LINKE-Stolpersteine

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Eigentlich sieht es danach aus, dass DIE LINKE zu Beginn des „Superwahljahres 2011“ einen Volltreffer gelandet hat. Die Vorsitzende schrieb von Wegen zum Kommunismus. Das wäre dann eine Welt, in der man nicht mehr von einer „Dritten Welt“ sprechen würde, weil die darin zum Ausdruck gebrachten gesellschaftlichen Unterschiede auf unserer Erde überwunden haben würde. Wegbeschreibung? Nein. Morgen schon erreichbar oder gar weltumspannend gewollt / realisierbar? Nein. Warum stolpert diese LINKE dann über diesen „Kommunismus“? Eigentlich stolpert sie zweimal.

Sichtlich unabgesprochen und total unzeitgemäß haut da die Vorsitzende Gesine Lötzsch etwas heraus, was allein schon im Wort Widerspruch und heiße Diskussionen hervorruft und in Anbetracht jüngster deutscher Geschichte total unklug ist.

Ich weiß noch, wie in Berlin 1990 zur Verabschiedung des notwendigen Wahlprogramms der PDS gefeilscht wurde um jeden „Pups“ und dabei schier das Ziel fast verloren ging, wenn Gregor Gysi nicht wachrüttelnde Worte gesprochen und man sich dann sammelte und es schaffte, dass die PDS ein Wahlprogramm vorweisen und zu den Wahlen antreten konnte.

Unabgesprochener Schritt der Vorsitzenden – damit reiht sich DIE LINKE voll in die Parteienlandschaft ein, was ja nun wahrlich nicht nötig ist. Aber für DIE LINKE ist das bedeutungsvoller, weil ja in all den anderen Parteien um sie herum zahlreiche Wartende ständig mit Stolpersteinen bereit stehen, um sie ins Feld zu führen – am besten mit dem Vermerk „komme von den LINKEN“.

Und wahrhaftig schreien bis hin zu Seehofer alle auf und werfen ihre Fangnetze über diese Partei, der man so lange schon Fallen stellt und die nun ganz allein sich in eigener Falle verfangen hat.

Eine gute, sichere bessere Zukunft versprechend haben wir Hartz-IV bekommen, gab es die Finanzkrise, sollte diese überwunden sein, wird nur noch von Aufwind gesprochen und in den Medien getönt – alles keineswegs von den LINKEN aber echt beängstigend, weil die jeweiligen Verursacher selbst schon teilweise eingestehen, dass es falsche Wege und Verheißungen sind. Argumente der LINKEN zu diesen Themen werden entweder nicht aufgegriffen, weil die Worte dazu fehlen, oder sie werden verhöhnt und verlacht, ohne sich damit auseinander zu setzen.

Wenn aber eine Linke „Wege zum Kommunismus“ beschreibt, wobei sie dabei den Mut zum Umkehren auf falschen Wegen thematisiert, dann ist die Hölle los. Alle tun sich als sachkundige Berater auf und reden in Wahrheit Stolpersteine groß, dass DIE LINKE über geschürte „Abscheu gegen diese Partei“ aus jeglichem Wahlrennen geworfen wird.

Endlich, nach über 20 Jahren hofft man auf das Ende dieser Partei, die man bislang leider nicht tot bekam, deren sachkundige Fragen immer schon störten und deren Vorschläge großenteils übernommen werden mussten, um sie modifiziert aufzuweichen aber aus der Diskussion heraus zu bekommen.

Da doch aber zumindest der Leitung der LINKEN die politische Praxis langsam auch klar sein müsste, frage ich mich, weshalb sie sich derart dämlich verhält. Ich will nicht hoffen, dass solch eigene Stolpersteine zur Wahlstrategie des Jahres gehören und als einziger Weg gesehen werden, um die zweifelhafte Aufmerksamkeit der Medien zu erhalten!

21:10 10.01.2011
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Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
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forenboy | Community