Kein Weltmeister aber auch keine Nichtgewinnergröße

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Ein Land, ja die Fußballwelt, schwärmte vom Spiel der Deutschen auf der Weltmeisterschaft in Südafrika. Überall waren Fans im Überschwang, kauften alle möglichen und unmöglichen Fanartikel, schmückten Wohnung, Haus, Auto, Gartenanlage und auch nach betrieblichen Möglichkeiten, fühlten sich eins mit „ihrer Mannschaft“. Sicher ging es da ganz stark um die Sehnsucht, Weltmeister zu werden. So litt man auch mit dieser tollen Mannschaft, die nicht dadurch plötzlich das Gegenteil ist, weil sie das Endspiel nicht erreichte.

Natürlich war es deutlich sichtbar, dass die Spanier den nötigen Tick besser spielten und deshalb zu Recht gewannen. Gewiss spielten die Deutschen etwas enttäuschend nach den vorher gezeigten Leistungen. Doch sie kämpften, gaben vor dem Schlusspfiff nicht auf und stellten sich ganz in den Dienst der Mannschaft. Dieses und all die Spiele bis zu diesem Punkt präsentierten eine junge wie dynamische und erfolgreiche Mannschaft, die zu Recht Millionen Fans hat!

Nicht genug, dass der Kapitän Lahm zur Unzeit eine Diskussion über seine künftigen „Mannschaftskapitän“-Ambitionen lostrat. Nach dem verlorenen Spiel war er sichtlich dem Weinen nah, hätte sich aber gerade als Kapitän nicht abfällig zum Spiel um den Dritten äußern müssen. Andere Spieler standen da über den Dingen.

Und dann die Absage für einen gebührenden Empfang in der Heimat – auch wenn sie Vierter werden sollten! Sie sind eine der wahrhaftig weltbesten Mannschaften! Das kann man doch nicht allein am Weltmeister oder Vize festmachen.

Bleibt, dass sie sehr gut und weniger gut spielen, dass sie gewinnen aber (gegenwärtig) nicht ob der gezeigten Leistungen mit Kopf oben verlieren können. Auch das kann man etwas verstehen – aber nicht bei der Fangemeinde, bei den jüngsten Fußballern, deren Idole sie alle einzeln und als Team bislang waren und bleiben sollten!

Sie dürfen sich als Nichtweltmeister wegen ihrer stolzen Leistungen feiern lassen, sollten gute Nichtgewinner sein und das Fairplay auch und allen gerade nach dieser Weltmeisterschaft zeigen, um der sportlichen Zukunft ein gutes Umfeld und eine Chance zu geben!

Die Spieler scheinen sich nicht bewusst zu sein, dass sie nicht zum Spass bei der Weltmeisterschaft sind und auch die Steuern vieler Menschen ihr Mitspielen ermöglicht haben. Da kann man nicht persönliche Befindlichkeiten ausleben wollen!

14:06 08.07.2010
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Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
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