Ulrike Baureithel
29.11.2012 | 08:00 208

„Ich fühle mich wie 40“

Frauenrechtlerin Keine Frau wurde in der alten Bundesrepublik so angefeindet wie Alice Schwarzer. Nun hat sie Geburtstag. Wir gratulieren mit einem großen Interview

„Ich fühle mich wie 40“

"Ich lag viele Jahre auf der Ritze der deutschen Ehebetten": Alice Schwarzer

Foto: Katja Lenz/dapd/ddp

Steile Treppen führen hoch über dem Rhein ins Allerheiligste. Im mittelalterlichen Kölner Bayenturm hat nicht nur die Frauenbewegung einen Gedächtnisort gefunden, dort wird auch Emma produziert. Ein Stockwerk unter den in den Himmel sich windenden Archivräumen residiert Alice Schwarzer. Ihr Büro wirkt bescheiden, rechterhand ein großes Porträt von Simone de Beauvoir. Die Chefin nimmt sich Zeit, obwohl die Schlussredaktion fürs neue Heft läuft. Nach unserem Gespräch werden wir die Titelseite begutachten. Ich bin gespannt, was am Ende am Kiosk liegen wird.

 

Der Freitag: In Ihrer Autobiographie erzählen Sie über ein Interview, das Sie 1978 mit Simone de Beauvoir über „Das Alter“ geführt haben. Sie wundern sich damals, dass Beauvoir, als sie 70 wurde, persönlich so gar nichts mit dem Thema zu tun haben wollte. Jetzt wird Alice Schwarzer 70. Haben Sie wie Beauvoir auch das Gefühl, dass man immer nur für die anderen alt ist oder stellt sich das Altersgefühl doch irgendwann ein?

Alice Schwarzer: Im Gegensatz zu Beauvoir, die den ersten Altersschock mit Mitte 50 erlebte und dann den Klassiker über „Das Alter“ geschrieben hatte, habe ich das enorme Glück zur rebellischen Generation zu gehören. Wir haben erreicht, dass sich in den letzten Jahrzehnten das Altwerden von Frauen, also die Phase, in der sie unter der erotischen Tarnkappe verschwinden, in mehreren Schüben um 30 Jahre nach hinten verschoben hat. Sodass ich derzeit gefühlte 40 bin. Klar, das Alter ist ja eine Tatsache, aber eben auch eine relative Kategorie. Für sich selbst bleibt man die, die man immer war, reicher an Erfahrung, aber innerlich das junge Mädchen oder die Dreißigjährige. Es ist der Blick von außen, der einem das Alter zuweist.

Ich stehe auf den Schultern von Riesinnen“, haben Sie einmal in Bezug auf die weiblichen Vordenkerinnen gesagt. Fühlen Sie sich heute – nach 40 Jahren Frauenbewegung - selbst als eine solche Riesin? Und ist das nicht auch eine Bürde?

Natürlich ist das eine Bürde, wie Sie fast täglich in der Zeitung lesen können. Ich bin eine der Pionierinnen der zweiten Frauenbewegung und habe eine Menge zum Aufbruch der Frauen beigetragen und tue das bis heute. Also sprechen mich jetzt vor allem junge Frauen an. Ich bin eine Ermutigung für sie. Was mich freut. Aber es engt mich manchmal auch ein, ich muss diese Vorbildfunktion mit bedenken. Das kann lästig sein. Das ist das eine. Das andere sind die ewigen Frauenquerelen ...

Dazu kommen wir noch. Sie sagten, Sie seien eine der Pionierinnen, es gab ja sehr viele und auch bekannte. Sie gelten inzwischen aber als die Pionierin des Feminismus. Das ist doch eigenartig.

Ja, das finde ich auch eigenartig. Und schade. Aber ich bin ja nicht nur Feministin, ich bin auch ein Individuum. Ich bin ich. In Österreich oder der Schweiz gibt es auch keine Alice Schwarzer, was dort von manchen beklagt wird. Grundsätzlich kann im Namen einer „Frauenbewegung“ seit Anfang der 1980er Jahre niemand mehr sprechen. Seither gibt es keine Bewegung im politischen Sinne mehr, also keine vernetzte Bewegung, die sich als solche versteht und so handelt. Seither ist der Feminismus den langen Weg in die Gesellschaft angetreten. Feministinnen sind Lehrerinnen geworden, Journalistinnen, Wissenschaftlerinnen, Hausfrauen, sie engagieren sich lokal oder in beruflichen Zusammenhängen. Es gibt Tausende von engagierten Feministinnen in diesem Land. Nur: Die sind nicht auf dieser öffentlichen, medialen Ebene sichtbar. Ich bin ja Journalistin. Die Medien sind meine Profession.

Ach, und deshalb arbeiten Sie für Bild?

Was heißt arbeiten? Ich habe den unseligen Fall Kachelmann über Emma hinaus für dieses Blatt mit Millionen-Auflage kommentiert. Und darauf bin ich wirklich stolz! Stolz, mir nicht zu fein zu sein, auch in Boulevardmedien zu gehen, wenn es sein muss. Und in diesem Fall musste es sein. Denn hier geht es nicht nur um die anscheinend unlösbare Wahrheit dieser Nacht. Es geht um die ganze Art, wie der Fall in der Öffentlichkeit verhandelt wurde: einschüchternd für alle Opfer.

Kommen wir auf die Riesin zurück. Es gibt viele jüngere Frauen wie Charlotte Roche, die gar nicht auf Ihren Schultern stehen wollen.

Ich möchte Charlotte gar nicht auf meinen Schultern stehen haben. Aber es ist auch absurd, von den Jungen reden. Die sind so vielfältig wie die Älteren. Ich zum Beispiel mache seit Jahren die Erfahrung, dass sehr viele junge Frauen die Emma lesen, meine Bücher kaufen, zu meinen Lesungen kommen. Es gibt aber in der Tat so ein Dutzend Frauen in den Medien, die unter dem Label „jung“ segeln - obwohl sie oft auch schon Anfang oder Mitte 40 sind - und versuchen, sich durch die Abgrenzung von „der Schwarzer“ beliebt zu machen. Diese Strategie beobachte ich nun seit 20 Jahren zunehmend amüsiert. Es gibt ganze Frauen-Karrieren, die auf der Aussage beruhen: Ich finde Schwarzer scheiße. Dazu kann ich nur sagen: Mädels, existiert einfach selber! Macht euer eigenes Ding, statt euch wieder und immer wieder an mir abzuarbeiten, euch bei den Männern anzubiedern, indem ihr euch von mir distanziert. Diese Männer durchschauen das übrigens durchaus, und ihr steigt damit nicht unbedingt in ihrer Achtung. Hinzu kommen politische Differenzen. Ich gehöre keiner Partei und keinem Lager an, bin wirklich unabhängig. Das macht vogelfrei.

Für so wichtig angesehen zu werden, ist doch auch eine gewisse narzisstische Befriedung.

Es geht so. Ich brauche das nicht.

Aber ist es nicht ein Phänomen, dass junge Frauen, die für sich in Anspruch nehmen, mit den Männern gleichzuziehen, sich von einem Feminismus abgrenzen, der wie der Ihre nicht etwa die Differenz des Weiblichen betont, sondern auf Egalität setzt?

Was heißt abgrenzen? Der Feminismus, der das Egalitätsprinzip vertritt - gleiche Chancen, Rechte und Pflichten für Frauen wie Männer - hat sich durchgesetzt! So versteht eine überwältigende Mehrheit im Land Emanzipation. Gleichzeitig bin ich seit 40 Jahren aber auch das böse Mädchen, von dem man sich distanzieren muss. Der öffentliche Umgang mit mir soll Angst machen, Frauen sollen begreifen, dass ihnen ein so unabhängiger Feminismus Ärger einbringt, dass er sie unbeliebt macht. Es geht also bei der Distanzierung von mir weniger um das, was ich wirklich denke oder schreibe, sondern es geht um die Distanzierung vom Klischee Schwarzer, vom unbequemen Feminismus. Kürzlich habe ich eines der ehemaligen so genannten Alphamädchen auf einer Tagung getroffen. In der Pause kam sie zu mir und sagte, dass sie heute vieles anders sehe, sie habe jetzt ein Kind, ihre Situation habe sich geändert. Sie würde das Buch heute nicht mehr so schreiben. Das heißt, so manche jüngere Frau hat Illusionen und hofft, durch Anbiederung weiterzukommen – und dann landet sie in der Realität.

Ich habe mich oft gefragt, ob nicht nur die Frau Alice Schwarzer, sondern auch Ihr Thema, Sexualität, das so besonders Provozierende ist.

Ohne jeden Zweifel! Ich habe im Kleinen Unterschied ja die Rolle von Liebe und Sexualität im Leben einer Frau und in ihrer Beziehung zu Männern analysiert, da geht es natürlich ans Eingemachte. Ich lag sozusagen jahrelang auf der Ritze der Ehebetten: Für oder gegen Alice Schwarzer?! Das war ja von Anbeginn an das zentrale Thema der Neuen Frauenbewegung. Ich stehe da in der Tradition einer Kate Millett oder Shulamith Firestone. Ich habe den Zwang zum Koitus analysiert und was das für weibliche Sexualität und das Monopol von Männern über Frauen bedeutet. Wir Feministinnen haben die wahre sexuelle Revolution gemacht. Und wenn das heute in der Sexualität auch zwischen Frauen und Männern besser läuft, ist das vor allem unser Verdienst.

Der „primäre Grund für Sexualstörungen von Frauen“, so eine These in Der kleine Unterschied, „ist ihre Abhängigkeit vom eigenen Mann.“ Nun sind die Frauen heute objektiv und subjektiv erheblich unabhängiger als damals – was aber nicht heißt, dass Frauen keine so genannten „Sexualstörungen“ mehr haben.

Abhängigkeit schließt Liebe aus. Je unabhängiger, umso liebesfähiger. Zugenommen hat darum die so genannte einvernehmliche Sexualität zwischen Männern und Frauen, das ist ein großer Fortschritt. Aber wie das immer mit Fortschritten ist, es gibt auch Rückschläge. Und einer heißt Pornografie. Die findet nicht mehr nur in Schubladen und schmutzigen kleinen Filmen statt, sondern ist allgegenwärtig. Wir haben es heute mit einer pornografisierten Kultur und Mode zu tun, die die Fantasien der jungen Männer und Frauen vergiftet. Mir kommen die Tränen, wenn ich mich an meinen ersten Kuss und die ersten Flirts erinnere und an die heutigen 14- oder 17-Jährigen denke und die Bilder, die ihr Begehren geprägt haben. Sie müssen wir schützen. Wir brauchen übrigens dringend eine große Studie über das Sexualverhalten junger Menschen heute, um belegen zu können, was passiert, wenn befreite Sexualität und Pornografie aufeinander treffen.

Gibt es nicht auch wieder einen neuen sexuellen Leistungszwang?

Und eine erneute Fixierung auf den Koitus. Meine Generation hatte ja entdeckt, dass sexuell vieles Spaß machen kann. Wir waren viel experimentierfreudiger. Dass das wieder verloren gegangen ist, hat etwas mit der Bumskultur zu tun, die uns via Pornografie eingehämmert wird. Eine der Folgen übrigens ist, dass der Orgasmus, wie Umfragen belegen, von Frauen wieder viel öfters vorgetäuscht wird. Sie müssen jetzt Lust haben.

Was halten Sie in diesem Zusammenhang von den neuen Formen der Körperzurichtung? Von Ganzkörperrasur über Tatoos bis hin zur Pille als Lifestyle-Produkt?

Bezeichnenderweise stammt die Schamrasur aus der Pornografie, wo man rasiert, um die Genitalien sichtbarer zu machen. Diese zugerichteten Körper zielen ja ausschließlich auf Äußerlichkeit – Sexualität aber hat vor allem mit Gefühlen zu tun. Die spielt sich im Kopf ab.

Und trotzdem gibt es unter jüngeren Frauen ein neues Einverständnis mit Pornografie, wenn wir an Bücher wie „Feuchtgebiete“ und ähnliches denken.

Das ist ja eher ein sehr trauriges Buch. Charlotte Roche kokettiert nur mit der Pornografie, eigentlich ist das Buch ein einziger Schrei nach Aufmerksamkeit. Und das darin beschriebene, extrem spießige Szenario ist das Gegenteil von erotisch. Roche versucht zu provozieren, aber das verzweifelte Leben bricht durch. Marktanalysen belegen übrigens, dass vor allem ältere Männer das Buch gekauft haben. Mit einer Befreiung für Frauen hat das wenig zu tun.

So wie die barbusige junge Frau von den ukrainischen „Femen“ auf der Titelseite der Emma? Früher hatten Sie mal Kampagnen gegen nackte Mädchen auf Titelblättern angeführt.

Wir haben nichts gegen Nacktheit oder Erotik! Es geht doch nur darum, dass man Frauen nicht zu Objekten degradiert. In der Pornografie geht es um die Verknüpfung von sexueller Lust mit Lust an Erniedrigung und Gewalt. Davon kann bei den Femen nicht die Rede sein, auch wenn sie ihre Brüste zeigen. Ich persönlich habe dafür plädiert, dass die Femen Anfang des Jahres bei Emma eine Titelgeschichte wurden. Denn ich finde es wirklich subversiv, wie sie einerseits die mediale Geilheit nach Entblößung bedienen – und ihnen gleichzeitig ihre Forderungen nach Abschaffung der Prostitution und gegen „die Frau als Ware“ entgegenhalten. Jetzt gibt es ja auch eine Femen-Gruppe in Deutschland. Gerade gestern haben die vor dem Fließband-Bordell „Pascha“ in Köln protestiert.

Ich würde gerne noch einmal auf etwas zurückkommen, was wir im Hinblick auf Sexualität diskutiert haben, nämlich Selbstbestimmung. Selbstbestimmte Sexualität und Mutterschaft waren der Ausgangspunkt aller §218-Kampagnen. Aber der Begriff der Freiwilligkeit wird inzwischen doch immer mehr politisch missbraucht.

Das stimmt. Freiwillig ist ein heikler Begriff geworden. All diese hehren Begriffe wie Frieden, Menschenrechte, Selbstbestimmung. Ich beobachte seit 10, 15 Jahren, wie diese Begriffe pervertiert wurden und für das Gegenteil eingesetzt. So genannte Friedenstruppen intervenieren im Namen von Menschen- oder Frauenrechten in Ländern, die noch zerstörter zurückbleiben als vorher. Und auch die individuelle Freiwilligkeit ist nicht selten zum nackten Zynismus verkommen. Was Frauen im Namen der Freiwilligkeit alles tun:, Sie shoppen freiwillig, sie verstümmeln ihre Körper freiwillig, sie prostituieren sich freiwillig.

Und die Mädchen umgeben sich wieder mit rosa Lillifee-Produkten, als habe es nie eine Debatte über geschlechtsspezifische Sozialisation gegeben. Ist das nur eine marktorientierte Revitalisierung des Weiblichen oder steckt da mehr dahinter?

Aber natürlich steckt mehr dahinter. Nach meiner Erfahrung sticht Ideologie Profit. Wenn beides zusammengeht, ist das natürlich ideal. Wir haben in Emma in den vergangenen Jahren viel über die Pink-Industrie mit ihren Milliarden-Umsätzen berichtet, die die Kinder verblödet. Und unsere kluge Kollegin Susan Faludi hat diesen Backlash ja schon vor Jahrzehnten am Beispiel der Mode analysiert.

Gleichzeitig gibt es den Zwang zur ständigen Selbstoptimierung und die Vorstellung des anything goes ...

Wir leben in sehr widersprüchlichen Zeiten. Es gibt einerseits einen enormen Fortschritt. Junge Frauen haben heute Möglichkeiten, von denen ich in ihrem Alter nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Die Welt steht ihnen offen, zumindest theoretisch. Sie sind auf dem Weg in die Welt. Doch dann kommt da diese Unterwelle des Backlash, der ihnen die Füße weg schlägt. Der harte Kern dieses Rückschlags sind die Pornografisierung der westlichen Welt sowie der religiöse Fundamentalismus. Das sind zwei Seiten einer Medaille: Entblößung oder Verhüllung. Und da sind die Islamisten zurzeit führend im Weltmaßstab, die fundamentalistischen Christen aber folgen ihnen auf dem Fuße. Ich finde also, dass junge Frauen es heute schwerer haben als wir damals. Warum? Als meine Generation jung war, haben wir Hürden überwunden, Türen eingetreten, die Welt erobert. Jeder Schritt war ein Schritt nach vorne. Wir konnten nur gewinnen. Wir kamen aus der Dunkelheit und gingen ins Licht. Die Jungen heute stehen im gleißenden Licht und hinter ihrem Rücken lauert die Dunkelheit. Ich als Ältere und Erfahrenere fühle mich darum in der Pflicht, ihnen die Hand zu reichen, ihnen Angebote zu machen. Keine Vorschriften oder Normen, sondern unseren Erfahrungen und Erkenntnissen bereitzustellen und zu sagen: Macht was draus! Dass da etwas anderes dabei herauskommt als bei uns, ist doch klar. Die Verhältnisse haben sich ja geändert. Ich plädiere also einerseits gegen den Verlust von Erkenntnis sowie ein Bewusstsein für die eigene Geschichte, und andererseits für die Ermächtigung zum eigenen Handeln. Wir haben vorhin über Selbstbestimmung gesprochen. Ich bin selbstverständlich weiterhin uneingeschränkt für das Recht auf Abtreibung. Doch schon 1971 habe ich gewarnt, dass manche Männer irgendwann sagen könnten: Schwanger? Kannst ja abtreiben! Aus allen neuen Freiheiten können neue Zwänge werden – wenn das Bewusstsein fehlt.

Die allermeisten Frauen haben aber auch heute noch ziemlich wenig Möglichkeiten. Die Schriftstellerin Mely Kiyak hat diesen ganzen neueren Frauengenerationen-Streit einmal als eine ausschließlich christliche Mittelstands-Veranstaltung kritisiert.

Gut, dass Sie darauf zu sprechen kommen. Ich bin ja wirklich dafür, dass die Frauen Karriere machen und zur Macht greifen. Und ich finde es auch gut, dass die Jungs in den Chefetagen von ihren Stühlen geschubst werden. Doch langsam geht mir das Gerede über die Karrierefrauen auf die Nerven. Es handelt sich da um eine Minderheit, die meine besten Wünsche hat. Aber die Mehrheit, insbesondere der Frauen, muss sich doch schon freuen, wenn sie überhaupt Arbeit hat und ist privilegiert, wenn es nicht eine entfremdete, sondern irgendwie sinnvolle und auch noch halbwegs einträgliche Arbeit ist. Dieser Ego-Trip mit Blick auf Vorstandsetagen und Chefsessel, der die anderen Frauen vergisst, das ist mit mir nicht zu haben. Ich habe zwar auch die Linke immer scharf angegriffen für ihren Machismo und werde das weiterhin tun, aber wir wollen doch die Klassenfrage nicht vergessen. Es ist an der Zeit, es wieder deutlich zu sagen: Ich bin eine linke Feministin, die sich über die Interessen ihrer eigenen Peergroup hinaus selbstverständlich auch für die Lage der weniger Privilegierten im eigenen Land und der oft unmenschlich unterdrückten Frauen in Afrika oder in den islamistisch beherrschten Ländern engagiert.

Wir haben in der neuen Frauenbewegung schmerzhaft lernen müssen, dass es das proklamierte Wir so wenig gibt wie selbstverständliche Solidaritäten. In den neueren Selbstverständigungsbüchern stoße ich immer wieder auf dieses „wir“. Mich irritiert das.

Da bin ich nicht Ihrer Meinung. Es gibt dieses Wir über alle Schichten, Generationen, Ethnien usw. hinweg. Das ist der Kerngedanke des Feminismus. Wir Frauen können alle gedemütigt, zum Objekt degradiert und vergewaltigt werden. Das ist universell. Aber gleichzeitig können wir die, die weniger privilegiert sind, nicht im Regen stehen lassen. Es macht sich eine Kälte breit bei dieser Quotendebatte, die mich frösteln macht.

Bei der Vorstellung Ihres Buches im Deutschen Theater sagten Sie, Sie hätten eigentlich nicht viel falsch gemacht. Aber Sie haben sich auch mit vielen Menschen, insbesondere Frauen gezofft, zuletzt mit Ministerin Schröder. Angenommen, Sie würden todkrank auf dem Sterbebett liegen: Könnten Sie sich vorstellen, dass es jemanden gäbe, mit dem Sie sich versöhnen wollten?

So ein Kitsch! Ich würde meine Katze auf den Schoß nehmen und die mir liebsten Menschen um mich versammeln. Was heißt denn hier auch versöhnen? Es geht doch nicht um persönliche Differenzen, es geht um Politik. Und Menschen wie etwa Frau Schröder haben einfach andere Interessen als ich. Ich hätte mir gewünscht, die Kanzlerin hätte keine so ahnungslose, angepasste junge Frau zur Ministerin gemacht. Es gibt zwar viele ahnungslose, angepasste Blondinen ...

Sie haben doch nicht etwa was gegen Blondinen?

Nein, nein, ich bin bekanntermaßen ja selbst eine. Aber nicht alle Blondinen müssen gleich Ministerinnen werden.

Dann frage ich noch mal anders: Gibt es etwas, das Sie bedauern? Sie zitieren Beauvoir, die bedauert, zu Lebzeiten keine Bilanz ihrer Sexualität gezogen zu haben. Das gilt ja auch für Sie.

Für Simone de Beauvoir ist das richtig, sie war ja eine exhibitionistische Autorin, die ihr eigenes Leben zum Stoff gemacht hat. Ich sage das völlig wertfrei. Aber das ist überhaupt nicht meine Sache. Ich habe meine Erfahrungen zu einer Haltung gemacht, aber mein Leben nicht zum Stoff. Übrigens bereue ich schon deshalb nichts, weil ich überhaupt nicht in Endzeitstimmung bin. Ich mache gerade die nächste Emma-Ausgabe. Wir haben beschlossen, dass die Zeitschrift wieder alle zwei Monate erscheint. Das ist eine Herausforderung für unser kleines Team. Ich bin also vom aktuellen Geschehen und täglichen Geschäft voll in Beschlag genommen und habe, ehrlich gesagt, wenig Muße, Lebensbilanzen zu ziehen. Wenn Sie in zehn, zwanzig Jahren wieder kommen, können wir vielleicht darüber reden.

Mehr zum Thema:

Sex ist der Angelpunkt der Frauenfrage, schrieb Alice Schwarzer vor 30 Jahren. Heute ist das nicht anders. Ein Essay von Andrea Roedig

Lebensstationen von Alice Schwarzer

Kommentare (208)

Hfftl 29.11.2012 | 10:07

"Der Feminismus, der das Egalitätsprinzip vertritt - gleiche Chancen, Rechte und Pflichten für Frauen wie Männer - hat sich durchgesetzt!"

Gleiche Pflichten für Frauen? Was für ein Witz!

Die fortschreitende Entkoppelung von Rechten und Pflichten ist zwar ein gesamtgesellschaftliches Phänomen (und Problem). Aber gerade der Feminismus schwimmt auf dieser Welle ganz oben.

