Ulrich Müller

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RE: Aufstand der Graswurzeln | 30.05.2009 | 15:25

Aus meiner Sicht (ich arbeite für LobbyControl an dem Fall) ist es zu kurz gegriffen, die PR-Affäre der Bahn primär als Online-Problem zu interpretieren. Das gab es auch, aber: die verdeckte PR der Deutschen Bahn hat ihren Eingang in zahlreiche klassische Printmedien gefunden, wie Capital, Financial Times Deutschland, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel (nur eine Auswahl, mehr siehe unsere Studie unter www.lobbycontrol.de/blog).

Natürlich könnte man sich jetzt angucken, wie Presserat und PR-Rat funktionieren und ob ähnliches für die Blogwelt möglich oder sinnvoll wäre. Aber man sollte im Kopf behalten, dass weder Presserat noch PR-Rat die verdeckte PR der Bahn verhindert haben.

Aus unserer Sicht wäre es viel wichtiger, jetzt über gesetzliche Transparenzverpflichtungen für Lobbyisten und Denkfabriken zu diskutieren. Das es so etwas in Deutschland nicht gibt, hat die verdeckte PR der Deutschen Bahn sicher begünstigt.

Der zweite Punkt wäre ein kritischer Blick der Medien - gerade auch der traditionellen Medien - und aller publizistisch tätigen Menschen auf die Hintergründe von vermeintlich unabhängigen Instituten, Denkfabriken und Agenturen, die ihnen Inhalte anbieten.