„Irgendwann sind wir wieder in der DDR – aber . . .

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. . . keiner merkt es“, weil wir uns an das fremder werdende Land gewöhnt haben werden.

  • Polikliniken wurden abgeschafft – Ärztehäuser ist der Trend.
  • Gemeinsame Lehrlingsausbildung verschiedener Betriebe wurde abgeschafft – Betriebe schließen sich bei der Lehrlingsausbildung zusammen.
  • Polytechnische Schulen waren DDR-Relikt – betriebliche Orientierung während der Schulzeit wird angestrebt.
  • Das DDR-Schulsystem musste weg – langes gemeinsames Lernen kommt wieder
  • Kindergarten/krippenerziehung wurde als reine politische Ausrichtung weggelegt – Studien wurden finanziert, deren Ergebnisse in der DDR bereits bekannt waren / praktiziert wurden und sich auch im neuen Deutschland bestätigen
  • „Erhaltet Euch Euren Gemeinschaftssinn“ habe ich noch im Ohr – geht ja gar nicht in einem Land wo Teilen und Beherrschen, wo der Kampf um einen Arbeitsplatz dies gar nicht zulässt auf Dauer. Na, da haben wir ja etwas, das anders ist und sich zusehends entwickelt, uns mit Schuldfingerzeig auf die Globalisierung immer mehr gegenseitig entfremdet.

DDR-Nostalgie?! Nein, ich möchte die damalige sich „sozialistisch“ bemäntelte DDR nicht wieder. Aber ich möchte auch nicht die ständige soziale Angst als Machtmittel fühlen im „für die Menschen“ – womit sich nur diese meinen, die es statt „Sozialismus“ als Schild gegen(!) vor sich her tragen.

Natürlich ist der Eingangssatz ironisch gemeint, wenn er auch sehr ernsten und bitteren Nachgeschmack deutlich macht, den „gebürtige DDR-Bürger“ dabei runterschlucken.

Auf meiner heutigen Lesung meines 1.Büchleins, kamen Gelder aus Altstoffsammlungen ins Gespräch. Damit konnten wir als Kinder aufräumen, Geld bekommen und echte eigene Geschenke kaufen (neben den gebastelten). Wir lebten „Timur und sein Trupp“, übten aktive Nachbarschaftshilfe.

Wird das in neuer / schönerer Qualität wiederkommen?

Ich höre noch die Worte meiner Schwiegertochter (Rheinland/Pfalz), dass alles von der DDR erst auf den Prüfstand müsse. Das vor der Einheit „Westdeutsche“ brauche dies nicht. Es sei erprobt hätte seine Überlegenheit gezeigt und wäre einfach übernehmenswert.

20 Jahre deutsche Einheit. Ja. Aber es gibt noch viel zu tun, um aus dem Guten der DDR und BRD ein einendes Deutschland für die Zukunft zu bilden.

Zum Abschluss noch, was die Gegenüberstellung am Anfang abrundet

  • Wehrerziehung in der DDR wurde als typisch für diesen Staaat und unmöglicht verpönt – die Bundeswehr darf heute in die Schulen gehen.
  • In der DDR belog die Staatsmacht das Volk – da fühle ich mich schon fast „zuhause“, wobei nur die Erntefortschritte nicht mehr im Fernsehen aufgezählt werden.
21:28 09.07.2010
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Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
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