizend sein, wird im Text aber nirgends gestützt. Diese Aussage hat in etwa die gleiche Qualität wie die Behauptung, Nietzsche habe den Nationalsozialismus vorbereitet. Es sollte an jeder halbwegs ordentlichen Uni zu lernen sein, dass es diese geraden Wege nicht gegeben hat, dass sowohl Faschismus als auch Nationalsozialismus erbten, was ihnen nützlich schien, also vollkommen eklektisch. Ich bin mir nicht sicher, ob Ihre Autorin weiß, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen Faschismus und Nationalsozialismus gibt. Ein Satz wie "Die Allianz von künstlerischer Avantgarde und Faschismus schien zum damaligen Zeitpunkt auch in Deutschland noch möglich.", lässt mich daran zweifeln. Auch finde ich, sollte man die Kirche im Dorf lassen, ein Künstler-Manifest lebt natürlich von der Zuspitzung. Dass die Futuristen Venedig versenken und die Frauen verachten wollten, waren bewusst gesetzte Provokationen, und sie hatten nichts mit ihrem gelebten Leben zu tun. Interessanter ist doch die Tatsache, dass Marinettis Anbiederung an den italienischen Faschismus ein Winseln um Anerkennung, um einen Platz an den Fleischtöpfen und dass Letzteres unabgegolten ist.

RE: „Ich bin durch die Hölle gegangen.“ | 23.02.2009 | 23:01

Wenn das der neue Freitag sein soll, dann weiß ich nicht, was daran neu sein soll: Mickey Rourke ist zurück im Hollywood-Zirkus. Das ist Ihnen die Titelseite des dritten Buches wert und einen Aufmachertext. Was ist daran neu? Das schreiben doch alle. Und wenn es dann noch um das mit 18 Jahren gestorbene Hündchen geht, wird es vollends Boulevard. Was soll das? Ich habe den Freitag gern gelesen, weil er anders war. Wo bleibt das großspurig angekündigte Meinungsblatt?
PS: Rourke hat keinen Oscar gewonnen, Steffen Kraft sollte darüber in der nächsten Ausgabe eine tiefschürfende Analyse bringen. Oder wie wäre es mit der Liebe Frida Kahlos zu Chihuahuas?