Noch witziger ist diese feinsinnige Unterscheidung:

"im Namen von Menschen- oder Frauenrechten"

Menschen oder Frauen - eine solche Differenzierung wäre nicht mal einem hartgesottenen Maskulisten eingefallen.

"Ich mache gerade die nächste Emma-Ausgabe. Wir haben beschlossen, dass die Zeitschrift wieder alle zwei Monate erscheint."

Ja, wenn man von der geschmähten Frau Schröder mit einem üppigen Zuschuss aus Steuergeldern überschüttet wird, kann man sich das auch leisten.

Alles in allem kein interessantes oder gar bedeutsames Interview (wer hätte das auch erwartet), aber ein ganz amüsanter Plausch.

Paracelsius 29.11.2012 | 13:08

Eine Weile war es angenehm still gewesen um A.S. Leider muss der Freitag das ändern und ihr wieder eine Plattform geben. Denn ohne kommt diese Frau nicht aus, um ihre kruden Thesen zu verbreiten. Diese Frau hat in 40 Jahren dafür gesorgt, dass es Hass und Missgunst zwischen den Geschlechtern gibt. Es geht und ging ihr nie um Gleichberechtigung, sondern immer nut um Macht und Einfluss für Frauen. Und gegen Männer. Es ging ihr nie um Verständnis - sondern um eine pauschale Diffamierung von Männern und männlichen Verhaltensweisen und einer Lobhudelei von Frauen und weiblichen Eigenschaften. Diese Frau hat so viel Hass und Unfrieden in die Gesellschaft gebracht, man weiß gar nicht wo man anfangen soll. Die Debatte von Frau S. mit Esther Vilar von 1975 zeigt schon damals ihr femo-faschistisches Denken: Kritikunfähig, arrogant, selbstherrlich, rechthaberisch und autoritär:

http://www.youtube.com/watch?v=eTarwRJEzCs

Ihr Hetzblatt Emma schießt mit Wonne auf Männer, macht sie verbal nieder und nimmt ihnen ihre Menschlichkeit. Während Frauen das supertolleüberlegende Geschlecht sind. Die Forderungen und Vorwürfe sind entsprechend.

Zum Schluss hat sie dann sich selbst demontiert, seit sie für die BILD-Zeitung schreibt und sich mit der Lügnerin und Falschbeschuldigerin Claudia D. gegen Jörg Kachelmann einseitig solidarisiert - und wie sich herausstellte . falsch - Partei ergriffen hat. Dass sie hier wieder ein Podium bekommt, um ihre kruden Thesen zu verbreiten, zeigt wiede einseitig und unreflektiert affirmativ manche feministischen Redakteure sie anhimmeln.

Diese Frau ist von Gestern und ihre Thesen sind es auch. Der Feminimus, den sie vertritt, ist eine Diskriminierung unter umgekehrten Vorzeichen. Sie hat dazu beigetragen, dass es zwischen den Geschlechtern nicht zu mehr, sondern zu weniger Verständnis gekommen ist, dass Jungs von ihren Müttern zu besseren Töchtern erzogen werden sollen und deren Vätern als asozial vergällt wurden. Sie hat zu verantworten, dass Mädchen einseitig gefördert und Jungs vernachlässigt werden, ihre Identität nicht vorurteilsfrei entwickeln können, weil Feministen ihnen einreden, dass brav und still sitzen, das Richtige ist. Und sie ist verantwortlich dafür, dass Väter keine Lobby in der Familienpolitik haben, während die Frauen- und Mütterlobbies sich in Politik, Medien und Wirtschaft die Klinke in die Hand geben, um noch mehr Privilegien für Frauen zu erstreiten. Einzig für Ihresgleichen hat sie dafür gesorgt, dass die ganzen Gender- und Feminismuszirkel staatlich allimentiert werden, während keine Gelder für Männer- und Jungen-Förderung zur Verfügung stehen. Sie hat dafür gesorgt, dass die Gesetze im Sorge- und Umgansgrecht mit Kindern zuungunsten von Vätern verändert wurden und so rückständig sind, wie in keinem Land Europas. Und sie hat in vorderster Front dazu beigetragen, dass das gesellschaftliche Klima männerfeindlich und pro-feministisch geworden ist mit den Folrgen, dass männliche Verhaltensweisen ungetraft schlecht gemacht und verlacht werden können, während weibliche als quasi religiös eingestuft werden. Dazu manipuliert sie Tatsachen, um Frauen stets als Opfer von Männern darstehen zu lassen und blendet weibliche Täterinnen systematisch aus. Kein Wort zur sechs Jahre längeren Lebenszeit von Frauen und einem 3 Jahre kürzerem Renteneintrittsalter. Stattdessen: Frauenquote, Frauenbonus, Bevorzugung auf allen Ebenen.

Dass sie sich wie ne 40jährige sieht, zeigt die Hybris einer alten Frau, die nicht weiß, wann ihre Zeit vorbei ist.

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Ehemaliger Nutzer 29.11.2012 | 13:55

Yup, sehe ich teilweise auch so. Naja, wer an forderster Front kämpft, verliert seine Objektivität und seine Emphatie für den gefühlten Feind. Das ist scheinbar nicht nur im Krieg so.

Schade nur, dass das so wenige in den Medien reflektieren. Die Frau kennt man halt, sie sorgt immer für Aufreger und ist deshalb gern gesehen im selbstreferentiellen Mainstream.

Was solls. Etwas Gutes ist auch immer dabei: wir Männer sind gezwungen unsere Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu hinterfragen, definieren, artikulieren und ggf. zu verteidigen. Das ist neu und nützt uns letztlich auch.

Die Zeit wo Männer 48h-Woche-Arbeitstiere waren und ihre eigenen Kinder nur schlafend kannten und vom wochenendlichen Verprügeln, neigen sich Gott-sei-Dank genauso dem Ende zu, wie der Mann als Schlachtvieh im Krieg.

Antalus 29.11.2012 | 14:59

Ihre Zeit war gut und vonnöten, jedenfalls sollte man diese nicht unterschätzen, auch als Mann nicht.

Aber ihre Zeit als Speerspitze des Feminismus ist auch mittlerweile "abgelaufen" . Das hat sie nur nicht begriffen bzw will es nicht wahrhaben. Heute bratzelt sie nur noch in TV Shows ihre ollen Kamellen runter und wird zusehends aggressiver. Die Hetze a la Kachelmann und der Bund mit BILD macht sie absolut unsympathisch. (Wenn sie das je war)

TobiB07 29.11.2012 | 20:17

Wir müssen reden: Über Faschismus.

Wenn es beispielsweise darum geht, mittels der Chromosomen-Theorie den Mann zum Tier zu entmenschlichen, nimmt die EMMA eine Spitzenrolle ein. In einem Beitrag des Jahres 1998 zeigte sie die Fotos verschiedener Chromosomenträger: Die Reihe beginnt mit XXX, einer Art Superweibchen. Darauf folgt XX, die normale Frau und EMMA-Leserin, die, welch Wunder, als "fürsorglich" und "nicht aggressiv" beschrieben wird. Der XY-Typ, also der typische Mann, hingegen sei "oft egozentrisch" und "reagiert auf Provokationen mit physischer Gewalt". Bis hierhin ist der Beitrag nur dumpfer Biologismus, als Wissenschaft verkaufte Geschlechterpropaganda, so wie es früher die Rassenpropaganda der Nazis gab. Der Artikel hört da aber nicht auf, sondern nimmt regelrechte Stürmer-Qualitäten an: Auf das Foto des "typischen Mannes" mit seinem XY-Chromosomensatz folgen noch drei weitere. Mit jedem zusätzlichen Y-Chromosom erscheint der Mann aggressiver, sein Gesicht verzerrt sich, es wachsen ihm Reißzähne, bis schließlich statt eines Mannes ein Kampfhund abgebildet ist. Wir wollen nicht vergessen, daß Alice Schwarzer für diese Form der journalistischen Arbeit vom "patriarchalen Staat" das Bundesverdienstkreuz erhielt.

http://cuncti.net/streitbar/77-wir-muessen-reden-ueber-faschismus

Streitgespräch Esther Vilar vs. Esther Vilar:

http://www.youtube.com/watch?v=eTarwRJEzCs

Ach ja: Esther Vilar wurde von FeministInnen aus Deutschland rausgeprügelt. Der Verfassungsschutz schläft bis heute.

hadie 29.11.2012 | 21:40

Als JW-Abonnent bin ich nicht auf diesen Springer-Quark angewiesen und darf heute schon in der JW von morgen die Rezension von Miriam Gebhards Buch 'Alice im Niemandsland - Wie die deutsche Frauenbewegung die Frauen verlor' lesen:

»Der Alltag der deutschen Frau, das ist Angst, Schmerz und Gewalt.« Die Publizistin habe einen »Angst- und Opferfeminismus« propagiert und etabliert, der wenig mit den Erfahrungen der Mehrheit jüngerer Frauen gemein habe.

Georg von Grote 30.11.2012 | 18:43

Schmunzel. 16 Kommentare, eine Frau darunter. Und wie die Herrchen geifern :-)

Allein das schon ein Grund für Alice Schwarzer weiter zu machen. Es besteht eben noch Nachholbedarf :-)

Mir gefällt das Interview und ich müsste mich die letzten Jahre getäuscht haben, wenn Schwarzer nicht lockerer geworden wäre, mehr Abstand gefunden hätte. Das sie Humor hat, war schon immer klar.

Eiens wurde leider für meinen Geschmack nur getstreift, Alice Schwarzers Ausflug zur Bild und ihr, man muss es so ausdrücken, Versagen im Fall Kachelmann. Da war sie betriebsblind und hat sich keine Lorbeeren geholt.

Aber wahrscheinlich hätte ein Beharren auf diesem Punkt das Interview zerstört, zumindest meine Vermutung. Und dann hätte man wohl einiges verpasst.

mymind 30.11.2012 | 20:10

Es ist ja nichts neues, dass Alice Schwarzer für bestimmte Herrschaften ein rotes Tuch & immer willkommener Anlass ist, unreflektierte, ja auch unqualifizierte Kommentare von sich zu geben. Dabei hat sich eine betrachtenswerte Hasskappen-Gemeinschaft gebildet: politisch von rechts- bis linksorientiert, vom eher schlichtdenkenden bis schlauen Geist, komplexbeladenen bis hyperselbstbewussten Charakter. Natürlich sind auch etliche Frauen darunter, leider auch immer mehr jüngere, selbstbewusste & auch erfolgreiche Frauen, denen irgendwie entgangen ist, welche Vorarbeit Alice Schwarzer getätigt hat. Dazu gehören u. A. auch die Familienministerin, ebenso wie provokante & alternde Ex-Girlies. Bei Letzteren sehe ich auch eher den Versuch einer medienwirksamen Abgrenzung mit dem Ansporn, sich selbst zu profilieren. Das gelingt ja auch, trotz jahrzehntelanger Diskussion über Frauenrechte ist es immer noch medial interessanter sich vom Feminismus & der Schwarzer zu distanzieren als zu behaupten: Ja, ich bin Feministin & das ist gut so!

Was bedeutet denn Feminismus? Nichts mehr oder weniger als poltische, soziale & ökonomische Gleichstellung der Frauen, im Grunde ein Selbstverständnis für heutige Demokratien oder sollte es zumindest sein. Leider sehen diverse Herrschaften eine Gefahr darin, darunter auch hier kommentierende Demokraten, die den zeitgemäßen Entwicklungen, deren Auswirkungen & erforderlichen Auseinandersetzungen offensichtlich nicht gewachsen sind. Nicht anders können die hysterischen Behauptungen & absurden Verurteilungen des Feminismus sowie Alice Schwarzer gedeutet werden. Werte Herren: wenn ihr mal 2-3 Emma-Exemplare mal durchblättern & LESEN würdet, dann könntet ihr feststellen, dass ihr ein häufiges Thema seid, nicht nur im negativen Sinne & selbst Männer auch gewürdigt werden!

