Helgoland, oh mein Helgoland...

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

...oder wie ein Stück Kultur irgendwie or ie Hunde geht...

Es ist jedes Jahr das gleiche Schauspiel: Von den Nordseehäfen fahren Schiffe mit Tagestouristen hinaus in die Deutsche Bucht. Ihr Ziel ist die rote Felseninsel in der See, die mit der "Langen Anna": Helgoland. Dort schrieb Hofmann von Fallersleben "Das Lied der Deutschen" und es gab im Laufe der Geschichte immer wieder Streit mit den Briten um den Status. Zuletzt war Helgoland beliebtes Trainingsgebiet der Royal Airforce, bis die Insel in den 50er Jahren wieder an die Bundesrepublik gegangen ist.

Seitdem wiederholt sich das Schauspiel: Die Schiffe kommen an, es machen die Börteboote auf Reede fest. Vor allem Tagesbesucher sind es, die den Bauch der Schiffe verlassen, die hier, zwischen Binnenhafen und der Helgoländer Düne, auf Reede liegen. Doch längst sind es nicht mehr so viele wie noch vor ein paar Jahren. Denn Helgoland war vor allem wegen einem beliebt: Der Möglicghkeit, Alkohol und Zigaretten zollfrei ein zu kaufen. Denn die Insel lag außerhalb der bundesrepubliaknischen Zollgrenzen. +

"Fuselfelsen" wird Helgoland deshalb auch genannt. Ein nicht gerade charmanter Name, und das merken die Helgoländer in harten Zahlen. "Als ich vor acht Jahren anfing, fuhren noch 15 Schiffe mit Tagestouristen zur Insel. Und heute? Sehen Sie selbst, es sind gerade noch vier", sagt der Mitarbeiter einer der Reedereien, die die Insel bedient.

Tja, und dann ist da der Zustand der Häuser: Einige stehen zum Verkauf, andere haben schon bessere Tage gesehen. Und das liegt augenscheinlich nicht nur daran, dass die Luft hier besonders salzhaltig ist. Hier und da bröselt die Einfassung der Balkone ab, teilweise hängen die Fenster arg windschief in den Rahmen...

Und immer noch weiß keiner der Verantwortlichen, wohin die Reise wohl gehen wird. Zu lange haben sich die Menschen, die vom Tourismus leben, auf ihre Lorbeeren ausgeruht.

10:59 17.07.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Ulf Buschmann

Die geraden Wege sind die längsten.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare