„Zeitarbeit“ zeitgemäß in politischer Unzeit

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Wenn Bundestagsdebatten im TV mitzuverfolgen sind, so ist die heutige über „Zeitarbeit“ mehr als beschämend. Das bezieht sich nicht auf wechselseitige Vorwürfe, aus denen allerdings ersichtlich ist, dass keine praktischen wie guten Lösungen zur Debatte stehen. Da wird daran gebastelt, die „Zeitarbeit“ zu zementieren statt hochprozentig als echten Übergang zu festen Arbeitsverhältnissen auszugestalten – wohl gemerkt: als Übergang!

Unbestritten ist es gut, wenn jemand in der „Zeitarbeit“ seine Chance nutzen und Geld verdienen kann. Wenn aber nur 5% der Zeitarbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis gelangen, zeigt sich, dass dieses Modell nicht ausreichend und auch nicht gut ist, weil „Zeitarbeit“ genutzt wird um gerade feste Arbeitsverhältnisse aufzuweichen.

„Schlecker“ wurde in der Debatte immer wieder verwendet. Solchen Arbeitgebern das Handwerk zu legen, sei das Gebot der Stunde.

Nein, nicht „Schlecker“ ist für den Missbrauch der „Zeitarbeit“ schuld sondern diejenigen sind es, welche derartigen Machenschaften gesetzlich Tür und Tor offen ließen, – also diejenigen, die darüber im Bundestag debattieren ein gerütteltes Maß mit!

Dass Parallelen zur Finanzkrise deutlich werden, zeigt die Größe politischer Unfähigkeiten.

Schaut man dann im Bundestag umher und sieht nur eine verschwindende Anzahl Abgeordneter, die sich dieses Thema „Zeitarbeit“ antun, ist die Glaubwürdigkeit ernsthafter Anstrengungen völlig dahin.

Schließlich beachten die Redner und nicht zuhörenden Abgeordneten wohl überhaupt nicht, dass TV-Sehende dieses billige Theater mitbekommen und allzu oft der Meinung sein dürften, dass dort nicht ihre Interessen wirklich vertreten werden.

Statt ein genuscheltes „Kolleginnen und Kollegen“ könnte man auch „Bürgerinnen und Bürger“ einflechten, wenn man diese ansprechen oder wirklich für sich gewinnen möchte.

12:48 17.12.2010
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Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
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