Vati, das ist bestimmt 50 teuer!

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Diesmal hatten wir uns die Ratsstätte an der Gothaer A4-Abfahrt zum Mittagessen ausgesucht. Dort gibt es so wunderbare Kartoffelpuffer und Eintopf!

Am Nachbartisch machte sich ein Junger Mann breit, rückte geräuschvoll die Stühle, erkor einen für die Kleidungsablage und stellte einen weiteren voll zur Seite. Als seine Frau mit Kind und umfangreicheren Restsachen kam, wurde der weggestellte Stuhl bedeutungsvoll von dem Mädel wieder heran geschoben, setzte sie sich demonstrativ drauf, so dass es keine Frage nach einem Kinderstuhl gab.

Nachdem die Eltern sich offensichtlich über das Gekaufte unterhalten hatten, rückten Getränke und Speisen in den Gesprächsmittelpunkt. Dass es zusammen „ganz schön kosten“ würde, bemerkte die junge Mutti. Darauf das Kind ernst wie besonders wichtig: Vati, das ist bestimmt 50 teuer! Welche Währung war unwichtig. Viel und teuer bestimmten die Gedanken des Mädels.Beschwichtigend meinte der Vati, dass es hoffentlich nicht so viel werden und er das schon hinbekommen würde. Darauf bot ihm die Tochter an: Da gebe ich Dir meine 10 dazu! Und schon begann sie zu kramen. Zehn Euro – nicht schlecht für so ein kleines Mädel! Das interessierte mich nun doch. Ich drehte meinen Kopf etwas und sah, wie das Mädchen ein 10 Cent-Stück auf den Tisch legte, sichtlich mit sich zufrieden war und dem Vati bedeutete, dass er ihre angekündigt auf dem Tisch liegende Geldmenge ruhig mit verwenden dürfe.

Es ist eben immer wieder köstlich, die Wichtigkeit der Kinder zu beobachten und als solche zu erkennen. Die Eltern bedankten sich bei ihrer Tochter. Als ich mich zurück drehte sah ich noch, wie das Mädchen zu mir guckte, als wollte es sagen: Tja, ich bin eben eine große Hilfe!

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Wie komme ich dazu, diese klitzekleine wie unbedeutende Wichtigkeit zu schildern?

Ganz einfach: Per eMail erhalte ich vom „der Freitag“ die Information, einen neuen Leser meiner Einträge zu haben. So schaue ich unter „mein Freitag“. Dort sind auch die mich Kommentierenden eingetragen. Darunter sehe ich ein Frauenprofil und klicke auf den Namen, schaue dort wiederum in „zum Profil“ und finde dies prima: „Mein Herz schlägt für … und den Blick für’s Detail.“ Hm, dachte ich, da hätte ich auch gleich etwas und schrieb es einfach, wie es war, hier nieder.

09:48 31.07.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
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