Ulrike Baureithel
Ausgabe 2914 | 18.07.2014 | 06:00 10

„Es wird immer noch verdrängt“

Im Gespräch Der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig über zögerliche Politiker und mangelnde Aufklärung

„Es wird immer noch verdrängt“

Rörig möchte, dass Lehrerinnen und Lehrer für die Gefahren sensibilisiert werden

Foto: Christine Fenzl

Trotz der vielen Skandale zu sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist das Interesse an einer umfassenden Aufarbeitung nach wie vor gering. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, übt dieses Amt seit 2011 aus. Er kritisiert, dass sich die Gesellschaft nach wie vor nicht intensiv genug mit dem Thema auseinandersetzt. 

Der Freitag: Nach der Bundestagswahl war zunächst unklar, ob Ihr Amt weiter besteht. Nun sind Sie wieder 100 Tage im Amt. Worüber haben Sie sich am meisten gefreut, was hat Sie am meisten geärgert?

Johannes-Wilhelm Rörig: Gefreut habe ich mich über die gute Arbeitsgrundlage im Koalitionsvertrag. Die noch nicht umgesetzten Empfehlungen des Runden Tisches von 2011 sind dort wieder auf die Werkbank der Politik gelangt. Es geht um Schutzkonzepte, schnellere Hilfen für Betroffene. Wichtig war mir auch eine Betroffenenbeteiligung auf Bundesebene. Leider konnte sich die Große Koalition aber nicht dazu durchringen, eine gesetzliche Grundlage für das Amt eines Missbrauchsbeauftragten zu schaffen. Das spüre ich auch in der täglichen Arbeit.

Von 16 Bundesländern haben bisher nur zwei – das arme Mecklenburg-Vorpommern und Bayern – in den Entschädigungsfonds eingezahlt. Warum dieses Zögern?

Ich hätte es begrüßt, wenn man im Koalitionsvertrag dafür eine Lösung gefunden hätte und der Finanzierungsstreit zwischen Bund und Ländern nicht weiter auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen würde. Die Länder sind der Auffassung, dass die Entschädigungsleistungen für sexuellen Missbrauch im familiären Bereich vom Bund alleine getragen werden sollten. Es geht ihnen darum, kein Parallelsystem für Missbrauchsopfer zu schaffen, sondern die Regelsysteme insgesamt zu verbessern. Hintergrund sind möglicherweise auch die Erfahrungen aus dem Heimkinderfonds Ost und West und die gerade beschlossenen Nachschusspflichten. Die Länder fürchten ein unkalkulierbares Finanzierungsrisiko.

Eine weitere Baustelle ist die von Justizminister Heiko Maas in Angriff genommene Reform des Sexualstrafrechts. Sie sagen, der Runde Tisch sei beim materiellen Strafrecht zu kurz gesprungen. Was meinen Sie damit?

Zur großen Überraschung hatte der Runde Tisch beschlossen, dass es im Hinblick auf die Straftatbestände zu sexuellem Kindesmissbrauch keinen Änderungsbedarf gibt. Jetzt werden aber endlich ärgerliche Schutzlücken geschlossen, zum Beispiel im Hinblick auf sämtliches pädagogisches Personal wie Vertretungslehrer oder soziale Beziehungspartner wie Groß- und Stiefeltern. Meine zusätzliche Forderung ist, auch nichtpädagogisches Personal in den Strafrechtsschutz einzubeziehen, also beispielsweise den Hausmeister an Schulen, den Sportplatzwart oder Busfahrer.

Die Verschärfung des Sexualstrafrechts umfasst auch Kinderpornografie. Der vom Justizministerium vorgelegte Entwurf ist bei Sachverständigen auf wenig Gegenliebe gestoßen. Wie ist Ihre Position dazu?

Für mich ist wichtig, dass das „Posing“ von Kindern, also die Ablichtung von nackten Kindern in „unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung“ in Paragraf 184b aufgenommen wurde. Urlaubsfotos fürs Familienalbum, eigene Kinder, die nackig im Wasser planschen, sind weiterhin straffrei möglich. Nur wer in extremer Weise seine eigene Elternposition missbraucht, soll belangt werden können.

