Rüdiger von Fritsch, seit März 2014 deutscher Botschafter in Moskau, veröffentlichte 2009 das Buch „Die Sache mit Tom“. Darin schildert Fritsch, der seit 1984 im Auswärtigen Dienst arbeitet, wie er 1974 in einer ausgeklügelten Aktion bundesdeutsche Pässe für DDR-Flüchtlinge – darunter auch ein Vetter von ihm - fälschte. Er sei sich bewusst gewesen, dass er damit nicht nur gegen die Gesetze der DDR sondern auch gegen die Gesetze der Bundesrepublik verstoßen habe. Aber es sei ja zu einem guten Zweck gewesen, erklärte der deutsche Botschafter gegenüber dem „Schlesien-Journal“ (ab Minute 5:44). Die Gesetze des sozialistischen Staates seien „Gesetze gewesen, um Menschen zu unterdrücken“ und damit sei das Fälschen von Pässen moralisch berechtigt gewesen.
Seine Aktion von 1974 zog von Fritsch offenbar mit Billigung des Bundesnachrichtendienstes durch. Dem "Spiegel" berichtete Fritsch 2009, einen entscheidenden technischen Tip für die Pass-Fälschung habe er von einem Bekannten seines Vaters erhalten, der in Pullach arbeitete.
Von Fritsch trat sein Amt als deutscher Botschafter in Moskau im März 2014 an. Die Ernennung zu diesem Zeitpunkt war wohl kein Zufall. Die Bundesregierung brauchte in Moskau keinen Botschafter, der Verständnis für russische Positionen hat. Russland hatte gegen den vom Westen bejubelten Staatsstreich in Kiew im Februar 2014 protestiert. Russland hatte den gewählten Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, der auf seiner Flucht aus Kiew von Nationalisten beschossen wurde, aufgenommen. Die Krim vereinigte sich nach einem Referendum mit Russland. Der Westen reagierte mit Sanktionen. Fritsch, der von 2004 bis 2007 stellvertretender Leiter des Bundesnachrichtendienstes war, hielt man angesichts der zugespitzten Lage, für den geeigneten Vertreter Deutschlands in Moskau.
Rüdiger von Fritsch machte sofort klar, dass nun ein neuer Geist in der deutschen Botschaft in Moskau weht. Zu den Hintergrundgesprächen des Botschafters, zu denen ich seit 1992 regelmäßig eingeladen wurde, bekam ich keine Einladungen mehr. Als ich diese Tatsache in meinem Blog bei „der Freitag“-Community öffentlich gemacht hatte, wurde ich plötzlich wieder eingeladen und Botschafter Fritsch erklärte mir vor versammelter Korrespondenten-Runde, mein Vorwurf entbehre jeder Grundlage. Es hätten lange keine Hintergrundgespräche mit den deutschen Journalisten stattgefunden. An dem Wahrheitsgehalt dieser Aussage zweifelte ich.
Mit dem deutschen Botschafter in Moskau geriet kürzlich auch der Liedermacher und Komponist Tino Eisbrenner aneinander. Eisbrenner, in dessen Liedern es unter anderem um die Verständigung zwischen Russland und Deutschland geht, nahm mit einer Delegation von Abgeordneten der Partei Die Linke an einem Treffen mit Rüdiger von Fritsch im Moskauer Hotel Metropol teil. Über das was der Botschafter den Abgeordneten zu sagen hatte, war Eisbrenner geschockt. Auf Facebook schreibt der Musiker:
„Im legendären Hotel Metropol treffen wir den deutschen Botschafter auf ein Gespräch über seinen Blick auf Russland. Nach 20min bin ich stocksauer und kann angesichts dessen, was der offizielle und oberste Vertreter deutscher Botschaft(en) da von sich gibt, die geschulte Ruhe eines Politikers wie Dietmar Bartsch nur noch bewundern. Nicht aber teilen! Ich bekomme das Wort und kann nicht anders, als anzugreifen... Es macht mich wütend, wenn "unser" Botschafter uns tatsächlich einreden will, dass Russland in der Ukraine der Aggressor sei und zum Glück die deutsche Politik immer wieder helfen würde, friedliche Lösungen herbeizuführen. Und