Auch wenn ich persönlich mit der Entwicklung der ´Emma´ nicht zufrieden bin, was allerdings andere Gründe hat, finde ich es völlig in Ordnung, wenn Alice Schwarzer anlässlich ihres 70. Geburtstages Erwähnung findet. Wer alles was sie jemals gesagt & geschrieben hat immerzu 1:1 verinnerlicht haben will, hat selber schuld. Natürlich hat sie sich mit der ´Bild´- Kachelmann- Geschichte als auch ihrer übereifrigen Vorverurteilung von DSK geschadet, leider nicht nur sich sondern auch dem Engagement für Frauen, das tatsächlich manchmal nicht erkennen will, dass nicht jede Frau ein Opfer sein muss.

Davon mal abgesehen, ist sie eine clevere Frau & genau dort liegt der springende Punkt: Clevere Frauen sind vielen Männern suspekt & bieten eine Angriffs- & Reibungsfläche für eigene Unzulänglichkeiten.

Female Fighter 01.12.2012 | 00:11

Dass Männer eine so mutige und konsequente "Macherin" wie Alice Schwarzer als Gefahr für ihre eigene Macht sehen und sie im Grunde genommen lediglich aus diesem Grunde bei jeder sich passenden Gelegenheit als übertreibende, weltfremde Nörglerin darstellen wollen, ist nicht weiter verwunderlich. Dass jedoch Frauen diese Vorkämpferin für ihre eigenen Rechte so aggressiv angreifen macht, tut mir als Frau sehr weh. Daher will ich Frau Schwarzer an dieser Stelle danke sagen. Ohne die Errungenschaften, die sie für uns Frauen erkämpft hat, würden wir erheblich schwächer dastehen. Auf das Gesetz, dass Vergewaltigung auch in der Ehe unter Strafe stellt, mag sicher keine Frau verzichten, auch nicht diejenigen Frauen, die Alice Schwarzer und ihre Arbeit angreifen.

Ich finde es notwendig, dass jede Frau einmal im Geiste Revue passieren lässt, welche Rechte uns fehlen würde, hätte es Frauenrechtlerinnen, die trotz starker Widerstände gekämpft haben, nie gegeben. Entsprechend gebührt meines Erachtens allen Feministinnen Ehre und nicht Ablehnung geschweige denn Beschimpfung.

Hfftl 01.12.2012 | 05:08

@MYMIND

"Dabei hat sich eine betrachtenswerte Hasskappen-Gemeinschaft gebildet: politisch von rechts- bis linksorientiert, vom eher schlichtdenkenden bis schlauen Geist, komplexbeladenen bis hyperselbstbewussten Charakter."

Typisches Beispiel einer Projektion. Was Sie da schildern, ist genau der Feminismus, der mit Frau Schwarzer als Galionsfigur seit Jahrzehnten daran arbeitet, das gesellschaftliche Klima zu vergiften.

"Was bedeutet denn Feminismus? Nichts mehr oder weniger als poltische, soziale & ökonomische Gleichstellung der Frauen, im Grunde ein Selbstverständnis für heutige Demokratien oder sollte es zumindest sein."

Demokratie bedeutet Gleichberechtigung, nicht ihr Gegenteil, nämlich Gleichstellung, wobei selbst die Propagierung letzterer noch eine Lüge ist, denn dem Feminismus ging und geht es immer nur um Besserstellung durch Sonderrechte für Frauen, um mehr Rechte bei gleichzeitig weniger Pflichten.

@FEMALE FIGHTER

"Dass Männer eine so mutige und konsequente "Macherin" wie Alice Schwarzer als Gefahr für ihre eigene Macht sehen und sie im Grunde genommen lediglich aus diesem Grunde bei jeder sich passenden Gelegenheit als übertreibende, weltfremde Nörglerin darstellen wollen, ist nicht weiter verwunderlich."

Erst recht nicht verwunderlich ist, dass an diesem Satz wirklich gar nichts stimmt.

Macht haben eine Handvoll Männer und Frauen, die diese auch weidlich ausnutzen, die überwiegende Mehrheit der Menschen beiderlei Geschlechts hat keine.

Und bei der Kennzeichnung von Frau Schwarzer stimmt allenfalls das Wort "übertreibend" - eine weltfremde Nörglerin ist sie keineswegs, sondern im Gegenteil eine Demagogin, die genau weiß, wie "die Welt" funktioniert und wie und wo sie ihr Gift streuen muss, um das Verhältnis zwischen Frauen und Männern und damit die Familie als Grundlage der Gesellschaft, als Schutzraum gegen die wachsenden Zumutungen des Staates und der Wirtschaft empfindlich zu treffen und letztlich zu zerstören. Das hat sie nicht allein zu verantworten, aber sie hat frühzeitig den Weg gewiesen, Unzählige sind ihr blindlings gefolgt, und Staat und Wirtschaft reiben sich angesichts dieser nützlichen Idiotinnen und Idioten vergnügt die Hände.

mymind 01.12.2012 | 06:14

Herr HFFTL,

aha, also für Sie ist das Gegenteil von Gleichberechtigung die Gleichstellung…

Merken Sie den Unsinn, den sie äußern? Wie auch immer, ich habe keine Lust mich um Begrifflichkeiten zu streiten, was ich meine sind ´gleiche Rechte´!

Wenn Sie mir noch die ´Sonderrechte für Frauen´ erläutern könnten, wäre ich neugierig davon zu hören. Vielleicht habe ich irgendetwas verpasst?

Aber vermutlich kennen Sie diese Rechte auch nicht…dafür umso eher die Pflichten

gäääähn….

nimzowisch 01.12.2012 | 11:16

Wer sich mit 70 Jahren wie 40 fühlt, der scheint vermutlich auch auf anderen Ebenen die Realität längst ausgeblendet zu haben...

Und nein, ich gratuliere definitiv nicht. Nicht jemandem, der hauptverantwortlich für den Geschlechterkampf mit all seinen Folgen ist, und vom "bösen Patriarchat" sich dafür auch noch mehrfach das Bundesverdienstkreuz hat umhängen lassen.

Ich erinnere da mal an die damaligen Medienberichte, in denen, nicht ohne Grund, von der Hoffnung auf die "biologische Lösung" die Rede war, wenn es um gleichaltrige Sowjetführer ging. .In Bezug auf Frau Schwarzer ergeht es mir inzwischen ähnlich.

anne mohnen 01.12.2012 | 11:49

Lieber GvG,

„gut dass Sie drauf zu sprechen kommen“: Schmunzel ( ..). Kommentare und eine Frau darunter...

Ich führe mir die bisher (mehrheitlich) unterirdischen Kommentare seit Mittwoch zu Gemüte. Was meinen Sie, ist es nicht nur „für eine linke Feministin“, im Sinne Schwarzers, unter Niveau hier im Thread mitzudiskutieren, hm? Ich jedenfalls diskutiere dieses Schwarzers Positionen sehr gut herausstellende Interview woanders!

(…) Gut, dass Sie darauf zu sprechen kommen.. „Ich habe zwar auch die Linke immer scharf angegriffen für ihren Machismo und werde das weiterhin tun, aber wir wollen doch die Klassenfrage nicht vergessen. Es ist an der Zeit, es wieder deutlich zu sagen: Ich bin eine linke Feministin, die sich über die Interessen ihrer eigenen Peergroup hinaus selbstverständlich auch für die Lage der weniger Privilegierten im eigenen Land und der oft unmenschlich unterdrückten Frauen in Afrika oder in den islamistisch beherrschten Ländern engagiert.“

Alice Schwarzer war und ist immer eine durch und durch politische Feministin, vor allem verdeutlicht das Zitat, Schwarzers Mitgefühl für andere und "ganz Andere". Schwarzer geht es um mehr Menschlichkeit im besten aufklärerischen Sinne geht. Mann mag sich im Speziellen darüber ärgern, was sie alles losgetreten hat, insbesonder wie sie sich Öffentlichkeit verschaffte. Und dann bleibt sie auch für viele Frauen der Stachel im Fleisch. Ihr scharfer Intellekt gepaart mit spitzer Zunge und Feder und dazu noch einem großen Herz, das ist für die meisten einfach „too much“!

Ich bewundere Alice Schwarzer wegen ihrer Energie, ihrer Leidenschaftlichkeit und nicht zuletzt wegen ihrer Puncherqualitäten. Und by the way, auch wegen ihrer frischen Geistes, den sie - mit nun 70 Jahren- anderen hier voraus hat.

Nee, zum 70. Geburtstag kritisiere ich Schwartzer nicht. Es wird gefeiert!

LG am

TobiB07 01.12.2012 | 16:31

Offener Brief an A. Schwarzer:

Viel geehrte Alice Schwarzer,

in der antifeministischen Szene kursieren immer wieder anstößige Zitate aus feministischen Texten, die durch ihre Verwerflichkeit Auflehnung plausibilisieren sollen. Manche entstammen Ihnen oder Ihrem Magazin, das Deftigste aber in dieser Hinsicht haben englischsprachige Feministinnen geliefert, etwa die verstorbenen Andrea Dworkin und Valerie Solanas, letztere natürlich mit ihrem eigenwillig krankhaft angelegten SCUM-Pamphlet zur Vernichtung der Männer. Kostprobe nach dem Zufallsprinzip: "Ich möchte einen Mann zu einer blutigen Masse geprügelt sehen, mit einem hochhackigen Schuh in seinen Mund gerammt wie ein Apfel in dem Maul eines Schweins" - Dworkin.

So viel nur, denn es kommt mir hier gar nicht darauf an, Ihre Ideologie durch Anstößiges bloßstellen zu wollen, sondern auf eine Merkwürdigkeit hinzuweisen, nämlich daß mich kaum jemals eine dieser Äußerungen so sehr abgestoßen und, ja, provoziert hat, wie jene andersartigen, viel zu häufigen Phrasen in Ihren Ansprachen und Interviews, die nach Predigers Art den Menschen, das Menschliche und die Menschwerdung in Beschlag nehmen.

weiterlesen:

http://www.maskulist.de/BRIEFE/Schreiben-vom-06.06.2012/Mail-an-Alice-Schwarzer

Female Fighter 01.12.2012 | 19:15

@HFFTL

Macht haben eine Handvoll Männer und Frauen, die diese auch weidlich ausnutzen, die überwiegende Mehrheit der Menschen beiderlei Geschlechts hat keine.

Falsch. Die Macht, die ich meine, z. B. die oberen Managementpositionen und entsprechende Gehälter haben im Verhältnis über neunzig Prozent der Männer. Stellen Sie sich doch einmal vor, dass Sie keine andere Wahl hätten, als zu akzeptieren, dass die oberen Etagen fast gänzlich von Frauen regiert werden und diese sich weigern würden, eine Quotenregelung einzuführen - selbst wenn Sie sich auf den Kopf stellen würden. Darüber hinaus gibt es noch weitere unzählige Stellen, an denen die Macht der Männer über die Frauen stark zum Ausdruck kommt und da traut sich eine Alice Schwarzer eben hinzudeuten und - was die Männerwelt noch ein bisschen mehr empört - für eine Abschaffung des Machtgefälles zu kämpfen (z. B. Abschaffung der Prostitution, Pornos mit erniedrigenden Darstellungen der Frau etc.).

@HFFTL

Und bei der Kennzeichnung von Frau Schwarzer stimmt allenfalls das Wort "übertreibend" - eine weltfremde Nörglerin ist sie keineswegs, sondern im Gegenteil eine Demagogin, die genau weiß, wie "die Welt" funktioniert

Dass Frau Schwarzer immer deutlicher wird, wie die Welt funktioniert, bezweifle ich nicht. Den Rest Ihrer Aussage finde ich sehr anmaßend und empfinde ihn daher seinerseits als Demagogie gegen die wertvolle Arbeit von Frau Schwarzer, die ich für so nützlich und notwendig halte, wie nur wenig anderes auf dieser Welt.