Ein wichtiges Ziel Ihrer Behörde ist die Einrichtung einer unabhängigen Kommission für die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Vergangenheit. Reicht es nicht, wenn die Opfer gehört und entschädigt werden?

Sexueller Missbrauch ist bei uns dann besonders präsent, wenn er zum Skandal taugt. Wir müssen aber kontinuierlich die gesellschaftlichen Strukturen aufdecken und benennen, die im familiären Bereich zum Missbrauch führen, und wir müssen etwas über die Bedingungen wissen, die sexuellen Missbrauch in Institutionen befördern. Das ist über die Anhörung von Betroffenen durch unabhängige Experten möglich. Und für die Betroffenen ist es wichtig, wenn das Leid, das ihnen zugefügt wurde, öffentlich anerkannt wird.

Missbrauch also als politisch opportuner Skandal, aber ansonsten lebt die Gesellschaft lieber mit ihren dunklen Flecken als ein allzu scharfes Aufklärungslicht in die Kinder-, Schul- und andere Zimmer zu werfen?

Ja, diese Einschätzung teile ich. Das spüre ich auch bei meiner Arbeit. Es gibt erhebliche Abwehr- und Verdrängungsmechanismen, das Thema ist für viele so erschreckend, dass sie sich damit am liebsten gar nicht befassen. Deshalb tun sich Politiker auch so schwer mit der Einrichtung einer unabhängigen Aufarbeitung. Sie glauben offenbar, dass das Problem mit der Einrichtung eines Missbrauchsbeauftragten aus der Welt geschafft sei.

Seitens der Betroffenen gab es viel Kritik an der Arbeit des Runden Tisches. Geplant ist nun ein Betroffenenrat. Welche Rolle spielt er?

Betroffene wollen als Expertinnen und Experten in eigener Sache in die Prozesse einbezogen werden. Deshalb habe ich mit ihnen zusammen im vergangenen Jahr eine Konzeption erarbeitet, wie eine sachgerechte, systematische und kontinuierliche Beteiligung an meiner Arbeit ermöglicht werden könnte. Ich werde als Missbrauchsbeauftragter eine Scharnierfunktion haben: Ich muss den Rat frühzeitig über geplante Maßnahmen informieren und gleichzeitig seine Mitwirkungsrechte garantieren.

Hätte ein solcher Rat auch Einfluss auf die Ausarbeitung von Präventionskonzepten?

Auf jeden Fall. Wir haben die Betroffenen aber schon von Anfang an an der Entwicklung unserer Vorhaben beteiligt, beispielsweise beim „Hilfeportal Sexueller Missbrauch“ oder bei der Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“. Auch in meinem Beirat sind Betroffene vertreten.

Sie betonen, Schulen komme bei den Präventionskonzepten eine Schlüsselstelle zu. In der öffentlichen Wahrnehmung sind Schulen aber vor allem Tatorte.

Deshalb müssen wir Schulen von Tat- zu Kompetenzorten machen. Kinder, die im familiären Umfeld sexuellem Missbrauch ausgesetzt sind, suchen gerade in der Schule Vertrauenspersonen, an die sie sich wenden können. Lehrerinnen und Lehrer müssen dafür sensibilisiert werden, entsprechende Gefahren zu erkennen und Hilfsmaßnahmen in die Wege zu leiten.

Zum Schluss noch eine Frage: Sie sprechen hier durchweg von „sexuellem Missbrauch“ von Kindern und Jugendlichen. Es gibt von vielen Seiten Kritik an diesem Begriff, weil er einen richtigen „Gebrauch“ impliziert. Warum halten Sie daran fest?

In Fachkreisen spreche ich meist von sexualisierter Gewalt. Wenn ich aber im juristischen Kontext spreche oder die breite Öffentlichkeit im Blick habe, nehme ich die entsprechende juristische Formulierung – also „sexueller Kindesmissbrauch“ –, wie sie in den Straftatbeständen fixiert ist und auch in der Öffentlichkeit verwendet wird. Wir haben diese Begrifflichkeiten ausführlich auch mit Betroffenen und in meinem Fachbeirat diskutiert. Missbrauch als Begriff für sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist in der Bevölkerung fest verankert, und wir brauchen dieses Keyword für die Kommunikation. Wir haben uns sehr intensiv damit auseinandergesetzt und uns sogar von der Deutschen Gesellschaft für deutsche Sprache beraten lassen, sie bestätigten unser Wording.

