Fenster zum Hof

Berliner Abende Eigentlich war ich bislang auf Geräusche abonniert. Der Techno der Nachbar-Kids. Die Katze, die nachts vor meinem Fenster auf Wanderschaft geht und ...
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Eigentlich war ich bislang auf Geräusche abonniert. Der Techno der Nachbar-Kids. Die Katze, die nachts vor meinem Fenster auf Wanderschaft geht und klagend schreit. Das Quietschen des Bettes, wenn allmorgendlich der Wecker den Hotelservice nebenan zum Dienst zitiert. Das Schrillen des Telefons aus der Anwaltspraxis unter mir. Gelegentlich ein Auto, das sich in die kleine Nebenstraße verirrt hat und mühsam wendet. Und von weitem das regelmäßige Gekreisch der U 1, wenn sie sich am Gleisdreieck in die Kurve legt. Geräusche ohne Ende, Geräusche ohne Gesichter und Namen.

Seitdem ich umgezogen bin, hat sich das alles verändert. Statt leergefegtem Bewag-Gelände, kahlen Gleisschneisen und endlosem Tunnelbau begleitet mich nun Berliner Alltag, der keine z