Zapfenstreich – und doch nicht / noch lange nicht !

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Noch schaue ich in die Bilder des Zapfenstreichs zur Abdankung des Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg. Im Zusammenhang mit dem gestrigen Aschermittwoch kommen mir da sehr spezielle Gedanken.

Aschermittwoch der LINKEN mit deutlichen Hinweisen darauf, wie schlimm es um die Politikmacherei steht, was alles angestrengt passiert, um die LINKE möglichst auszuschalten, damit sie nicht in all die Machenschaften hineinsehen und sie offen kritisieren oder gar offen legen kann.

Was da mit KT passierte, weiß ich freilich nicht. Aber man wird sich ja seine Gedanken machen können:

Der raketenhafte Aufstieg des KT bis zum Verteidigungsminister, seine klare Aus- und Ansprache, sein Naturell gaben nicht nur einen Hoffnungsschimmer am politischen Himmel der Bundesrepublik. Gerade dies, das spürt man nach dem (gegenwärtigen) Abtritt KT von der politischen Bühne, wäre schier überall von Nöten und mehr als vom Volk gewünscht!

Der entscheidende Fehler KT lag sicher in der Absetzung des Kapitäns der Gorch Fock. Hier stach KT in ein Wespennest der Marineoffiziere und deren Ehre. Das führte schließlich zum intensiven Suchen und Finden von Fehlern des KT.

Dass der entdeckte Doktortitel einen willkommenen Stolperstein gab, dass diese Arbeit aber auch alles an Vorstellungen übertraf hinsichtlich Verunglimpfung wissenschaftlicher Arbeiten, riss KT förmlich die Beine weg. Seine Fehleinschätzung aber auch eigene Überschätzung ließen ihn in der Aufeinanderfolge der Eingeständnisse reihten ihn in die Garde der bekannten politischen Heuchler ein, wo man ihn am wenigstens vermutet hatte.

Der Hochmut in der Rückgabe seines Doktortitels rief schließlich die gestandenen Wissenschaftler auf den Plan.

Die Unglaubwürdigkeit des Freiherr zu Guttenberg ist nunmehr auch hinsichtlich seiner politischen Arbeit nahe liegend. Einerseits Hoffnungsträger ist KT Bestandteil des Sumpfes, bei dessen Nennung und Trockenlegung er gedacht war und so wichtig gewesen wäre!

Den Hartz-IV-Empfängern Geld zuzugestehen, welches man ihnen auf anderer Seite reduziert, die überwundene Finanzkrise mit ihren vielen „kleinen“ aufkeimenden Finanzkrisenkindern, das Zahlenspiel bei den „Arbeitslosen“ durch rausfallende Gruppierungen und Schönfärbereien – all das und leider noch soviel mehr, lechzt eigentlich nach einem solchen Menschen, wie sich KT gegeben hat und Hoffnung schürte.

Ziehen etwa die agierenden Politiker Rückschlüsse auf ihr eigenes Versagen, wenn das Volk solchen Hoffnungsträger haben möchte? Ganz im Gegenteil!

Und genau das ist es, was mir Angst macht und Übelkeit hervorruft.

Es ist schon lange nicht mehr KT sondern sind diejenigen, die um ihn weinen oder über ihn herziehen, um schließlich unbeschädigt so weiter machen zu wollen/können, wie sie Deutschland bislang in den Sumpf gezogen haben.

Stimmt nicht? Doch! Wann gehen sich die Politiker nicht gegenseitig an die Wäsche sondern agieren GEMEINSAM für ein besseres Deutschland! Dann würde es wieder um di eSache und nicht mehr um Personen oder Parteiengezänk gehen.

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Allerdings wirft es ein erschütterndes Licht auf die Uni Bayreuth, wenn so Doktorarbeiten begleitet und bewertet werden. Immer stärker wird nach der dafür getragenen Verantwortung gerufen. Ergebnis? Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt.

19:44 10.03.2011
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Geschrieben von

udz

Freundliches und achtungsvolles Begegnen sind mir Leitfaden.
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