Eiskalte Wärme – verbissene Herzlichkeit

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Aufs Korn nehmen, zerpflücken, keinen guten Faden daran lassen, zeigen, dass man über den Dingen steht, auf jeden Fall erst einmal austeilen und gar in Grund und Boden stampfen, waghalsig schlimme Worte wählen – das alles schein mir heute „in“ und „cool“ zu sein. Das bringt was! Das erregt Aufsehen und ist ein Hingucker, wenn dazu noch die krassesten Bilder gezeigt werden.

Dies nur in der Politik? Nein, in allen Lebensbereichen!

Es kann mitunter nicht schlimm genug sein, wie man sich aufspielt, um Weicheiern und Warmduschern zu zeigen, aus welchem Holz man gebaut ist und wie nüchtern und entlarvend offen und vor allem unbeeindruckt man die Dinge zu sehen versteht.

Dann stelle ich allerdings sehr oft fest, dass es diesen Personen daran mangelt, das Gute und Schöne einfach so zu sehen und zu benennen, es als Leitfaden zu sehen und anderen nahe zu bringen. Die Hand geben – ohne sie fast zu brechen. Ein Mädel umarmen – ohne es wie Besitz zu behandeln. Ein Lächeln – ohne jeden Anflug einer Überlegenheit. All das bringen solche Gernegroße allzu oft einfach nicht fertig, wenngleich sie schon merken, dass und was ihnen eigentlich fehlt: Wärme und Herzlichkeit. Deshalb werden auch nicht selten jene attackiert, welche dies zeigen.

Die immer mehr und stärker werdende Eiseskälte und Verbissenheit ist in meinen Augen nicht nur ein Zeichen von Verrohung sondern vor allem gesellschaftlicher Verarmung.

So bin ich ein ganzes Stück stolz, dieser Entwicklung mit entgegenzutreten. Darin belächelt zu werden, zeigt mir nur, wie sehr dem so Lächelnden gerade die erwähnte Wärme und Herzlichkeit fehlen.

Ein Beispiel dafür, wie meine Sichtweise ist, möchte ich durch eines meiner „Gedichte“ versuchen:

Es ist ganz gleich,

Wohin wir unsre Schritte lenken.

Wir werden immer glücklich sein.

Die Liebe macht uns alles weich,

Was wir im Innersten so denken!

Ob wir an Donau sind oder am Rhein.

Entscheidend ist:

Ich möchte Dich nicht missen!

Bin ich auch fern, so fühl’ ich mich bei Dir.

Beruhigend ist,

Dass wir das beide wissen

Und Du genauso bist bei mir.

Wir kommen immer zueinander,

Ist die Entfernung noch so groß.

Und wenn ich jetzt die Augen schließe,

Fühl ich Geborgenheit in Deinem Schoß.

(Uwe Zerbst / Juni 2007)

08:26 25.09.2010
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Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
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