RE: Die Ukraine, Minenfeld für deutsche Medien | 18.06.2018 | 10:30

Möglicherweise ist auch Freedom House, Amnesty International und Human Rights Watch antisemitisch, weil sie Verletzung der Menschen- und demokratischen Rechte in der Ukraine kritisieren?

RE: Die Ukraine, Minenfeld für deutsche Medien | 18.06.2018 | 10:30

Möglicherweise ist auch Freedom House, Amnesty International und Human Rights Watch antisemitisch, weil sie Verletzung der Menschen- und demokratischen Rechte in der Ukraine kritisieren?

RE: Die Ukraine, Minenfeld für deutsche Medien | 16.06.2018 | 23:54

Die Ukraine als Staat gab es nur kurze Zeit nach dem ersten Weltkrieg. In Kiew bildete sich damals mit Unterstützung des Deutschen Reiches die erste ukrainische Regierung. Doch es fehlte dieser Regierung an Erfahrung und Unterstützung, sowohl der Russen und Juden als auch der ukrainischen Bauern, welche nicht unter dem deutschen Ausbeutungsregime, noch unter den Polen und den "weißen" Russen leben wollten. Die von sechs Jahren Krieg und Bürgerkrieg erschöpften ukrainischen Bauern sahen die Bolschewiki als das kleinere Übel, schreibt der Ukraine-Experte Andreas Kappeler. Von russischer Okkupation schreibt er nicht. Die Bildung der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik war demnach eine natürlich Entwicklung. Nach Kappeler förderte die Sowjetunion in den 1920er Jahren die ukrainische Sprache und Kultur. "Das Ukrainische wurde erstmals als Schrift- und Amtssprache offiziell anerkannt... Nachdem es vor 1917 im Russischen Reich keine einzige ukrainischsprachige Schule gegeben hatte, besuchten 1929 97 Prozent der ukrainischen Schüler ukrainischsprachige Grundschulen." (A. Kappeler, Kleine Geschichte der Ukraine, S. 192. Die sowjetische Ukrainisierungspolitik habe "wesentlich zur Konsolidierung der ukrainischen Nation bei(getragen)." Eine Tatsache ist auch, dass die Ukraine durch die Sowjetunion überhaupt erst zum Staat wurde, die sie 1991 war. Die Ukraine erweiterte sich zu Zeiten der Sowjetunion im Osten durch die Gebiete Lugansk, Charkow, Donezk; im Süden um die Krim sowie im Westen um Randgebiete von Polen, der Tschechoslowakei und Rumänien. Noch ein Wort zu dem Hitler-Kollaborateur Stepan Bandera. Dieser wurde schon 2010 vom damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko zum "Helden der Ukraine" ernannt. Ein Gericht in Donezk machte diese Entscheidung schnell rückgängig. Aber diese Tatsache wird heute in den offiziellen ukrainischen Dokumenten nicht mehr erwähnt. Es gibt in der Ukraine heute einen Feiertrag der Kämpfer der Ukrainischen Aufstandsarmee, dessen Ideologe Bandera war. Straßen werden nach ihm benannt und Denkmäler von ihm werden aufgestellt. Er ist also der "Held der Ukraine" oder besser gesagt, der Held der ukrainischen Nationalisten.

RE: Die Ukraine, Minenfeld für deutsche Medien | 16.06.2018 | 22:01

Schreiben Sie zur Sache und weichen Sie nicht aus. Beschreibt der Bericht von Freedom House die Situation in der Ukraine richtig oder steckt hinter Freedom House wohlmöglich der böse Putin? Muss man wohlmöglich eine der ältesten Menschenrechtsorganisation der USA als von russischen Spionen unterwandert abschreiben? Sind somit Deutschland und die Ukraine die letzten Fackelträger von Demokratie und Freiheit auf dieser Welt?

RE: Die Ukraine, Minenfeld für deutsche Medien | 16.06.2018 | 20:15

Kolobok: "Vielleicht versuchen sie es mal wieder mit Recherche zu einem Thema und plappern nicht nur russische Propaganda nach."