unsere Sanktionen seien eben ein Mittel zu diesem Zwecke und eine Reaktion auf Russland als Aggressor. Als ich ihn frage, wo er denn bei seiner Einschätzung von Aktion und Reaktion den Nullpunkt setzen würde und ob nicht die NATO, wie auch Deutschland, den Ukrainekonflikt nicht doch mindestens miterzeugt hätten (Osterweiterung, Regierungsputsch, Maidan etc), manövriert er sich in die Ecke und tönt, sein Nullpunkt sei der 8.5.1945. Was denn? Will er uns weismachen, von dem Tage an wäre der Westen heilig geworden und die Aggression kam ab da von Russland? Und fällt ihm nicht auf, dass da z.B die Krim noch klar (und von deutschen Bomben regelrecht zermörst) zu Russland gehörte? Und gab es keine Nato-Osterweiterung und Russland-bashing seit dem Abzug der Roten Armee in den Neunzigern? Glaubt der Mann sich selbst oder hält der mich für einen ungebildeten Vollidioten, dem er das antworten kann? Zum Glück wird die Diskussion zwischen ihm und mir dann abgewürgt. Nur zum Glück für wen oder was? Ist e r nicht ein Volksvertreter, mit dem man solche Dinge ausdiskutieren müsste?! Dies heute war nicht der Rahmen aber wann und wo i s t der Rahmen dafür? Wenn uns das alles um die Ohren fliegt, brauchen wir nichts mehr zu diskutieren!“
Rüdiger von Fritsch ist ein Mann der klaren Worte. Aber ist er auch ein Diplomat? Versteht er es Brücken zu bauen? Ich habe da meine Zweifel. Der Herr aus adeligen Haus hat offenbar Spaß an der Konfrontation. Er fühlt sich als Vorkämpfer der Freiheit und da dürfen auch schon mal Gesetze übertreten werden. Der familiäre Hintergrund des Botschafters gibt zu denken. Fritsch ist Großneffe von Werner von Fritsch. Der war unter Hitler Oberbefehlshaber des Heeres.

Kommentare 13
Herr Heyden, ich bin gerührt von Ihren Worten. Ich hatte 1986 eine Freundin in der DDR. Dieser Staat war so liebevoll, uns keine gemeinsame Zukunft gönnen zu wollen. Es sei denn, sie hätte die durchschnittlich drei Jahre Schikane auf sich genommen, die sich die Stasi und die Parteibonzen damals so ausgedacht haben. Das Fälschen eines bundesdeutschen Reisepasses empfinde ich da als läßlichen Rechtsbruch. Ein Wessie wie Sie, der mit alledem nie ein Problem hatte, dem fällt ein solches Urteil ja leicht. Ach ja - in der Ukraine ist Russland der Aggressor. Was denn sonst? Oder glauben Sie wirklich an das Märchen, das Volk (im Donbas) steht auf und der Sturm bricht los? Really? Sie sind wirklich der einzige Reisende in T1 (wie die Völkische Republik Donezk russischen Bürokratendeutsch so schön genannt wird), den ich kenne, der noch keinen russischen Soldaten im vollen Ornat gesehen haben will...
Ach ja - spannend zu lesen, daß Sie die Sippenhaft der Nazis befürworten. Vererbte Schuld - das kannten die Nazis auch. Wollten Sie uns das mit dem Hinweis auf Werner von Fritsch sagen? Oder was war Ihre Intention?P.S.: Touristen in Salisbury sind dann wohl friedensfördernd...
Der Verweis von Herrn Heyden und ihnen auf die Vorfahren des Botschafters ist recht albern wenn nicht gar dumm.
Warum?
Wenn ich der russischen Wikipedia trauen darf, dann ist Rüdiger von Fritsch der Urenkel von Hans von Rosen, Mitglied der 3. Reichsduma (1907–1912) im Russischen Kaiserreich.
Also bestens qualifiziert für den Job!?
Wieso? Ich erwähnte bereits meine Haltung zur Sippenhaft. Ich halte nichts davon. Herr Heyden sieht das wohl etwas anders. Und ja - wenn Russland den Enkel Berijas als Botschafter nach Deutschland schicken würde, hätte ich damit kein Problem. Jedenfalls so lange nicht, wie dieser Enkel nicht die menschenverachtenden Einstellungen seines Großvaters teilt.
