Ulrike Baureithel

Autorin und Vielfachbewegte in Berlin
Ulrike Baureithel
RE: „Wir müssen uns von Suggestionen befreien“ | 11.09.2016 | 10:06

Aber was hat man denn bei schwerer Krankheit als Patient für eine Wahl, wenn der Arzt sagt: Nehmen Sie das, es gibt nichts Besseres?

Da haben Sie leider Recht. Und deshalb ist das Gerede vom Patienten als Kunden auf gleicher Augenhöhe auch ziemlicher Unsinn.

RE: „Wir müssen uns von Suggestionen befreien“ | 11.09.2016 | 10:04

Lieber Christoph Leusch,

danke für die vielen ergänzenden Beispiele, insbesondere auch dieses:.

Wer zum Bespiel weiß, dass das MRT nur in ca. 8% der Verdachtsfälle zu einem angeblich typischen Schmerzgeschehen, das auf einen Bandscheibenvorfall deutet, auch einen wirklich passenden Befund zur Schmerzursache liefert, aber viele Fälle positiv diagnostiziert, bei denen invasive Engriffe gar nichts bringen, der wird diese Technik, die so gut budgetierbar und für viele Radiologen und Orthopäden sehr profitabel ist, seltener und weniger unkritisch einsetzen.

Kenne ich leider aus eigener Erfahrung!

RE: Ein Nein ist ein Nein | 27.07.2016 | 20:30

Was ich mich frage ist, ob die - notwendige - gesetzliche (und gesellschaftliche) Sanktion von sexualisierter (überwiegend) körperlicher Gewalt wirklich direkt zu mehr Autonomie von verletzlichen Menschen führt, oder zuerst einmal zu einer Verschiebung der Gewalt in den psychischen Bereich.

Bei aller Kritik an Teilen der Leipziger Mitte Studie scheint doch Bestand zu haben, dass über die Zeit hinweg konstant ein sehr großer Teil der Bevölkerung kein Problem damit hat autoritären Persönlichkeitsmerkmalen zuzustimmen. "Autoritäre Aggression" erhält beständig von über der Hälfte aller Befragten (2016: 67%, p. 56) ziemlich, oder voll und ganz Zustimmung.

Über die Leipziger Studie habe ich ja geschrieben. Aber ich denke, das Konezpt des autoritären Charakters, so wie es dort modernisiert in Erscheinung tritt, trifft nicht die Täter sexualisierter Gewalt, auch wenn es dabei um Macht geht und nicht um Sexualität. Also: Pegida-Demonstranten sind nicht automatisch gewalttätig und Vergewaltiger kennen wir auch aus linken Kreisen.

RE: Gegen die Lohnlücke | 24.06.2016 | 19:22

welchen Beifall, bitte? Aber ganz ernsthaft: männlich dominierte Gewerkschaften haben sich hier auch keine Ruhmesblätter verdient!

RE: Bedrohliche Blüten | 10.06.2016 | 11:16

Das Gute ist, dass das kein Mensch macht, solange er bei klarem Verstand ist.

Doch, es werden viele Patientenverfügungen verfasst; sie müssen keineswegs notariell beglaubigt werden.

RE: Bedrohliche Blüten | 10.06.2016 | 11:13

Da Sie mich direkt ansprechen, noch ein Nachtrag:

Es stimmt, es gibt im Gesundheitssektor eine Debatte über das Verhältnis von Nutzen und Wirtschaftlichkeit, wie es z.B. das IQWIG im Hinblick auf Medikamente unternimmt, und über Priorisierung von Gesundheitsleistungen. Das hat m.E. aber nichs mit fremdnütziger Forschung zu tun, wie sie im geplanten Fall der Demenzkranken vorliegt. "Fremdnützige Forschung" ist keien Erfindung von mir, sondern wurde - auch auf europäischer Ebene - lange diskutiert und hat zu einer höchst umstrittenen EU-Richtlinie geführt, auf die das geplante Gesetz reagiert.

Näheres dazu siehe:

http://www.imew.de/de/imew-publikationen/imew-konkret/ethik-der-klinischen-forschung/

RE: Wer ist mein Vater? | 11.05.2016 | 12:24

vielleicht bin ich auch einfach etwas missverstanden worden: Natürlich gibt es auch Studien im Bereich Adoptionsforschung, die belegen, dass sich die Nichtkenntnis der leiblichen Wurzeln zu einem Trauma auswachsen kann. Deshalb gibt es auch das Recht auf Wissen. Mein Schlusssatz war etwas polemisch gemeint: Es gibt ja auch Elternteile (insbesondere Väter), die kennenzulernen es sich vielleicht wirklich nicht lohnt...

RE: Wer ist mein Vater? | 10.05.2016 | 15:40

liebe anne mohnen, das stimmt nicht ganz, es gibt studien, die belegen, dass auch ohne wissen über den vater ein glückliches leben gelingen kann.

RE: Ins Abseits reformiert | 29.04.2016 | 11:57

Viele interessante Beiträge, insbesondere zum Thema Rente, vielen Dank! Ich hab sie alle gelesen. Das Thema hat mich schon/wird uns wohl weiter beschäftigen.

RE: Ins Abseits reformiert | 26.04.2016 | 14:16

@ an Alle

Jetzt würde mich aber doch interessieren:

Sollen wir weiter über den Untergang der SPD debattieren (und die FDP macht sich übrigens schon wieder zum Start klar) oder über die Voraussetzungen einer richtigen Rentendiskussion, was da wären:

-Absenkung des Rentenniveaus durch diverse Maßnahmen wie Nichtanrechnung von Ausbildung, kaum Einzahlung für Arbeitslose und mathematische Kniffs an der Rentenformal ect. ect.

Senkung des Lohnniveaus, Verschiebung des Arbeitsvolumens in den billigeren Dienstleistungssektor, Chancenlosigkeit der Jungen beim Berufsstart ectect.

Bekommt man die SPD dazu, trotz Bedienung ihrer Stammklientel darüber zu reden, wer mehr Rente braucht und wer länger arbeiten kann?

Und darüber, dass das Rentensystem nur funktioniert, wenn es alle gemeinsam schultern....

Grabreden sind ja billig.