Ahnte es – Kommentare zum Fertigmachen oder Selbstdarstellung

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Es war an einem Donnerstag, als ich erstmals in „der Freitag“ schrieb. Schmunzelnd las ich die vielen Kommentare, die eigentlich vornehmlich zeigten: Hallo, ich habe den Neuen auch gefunden. Weshalb ich es mit Geiern vergleichen möchte, die neues Aas gefunden haben, wird gleich deutlich.

Seitdem sind es etwas über 50 Einträge geworden. Gut, dass meine eng bemessene Zeit dieses Schreiben immer locker tätigen lässt, weil ja kein Muss oder Soll dahinter steht. Wenn dann aber ein Eintrag eingegeben wurde, kann ich feststellen, dass

  • guter Inhalt / Schilderung von Positivem meist einfach unkommentiert bleibt und eben so hingenommen wird.
  • Erklärendes danach untersucht wird, was fehlt, missverständlich ausgelegt/verstanden werden kann und möglichst durch Hinweise auf eigene und nicht darin findbare Gedanken sich zerbröckeln lässt.
  • Kritisches teilt die Kommentatoren in ebenso aber noch heftiger Bestätigende und auf der anderen Seite die Niedermachenden bis hin zu denen, die es (gelinde gesagt) total daneben finden und es ebenso von sich geben.

Die Kommentare erreichen dabei Deftigkeiten und Formen, die man sich bei tatsächlichem Gegenüberstehen wohl so nicht erlauben oder trauen würde, hinter der Maske der Anonymität aber nicht schlimm genug sein können.

Das geht mir freilich nicht allein so. Das ist schier grundsätzlich und ganz deutlich bei vielen Kommentaren anderer Einträge durch die „fast nur Kommentierenden“ zu lesen.

Da mutet es fast befremdlich an, wenn Kommentatoren sich auf den Inhalt und das Anliegen konzentrieren und dem zustimmen oder ablehnend schreiben – aber spüren lassen, dass sie gesehen haben, dass der Eintrag nicht menschenverachtend sondern höchstens Menschenverachtung verachtend geschrieben wurde. Diesen möchte ich ausdrücklich danken für ihre Haltung und das Geschriebene.

Nun bin ich freilich ein wenig mit Schuld an allem, weil meine Einträge im Grunde das einfache Leben und die entsprechenden zwischenmenschlichen Beziehungen zum Thema haben, Erlebnisse und Erkenntnisse beschreiben. Dass dabei meine Sicht gar nicht nur Einzelcharakter hat, wird selbst der bissigste Kommentator feststellen, bevor ihm der Anfall des Zerflederns übermannt.

Es ist er Umgang miteinander, der hier im „der Freitag“ (sicher wie auch bei anderen Blogs) mitunter über die Stränge zu schlagen scheint.

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Wenn ich an einem Fußgängerüberweg halte, ein sicheres Überqueren der Fußgänger unter Beachtung aller Verkehrsrichtungen feststelle, die Fußgänger mit einer einladenden Handbewegung lächelnd zum Überqueren auffordere – dann sehe ich meist dankend freundliche aber auch erstaunte Gesichter.

Genau das ist das „wie“, was ich meine!

17:55 13.10.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
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sachichma | Community
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sozenschiss | Community
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