TobiB07 02.12.2012 | 12:46

Solche hasserfülltenPawlowschen Hundemeuten. Ekelhaft.

Der "Hass" drückt sich in erster Linie dadurch aus, dass einfach noch mal gesagt wird, was die Schwarzer so gesagt hat. Ist es Hass, einer Faschistin ihren Faschismus vorzuhalten? Oder ihre Gewaltverherrlichung:

"Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!"

Klassische Feindpropaganda: Um 5:00 Uhr wird zurückgeschossen. Und wann wird sich mal ein männlicher Bundesverdienstkreuzträger an weiblichen Gewaltopfer erfreuen? Wann sendet der Staatsfunk eine "geistreiche Komödie" mit Gewalt gegen Frauen als Tat "toller Männer"? Obwohl, nein lieber nicht, wir Männer (Mehrheit der Gewaltopfer) sind ja nicht nicht so.

TobiB07 02.12.2012 | 12:57

Falsch. Die Macht, die ich meine, z. B. die oberen Managementpositionen und entsprechende Gehälter haben im Verhältnis über neunzig Prozent der Männer.

Und wie nutzen sie die, ihre Macht. Ah ja, sie stärken die Väterrechte, so dass sich Trennungsväter auch nicht sechsmal häufiger umbringen und verstärkt von Obdachlosigkeit gefährdet sind als sonstige Männer. Und hier habe wir sie: Weibliche Macht, im Trennungskrieg, als Wahlberechtigte (Mehrheit) und wohin führt es? Zu Suizid und anderem Elend. Ja ja, das moralisch höherwertige Geschlecht.

Was also die Chefetagen angeht: Frauen haben was besseres vor, als ihre kostbare Lebenszeit über Jahrzehnte 70-100 Stunden die Woche zu arbeiten, und wenn's gut läuft, heiratet man ihn eben, den Manager und profitiert so von seinem Einkommen und Status ohne den Nachteil der Arbeitsaufwendung. Das haben auch Feministinnen schon erkannt, weshalb man Chefposten quotiert auf Teilzeit fordert, eine Forderung, die kein männlicher Chef für sich selbst je zu stellen wagte...

Xenos 02.12.2012 | 13:14

Das ist vollkommen richtig: Angesichts einer so dicken Schraube wie Schwarzer im Instrumentarium des Etablissements (man sagt wohl heute Mainstream dazu) ist natürlich der Brief des Maskulisten eine Kleinigkeit im weltweiten Web. Von Bedeutung aber ist:

1. Das weltweite Web gedeiht, während sich der Mainstream gegenwärtig mit seinem Mediensterben beschäftigt.

2. Alice Schwarzer könnte diesen Brief nie beantworten, weil er tiefer geht, als alles, was sie bisher gedacht und geschrieben hat.

3. Sie weiß das.

Xenos 02.12.2012 | 13:20

Das ist vollkommen richtig: Angesichts einer so dicken Schraube wie Schwarzer im Instrumentarium des Etablissements (man sagt wohl heute Mainstream dazu) ist natürlich der Brief des Maskulisten eine Kleinigkeit im weltweiten Web. Von Bedeutung aber ist:

1. Das weltweite Web gedeiht, während sich der Mainstream gegenwärtig mit seinem Mediensterben beschäftigt.

2. Alice Schwarzer könnte diesen Brief nie beantworten, weil er tiefer geht, als alles, was sie bisher gedacht und geschrieben hat.

3. Sie weiß das.

TobiB07 02.12.2012 | 13:23

@Georg von Grote

Ich wiederhole mich: Ich gebe nur wieder, ich rufe in Erinnerung, was FeministInnen sagten und sagen. Eine Gruppe von Menschen als minderwertig und schädlich zu definieren, das ist Faschismus. Ein Faschismus, bei dem selbst über tote Säuglinge mit häßlich grinsender Fratze hinweggetrampelt wird: Tot? Weil Minderwertig!

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28591080.html

Ich hingegen bin ein Mann. Männer sind empathisch, heißt, bei Frühchen, die gefährdet sind, gilt ihre erste Sorge ihr Wohlergehen und Unterstützung für die Eltern.

poor on ruhr 02.12.2012 | 13:25

@TOBIB07

Frau Schwarzer hat doch wirklich sehr viel mit ihrem engagierten Leben für die Emanzipation erreicht.

Auf mich muss doch dehalb keiner herabschauen. Fest steht doch, dass eine Familienminister Schröder, die sehr viel von dem Engagement der Frasuenbewegung profitiert hat, Frau Schwarzer in den feminimustheoretischen Kennntnissen unterlegen ist.

Ich habe grossen Respekt vor Frau schwarzer. Sie hat in ihrem Leben so viel geschafft! Respekt!

Als Mann kann ich wahrscheinlich kaum erfassen, wieviel Freude und Genugtuung sie mit ihrem Kampf für die Frauen geschaffen hat.

Ihr Frieden mit Bild und ihren Job bei dieser Zeitung finde ich allerdings nicht richtig.

Außerdem denke ich, dass vor allem die Frauen mit hoher Bildung und von oberer sozialer Herkunft vom Kampf für die Frauenrechte, die ja auch Menschenrechte sind, profitiert haben.

Vielleicht vertue ich mich da, aber ich meine das im Alltag so beobachten zu können.

Frauenrechte sind Menschenrechte.

Auch ich als Mann bin ja ein Mensch.

Irgendwie kämpft Frau Schwarzer somit auch irgendwie für mich.

Das kann ich doch nur begrüßen.

TobiB07 02.12.2012 | 13:31

Auf mich muss doch dehalb keiner herabschauen.

Sie haben mich nicht verstanden: Im Feminismus wird dem nicht feministischen Mann der Status des Menschseins entzogen. Nur feministische Männer dürfen sich als Menschen betrachten und so auf die anderen MÄnner herabblicken, sie halten sich für was Besseres.

Und wenn sich eines Tages eine Frau auf ihre Kosten selbstverwirklicht, wird sich ihre Dankbarkeit in Rauch auflösen, wenn sie mit der Realität konfrontiert werden, die etwas anders aussieht, als das "die Männer" die Macht haben.

poor on ruhr 02.12.2012 | 13:35

Ach so. die Frage habe ich jetzt erst verstanden. Ich habe kein feministisches Schlungsprogramm durchlaufen. Ich fühle mich also in dieser Eigenschaft weder gut noch schlecht.

Ich versuche nur den gesunden Menschenverstand, soweit ich über diesen verfüge, zu benutzen.

Lasse mich auch gerne koorogieren ,wenn mir Denkfehler nachgewiesen werden, aber für mich steht fest , dass sie ein ganz großer Mensch und ein tolle frau ist.

Ich habe sie schon mal auf einer Autorenlesung gehört. Die war ausserdem total nett.

TobiB07 02.12.2012 | 13:36

@Georg von Grote

Was wäre davon zu halten, wenn der Staatsfunkg eine "geistreiche Komödie" mit dem Titel: "Nur ein toter Ausländer ist ein guter Ausländer" senden und Kritikern empfehlen würde, dieses mit einem "Augenzwinkern", mit Humor zu nehmen.

Ich denke wenig daran! Wenn Sie keine Würde und Unverletzlichkeit ihrer Person für sich in Anspruch nehmen wollen, ist das ihr Problem. Aber unterlassen Sie ihre Attacken gegen mich, der Würde auch für Männer einfordert. Außer ad-personam-Attacken kommt von ihnen nichts, keine Erwiderung in der Sache.

nimzowisch 02.12.2012 | 14:10

Von "ausheulen" kann gar keine Rede sein. Vielmehr vom Abbau von überkommenen sexistischen Struturen zu Lasten von Männern.

Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum der, derzeit nur ausgesetzte, Zwangsdienst nur für Männer gelten soll.

Ebenso ist nicht einzusehen, warum ich als Mutter ein automatisches Sorgerecht habe, als Vater jedoch nicht.

Natürlich möchte ich auch als werdender Vater mitentscheiden, ob ich meine Vaterschaft annehmen will, oder nicht. Diese Möglichkeit wird Müttern schließlich auch gewährt.

Und warum kinderlose Frauen aktuell im ÖD bevorzugt vor alleinerziehenden Vätern eingestellt werden, hat mir auch noch niemand schlüssig erklären können.

Und das sind nur ein paar Punkte....

TobiB07 02.12.2012 | 14:21

Feminismus hat kaum mehr erreicht, als den Zwang zur Arbeit, der für Männer immer bestand, auch auf Frauen auszudehnen, mit massiver Unterstützung der Wirtschaftslobby, die auf das Mehr an Arbeitskraft schielte zwecks Lohndrückung. Genützt hat der Feminismus nur einer verschwindenden Minderheit von Frauen, die sowieso schon zur Elite zählte sowie ein paar Quotenfrauen im öffentlichen Dienst, aber nicht der Arbeiterin. Ach ja, b.t.w, der Beamtenstatus auf Quote, was lebenslange Absicherung bedeutet, das ist wahrlich kein kleines Geschenk im "Patriarchat".

nimzowisch 02.12.2012 | 14:23

Wissen Sie, so wie Sie habe ich auch mal gedacht, schließlich war ich lange Jahre ebenfalls überzeugter Feminist.

Aber welche Vorteile hat denn der Feminismus ganz konkret für Männer gebracht? Im Grunde ist der Mann ein eindeutiges Feindbild für die Feministinnen, der wahlweise als Sexprotz, Macho, Weichei, potentieller Vergewaltiger, überflüssig, krankhaft, kinderschändend oder auch als Verhinderer der weiblichen Selbstverwirklichung gehandelt wird. Schaut man sich z.B. mal die aktuelle Debatte um das Sorgerecht an, so sind es durchweg feministisch bewegte Frauen, die das väterliche Sorgerecht mit Auflagen belegen wollen. Und das auch nur, weil der Menschengerichtshof nicht gestattet hat es Vätern ganz zu verwehren.

Als ich früher Feminist war, habe ich mir eigentlich vorgestellt, daß Frauen selbstverständlich auch Familien als Haupternährer versorgen würden. Das Frauen selbstverständlich auch gleiche Pflichten (Wehrpflicht) übernehmen würden. Das Frauen ganz selbstverständlich auch Männern ermöglichen würden ein Leben abseits der Vollzeit-Erwerbstätigkeit zu führen. Das Frauen in gleicher Anzahl Unternehmen gründen wie Männer und in gleicher Anzahl Patente anmelden würden, anstatt dies weiterhin den Männern zu überlassen und sich dann in ziemlich entwürdigender Weise in den von Männern gegründeten und aufgebauten Unternehmen per Frauenquote hochzubetteln.

Machen wir uns nichts vor: Diese Hoffnungen wurden bei Weitem nicht erfüllt. Zeit für einen Paradigmenwechsel, Zeit für eine Männerrechtsbewegung.

Georg von Grote 02.12.2012 | 14:29

Über solche Punkte kann an ja reden, aber die haben nun weder etwas mit Feminismus zu tun, noch mit Alice Schwarzer, sondern haben ganz andere Ursachen und eine andere Historie.

Bringen Sie bitte nicht die Begriffe Sorgerecht und Mutterschaft, bzw Vaterschaft durcheinander. Zwei paar Stiefel.

Eine Mutterschaft kann eine Frau kaum ablehnen, dem Sorgerecht kann sie sich entziehen. Vaterschaft kann der Mann feststellen lassen, wenn er denn will. In den meisten Fällen wollen sie lieber nicht, macht ja Kosten und Mühe. In Punkto Sorgerecht hat sich doch einiges gewandelt. Zum einen versucht man bei Trennung vorrangig ein gemeinsames feststellen zu lassen und nur in den Fällen, in denen das Kindeswohl es verlangt, wird es dem einen oder anderen übertragen.