Auf der Konferenz im Bundestag wurde von Journalisten aus der Ukraine berichtet, dass es von der US-Organisation Freedom House zunehmend Kritik an Menschenrechtsverletzungen und Angriffen auf Journalisten gibt. Komisch von deutschen Menschenrechtsorganisationen sind mir keinerlei derartigen Berichte bekannt. Sind die US-Experten was die Ukraine betrifft besser informiert, als die deutschen Menschenrechtsexperten? Warum, wo doch Deutschland viel näher an der Ukraine dran ist?

In ihrem Jahresbericht 2017 schreibt Freedom House über die Ukraine: "Journalists continue to face the threat of violence and intimidation. The independent Institute of Mass Information registered 274 media freedom violations during 2017, roughly the same number of incidents as in 2016. The most common violations included impeding journalists’ activities, intimidation, and assaults."

In einem kürzlich veröffentlichten Brief von Human Rights Watch, Amnesty International, Front Line Defenders und Freedom House an den ukrainischen Generalstaatsanwalt Juri Luzenko fordern die Menschenrechtsorganisationen, die große Zahl von Hass-Attacken rechtsradikaler Gruppen gegen Frauen, Roma und LGTBI-Menschen in vielen ukrainischen Städten zu stoppen. Die Attacken würde von staatlichen Organen nicht verfolgt, heißt es in dem Brief, den man im Original nachlesen kann.

Am 10. Mai überfielen 30 Rechtsradikale eine von Amnesty International in Kiew organisierte Saal-Veranstaltung auf der es um Menschenrechtsverletzungen gegen LGTBI-Menschen in der Ukraine und Russland gehen sollte. Die anwesende Polizei schritt nicht gegen die Angreifer ein, sondern machte selbst schwulenfeindliche Sprüche. Das Alles sieht nicht nach einem Weg nach Europa aus.

Warum lesen wir darüber nichts in deutschen Medien?

RE: Die Ukraine, Minenfeld für deutsche Medien | 16.06.2018 | 19:18

Wenn es so wäre, wie Sie schreiben, dann würde die ukrainische Regierung nicht so manisch-panisch als Russische verbieten. Dann könnte sie sich darauf verlassen, dass auch die Ukrainer, die sich der russischen Kultur zugehörig fühlen, loyal zu ihrer Regierung stehen. Aber diese krampfhafte Ent-Russifizierung und Ent-Sowjetisierung im Schnellverfahren und das gleichzeitige Aufbauen neuer Helden, die mit der Hitler-Wehrmacht kooperierten - Bandera und Schuchewitsch als neue Nationalhelden - , zeigt doch, dass Kiew nur für den nationalistischen Teil der West-Ukrainer und die Geldgeber aus den USA Politik macht, nicht aber für die gesamte Bevölkerung der Ukraine. Es zeigt, dass die Regierung in Kiew sich garnicht darum bemüht den Ukrainern, die für ein entspanntes Verhältnis zu Russland sind und sich der russischen Kultur verbunden fühlen, das Gefühl zu geben, dass sie so wie sie sind in der Ukraine gewollt sind. Nein, die Russen in der Ukraine sollen dem 9. Mai abschwören und der Erzählung von der "Okkupation der Ukraine durch die Sowjetunion" folgen. Warum geht die Kiewer Regierung nicht gegen die nationalistischen Schläger- und Mordbanden vor? Weil sie die braucht, um ein ganzes Volk einzuschüchtern. Der Brandangriff auf das Gewerkschaftshaus in Odessa diente eben diesem Ziel.

RE: Die Ukraine, Minenfeld für deutsche Medien | 16.06.2018 | 18:10

mbert: "Derart völkische Argumente findet man vor allem bei russischen Nationalisten ..."

Die ultranationalistische Regierung in Kiew hetzt seit 2014 gegen die russische Kultur, lässt Tolstoi und Dostojewski an den Schulen verbieten, lässt ab der vierten Klasse nur noch auf Ukrainisch unterrichten und schaltet russischsprachige soziale Netzwerke mit Millionen Nutzern ab. Das kritisiere ich. Und sie behaupten nun, meine Argumente seien "völkisch". Wenn Juden und Türken in Deutschland gegen Rassismus und Antisemitismus protestieren, dann wäre das nach ihrer Logik wohl auch "völkisch".

RE: Die Ukraine, Minenfeld für deutsche Medien | 16.06.2018 | 14:20

Das Echo schallte immerhin in den Hallen des Bundestages, einst von der Roten Armee befreit vom braunen Pack, dass in der Ukraine heute wieder stärker wird. Dass die großen deutschen Medien über so eine Veranstaltung nicht berichten, hängt schlicht damit zusammen, dass Deutschland zum Bürgerkrieg in der Ukraine keine neutrale Position hat, sondern nur die westukrainische Elite unterstützt, welche in Kiew im Februar 2014 durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen ist. Die nach der Verfassung nötigen Stimmen für eine Absetzung des gewählten und lebenden Präsidenten Janukowitsch fehlten, aber 2014 hat die deutsche Presse da beide Augen zugedrückt. Auch Steinmeier vergaß schon einen Tag nach der Unterzeichnung eines Vertrages über vorgezogene Neuwahlen in Kiew am 21. Februar 2014, dass er dieses Papier mit unterschrieben hatte. Die Millionen der ethnischen Russen im Südosten der Ukraine hat Deutschland im Stich gelassen und die Hoffnungen ALLER Ukrainer auf Wohlstand, die Entmachtung der Oligarchen und eine Mitgliedschaft in der EU verraten. Lass doch die Russen in der Ukraine der Sowjetunion nachtrauern, scheint man sich in deutschen Redaktionsstuben zu sagen. Zum Glück haben wir jetzt ja unseren Poroschenko, der die sowjetische Kultur und das Andenken an die Befreiung vom Hitler-Faschismus mit Stumpf und Stil ausrotten lässt und die Ukraine zum Liferanten von Rohstoffen und billigen Arbeitskräften für Deutschland macht.

RE: Kiewer Bürochef von Ria Novosti in Haft | 18.05.2018 | 18:09

Wer wie sie für mittelalterliche Methoden der Geiselnahme Verständnis hat, muss sich schon fragen lassen, ob ihm Militärdiktaturen a la Chile und Argentinien näher sind als eine Demokratie wie in Deutschland. Angela Merkel zumindest hat heute auf der Pressekonferenz mit Putin zum Fall Vishinski erklärte, "ich werde das mit dem ukrainischen Präsidenten besprechen". Es ist das erste Mal das die Bundeskanzlerin sich öffentlich zu einem Fall von Journalisten-Verfolgung in der Ukraine äußert. Und das hat einen Grund: Kein normaler Politiker im Westen kann es sich leisten, ein offensichtlich politisch motivierte Verhaftung eines Chefredakteurs in der Ukraine zu gutzuheißen.

RE: Freedom is my mood in Kiew | 14.05.2018 | 12:58

Gut, reden wir nicht über Mythen sondern über konkret lebende Bandera-Anhänger. Da ist zum Beispiel der Konsul in der ukrainischen Botschaft in Hamburg, Wasil Maruschinez. Kaum zu fassen, dass dieser hohe Verteter seines Staates auf seiner nur für Freunde zugänglichen Facebook-Seite nicht nur seinen Hass gegen Polen und Ungarn sondern auch gegen Juden ausdrückt und dass er eine schwarz-rote Bandera-Flagge mit Hakenkreuz gepostet hat. Auf der Seite des Konsuls - die von dem ukrainischen Blogger Anatoli Shari begutachtet wurde - ist auch zu Lesen, dass es die Erschießung von 33.000 Juden in Babi Jahr in Kiew während der deutschen Besatzung gar nicht gegeben hat. Doch das ist noch nicht alles. Der Blogger Shari deckte auf, dass die Mitarbeiter von Maruschinez über die politische Einstellung ihres Konsuls Bescheid wussten. Zum 60. Geburtstag bekam er eine Torte geschenkt mit der Aufschrift "Mein Kampf". Die Enthüllungen von Blogger Schari wurden dankenswerter mit deutschen Untertiteln veröffentlicht. So können die deutschen Behörden auf den braunen Sumpf in der ukrainischen Botschaft in Hamburg schnell reagieren.