Federleichte Fingerübung

Schreiberin Kerstin Hensel präsentiert eine Novellensammlung über verwirrte Liebesverhältnisse und erzählt mit Lust an den Geschichten und den Figuren die sie tragen
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Feder: federn, Feder führen, Federn lassen, federweiß, Federgewicht, Federvieh, Federhalter, Federlesen, federleicht ... Die deutsche Sprache kennt viele Worte und Umschreibungen, die das Vogelkleid aufrufen und semantische Felder aufspannen. Kerstin Hensel macht daraus ein titelgebendes Federspiel, das auf das Flüchtige einer Feder ebenso anspielt wie auf seine Substanz im Akt des Schreibens. Als Liebesnovellen firmieren die drei sehr unterschiedlich ausgeführten Erzählungen, wobei die darin vorgestellten Lieben so disparat und widerspenstig sind wie die gelegentlich sich sträubend aufstellende oder in Glücksmomenten eben gefügige Feder.

In „Der Gnadenhof“ wird das alte Kinderspiel Alles, was Flügel hat, fliegt als motivisches Elemen