Und wenn der ÖD alleinerziehende Frauen bevorzugt, dann liegt das an den dortigen internen Einstellungskriterien, zumal es einfach mehr alleinerziehende Frauen gibt als Männer.

Aber das sind doch alles Punkte, die haben mit Alice Schwarzer nur am Rande zu tun. Das mögen Ungerechtigkeiten sein, die man aber im laufe der zeit beheben kann. Da muss man doch nicht anfangen, jetzt jede Feministin mit Dreck zu bewrfen, wie es hier geschieht.

nimzowisch 02.12.2012 | 14:52

Das Männer in der Mehrzahl ihre Vaterschaft ablehnen, können Sie doch sicher zumindest ansatzweise belegen, oder? In 27 Staaten Europas bedingt die Feststellung der Elternschaft auch das automatsiche Sorgerecht. Merkwürdig daß das hierzulande nicht gehen soll.

Darüberhinaus: Selbst wenn es so wäre; das machen Frauen auch. Knapp 100.000 Abtreibungen stehen ca. 600.000 Geburten gegenüber, und da sind noch nicht einmal die "Pille danach" und die Zahl der Babyklappenkinder enthalten. Mit letzterer Einrichtung kann eine jede Mutter übrigens ihre Mutterschaft rechtlich folgenlos ablehnen. Es ist durchaus bezeichnend, daß Sie bei väterlicher Ablehnung mit "Kosten und Mühen" argumentieren. Sich verweigernde Väter als Drückeberger, Mütter die abtreiben nehmen dagegen ihre natürlichen Rechte wahr - alles schon x mal gelesen.

Und nein: Die vorher genannten Punkte sind keine "Ungerechtigkeiten", sondern sexistisch motivierte Diskriminierungen.

Frau Schwarzer ist mitschuldig daran, schließlich ist sie Hauptprotagonistin des Geschlechterkampfes mit all seinen schlimmen Folgeerscheinungen. Es wäre übrigens absoult nichts neues, wenn kommende Generationen sich dafür schämen wem die Vorgängergeneration da Ehrenbürgerschaften und Orden verliehen hat. Ich schäme mich auch für gewisse Verbrecher die zu Lebzeiten meines Opas geehrt wurden.

nimzowisch 02.12.2012 | 15:06

@ reinhold:

Auch Arbeitgeberverbände sind nicht dumm. Wenn massenhaft Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, werden sie wesentlich härter verhandeln als wenn es einen Fachkräftemangel gibt.

Folge: potentiell sinkende Löhne.

Es ist durchaus kein Zufall daß die Zahl der Beschäftigten in Deutschland auf einem All-time-high ist, während gleichzeitig die Löhne in den letzten 10-15 Jahren stagnierten.

rheinhold2000 02.12.2012 | 15:11

und nochmal: das hat NUR etwas damit zu tun, dass die gewerkschaften in deutschland immer schon zahnlose tieger waren. in amerika und grossbrittanien begannen die löhne zu sinken nachdem reagen und thatcher die gewerkschaften zerschlagen haben. einen arbeitsmarkt gibt es nicht. solange die gewerkschaften nicht gegenhalten fallen die löhne. im ernstfall drosseln die arbeitgeber lieber die produktion als es zu riskieren das die arbeitslosenzahlen sinken

Harm 02.12.2012 | 16:13

Diese Person hat ein verdammt schlechtes Selbstbildnis. Und wirkt der Realität etwas entrückt. Man merkt, dass sie in einer Art Blase lebt und überwiegend auf ein bestimmtes Klientel trifft, welches nicht für die gesamte Gesellschaft steht.

Am Ende des Interviews spricht sie mir immerhin aus der Seele. Aber nach der Wahlwerbung für eine rechtskonservative Partei, kann ich sie als "linke Feministin" nicht wirklich ernst nehmen. Das wirkt jetzt eher so auf mich, als wolle sie den Schaden begrenzen, damit sie die linken Leserinnen nicht komplett verliert.

Im voraus gratulieren soll Unglück bringen ...

Herzlichen Glückwunsch, Alice Schwarzer! Herzlichen Glückwunsch, dass sie es geschafft haben, die Pluralismus des Feminismus in der öffentlichen Wahrnehmung komplett zu zerstören. Als Journalistin waren sie sicher erfolgreich. Sie haben zur richtigen Zeit ihren feministischen Lieblingsthemen eine Bühne gegeben. Aber für die letzten Jahrzehnte mag ich ihnen nicht mehr danken. Ganz im Gegenteil.

dame.von.welt 02.12.2012 | 16:14

Die ökonomischen Zusammenhänge können Sie ja in Ihrer Familie verändern, indem Sie der Mutter Ihrer Kinder ein anständiges Gehalt bezahlen. Nebst klar definierter Arbeitszeit und -platzbeschreibung, Urlaub, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Sozialabgaben etc.pp.

Womöglich wird Ihnen ja auf diese Weise klar, daß nicht Alice Schwarzer an den ökonomischen Zusammenhängen schuld ist, sondern die Privatwirtschaft und ihr Erfüllungsgehilfe Politik. Reklamationen also bitte nicht an Frau Schwarzer, sondern an die Vorgenannten zu richten sind. Das geht übrigens besser mit möglichst breiter Unterstützung, u.a. der emanzipierten Frauen.

Daß Sie Frauen ein Recht auf Selbstbestimmung über ihren Körper absprechen, zeigt vor allem eins: Sie sind ein sehr wenig abstraktionsfähiger Mann. Es ist ein kleiner Unterschied, ob Sie Ihren Körper zur Verfügung stellen, damit im Rahmen von 9 Monaten ein neuer Mensch wächst, dem Sie danach in guten wie in schlechten Zeiten mindestens 18 Jahre in jeder nur denkbaren Hinsicht zur Verfügung zu stehen haben oder ob Sie lediglich Ihren Unterhaltspflichten nachkommen. Erlauben Sie mir dazu einen Rat: falls Sie keine Kinder wünschen, empfiehlt sich der konsequente Gebrauch von Kondomen oder, um ganz sicher zu gehen, eine kleidsame Sterilisationsnarbe - dann entfällt auch Ihr Gegreine über das Fehlen der juristischen Abtreibung.

Abschließend und an den Kollegen Tobi07 - wieviele Jahrzehnte mußten Sie gleich zurückgehen, um auf Solanas et Cie zu verweisen? Etwa 35 Jahre, hm? Na denn - nähren Sie auch weiter Ihre Wehleidigkeit, Selbstviktimisierung und Ihren Haß - ist bestimmt gemütlicher und unanstrengender als eine Emanzipation der Männer, die als breite gesellschaftliche Bewegung seit >40 Jahren auf sich warten läßt.

..................................................................................................................................

Bei Alice Schwarzer überkommt mich ja das gelegentliche Bedürfnis, ihr eine Postkarte zu schreiben und sie zum Antritt des wohlverdienten Ruhestands zu ermutigen. Zum Beispiel dann, wenn sie sich mal wieder nicht von Gossenblättern und Fernsehkameras fernhalten kann, wenn sie in bester Chauvi-Manier ihre designierte Nachfolgerin wegen deren Notwendigkeit halbwegs planbarer Arbeitszeiten zugunsten ihrer Familie vor die Tür setzt und auch noch peinlich und öffentlich nachtreten muß, wenn sie jeden Kopf unter einem Kopftuch für einen dringend zu befreienden hält oder von glücklichen braunhäutigen Menschen in Burma schwafelt, die insbesondere Alice Schwarzer als gute Freundin haben/brauchen und dabei Aung San Su Kyi mit nicht einem Wort erwähnt.

Angesichts der üblichen Haßtiraden der (r)echten Kerle aber: herzlichen Glückwunsch zum 70. und danke! Möge sie noch lange leben und provozieren - irgendetwas muß sie wohl richtig gemacht haben.

nimzowisch 02.12.2012 | 16:40

@ Dame von Welt

Auch sie begehen offenbar den, eigentlich leicht zu vermeidenden, Denkfehler daß Frauen unbezahlte Arbeit leisten. Dies ist natürlich nicht der Fall, denn beim Alleinernährer-Modell teilt der Mann selbstverständlich sein Gehalt mit Frau und Kind. Somit gibt´s da auch nichts extra zu verteilen, und darüberhinaus stelle ich mir eine Partnerschaft mit vertraglich genau definierten Rechten und Pflichten doch ziemlich absurd vor. "Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs: 3 x pro Woche zwischen 21 und 22 Uhr. Bei Zuwiderhandlung ist die vorab vereinbarte Vertragsstrafe fällig." Super, sowas...

Hätten Sie richtig gelesen, dann wüßten Sie daß ich keiner einzigen Frau das Selbstbestimmtungsrecht über ihren Körper abspreche. Vielmehr sind Sie es, die dies bei Männern macht, schließlich muß der jahrzehntelange Unterhalt per Arbeit sichergestellt werden, was bei Männern durchaus desöfteren mit körperlich anstrengenden, gefährlichen und lebenszeitverkürzenden Jobs geschieht. Sagen Sie doch mal einem Maurer er soll für ein ungewolltes Kind 5-10 Jahre länger malochen obwohl sein Rücken schon längst im Eimer ist. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, daß Frauen diese Seite der Medallie schon längst ausgeblendet haben.

Würde man darüberhinaus ihrer Empfehlung folgen Kondome zu verwenden und bei Nichtbefolgung bzw. bei Versagen dieser Verhütung mit den Konsequenzen zu leben, müßte dies dann natürlich auch für Frauen gelten, was einem Verbot der Abtreibung entspräche.

Achja, Provokation alleine ist keine Lebensleistung, auch nicht von Frau Schwarzer...

Harm 02.12.2012 | 16:46

Witzig, dass sie auch von rechten Spinnern so kritisiert wird. Mit ihrer Islam-Polemik und all der Wahlwerbung für die Angela Merkel - deren weiblichen Geschlechtsmerkmale scheinbar viel mehr wert waren, als es die politischen Positionen ihrer Partei waren - sollte sie im rechten Lager doch auch die Männer entzücken. Ihr konservatives Bild der Sexualität - wie sie es ausserhalb ihrer Bücher in der Öffentlichkeit verkauft - dürfte der rechtskonservativen Propaganda auch entgegenkommen. So wirkt der von Schwarzer propagierte Sex doch viel anständiger, als das was man seit der sexuellen Revolution mittlerweile ganz "normal" praktizieren kann.

Ich glaube, dass die Rechten (zumindest insgeheim) über eine Feministin wie Schwarzer glücklich sein dürften. Schwarzer lässt anderen Feministinnen neben sich kaum Raum. Und seien wir ehrlich: eine deutschsprachige Gender/Queer-Theoretikerin wie Judith Butler mit der Bekanntheit einer Alice Schwarzer wäre für rechte Männer der Supergau. Wenn eine Person wie Judith Butler so häufig wie Schwarzer in Talkshows sitzen würde, würde die Emanzipation heute einen ganz anderen Stellenwert haben. Und die Rechten würden so richtig auf die Barrikaden gehen.

TobiB07 02.12.2012 | 16:51

Ich mache niemanden verantwortlich, sondern betrachte ökonomische Zusammenhänge.

Wobei natürlich zu betonen ist, dass das zum Nachteil ist, dass sie Opfer der Verhältnisse werden, struktuelle Gewalt, aber dieser z.B. sind Männer weit stärker ausgesetzt, als Frauen, da sie sich nicht über das Ernährwerden-modell aus der Berufstätigkeit verabschieden dürfen. Dann noch die Pflichten, wenn z.B. Kinder von einem und damit direkt auch von der Berufstätigkeit abhängig sind. Und da man diesen in der Regel in Liebe verbunden ist, wiegt diese Pflicht umso schwerer.

