Ulrichs

Pazifistisch, Humanistisch, glaube an eine bessere Welt, ich bin süchtig nach Büchern, hauptsächlich Romane
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RE: Es gibt kein Zurück mehr | 04.06.2021 | 18:32

Vielen Dank für Ihren Artikel, aufklärerisch und analytisch wie ich es vom Freitag erwarte

Das die Unternehmen wie die berühmten getroffenen Hunde aufheulen zeigt einmal mehr, was das Geschwätz von Nachhaltigkeit und Verantwortung wert ist. Ein Lieferkettengesetz wird nichts an den bestehenden Verhältnissen ändern weil es immer Schlupflöcher geben wird. Die einzige Lösung ist eine Unternehmensbesteuerung, die sich nicht am Umsatz sondern an sozialen und ökologischen Standards orientiert. Das kann aber nicht funktionieren, wenn nur ein paar Staaten das machen, dann meldet man seinen Firmensitz woanders an. Es ist noch ein weiter Weg bis der Süden mit dem Westen auf Augenhöhe liegt.

RE: Nur ein Weg zum Frieden | 20.05.2021 | 18:22

Der Artikel erinnert dankenswerterweise an das Existenzrecht der Palästinenser, die laut UN Beschluss von 1948, der eine Teilung Palästinas vorsah, wie auch Israel ihren eigenen Staat bekommen sollten. Niemand darf das Existenzrecht Israels in Frage stellen aber das gilt eben nur für die Grenzen von 1948 und nicht für den unter faktischer Besatzung stehenden Teil. Solange es sich für die internationale Gemeinschaft verbietet, Israel auf die Illegalität ihrer Palästina Politik aufmerksam zu machen, wird sich der Konflikt nicht lösen lassen.

RE: Allen Grund zum Aufstand | 14.05.2021 | 17:25

Die Aussage, dass es keinen Fachkräftemangel sondern eine Flucht aus dem Beruf gebe, trifft den Nagel auf den Kopf. Aber, jede Wette, wenn nach dem - hoffentlich- baldigen Abflauen der Pandemie die Kliniken wieder aus dem täglichen Blickfeld geraten, wird alles so weiter gehen wie bisher. Mehr Geld für´s Gesundheitswesen? Angesichts der irrsinnigen Corona-Folgekosten wird es heißen, dafür sei im Moment "kein Geld da."

Leider ist den Wenigsten bewusst, welche Zeitbombe im Pflegebereich tickt. Noch ist es hauptsächlich die Generation der Kriegskinder, die sehr viel Pflege benötigen. Wenn jedoch eines Tages die Babyboomer in das Alter kommen, wo Krankenhausaufenthalte und Pflege häufiger wird, werden sehr viel mehr Pflegekräfte als heute gebraucht werden. Wo sollen sie herkommen? Womöglich werden dann die Angehörigen in die Kliniken kommen müssen, um die Grundpflege für ihre Leute zu übernehmen. Und da Gesundheit ein gesellschaftlich sensibler Bereich ist, können die Politker sich dann auf eine Wutwelle gefasst machen, die es in sich hat. Das klingt erschreckend aber es wird so kommen. Noch hat die Politik Zeit, ein Gesundheitssystem mit personell gut ausgestatteten und hochbezahlten Mitarbeitern in Kliniken und Heimen zu schaffen. Es liegt natürlich an uns allen, vor der Wahlentscheidung einmal nachzudenken.

RE: Im freien Fall | 02.05.2021 | 13:10

Selbstverständlich ist China keine Demokratie, da haben Sie völlig recht. Was ich sagen wollte ist, dass es China geschafft hat, mit jahrtausendenalten Traditionen zu brechen wie zum Beispiel das Abbinden der Füße bei jungen Mädchen oder die Verheiratung als dritte oder vierte Ehefrau. In Sachen Frauenrechte hat China wirklich große Fortschritte gemacht und auch die Armut ist größtenteils besiegt. Natürlich können das auch Staaten schaffen, die trotzdem eine Demokratie entwickeln, siehe Südkorea oder Japan und es ist zu hoffen, dass auch die Chinesen irgendwann den Weg zu einer freien Gesellschaft finden.

Wahrscheinlich spielt es eine wichtige Rolle, dass sie ostasiatischen Gesellschaften weniger individualistisch und mehr konformistisch sind als die europäischen Länder.

Indien hat meines Erachtens bisher nicht den Weg zu einer modernen Gesellschaft gefunden.

RE: Im freien Fall | 29.04.2021 | 18:16

Eine Gesellschaft, die sich wie China frei von jahrtausenden alten Traditionen gemacht hat, kann eine Krise wie Corona offenbar besser bewältigen als das andere Milliardenvolk Indien mit seinen von religiösen Vorstellungen geprägtem Alltag. China ist keine Demokratie im europäischen Sinne, funktioniert aber sehr effizient, was man von Indien nicht sagen kann. Nur ein Parlament macht noch keinen Good Gourverment aus.

RE: Die große Ungeduld | 29.04.2021 | 18:03

Dem Artikel ist wie immer bei Augstein wenig hinzuzufügen. Die gelernte DDR Bürgerin Merkel und viele ihrer Landsleute in ganz Deutschland zeichnet immer noch diese furchtbare Lust am Gehorsam aus. Man erlebt das täglich an der Agonie, mit der auch die unsinngsten Maßnahmen akzeptiert werden.