 

Was unternommen wird

Nach der geplanten Reform des Sexualstrafrechts beginnt die Verjährungsfrist künftig erst mit dem 30. Lebensjahr; sexueller Missbrauch von Jugendlichen wird in diese Regelung mit aufgenommen. Außerdem sollen gravierende Schutzlücken geschlossen werden (etwa Missbrauch durch Groß- oder Stiefeltern). Bildaufnahmen von Kindern „in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung“ sollen unter Strafe gestellt werden. Noch in diesem Jahr wird ein Betroffenenrat mit 15 Mitgliedern eingerichtet, um die Opfer in die Ent-wicklung von Schutzkonzepten einzubeziehen. In den Hilfsfonds haben zwei Länder bislang 60 Millionen Euro ein-gezahlt. 1.239 Anträge auf Hilfe-leistungen gingen ein, 354 Anträge wur-den beschieden und dafür 1,8 Millionen Euro bewilligt; für kon-kret beanspruchte Hilfen wurden 243.000 Euro ausbezahlt. uba

 

Johannes-Wilhelm Rörig folgte 2011 als Missbrauchsbeauftragter seiner Vorgängerin Christine Bergmann im Amt und wurde im April 2014 für weitere fünf Jahre bestätigt. Der ehemalige Rich- ter und hohe Beamte im Familienministerium legt bei seiner Arbeit großen Wert auf die Beteiligung der Betroffenen

 

Das Gespräch führte Ulrike Baureithel

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 29/14.

Kommentare (10)

Gregor Gerland 19.07.2014 | 05:32

"Die Gesellschaft für deutsche Sprache bestätigte unser wording"

Obwohl seit mehreren Jahrzehnten kosmopolitisch eingestellt und dreier Fremdsprachen einigermaßen mächtig, obwohl angewidert von Nationalismen aller Art und Deutschtümeleien im Besonderen, empfinde ich einen solchen Sprachmissbrauch als primitiv und abstoßend.

Wording! Nicht etwa Wortwahl oder Sprachregelung. Wozu auch? Man kann sich so einen Rörig problemlos vorstellen, wie er bei einem workshop contents auf ein flipchart schreibt. Warum eigentlich nicht Englisch zur Amtssprache machen? Würde sicher den ein oder anderen Shitstorm nach sich ziehen, und manche würden sich entfrienden, aber danach wäre doch alles ganz easy.

Die amerikanischen Amerikaner würden sich von den deutschen Amerikanern bestimmt überzeugen lassen, das public-viewing gar nicht die öffentliche Aufbahrung einer Leiche ist, wie sie immer dachten, sondern etwas, dass man früher auf Deutsch Rudelglotzen genannt hätte. Und, dass Streetworker in Wahrheit gar keine Prostituierten sondern Sozialarbeiter sind.

Weiterer Vorteil: "Die Gesellschaft für deutsche Sprache“ könnte ihre Arbeit einstellen. Die wäre schlichtweg überflüssig. Noch nicht einmal ein Rörig müsste sich mehr Gedanken um sein wording machen.

Ein Beauftragter der Bundesregierung als Sprachpanscher! Das ist nicht aushalten. Das große Problem der Gewalt gegen Kinder politisch bearbeiten wollen, aber schon an der lächerlichen Anforderung, normal zu sprechen, scheitern. Was soll man da in der Sache für Lösungskompetenzen erwarten?

Gregor Gerland 19.07.2014 | 05:39

"Die Gesellschaft für deutsche Sprache bestätigte unser wording"

Obwohl seit mehreren Jahrzehnten kosmopolitisch eingestellt und dreier Fremdsprachen einigermaßen mächtig, obwohl angewidert von Nationalismen aller Art und Deutschtümeleien im Besonderen, empfinde ich einen solchen Sprachmissbrauch als primitiv und abstoßend.

Wording! Nicht etwa Wortwahl oder Sprachregelung. Wozu auch? Man kann sich so einen Rörig problemlos vorstellen, wie er bei einem workshop contents auf ein flipchart schreibt. Warum eigentlich nicht Englisch zur Amtssprache machen? Würde sicher den ein oder anderen shitstorm nach sich ziehen, und manche würden sich entfrienden, aber danach wäre doch alles ganz easy.

