Büßerhemd für DIE LINKE

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Wer etwas auf sich hält und natürlich auf sich aufmerksam machen möchte, ohrfeigt DIE LINKE, spricht ihr ab, auch und gerade aus eigener Geschichte gelernt zu haben und Unrecht als solches anprangern zu dürfen. Da diese LINKE überwiegend aus Mitgliedern der früheren PDS und diese aus der SED hervorgegangen ist, hat man das „moralische Recht“ dazu – meint man.

Da sollte man aber die Kirche im Dorf lassen! Wenn ich mich richtig erinnere, kamen der SED / PDS mit der Wende etwa 1.800.000 Mitglieder abhanden. Die restlichen mussten seitdem für alles her- und ihren Kopf hinhalten, weil gerade diese Abgänger natürlich mit Fingern zeigten, um von sich abzulenken – und sie mussten ja wissen, wie sie Karriere gemacht und sich eingebracht hatten. Wenn ich hinzu nehme, wie etliche lauthals tönen, dass sie „dafür 1990 nicht auf die Straße gegangen“ seien, dann sehe ich meine Frau an und stelle an Ihrem Gesicht fest, dass sie diese Schreihälse nie auf der Wendestraße gesehen hatte – und sie war in Gotha dabei!

Hinzu kommt dann noch, dass Historiker und Wissenschaftler darüber sich äußern, wie die Menschen in der DDR gelebt und vor allem unter dem SED-Regime gelitten haben, die das selbst weder erlebten, noch eine umfassende / allseitige Betrachtung erkennen lassen.

Heute ist für mich DIE LINKE eine „stinknormale Partei“ mit all ihren Vorzügen und auch ihren Querelen sowie personellen und gedanklichen Absonderlichkeiten. Allerdings vertritt sie zum Beispiel mit der Kriegsablehnung einen Standpunkt, um den sie die anderen Parteien beneiden, weil sie sich dem mit der Zeit selbst nicht entziehen können, es aber blamabel finden, von dieser LINKEN quasi vorgeführt zu werden. In verfremdenden Formen hat man Gedankengut der LINKEN ja schon staatlich umgesetzt. Da nimmt es nicht Wunder, wenn man auf diese Art und Weise der LINKEN die Ziele „wegnimmt“, um dann zu tönen, dass ihr ein klares eigenes Profil fehle.

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Schließlich gesteht man sich und anderen Lernfähigkeit zu – vor allem auch den Ostdeutschen – aber auf keinen Fall denen, die zur LINKEN gehören. Es werden Ideen herausgehauen, die mitunter am gleichen Tag dementiert und damit so(!) nicht gemeint wurden, während man die LINKE für jegliches Ins-Unreine-Denken schier an den Pranger stellt.

Ist diese LINKE wirklich so gut, dass man sie dermaßen in Grund und Boden stampfen will, ihre Ziele ablehnt, um sie als eigene (in anderem Gewand) an- und durchzubringen? Das ist doch wohl auch wieder/noch nicht zu glauben!

Was, höre ich immer wieder mal jemanden fragen, du bist Mathematiker? Nein! Siehst doch völlig normal aus.

Was, du bist einer von diesen Linken? Naja, hätte ich mir eigentlich denken können. Aber musste das sein – ohne kannst du doch genauso sein.

Ja, man kann halt mit links es nicht allen recht machen.

09:39 05.02.2011
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Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
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