Spannend wird es, wenn die Impfungen endlich Wirkung zeigen und sich wieder ein Stück Normalität einstellt. Wie der RKI Chef richtig sagt, wird natürlich auch die Herdenimmunität covid 19 nicht völlig aus der Welt schaffen. Die Krankheit wird dank hoher Impfquote beherrschbar sein aber wegen Mutationen und möglicher Abschwächung des Impfschutzes wird es erneut zu Covid Fällen kommen. Schaffen wir es dann, pragmatisch damit umzugehen oder wird gleich wieder nach einem Lockdown geschrien? Zumindest Frau Merkel brauchen wir dann nicht mehr ertragen.

RE: Eine ungute deutsche Sehnsucht | 15.04.2021 | 18:22

Ich weiss nicht warum der Freitag als einzige linke Zeitung so kritisch gegen die Corona Maßnahmen anschreibt. Beispiel Ausgangssperre: Natürlich soll das Virus damit nicht in den leeren Straßen bekämpft werden, vielmehr geht es darum, gesellige Runden zu später Stunde zu unterbinden. Theoretisch würden die strengen Kontaktbeschränkungen reichen, aber um das zu kontrollieren, müsste das Prinzip der Unverletzlichkeit der Wohnung aufgegeben werden. Das kann ich als Linker nicht wollen. Der öffentliche Raum hingegen unterliegt der Kontrolle des Staates und somit ist die Ausgangssperre das kleinere Übel.

Gewiss, wir wissen nicht ob die Bundesnotbremse wirklich viel bringt, dafür ist die Pandemie einfach zu kompliziert mit all ihren Facetten. Aber müssen wir nicht alles tun um die Zahlen herunterzukriegen? Um möglichst vielen Menschen einen qualvollen Corona Tod zu ersparen oder die unangenehmen Nachwirkungen einer überstandenen Infektion? Ich kenne mehrere die davon betroffen sind.

Ob der Förderalismus übrigens wirklich so gut für Deutschland war ist historisch meines Erachtens fragwürdig. Das zersplitterte Heilige Römische Reich war nie zu einer gemeinsamen Politik fähig und das Gerangel zwischen Kaiser und Fürsten führte am Ende in die Katastrophe des dreissigjährigen Krieges. Tradition heißt ja nicht unbedingt Gut.

RE: Kopf oder Bauch | 15.04.2021 | 18:01

Ist es nicht eher umgekehrt? Markus Söder würde meines Erachtens einen klaren Sieg einfahren, weil er eben so wandlungsfähig ist und gleichzeitig Stärke, Entschlossenheit, Ökologie und Soziales verkaufen kann. Seine chamäleonhaften Fähigkeiten hat er schon oft unter Beweis gestellt. Er ist natürlich vor allem ein ehrgeiziger Machtmensch und von Laschets Unfähigkeit überzeugt. Mir haben schon jede Menge Leute gesagt: Lieber Söder als Laschet.

RE: Das unerreichbare Ziel | 01.04.2021 | 18:15

Ein demokratischer Staat kann eine unausrottbare Krankheit nicht besiegen, schreiben Sie. Doch das kann er aber nicht in ein paar Monaten sondern in einem Zeitraum, den im aktuellen Fall niemand überblicken kann. Wir wissen nicht, wie lange der Impfschutz hält, ob Mutationen entstehen, die eine Auffrischung mit angepassten Vakzinen erfordert oder die Entwicklung ganz neuer Impfstoffe. Eines Tages werden wir das Virus besiegt haben oder auch nicht.

Insofern gebe ich Ihnen recht, Herr Augstein, wenn Sie Lockdowns kritisch sehen. Der viel beschworene kurze harte Lockdown ist Unsinn, weil nach drei Wochen immer noch zu wenig Menschen geimpft sind und nach dann erfolgten Öffnungen die Zahlen unweigerlich wieder steigen.

Die Lösung? Die unfreiwilligen Corona Partys der Arbeitnehmer durch strenge Auflagen für die Unternehmen beenden, aber auch Rücksichtnahme und verantwortliches Handeln jedes Einzelnen. Was spricht gegen einen Cafebesuch für Geimpfte und Menschen mit tagesaktuellen Negativ Test? Und wer kein Risiko eingehen möchte, kann ja zu Hause bleiben, ist doch okay.

Das man keine Sicherheit bekommt wenn man die Freiheit aufgibt ist ja eine bekannte Weisheit.

RE: Minimalstandards? Zu teuer! | 26.02.2021 | 16:48

Der einzige Weg zu einem wirklich fairen Handel ist die radikale Umgestaltung des Steuersystems. Es muss gelten: Unternehmen, die hohe Sozial- und Ökostandarts haben, werden niedrig besteuert während diejenigen, denen Kinderarbeit und Umweltschäden egal sind, entsprechend viel an den Fiskus zahlen. Natürlich sind die Firmen für ihre Zulieferer in den Produktensländern verantwortlich.

So einfach wäre das aber gewiss, das wird in der Plutokratie Deutschland niemals realisiert werden. Und die Leute sind ja glücklich über ihr günstiges Handy.