Geschlechter-Studien an deutschen Hochschulen

GESCHLECHTERFORSCHUNG Neben der Humboldt-Universität zu Berlin bietet auch die Universität Oldenburg seit dem Wintersemester 1997/98 einen Studiengang Frauen- und ...

Neben der Humboldt-Universität zu Berlin bietet auch die Universität Oldenburg seit dem Wintersemester 1997/98 einen Studiengang Frauen- und Geschlechterstudien an, im Unterschied zu Berlin allerdings nur als Nebenfach. Wie in der Hauptstadt verbindet sich mit dem Studiengang in Oldenburg ebenfalls der Wunsch, die unterschiedlichen Fachgebiete der Geistes- und Sozialwissenschaften und der Naturwissenschaften interdisziplinär zu vernetzen.

Während in Berlin die Ausgangsbedingungen durch den Neuaufbau der Humboldt-Universität vorgegeben waren, geht die niedersächsische Initiative auf eine zwanzig jährige Frauenforschungstradition von Wissenschaftlerinnen zurück. Seit der Gründungsphase Mitte der neunziger Jahre gehörten einschlägige Veranstaltungen zum festen Bestandteil des Lehrangebots, und bereits im Sommersemester 1997 konnte der Promotionsstudiengang "Kulturwissenschaftliche Geschlechterstudien" ins Leben gerufen werden.

Von den Studierenden wurde der Studiengang gut aufgenommen, derzeit sind 80 NebenfachstudentInnen eingeschrieben, auch hier macht der Männeranteil circa zehn Prozent aus. In Planung ist ein Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung, das gezielt die Studienplanung, Forschungskooperation und Nachwuchsförderung übernimmt. Im Rahmen der Expo 2000 ist der Oldenburger Studiengang an der Internationalen Frauen universität beteiligt.

Auch in Konstanz, Hannover, Bremen, Freiburg und Marburg gibt es Initiativen, um die Gender-Studies an der Universität zu verankern. Während in Hannover ein historisch-sozialwissenschaftlicher Aufbaustudiengang unter der Federführung von Gudrun Axeli-Knapp und Regina Becker-Schmidt geplant ist, bemühen sich Konstanz und Freiburg um reguläre Haupt- beziehungsweise Nebenfachstudiengänge, ebenfalls in Marburg und Bremen, wo es bereits seit längerem Zentren für feministische Forschung gibt.

In Konstanz befinden sich die Gender Studies seit dem Sommersemester 1998 in einer Erprobungsphase. Im Unterschied etwa zu Hannover ist das Konstanzer Angebot stark kulturwissenschaftlich und philosophisch orientiert. Die endgültige Entscheidung über die Weiterführung des Projekts wird im Winter 2000/2001 fallen.

Kontakte:

Humboldt-Universität zu Berlin. Philosophische Fakultät III. Dorotheenstraße 26, 10099 Berlin, Tel. 0049/30/2093-4452.

HUB, Phil. Fak. III, Zentrum für Interdisziplinäre Frauenforschung (ZiF), Sophienstr. 22a, 10178 Berlin, Tel. 0049/30/30882-301, Fax 30882-216. Internet: http:// www2.rz.hu-berlin.de/inside/zif/fragen.htm

Oldenburg: Heike Fleßner, FB 1 der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 26111 Oldenburg, e-mail: flessner@hrz1.uni-oldenburg.de

Freiburg: Ellen Biesenbeck/Marion Mangelsdorf Tel. 0761/2034216

Zentrum für Feministische Studien der Universität Bremen: Kathrin Heinz, Tel. 0421/2187721

Zentrum für Feministische Forschung, Universität Marburg: Dr. Karola Matry, Tel. 06421/2824823

Studiengang Gender-Studies, c/o Philosophische Fakultät Konstanz, Sabrina Dittus, Tel. 07531/958980, e-mail: sabrina.dittus@uni-konstanz.de

Mit dem Freitag durchs Jahr!

12 Monate lesen, nur 9 bezahlen

Geschrieben von

Ulrike Baureithel

Redakteurin „Politik“ (Freie Mitarbeiterin)

Ulrike Baureithel studierte nach ihrer Berufsausbildung Literaturwissenschaft, Geschichte und Soziologie und arbeitete während des Studiums bereits journalistisch. 1990 kam sie nach Berlin zur Volkszeitung, war im November 1990 Mitbegründerin des Freitag und langjährige Redakteurin in verschiedenen Ressorts. Seit 2009 schreibt sie dort als thematische Allrounderin, zuletzt vor allem zuständig für das Pandemiegeschehen. Sie ist außerdem Buchautorin, Lektorin und seit 1997 Lehrbeauftragte am Institut für deutsche Literatur der Humboldt Universität zu Berlin.

Ulrike Baureithel

Wissen, wie sich die Welt verändert. Testen Sie den Freitag in Ihrem bevorzugten Format — kostenlos.

Print

Die wichtigsten Seiten zum Weltgeschehen auf Papier: Holen Sie sich den Freitag jede Woche nach Hause.

Jetzt sichern

Digital

Ohne Limits auf dem Gerät Ihrer Wahl: Entdecken Sie Freitag+ auf unserer Website und lesen Sie jede Ausgabe als E-Paper.

Jetzt sichern

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Jetzt kostenlos testen

Was ist Ihre Meinung?
Diskutieren Sie mit.

Kommentare einblenden