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Ehemaliger Nutzer 02.12.2012 | 17:14

Alice Schwarzer hat zweifellos eine wichtige Rolle gespielt beim Kampf um die Gleichberechtigung der Frau.

Sie vermittelt allerdings in den letzten JAhren immer mehr das Bild eines selbstgerechten, kritikresistenten Medienprofis in Sachen Feminismus, der glaubt, immer noch die Kämpfe der sechziger JAhre kämpfen zu müssen.

Bei mir hat sie spätestens seit ihrem "Engagement" für die Bild

jeglichen Kredit verspielt.

Harm 02.12.2012 | 17:34

@ Georg von Grote:

Natürlich nicht in den Medien! Was soll die Frage? Ich verstehe sie nicht ganz und versuche dennoch zu antworten:

Ich sagte nicht, dass die gesamte Gesellschaft "links" & "pluralistisch" ist. (... falls es das war, was sie verstört hat!?) Aber der Teil der Gesellschaft der "links" ist, ist weit "pluralistischer" als es der rechte Teil der Gesellschaft ist. Zumindest schafft es der rechte Pluralismus immer wieder sich öffentlich zusammenzuraufen und geeinter aufzutreten. Das ist etwas, worauf ich manchmal sogar ein wenig neidisch bin. Für den Erfolg lassen Rechte gerne ihre Differenzen fallen, während die linke Bevölkerung sich zu gerne mit sich selbst beschäftigt oder gar glaubt sich den Rechten anzubiedern, damit sie öffentlich mehr Gewicht erhalten!

Womit wir wieder bei der angeblich "linken" Alice Schwarzer und ihrer Werbung für BILD wären. Da hätte sie echt lieber mal für eine feministische Kampagne blank ziehen sollen, als sich so billig zu prostituieren!

nimzowisch 02.12.2012 | 17:35

Herr von Grote, die Blockierer sehe ich persönlich längst auf der anderen Seite. Es sind Frauenrechtlerinnen, die nach wie vor das Unterhaltsrecht verteidigen und so die weibliche Berufstätigkeit konterkarieren. Es sind Frauenrechtlerinnen, die nach wie vor ein alleiniges Sorgerecht für Frauen verteidigen und damit tendenziell die Mütter an Haus und Heim ketten, und Männer an die Geldverdienerfront schicken.

dame.von.welt 02.12.2012 | 17:41

^^ Sie betrachten Geschlechtsverkehr von Müttern mit ihren Kindern als einen Teil der Erziehungsarbeit? Finde ich einen recht eigenwilligen Erziehungsansatz, um es mal euphemistisch zu formulieren. Ach so, es ging Ihnen um Ihre eigene Befriedigung? Na, dann rechnen Sie eben den Preis einer Prostituierten 3 x die Woche zum Gehalt der Mutter Ihrer Kinder dazu und erweitern deren Arbeitsplatzbeschreibung um die berühmten ehelichen Pflichten. Ich sehe die Stellenanzeige bereits klar vorm inneren Auge ^^

Mir ging es aber nicht um die von Ihnen thematisierte Versorgungsprostitution in der Ehe (ebenfalls ein recht eigenwilliger Ansatz zu einer Partnerschaft, me thinks), sondern um die unentgeltlich verrichtete Arbeit von Frauen für Kinder aka Zukunft.

Es gilt auch nach wie vor: Reklamationen über die von Ihnen bemängelten ökonomischen Zusammenhänge bitte nicht an Alice Schwarzer oder nun an mich, sondern an Wirtschaft und Politik.

Das Modell, sich die Arbeit von mehrheitlich Frauen im Zusammenhang mit Kindern mal kurz als Arbeitsplatz mit allen Arbeitnehmerrechten und adäquater Bezahlung vorzustellen, war kein wirklich ernst gemeinter Vorschlag zur praktischen Umsetzung, sondern sollte eher Ihrem gedanklichen Weiterkommen dienen. Nämlich: sich mit Frauen und ihrer wertvollen Arbeit gegen Wirtschaft und Politik zu verbünden, statt weiterhin auf Geschlechterk(r)ampf zu bestehen.

Aber bitte. Ganz, wie Sie meinen. Dann folgen Sie eben brav weiter dem 'Teile und herrsche!' Wirtschaft und Politik wird's freuen. Und mich wird's auch amüsieren.

Harm 02.12.2012 | 17:52

Alice Schwarzer wird nicht nur von Maskulinisten kritisiert! Das sind ja nur die armen Würstchen, die generell Angst vor einem moderneren Weltbild haben. Und merken, dass ihre Felle davon schwimmen! Sie sind auch besonders laut, weil sie - wegen des fehlenden Pluralismus - viel vereinter auftreten können. Ausserdem können sich religiöse Fundamentalisten jeglicher Coleur diesem Pack anschließen. Und das schlimmste: Sie missbrauchen zum Teil sogar Argumente, die Schwarzer-kritische Feminist/inn/en benutzen, sofern sie sich mit ihrem einfachen Weltbild "Böse Frauen" vereinbaren lassen. Sie brauchen also wirklich nicht viel denken für ihre Anfeindungen!

Aber mit den Themen & Thesen der Alice Schwarzer können zum Beispiel die Gender/Queer Studies kaum noch etwas anfangen. Dafür ist das Weltbild von Alice definitiv zu intolerant und bestimmend. Schon der Begriff "Queer" lässt sich mit den festgefahrenen Themen/Thesen kaum vereinbaren.

dame.von.welt 02.12.2012 | 18:18

Gegenfrage: wie viele Wochenstunden beinhaltet die Versorgung einer Familie mit zwei Kindern Ihrer Meinung nach? Welches Gehalt halten Sie denn für jemanden für angemessen, die als Kinderfrau, Köchin, Putzfrau, Chauffeurin, Logopädin, Wäscherin, ggbfs Gärtnerin, Hilfslehrerin, Animateurin undichkönntenocheinbißchensoweitermachen in einer Person arbeitet? Bitte berücksichtigen Sie dabei auch Extravergütung für Überstunden und Wochenendarbeit, ja? Können Sie sich das leisten, wenn Sie's auch nur mit einem Mindestlohn von 7,50€ bezahlen müßten?

Um Ihre Frage zu beantworten: allerspätestens, wenn Ihre Frau aus gleich welchen Gründen alleinerziehend, deswegen mindestens halbtags berufstätig ist, arbeitet sie komplett unentgeltlich für die Kinder. Als Stellenanzeige erscheint mir persönlich das Alleinversorgermodell als sehr wenig erfolgversprechend, da zu sehr von Ihrer Willkür abhängig.

Ach so, Sie lieben Ihre Frau? So sehr, ihr eine lausig bezahlte (Kost und Logis) und höchst anspruchsvolle Tätigkeit mit unendlich vielen Überstunden etc. zu wünschen? Na denn - viel Erfolg...;-)...

nimzowisch 02.12.2012 | 18:26

Tja, schon merkwürdig, daß sich diese weiblichen Multitalente scharenweise in diese pöse, pöse Abhängigkeitsfalle namens "Hausfrau und Mutter" flüchten:

http://www.profil.at/articles/1146/560/312257/hausfrau-traumberuf-hausfrau

anstatt sich ihre umfassenden, überragenden Fähigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt vergolden zu lassen.

Achja, die weitaus überwiegene Zahl der alleinerziehenden Mütter hat sich selbst dazu gemacht; die Trennungen gehen weit überwiegend von ihnen selbst aus.

Harm 02.12.2012 | 18:31

@ Dingens irgendwas mit n:
Nein, ich bin hier um aus "queerer" Sicht Alice Schwarzer zu kritisieren. Auf Diskussion mit oder über "Maskulinisten" habe ich ganz generell keine Lust, weil die mir zu ermüdend sind. Auch thematisch so gar nicht mein Fall. Mitleid mit dem weißen Hetero-Mann? ... Nee! ... Dafür ist die Dominanz weißer Herren weltweit immer noch zu unangefochten. Womit ich selbstverständlich nicht alle weißen Hetero-Männer kritisieren möchte. Ich denke diejenigen, die sich für eine buntere und tolerantere Welt engagieren, werden schon wissen, welchen Typus Mann ich meinte!

Und nun bitte nur noch Fragen/Kommentare an mich richten, zu Themen, die etwas mit Alice Schwarzer auf der einen Seite und Queer/Gender Studies auf der anderen Seite zu tun haben. Vielen Dank!

poor on ruhr 02.12.2012 | 20:37

@Harm

Die bekommen den Jackpot. Nein im Ernst, natürlich sollen die auch angemessen beteiligt werde. Das Fifty-Fifty ist ja nur eine ganz grobe Ansage. Es geht um eine faire Aufteilung der Rechten und der Pflichten in der Welt. Ich wollte mit der 50-50Aufteilung keine anderen Wege des Lebens in anderen geschlechtlichen Identitäten diskriminieren und natürlich muss es genügend Raum für Aussteiger geben.

dame.von.welt 02.12.2012 | 20:39

...;-)...

Mit 14-24 hat frau wohl noch ein paar verwegene Illusionen. Hier können Sie über die Realität nachlesen. Und hier über den ökonomischen Wert ausschließlicher Familienarbeit. Kein Wunder, daß eine ganze Menge ihre Chefs feuern, n'est ce pas?

Ich möchte mich aber, wie bereits geschrieben, nicht auf unsinnigen Geschlechterk(r)ampf mit Ihnen einlassen. Sondern meine Ausführungen könnten Ihrem möglichen gedanklichen Fortschritt zu Ihrer Verbündung mit Frauen und zur Änderung der Trittrichtung nach oben, damit zur Veränderung der ökonomischen Zusammenhänge dienen - wäre ganz besonders wichtig für Familien. Kinder sind bekanntlich ein Armutsrisiko.

Nebenbei möchte ich Sie aber auch auf das Artikelthema aufmerksam machen: Alice Schwarzers 70. Geburtstag und ihre Sicht auf Feminismus, Sex, Frau Schröder, Blödzeitung, Alter usw.

Xenos 02.12.2012 | 20:59

Harms?

Das ist ja nur ein armes Würstchen, die generell Angst vor einer Hinterfragung seines Queer-Exils hat. Und merkt, dass seine Felle davon schwimmen! Er ist auch besonders laut, weil er - wegen des eigenen Sonderweges – alles andere pauschaler verurteilen kann. Ausserdem können sich bizarre Abwandlungen jeglicher Couleur seinem Queer-Pack anschließen. Und das schlimmste: Er missbraucht zum Teil sogar Argumente, die gesellschaftskritische Menschen benutzen, sofern sie sich mit seinem kaputten Weltbild "Böse Heteronormität" vereinbaren lassen. Er braucht also wirklich nicht viel denken für seine Anfeindungen!

Vielleicht könnte man sich so verständigen?

nimzowisch 02.12.2012 | 21:04

Realität ist ein gutes Stichwort.

Dort sieht es bekanntermaßen so aus, daß ein Durchschnittsverdiener mit gerade mal 2500 Euro brutto nach Hause geht. Wovon er da sein, oft freiwillig zu Hause bleibendes, nach Ihren Angaben supermultiaufgabenfähiges Partner-Exemplar anständig bezahlen soll, bleibt wohl ihr Geheimnis. Aber vielleicht soll er ja auch noch einen Zweitjob annehmen um für sich selber was zu Essen zu kaufen? Dann wäre er immerhin schon auf eine Scheidung vorbereitet, dort wird Mann ja auch zum (nicht einmal real vorhandenen) Zweitjob mit Gefängnisandrohnung nach §1770 StGB verknackt, wenn er den Unterhalt nicht aufbringen kann.