Die amerikanischen Amerikaner würden sich von den deutschen Amerikanern bestimmt überzeugen lassen, das public-viewing gar nicht die öffentliche Aufbahrung einer Leiche ist, wie sie immer dachten, sondern etwas, dass man früher auf Deutsch Rudelglotzen genannt hätte. Und, dass streetworker in Wahrheit gar keine Prostituierten sondern Sozialarbeiter sind.

Weiterer Vorteil: "Die Gesellschaft für deutsche Sprache“ könnte ihre Arbeit einstellen. Die wäre schlichtweg überflüssig. Noch nicht einmal ein Rörig müsste sich mehr Gedanken um sein wording machen.

Ein Beauftragter der Bundesregierung als Sprachpanscher! Das ist nicht auszuhalten. Das große Problem der Gewalt gegen Kinder politisch bearbeiten wollen, aber schon an der lächerlichen Anforderung, normal zu sprechen, scheitern. Was soll man da in der Sache für Lösungskompetenzen erwarten?

Avatar
Ehemaliger Nutzer 21.07.2014 | 10:23

Nö Fakt, ein weiteres Fakt, dass nicht mit der feministischen Ideologie von der Frau als besseren Menschen übereinstimmt.

Das, was ich schreibe, wird sogar von einigen Feministinnen zugegeben, allerdings rechtfertigen die das sofort damit, dass ja die Frau mehr Zeit mit Kindern verbringen würden.

Allein zum Thema Missbrauch empfehle ich Ihnen "Von der Mutter missbraucht: Frauen und die sexuelle Lust am Kind" von Alexander Markus Homes

Lethe 21.07.2014 | 12:12

Dass dieser Sachverhalt vorkommt und nicht einmal sonderlich selten ist, wissen alle, die für die Problematik überhaupt sensibilisiert sind. Dass die meisten Kinder von der eigenen Mutter sexuell missbraucht werden, ist hanebüchener Quatsch. Der offizielle Anteil von Frauen liegt bei 4% aller Fälle von Kindesmissbrauch, die Dunkelziffer wird auf etwa 15% geschätzt. Das sind natürlich 15% zuviel, ist aber weit von der Mehrzahl aller Fälle entfernt.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 21.07.2014 | 13:35

Ich kopier dir mal was, um dir die Chance zu geben, deine ideologische Verbortheit zu überwinden; die Zahlen mitten im Text sind die Quellenangaben, einzelne kann ich nachreichen, wenn Interesse besteht, aber nicht alle, das ist mir zu viel Arbeit:

· Die Polizeiliche Kriminalstatistik von 1990 spricht von gerade einmal 1,7Prozent Tatverdächtigen weiblichen Geschlechts. Aber ähnlich lächerlicheAngaben macht die Kripo auch, wenn es um die Rate der Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigungen geht. Um mit Claudia Heyne zu sprechen: »Diese Zahlen scheinen von der Realität weit entfernt zu sein.« (198, 270)
· Laut einer Studie des Bremer Sexualwissenschaftlers Professor Dr. Gerhard Amendt gab von rund tausend befragten Müttern jede dritte sexuelle Stimulierung an ihren Söhnen zu (198, 270; 288, 236).
· Eine Studie von Fritz, Stoll und Wagner, bei der mehrere hundert College-Studenten befragt wurden, kam bei den männlichen Missbrauchsopfern unter ihnen auf 60 Prozent weibliche Täter (151, 54-58; 198, 272).
· Eine Studie von Risen und Kross kam bei knapp dreitausend befragten männlichen Studenten auf 47,1 Prozent weibliche Täter (198, 272).
· Johnson und Shrier befragten 1987 1000 adoleszente männliche Patienten in einer medizinischen Klinik. Von diesen hatten 25 sexuellen Missbrauch erlitten, 44 Prozent durch eine Frau und 65 durch einen Mann (natürlich waren Mehrfachnennungen möglich; 510, 36).
· Eine Studie unter Jugendlichen in Untersuchungshaft ergab, dass 70 Prozent von ihnen vor ihrer Inhaftierung sexueller Gewalt ausgesetzt waren. Dafür waren zu 58 Prozent weibliche Jugendliche verantwortlich. J. Brannon, der Leiter der Studie nimmt an, dass es einen Typus von weiblichen Jugendlichen
gibt (z. B. Freundinnen älterer Geschwister und Babysitter), deren Opfer Junen vor der Pubertät sind (282, 434).
· Eine Studie über Missbrauchstäter, die in ihrer Kindheit selbst missbraucht worden waren, ergab, dass dies bei 45 Prozent der Fälle durch Frauen und bei 55 Prozent durch Männer geschah (198, 272).
· Eine Befragung von 83 erwachsenen Vergewaltigern kam zu dem Resultat, dass 59 Prozent von ihnen vor ihrem sechzehnten Lebensjahr Opfer sexuellen Missbrauchs durch eine Frau gewesen waren (510, 36).
· Der Deutsche Kinderschutzbund berichtete dem Gynäkologen und Gerichtsgutachter Reiner Gödtel zufolge, dass 1990 in Frankfurt/M. 25 Prozent der Inzest-Delikte von Müttern verübt wurden, während es zwei Jahre zuvor nur 6,5 Prozent gewesen waren. Gödtel: »Wohl auch aus ideologischen Gründen wurden die sexuellen Übergriffe von Frauen jahrelang ignoriert.
Erkenntnisse, die der Frauenbewegung nicht ins Konzept passten, wurden unterdrückt.« (175, 247) Man kann nur spekulieren, wie hoch die Zahl der gemeldeten Fälle wäre, wenn sowohl das soziale Tabu als auch der politische Druck der Frauenbewegung vollständig wegfielen.
· Die amerikanische NHSLS, die nationale Gesundheits- und Soziallebensstudie, ergab, dass 17 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer vor ihrer Pubertät von älteren bzw. erwachsenen Personen sexuell berührt worden waren - die Mädchen vorwiegend von Männern, die Jungen vorwiegend (zu
zwei Dritteln) von Frauen. Fazit der NHSLS: Sexueller Missbrauch ist kein Verbrechen von Männern gegen Mädchen, sondern von Teenagern und Erwachsenen gegen Kinder. Das Ergebnis dieser Studie wurde von Feministinnen wie Dworkin offensichtlich ignoriert, weil es nicht in ihre Propaganda vom »Geschlechterkrieg« hineinpasste (68, 244-245; 135, 298-299).
· Dem Magazin »Panorama« der britischen BBC zufolge geht man in England davon aus, dass 25 Prozent allen Missbrauchs an Kindern von Frauen begangen wird - was im Vereinigten Königreich zu 250.000 Opfern von weib-lichen Tätern führen würde. Es handelte sich bei den Täterinnen um Frauen
jeder Altersklasse von Teenagerinnen bis zu Großmüttern, aus jeder sozialen Schicht und mit dem unterschiedlichsten Bildungshintergrund (349).
· Wenn man die Zahlen speziell auf das Gebiet der Familie begrenzt, scheint die Schere sogar in die andere Richtung aufzugehen. Einer Befragung der »Children's Right Coalition« bei staatlichen Kinderschutzorganisationen zufolge missbrauchen Mütter ihre Kinder zweimal so häufig wie Väter (299,
186, 190). Andere britische Experten bestätigen zumindest, dass die Hälfte ihrer sich wegen Missbrauchs in Therapie befindenden Patienten diesen Missbrauch von ihrer Mutter erlebten (251, 291).

Quelle: Arne Hoffmann "Sind Frauen bessere Menschen?"

Lethe 21.07.2014 | 18:02

die Mehrzahl der genannten Studien scheint aber eher darauf hinaus zu laufen, dass weibliche Vergewaltiger mehrheitlich heterosexuell sind und nicht etwa, dass die Mehrzahl aller an Kindern begangenen Vergewaltigungen von Frauen ausgeführt wurden. Also wenn Frauen überhaupt Kinder vergewaltigen, dann mehrheitlich gegengeschlechtlich. Um Ihre ursprüngliche Aussage zu belegen, müssten Sie nachweisen, dass in Deutschland von jährlich im Durchschnitt seit 2004 etwa 16000 Fällen pro Jahr über 8000 Fälle von Frauen begangen wurden.