Deutschland hat den Nachfahren eines Verbündeten mit der Sowjetunion nach Moskau geschickt. Werner von Fritsch bekam trotz seines Ranges kein Kommando und fiel schon am 22. September 1939. Also fünf Tage, nachdem die Sowjetunion Polen überfallen hat. Und 22 Tage, nachdem das Deutsche Reich Polen überfallen hat. Er fiel also als Verbündeter der Sowjetunion. Molotov hielt vor dem Obersten Sowjet am 31. Oktober 1939 folgende warme Rede für den Verbündeten:
„Die herrschenden Kreise Polens brüsteten sich nicht wenig mit der ‚Stabilität‘ ihres Staates und der ‚Macht‘ ihrer Armee. Es genügte jedoch ein kurzer Schlag gegen Polen, geführt zunächst von der deutschen Armee und danach von der Roten Armee, damit von diesem missgestalteten Geschöpf des Versailler Vertrages, das von der Unterjochung der nichtpolnischen Nationalitäten lebte, nichts übrig blieb.“
Zum zweiten Punkt. Glauben Sie wirklich, Fähigkeiten in einer Organisation werden vererbt? Oder um Sie sinngemäß zu zitieren: Ja. Ich glaube, Sie sind so einfältig. Oder habe Sie die in den letzten Monaten aufgeführte Komödie der GRU nebst Auflösung noch nicht mitbekommen?
Diese Personalie wird dem Sinn eines 'Botschafters' nicht gerecht, da sollte die BRD eher ganz auf einen Botschafter verzichten, anstatt sich derart lächerlich zu machen.
Bitte überprüfen Sie Ihre Posts vor dem Absenden auf Rechtschreib-Fehler. Man sollte die deutsche Sprache schon achten. Sie hat es nicht verdient, dass man so auf ihr rumtrampelt.
Herr Heyden, es ist amüsant, wenn Sie sich über fehlende Überprüfung mokieren. Ich wünschte mir, Sie würden diese Sorgfalt bei Ihrer Recherchen und bei Ihren Artikeln auch mal anwenden. Aber der geneigte Leser erlebt da bei Ihnen eine Enttäuschung nach der anderen. Sie fallen auf die billigsten Phrasen herein. Bei der Ermittlung eines im Krieg getroffenen Wasseraufbereitungsanlage ermitteln Sie per cui bono den Täter, übersehen dabei in Ihrer ideoligischen Verblendung den Standort dieser Anlage. Stand wohl doch nicht in Donezk, sondern in der Nähe von Avdiivka zwischen der Frontlinie. Aber Ihre Geschichte vom bösen Faschismus und von der großen Ablenkung haben Sie mit großer Geste erzählt. Mit eben solcher Gewißheit verteidigen Sie üble Antisemiten wie Ruslan Kotsaba, der erzählt, Juden seien selbst Schuld an den Holocaust. Möchten Sie das Video noch einmal bewundern? Ich verlinke es gerne. Hochladen geht schneller als löschen. Das Ritual können wir gerne weiter spielen. Wenn ich es hochlade, sorgen Sie für die Löschung. Mit der Begründung: Eigentumsrechte werden verletzt. Keine Angst: Das Video wird sich verbreiten. Sie werden verlieren. Persilscheine machen nicht sauber. Meine Bitte: Beschäftigen Sie sich mal mit den Inhalten. Ich teile nicht in allen Punkten die Meinung von Clausthal. Aber Ihr Hinweis auf mangelnde Rechtschreiung verstehe ich als Ihre moralische Kapitulation. Sie sind mal mit Idealen angetreten. Mit Wohlwollen betrachtet sind Sie nur noch eine billige Karikatur. Mit Wohlwollen betrachtet.
P.S. - verzeihen Sie mir die Rechtschreibfehler, die hier nicht editierbar sind. Ich würde Ihnen gerne Ihre mangelnde Recherche verzeihen, wenn Sie nicht so geblendet von Ihrer Ideologie wären...
