Noch kein Faschingsscherz: Schwierigkeit bei Verkehrserziehung

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Damals war Paula noch klein und gerade bei uns zu Besuch. Sie und ich standen extra zeitig auf, um Frühstücksbrötchen und Tageszeitungen zu holen. Beim Überqueren der Straße wollte ich gleich verkehrserzieherisch auf sie einwirken. So hielt ich sie zurück und hockte mich neben sie. In Augenhöhe erklärte ich Paula, dass man erst nach links, dann nach rechts und vorsichtshalber nochmals nach links schauen sollte, um sicher zu sein, dass keine Fahrzeuge kommen oder ob diese noch weit weg sind. Wir übten dieses Gucken. Dann sagte sie richtig, dass nichts käme und wir über die Straße gehen könnten. Dabei sah sie mich fragend an, auf meine bestätigende Antwort wartend.

„Okay, dann los!“ hörte ich mich sagen und begann, mich zu erheben bei förmlich eingerosteten Knien. Von der Mitte der Straße hörte ich das Mädel mich rufen. Dann kam es zurück und fragte, warum ich nicht losgegangen wäre?

Fix überging ich diese Frage mit dem Hinweis, dass man nicht auf der Straße stehen bleiben solle oder gar zurückgeht. Zügig und ohne zu rennen überquere man eine Straße. Sie nickte nur kurz und fragte dann, ob wir nun weiter gehen würden. Beide standen wir jetzt am Straßenrand, schauten links-rechts-links, nickten uns zu und gingen auf die andere Straßenseite.

Die Situation war gerettet und die Erziehung kompletter, als ich es im Ansatz dachte.

Allein die Antwort auf ihre gestellte Frage umging ich damit geschickt: Ich kam einfach nicht so schnell aus der Hocke hoch!

_________________________

Aus meinem ersten Büchlein:

http://img202.imageshack.us/img202/73/meinerstesbuechlein.jpg

21:25 05.03.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare