RE: Ukraine weist fünf Journalisten aus | 02.09.2017 | 15:45

@ Kolobok

Was meinen Sie mit "noch ganz gut bedient". Wäre es Ihrer Meinung nach besser gewesen, wenn mich der ukrainische Geheimdienst am 30. April 2016 wegen "Ukraine-schädigender Aussagen" in unserem Film "Lauffeuer" in ein Gefängnis eingeliefert hätte?

RE: Ukraine weist fünf Journalisten aus | 02.09.2017 | 11:01

@ Kolobok

Tatsächlich sitzen Suschtenko, Aseew und Nedeljaew im Gefängnis.

+ Der Blogger Eduard Nedeljaew sitzt seit November 2016 in einem Gefängnis in der selbsternannten Volksrepublik Lugansk. Das Inneministerium von Lugansk wirft ihm die Verbreitung extremistischen Materials und enge Kontakte zu Mitarbeitern des ukrainischen Geheimdienstes vor. Ukrainische Internet-Medien berichten Anfang August dieses Jahres, Nedeljaew sei wegen Landesverrat zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

+ Der Blogger Stanislaw Aseejew aus der selbsternannten Volksrepulbik Donezk verschwand Anfang Juli dieses Jahres. Seine Verhaftung wurde offiziell nicht bekannt gegeben. Nach Angaben von Human Rights Watch war der Blogger für seine pro-ukrainischen Ansichten bekannt. Die Journalisten-Union Russland und die Nationale Journalisten-Union der Ukraine forderten in einer gemeinsamen Erklärung Auskunft über das Schicksal des Bloggers.

+ Der ukrainische Journalist Roman Suschtschenkto sitzt in Russland im Gefängnis. Die russischen Medien berichteten das erste Mal am 3. Oktober 2016 über die Verhaftung von Suschtschenko. Nach Angaben des russischen Geheimdienstes hat der Journalist „gezielt Staatsgeheimnisse über die Tätigkeit der Streitkräfte und der Nationalgarde Russlands gesammelt.“ Suschtschenko ist nach Angaben der russischen Sicherheitsbehörden Oberst der Militäraufklärung des ukrainischen Verteidigungsministerium. Außerdem ist bekannt, dass Suschtschenko Frankreich-Korrespondent des ukrainischen Internetportals ukrinform.ru ist. In Moskau soll er sich im Urlaub aufgehalten haben. Man könne nur sehr wenige Texte des Frankreich-Korrespondenten Suschtschenko finden, schreibt die Moskauer Nachrichtenagentur Ria Novosti.

RE: Ukraine weist fünf Journalisten aus | 01.09.2017 | 07:53

Ich verstehe. Sie wollen über die Ausweisung von fünf Journalisten aus der Ukraine einfach nicht sprechen. Journalisten-Morde und Journalisten-Ausweisungen aus der Ukraine scheinen sie nicht zu interessieren. Sie werfen mir vor, dass ich die Fälle Kurbatowa/Pampliega "skandalisiere". Sie behaupten, ich hätte eine Agenturmeldung über diesen Fall aufgebauscht. Welche deutsche Nachrichtenagentur oder Zeitung hat denn über die Fälle Kurbatowa/Pampliega berichtet? Keine außer der taz und die hat auch nur über die Spanier aber nicht über die Ausweisung der russischen Journalisten berichtet.

Warum bleibt die deutsche Presse bei der Ausweisung von fünf Journalisten in einem mit der EU assoziierten Land still? Weil es nicht in das deutsche Weltbild passt, nach der es in Russland nur "vom Staat bezahlte Propagandisten" aber keine Journalisten gibt. Indem man die Journalisten-Ausweisungen verschweigt, stützt die deutsche Presse das Kiewer Putsch-Regime, denn diesem Regime werden selbst liberale westliche Journalisten allmählich lästig.

Übrigens: Ist Ihnen aufgefallen, dass deutsche Journalisten von der Krim und aus den selbsternannten Volksrepubliken nicht mehr berichten? Glauben sie trotzdem, sie könnten sich über diese Gebiete ein Meinung bilden?

RE: Ukraine weist fünf Journalisten aus | 31.08.2017 | 22:55

@ JR´s China Blog

Mit Überschwappen meine ich:

1) die Gewöhnung der deutschen Gesellschaft an das Gerede von dem angeblichen russischen Gebietshunger. Deutsche Medien übernehmen in ihrer tagtäglichen Berichterstattung ausschließlich die Sichtweise der Regierung in Kiew, die immer wieder etwas von russischen Truppen faselt, die angeblich in der Ost-Ukraine stehen und sich weitere Gebiete holen wollen. Die Meinung der ukrainischen Opposition, die Meinung derjenigen Ukrainer, welche für gute Beziehungen zu Russland sind und die Meinungen in den selbsternannten Volksrepubliken kommt in der Berichterstattung der deutschen Medien nicht vor. Es wird ausgeblendet, dass die Regierung in Kiew nur für einen Teil der Bevölkerung spricht. Die transatlantischen Eliten versuchen die deutsche Bevölkerung mittels der Putsch-Regierung in der Ukraine in eine Russland-feindliche Haltung zu zwingen sowie Aufrüstungsmaßnahmen und Truppenverlegungen an die russische Grenze zu rechtfertigen.

2) die Gewöhnung der deutschen Gesellschaft daran, dass die Ukraine im Kampf gegen "die russische Aggression" zu einigen unpopulären Maßnahmen "gezwungen" ist, über welche die deutschen Medien lieber nicht oder nur am Rande und dann mit äußerst viel Nachsicht berichten, wie die Ausweisung von russischen Journalisten, die Verdächtigung und eines russisch-orthodoxen Pilgermarsches für den Frieden nach Kiew als "von Russland gesteuert", das Abklemmen der größten sozialen Netzwerke in der Ukraine, weil sie russisch sind und angeblich zur Ausforschung durch Russland dienen, die Einreisesperren für zahlreiche russische Künstler in der Ukraine. Wenn die diktatorischen und halbfaschistischen Maßnahmen in der Ukraine von deutschen Medien kleingeredet werden, schwächt das auch die Demokratie in Deutschland und es wird dann schwerer Demokratie-Abbau in Deutschland aufzuhalten. Siehe: Aussortieren von Journalisten beim G 20-Gipfel

3) den Anhängern der Kiewer Regierung werden in Deutschland ständig Podien gegeben, damit sie ihre Position darstellen können. Die Angehörigen der Opfer des Brandes im Gewerkschaftshaus von Odessa bekommen in Deutschland kein Podium in den großen Medien. Ukrainische Soldaten, die gegen die eigene Bevölkerung in der sogenannten Ost-Ukraine kämpfen werden in Bundeswehrkrankenhäusern gesund gepflegt. Aber was leistet die Bundesregierung an humanitärer Hilfe für die Opfer des ukrainischen Rechten Sektors und der rechtsradikalen Bataillone, was für die Menschen in den selbsternannten Volksrepubliken, die von der ukrainischen Armee bombadiert werden? Absolut nichts!

4) die Ukraine dient bestimmten transatlantischen Kräften in Deutschland dazu den seit 1985 existierenden gesellschaftlichen Konsens von der Befreiung Deutschlands durch die Sowjetunion und die Westalliierten 1945 zu ersetzen durch die Gleichstellung von Sowjetherrschaft und deutschem Faschismus als ein und dasselbe. Erstes deutliches Warnsignal war, dass der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk im Januar 2015 in den Tagesthemen unwiedersprochen etwas vom "sowjetischen Anmarsch auf die Ukraine und Deutschland" im Zweiten Weltkrieg faseln konnte (Minute 1:13) und damit die Sowjetunion und nicht Hitler-Deutschland als den Aggressor darstellte.

RE: Ukraine weist fünf Journalisten aus | 31.08.2017 | 12:22

Ein autoritäres Regime in Kiew, welches bei jeder Gelegenheit die Hitler- Kollaborateure Stepan Bandera und Roman Schuchewitsch hochleben lässt und welches im Wochen-Rythmus von Deutschland und der EU finanzielle, politische und moralische Hilfe gegen das "die russische Gefahr" einfordert, soll keinen Einfluss auf die politische Kultur in Deutschland haben?

RE: Ukraine weist fünf Journalisten aus | 31.08.2017 | 11:03

Ja, in Deutschland leben sie noch. Aber in der Ukraine starben seit 2014 zahlreiche Journalisten. Die deutsche Zivilgesellschaft, die sich so sehr über den Maidan freute, hat sich leider von allem was seit 2014 in der Ukraine passiert, abgemeldet. Null Interesse. Das rächt sich jetzt. Denn alles das, was in der Ukraine passiert, wird über kurz oder lang nach Deutschland überschwappen. Die Aussortierung beim G 20-Gipfel, die bis vor kurzem noch Niemand für möglich hielt, erinnerte mich schon sehr stark an die vorhergehenden langjährigen Einreiseverbote gegen zahlreiche westliche und russische Journalisten für die Ukraine. Aber wenn ein russischer Regisseur wegen vermuteter finanzieller Betrügereien Hausarrest bekommt, dann steht die deutsche Zivilgesellschaft plötzlich wieder stramm und es werden Unterschriftenlisten ausgefüllt. Merkwürdige Einäugigkeit.

RE: Poroschenko vergleicht Russland mit Hitler | 30.08.2017 | 14:13

Mich interessieren nicht Verlautbarungen sondern Fakten. Und es ist ein Fakt, dass Antonow in der Ukraine 2016 kein einziges Flugzeug gebaut hat. Es werden nur noch Reparatur-Arbeiten ausgeführt. Der Grund für das langsame Sterben des Unternehmens ist die antirussische Politik der urkainischen Regierung, das Kappen der Zusammenarbeit mit den Zulieferern aus Russland. Für die russischen Zulieferer gibt es offenbar keinen Ersatz und deshalb auch keine neuen Flugzeuge.

RE: Poroschenko vergleicht Russland mit Hitler | 27.08.2017 | 08:15

Nach einer Umfrage des ukrainischen Zentrums "Soziales Monitoring" und des ukrainischen Instituts für soziale Forschungen vom Juli 2017 würden, wenn Präsidentschaftswahlen wären, nur 9,5 Prozent der Ukrainer für den amtierenden Präsidenten Petro Poroschenko stimmen.

Dass das Rating des amtierenden Präsidenten so niedrig liegt, wird von den deutschen Medien verschwiegen. Stattdessen wird so getan, als ob Poroschenko für "die Ukrainer" spricht.

Das erinnert mich an die 1990er Jahre in Russland. Damals zog Boris Jelzin einen brutalen Entstaatlichung- und Privatisierungskurs durch, der zur Verarmung großer Teile der Bevölkerung führte, genau das was unter Poroschenko jetzt in der Ukraine läuft.

Die Popularität von Boris Jelzin lag Mitter der 1990er Jahre bei nur wenigen Prozent, doch mit Hilfe von Wahlfälschungen wurde er 1996 wieder gewählt. Der Westen jubelte. Die Wahlfälschungen wurden verschwiegen.

So könnte es auch in der Ukraine laufen. Irgendwie wird man versuchen, den bewährten Freund des Westens, Petro Poroschenko, weiter die Stange zu halten, da keine für den Westen akzeptable Alternative in Sicht ist. Julia Timoschenko, ist zu unberechenbar und schwerer zu kontrollieren als Poroschenko. Sie würde bei Präsidentschaftswahlen auch nur 11,2 Prozent der Stimmen bekommen und damit am besten von allen möglichen Präsidentschaftskandidaten in der Ukraine abschneiden. Mit solchen Kandidaten ist kein Staat zu machen und Alternativen sind nicht in Sicht.

Die Meinungsumfrage zeigt, dass die Ukrainer absolut enttäuscht und politikmüde sind und keine Hoffnung auf eine bestimmte/n Politiker/in haben. Nach der Umfrage haben sich 18 Prozent der Ukrainer noch nicht entschieden, für wen sie stimmen werden. 17,8 Prozent würden nicht zur Wahlen gehen.

Die Enttäuschung der Menschen über die politische Kaste hat vor allem einen Grund: Die wirtschaftliche Situation des Landes ist katastrophal. Fabriken werden geschlossen, vor kurzem erst die berühmte Antonow-Flugzeugfabrik in Kiew. Straßen und Infrastruktur zerfallen.

In der Ukraine sind in den letzten drei Jahren zwar zahlreiche Städte und Straßen umbenannt aber nichts Neues ist gebaut worden. Das einzige neue ukrainische Produkt ist ein neuer Schützenpanzerwagen.

Wenn Sie gerade in der Ukraine sind, dann nennen Sie doch bitte ein paar konkrete Beispiele, wo die Infrastruktur erneuert, Straßen, Schulen und Krankenhäuser und neue Fabriken gebaut werden. Irgendwo müssen die Milliarden aus dem Westen ja bleiben. Danke!

RE: Blackout beim Leuchtfeuer der Freiheit | 22.07.2017 | 18:44

..... was da wirklich gemeint ist ....

Wen meinen Sie? Wer will ethnische Mehrheiten?

RE: Blackout beim Leuchtfeuer der Freiheit | 22.07.2017 | 09:10

Der Gründer und Ideologe des Bataillons Asow, der Rada-Abgeordnete Andri Bilezki, legte in zahlreichen Interviews dar, wohin er die Ukraine führen will.

"Sozial-nationalistische Zivilisation"

"Unser goldenes Jahrhundert hat noch nicht begonnen. Wir schaffen ein völlig neue Grundlage unserer sozial-nationalistischen Zivilisation, in der Ästhetik, in der Erziehung der Jugend, der Struktur der Organisation, in allen Sphären." (Minute 34:12)

"Wir haben 50 Millionen qualitativ gute weiße Bevölkerung". Nur wenige Länder in Europa hätten "so eine qualitativ gute, weiße Bevölkerung". (Minute 25:58)

Wenn der Ideologe der ukrainischen Nationalisten, Stepan Bandera, 1980 in Charkow geboren worden wäre, hätte er militärische Einheiten gegen "nichtlegale" Migranten gebildet.

Friedensvereinbarung von Minsk

"Das schlimmste wäre, wenn der Konflikt (mit Donezk und Lugansk) eingefroren wird.“ Denn dann würde diese „Entzündung“ die ganze Ukraine krank machen. Bilezki argumentiert gegen diejenigen ukrainische Generäle, die meinen, man habe gegen Russalnd nicht genug militärisches Potential. Fast alle Kriege auf der Welt - so der Asow-Ideologe - seien von Gruppen mit kleinerem militärischen Potential geführt worden. Als Beispiel nennt der Asow-Ideologe "den Krieg der Tschetschenen gegen Russland" und die 3.500 Militanten des IS, welche Syrien und den Irak zur Hälfte besetzt haben.

Ukraine "muss geopolitischer Faktor werden"

Damit die Ukraine ein geopolitischer Faktor wird, brauche sie Atomwaffen (Minuten 5:43) und müsse eine starke Achse befreundeter Staaten um sich bilden - vom Baltikum über den Kaukasus bis nach Bulgarien (4:07). Diese Achse werde die Transportwege von Russland und dem Iran nach Europa kontrollieren.