Herr Jonas, auch Sie drechseln die deutsche Sprache ins Unterirdische. Wie kann etwas "zwischen der Frontlinie" liegen. "Vor" oder "hinter" der Frontlinie geht, aber "zwischen" geht. Ich will Ihnen helfen: Die Wasseraufbereitungsanlage liegt in der grauen Zone zwischen dem Gebiet was von der ukrainischen Armee und dem Gebiet welches von den Streitkräften der Volksrepublik Donezk kontrolliert wird. Die Anlage erwirtschaftet ihr Geld durch den Verkauf von aufbereitetem Trinkwasser vor allem an die "Volksrepublik", zum kleineren Teil an das Gebiet, das unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte stehet. Der Großteil der Mitarbeiter der Anlage kommt aus der "Volksrepublik", ein kleiner Teil aus der Ukraine. Ich habe den Leiter der Wasseraufbereitungsanlage von Donezk, Konstantin Akulow, interviewt und er hat mir gesagt, dass die Mitarbeiter auf ihrem Weg zur Arbeit von Scharfschützen beschossen werden. In einem Video der OSZE ist eine nächtliche Beschießung der Anlage aufgezeichnt.
Herr Jonas, auch Sie drechseln die deutsche Sprache ins Unterirdische. Wie kann etwas "zwischen der Frontlinie" liegen. "Vor" oder "hinter" der Frontlinie geht, aber "zwischen" geht nicht. Die Wasseraufbereitungsanlage liegt in der sogenannten "grauen Zone". Die "graue Zone" liegt zwischen dem Gebiet was von der ukrainischen Armee und dem Gebiet welches von den Streitkräften der "Volksrepublik Donezk" kontrolliert wird. Die Anlage bezieht die chemischen Stoffe zur Wasseraufbereitung aus Donezk. Sie erwirtschaftet ihr Geld durch den Verkauf von aufbereitetem Trinkwasser vor allem an die "Volksrepublik", zum kleineren Teil an das Gebiet, das unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte steht. Der Großteil der Menschen, die in der Anlage arbeiten kommt aus der "Volksrepublik", ein kleinerer Teil aus der Ukraine. Von einem Ausfall der Anlage würden vor allem die Menschen in der "Volksrepublik" leiden. Die Fahrt zur Arbeit - vorbei an der vorgeschobenen ukrainischen Stellung - bedeute für die Mitarbeiter der Anlage die aus der "Volksrepublik" kommen, jedesmal Lebensgefahr, berichtete mir der Leiter der Wasseraufbereitungsanlage von Donezk, Konstantin Akulow, in einem Interview, welches ich im Juni mit ihm führte. Er berichtete, dass die Mitarbeiter aus Donezk auf ihrem Weg zur und von der Arbeit immer wieder von Scharfschützen beschossen werden.
Ein eleganter, aber nicht unbemerkt gebliebenen Themenwechsel, Herr Heyden. Ich darf noch einmal in Erinnerung rufen, worauf Wilfried Jonas angespielt hat, falls Sie sich nicht mehr daran erinnern sollten:
"Vielleicht muss man noch dazu sagen das jene Filtrieranlage nicht nur Donezk sondern auch etliche nicht von den Okkupanten besetzte Gebiet versorgt. Sie liegt auch nicht in Donezk, sondern direkt an der H20 Höhe Avdijivka, weit ausserhalb von Donezk und zwischen den Fronten. Die Anlage ist wegen kriegsbedingten Schäden häufig ausser Betrieb und wird unter Lebensgefahr von UKRAINISCHEN Reparaturtrupps immer wieder repariert, Herr Heyden !" Quelle: https://www.freitag.de/autoren/ulrich-heyden/putin-weiht-denkmal-zu-politischem-terror-ein#15099856047923131509985604792313
Es lohnt sich, den ganzen Thread von damals noch einmal zu lesen, denn er demonstriert sehr schön die Schwächen (bzw. das Nichtvorhandensein) Ihrer Recherche.
Was die Scharfschützen betrifft, bin ich beeindruckt von ihrer Objektivität - es ist gut zu wissen, dass die "Völkischen" keine Scharfschützen beschäftigen bzw. die natürlich nur ethisch einwandfreie Ziele bekämpfen.
Das scheint mir wenig sinnvoll. Wer die postsowjetische Welt ein wenig kennt, weiß auch, dass ein "Übermaß an Verrechtlichung" dort kaum jemanden stören wird. Es ist eher das Fehlen auch nur grundlegender Rechtststaatlichkeit, unter denen die Menschen erheblich leiden - etwa, wenn jemand mit guten Beziehungen Lust auf Ihr Geschäft hat, was Sie eigentlich gar nicht verkaufen wollen, und urplötzlich stellt ein Gericht fest, dass Sie erhebliche Steuerschulden haben, oder wenn ein Betrunkener im teuren SUV eine ganze Familie totfährt und die Hinterbliebenen für die dabei entstandenen Schäden am Auto aufkommen müssen usw. usf.
Diese Zustände sind den Bewohnern einer ganzen Reihe postsowjetischer Länder nur zu vertraut. Weder Russland noch die Ukraine haben das überwunden. In der Ukraine hatten es einige zwischen 2010 und Ende 2013 allerdings schon so bunt getrieben, dass den Menschen letztlich der Kragen platzte. In Russland gilt ähnliches: wer gute Beziehungen zur Macht hat, kann sich so ziemlich alles leisten - außer, unabhängig vom Kreml politische Macht anzustreben.
Angesichts solcher Zustände ist es völlig in Ordnung, "Rechtsstaatlichkeit" zu fordern, ohne bis ins Letzte definiert zu haben, was der Begriff denn nun ganz genau bedeutet. Es fehlt einfach zu viel und zu offensichtlich.
Herr Heyden, von Ihnen in puncto Sprachstil und Genauigkeit kritisiert zu werden, amüsiert mich kolossal. Ich lasse mich ja gerne korrigieren. Aber kaum von jemanden, der Begriffe nutzt, die er nur als Parole kennt. Wie zum Beispiel die von Ihnen inflationär genutzten Begriffe Faschismus und Nationalismus. Wenn Sie gruselnd Faschismus anprangern, habe ich immer das Gefühl, einen Popen mit viel Weihrauch vor mir zu sehen, der sich selbst beweihräuchert. Selbstgerechtigkeit.
Doch erst einmal zu den von Ihnen monierten Begriff "zwischen den Frontlinien". Ich habe mal den Begriff unter Niemandsland bei Wikipedia"Niemandsland" nachgeschlagen:
Der Begriff Niemandsland (lateinisch terra nullius) bezeichnet ein Gebiet, das niemandem gehört, also
- staatsrechtlich herrenlos ist, oder
- von niemandem besiedelt und gepflegt oder bewirtschaftet wird, oder
- zwischen den Frontlinien eines Krieges liegt.
Und jetzt zum Inhaltlichen. Eine schöne Geschichte, die Sie uns hier auftischen. Dann wird die Kokerei in Avdiivka, die oft genug von Artillerie beschossen wurde und auf ukrainischem Gebiet liegt und nicht "zwischen den Frontlinien" bzw. in der grauen Zone, wie es im Donbas genannt wird, wohl auch von Ukrainern beschossen? Und die Bewohner in Avdiivka saßen bei Minus 20 Grad in kalten Wohnungen. Oder waren es nicht doch die Söldner der "Separatisten"? Die übrigens ebenso gerne Scharfschützen einsetzen.
Ich verrate Ihnen etwas, was Sie noch nicht gemerkt haben. Es herrscht Krieg im Donbas. Täglich. Da wird geschossen. Von beiden Seiten. Nur: Der Krieg ist sofort beendet, wenn Russland ihn beendet. Wenn die Ukraine den Krieg beendet, haben sie die Kontrolle über ihr Land und ihre Souveränität verloren.
Ach ja - irgendetwas läßt mich vermuten, die Geschichte mit den 5 durch ukrainische Scharfschützen getöteten Arbeiter ist eher eine Propagandaente. Wie so viele, die uns im Leidmedium (nein - kein Schreibfehler) RT präsentiert wurden. Ausschließen will ich es zwar nicht, aber es klingt so unwahrscheinlich. Wissen Sie, wie weit ein Scharfschütze schießen kann? Ganz moderne Gewehre haben die Sniper auf beiden Seiten ja nicht...
Da Sie nicht wissen, wie es auf der anderen Seite aussieht, können Sie sich ja hier ein Bild machen: André Widmer Anfang 2017 über Avdiivka
Einen habe ich noch für Sie Herr Heyden. So sieht Friedensarbeit mit Kindern aus. Kinder auf der Krym. In der Ukraine finde ich das nicht. Die "Volksrepubliken" eifern dem ja mit 2 Stunden Wehrkundeunterricht pro Woche für alle Klassen nach...