Kommen Sie doch mal von dem Trip runter, daß ein Mann mit der Zeugung eines Kindes der Frau einen materiell auszugleichenden Schaden verursacht, dann klappt das mit der Realität vielleicht noch. ;-)

dame.von.welt 02.12.2012 | 21:26

Lesen ist wohl auch nicht so Ihre Stärke?

Ich schreib's Ihnen jetzt ein viertes und letztes Mal: das gedankliche Modell 'Was ist die Arbeit in Familie und Haushalt ökonomisch wert?' dient nicht zur Ihrer sofortigen Umsetzung in die Praxis oder zur Führung weiteren Geschlechterk(r)ampfs, sondern Ihrer noch zu erledigenden gedanklichen Arbeit. Mit dem Ziel, einen ganz kleinen Hauch an Respekt vor klassisch weiblicher Arbeit zu entwickeln und damit auch der vagen Möglichkeit Vorschub zu leisten, sich gemeinsam mit Frauen gegen die bestehenden ökonomischen Zusammenhänge zu wenden und sie zu ändern.

Sie aber wollen sich offensichtlich auf bedauerlich sehr wenig intelligente Weise und einige Lichtjahre vom Thema entfernt mit mir prügeln. Dazu bleibt zu sagen: Sie erschienen mir bislang nicht als satisfaktionsfähig. Arbeiten Sie dran, schönen Abend noch.

nimzowisch 02.12.2012 | 21:42

Tja, sorry daß ich mich nicht mit Utopien beschäftige, sondern realistisch bleibe.

Ich bin, nebenbei gesagt, völlig auf Ihrer Seite wenn Sie sagen daß Kinder in Deutschland ein Armutsrisiko sind. Der bindungslose Arbeitsnomade ist aktuell der Winner, während die zwangsläufig unflexiblen Familien auf der Verliererstraße sind. Hier muß dringend umgesteuert werden, z.B. mit Abschaffung des Ehegattensplittings und Einführung des Steuervorteils nur für Familien.

dame.von.welt 02.12.2012 | 22:03

Na sehnse, es geht doch - ist doch schon mal ein erster Anfang...

Mit den Utopien verhält es ein bißchen wie beim Lotto. Um zu gewinnen, muß man schon spielen.

Falls Sie gern mit mir spielen wollen, lassen Sie besser Ihre Mutmaßungen über u.a. meine 'Trips' und bemühen stattdessen mal einzwei Argumente. Vorzugsweise zum Artikelthema - das lautet Alice Schwarzers 70. Geburtstag, ihre Sicht auf Feminismus, Alter, Gedönsministerin, Sex, Blödzeitung usw.usf. Und nicht Nimzowisch and friends sind ganz besonders arm dran.

ReVolte 02.12.2012 | 23:54

"...Steuervorteils nur für Familien"

Wobei der Familienbegriff innerhalb unseres Fraumilienministeriums dringend eines emanzipatorischen updates bedarf.

Dass Mann nur zur Familie gehört, solange Frau das auch will und er sich seiner klassischen Rolle als Erfüllungsgehilfe wie auch immer gearteter weiblicher Lebensentwürfe würdig erweist, liegt naturgemäß in ihrem ureigensten Interesse. Insofern sollten auch innerhalb sorgerechtlicher Rahmenbedingungen gesetzliche Quoten das Mittel sein, um Chancengleichheit herzustellen. Es geht offenbar nur mit Zwang.

Sarkasmus beiseite. Das letzte was ich von Schwarzer hörte:

"Warum also dieses so ganz und gar realitätsferne und überflüssige Urteil zur Beschneidung von Jungen?"

Demnach ist sexuelle Selbstbestimmung für Schwarzer realitätsfern und überflüssig – selbstredend wenn es Jungen/Männer betrifft. Sattsam bekannte Doppelmoral vom Schlage Schwarzer.
Wenn etwas überflüssig um nicht zu sagen widerwärtig ist, dann eine dergestalt abgebrühte Sexistin.

http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bday%5D=02&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bmonth%5D=07&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5BshowUid%5D=103&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Byear%5D=2012

Harm 03.12.2012 | 02:44

Alice im Niemandsland. Wie die deutsche Frauenbewegung die Frauen verlor

Ein Buch von Miriam Gebhardt

NDR.de schreibt über das Buch:

...

Zwei miteinander konkurrierende Strömungen

Gebhardt zeigt, dass in der Frauenbewegung seit mehr als 150 Jahren zwei Strömungen miteinander konkurrieren. Die eine will Frauen ermutigen, sie selbst zu werden und zu sein. Die andere verlangt von Frauen, das vermeintlich richtige Bewusstsein zu entwickeln und sich dementsprechend zu ändern. Für Letztere stehe Schwarzer.

"Die lang andauernde Personalunion zwischen öffentlich wirksamer Frauenbewegung und Alice Schwarzer (…) (hat) dazu geführt, dass nicht nur jede Frage zur Geschlechterordnung reflexhaft an sie gerichtet wird und so gut wie nie an Feministinnen anderer Couleur, sondern dass jede Kritik an der Symbolfigur Schwarzer sofort als antifeministischer Angriff (..) kritisiert und damit ihrer Seriosität entkleidet und als politisch unkorrekt abgeschmettert werden kann. Das ist das größte Dilemma der neuen Generation von Feministinnen hierzulande." (Buch-Zitat)

...

http://www.ndr.de/kultur/literatur/buchtipps/aliceschwarzer109.html

Harm 03.12.2012 | 02:55

Herr Harms (dessen Vorname einfach nur Harm ist und dessen Nachname sicher nicht auch noch Harms ist) wird sich das Buch "Alice im Niemandsland" anlässlich des heutigen Geburtstages gönnen und mit Freude lesen. Alle bisher gelesenen Kritiken waren durchweg positiv und haben so richtig Lust auf das Buch gemacht.

Es wäre schön, wenn die Bewegung wieder etwas mehr Schwung & neuen Input bekäme und nicht mehr allein auf die Meinung der strengen Übermutter Schwarzer ausgerichtet wird.

Harm 03.12.2012 | 05:00

Nun antworte ich doch nochmal der xenophoben Xenos-Figur, welche sich scheinbar nur angemeldet hat, um zu diesem Thema etwas zu schreiben. Das darf man dann wohl einen traurigen Troll nennen. Trotzdem antworte ich, weil es ja nun doch über Frauenbewegungen sprechen möchte. Vielleicht ist Hopfen und Malz doch noch nicht ganz verloren!?

Wenn man nach der "EU-Mütter-Studie" sucht, kommt man erst einmal nur auf eine christlich(-fundamentalistische) Seite, welche diese Zahl in der Überschrift "bestätigt".

Diese Seite bestätigt aber auch sehr viel anderen Unfug. Ist aber im Gegensatz zu kreuz.net noch relativ amüsant zu lesen. Von offenen Dankesbriefe an die Noch-Ehefrau vom Gauck, weil sie den Schwur "Ehe bis zum Tod" nicht gebrochen habe bis hin zur offenen Homophobie & Islamophobie lässt sich dort alles mögliche an abergläubigen Unfug finden.

Und selbst auf dieser Seite steht nichts davon, dass 89% der Befragten bis zum 18. Lebensjahr Vollzeitmutter sein wollen. So unrealistisch lügt nicht einmal diese brav anmutende Version von kreuz.net!

Auszug:

"Von den Befragten wollen sich 78 Prozent der Mütter vollzeitlich um ihr Kind im ersten Lebensjahr kümmern. 61 Prozent möchten sich in den ersten drei Lebensjahren ihrer Kinder ausschließlich der Familie widmen. Ab dem vierten Lebensjahr des Kindes sinkt der Anteil auf 37 Prozent."

http://charismatismus.wordpress.com/2012/01/05/europa-studie-89-der-mutter-wollen-keine-volle-erwerbstatigkeit/

Nur noch knapp ein Drittel würden sich gerne noch nach dem 4. Lebensjahr vollzeit um das eigene Kindern kümmern wollen. Wenn es diese Studie wirklich gab & diese Seite die selbe "EU-Mütter-Studie" zitiert, dann wollen nicht "die meisten" bis zur Völljährigkeit ihre Kinder bemuttern. Worüber Teenager auch sehr glücklich sein dürften.

Und wo sollen eigentlich die 89% herkommen, wenn nur noch 78% das Kind im 1. Lebensjahr vollzeit betreuen wollen?

Aber von dieser unseriösen Umfrage mal abgesehen ... Was sagt das Thema Kindererziehung großartig über das feministische Potentional Europas aus? Das ist 1. nur ein Thema des Feminismus und dürfte 2. auch bei Feministinnen sehr unterschiedliche Meinungen hervorrufen!

Und ich denke, dass auch sehr viele Männer in Umfragen bestätigen würden, dass sie sich durchaus gerne ein paar Jahre Zeit für ihre Kinder nehmen wollen würden, wenn es möglich bzw. leichter machbar wäre. Wer möchte denn theoretisch nicht mit dabei sein, wenn das eigene Kind laufen und sprechen lernt ... und eine eigene Persönlichkeit entwickelt. Das empfinde ich als menschlich & sagt rein gar nichts über die ideologische Grundeinstellung oder die feministische Ausrichtung der befragten Person aus.

Und auch diese Karriere-fernen Themen sollten wieder verstärkt Thema des Feminismus werden. Ich persönlich finde Karrieristen generell eher unsympathisch. Egal ob männlich oder weiblich.

Ratatörskr 03.12.2012 | 10:06

Winfired,

mit diesem kurzen Fragesatz kennzeichnen Sie eigentlich die Qualität dieser Diskussion. Rechts - links, schwarz-weiß!

Sachlich betrachtet hat die Frauenbewegung einiges erreicht, gesellschaftspolitisch wurde einiges vom Kopf auf die Füße gestellt. Nicht nur dass Frauen in "dienenden Berufen" abgestellt wurden, auch dass sie in Bildung u. Beruf u. Familienrecht bei gleicher Eignung gleichberechtigt wurden. Den Feminismus nur auf Sexualität und Macht u. Ohnmacht zu reduzieren, ist unehrlich. Richtig ist auch, dass sehr wichtige Themen wie der sexuelle Kindesmißbrauch, Gewalt in Ehe u. Familie, Kinderprostitution etc. endlich enttabuisiert wurden!

Man kann A.S. Ansichten u. Haltung teilen oder ablehnen. Aber sie hat ihre Verdienste, vielleicht gerade darum, weil sie zum Nachdenken "zwang". Auf ihre Weise. Na und?

Was gibt es nicht alles an den Machos auszusetzen?

TobiB07 03.12.2012 | 15:03

auf die Schnelle zwischendurch, grad keine Zeit, aber das ist anmerkenswert, Genderama:

Menschenexperimente, die im Selbstmord enden: "Der Sündenfall der Alice Schwarzer"

Der siebzigste Geburtstag der großen Führerin ist vermutlich eine gute Gelegenheit, an diesen bereits mehrere Jahre alten Artikel Bettina Röhls zu erinnern, der mehr über Schwarzers ethische Grundsätze – oder deren Mangel – aussagt als das allgemeine Hurra-Geschrei, das heute zwar nicht in der Bevölkerung, aber in vielen Medien zu hören ist.

Bettina Röhl schreibt zu ihrem Artikel heute auf Facebook, es sei "nicht einfach gewesen, überhaupt diesen katastrophalen Sündenfall der Alice Schwarzer in den Medien zu präsentieren. Zu groß war die Macht der Alice Schwarzer, die sich gern als Kämpferin wider die Mächtigen verkauft. Der Artikel 'Der Sündenfall der Alice Schwarzer' ist bei Cicero nicht mehr nachzulesen: gelöscht auf Wunsch von Schwarzer."

miauxx 03.12.2012 | 19:04

Die Geschichte David Reimers, auch mir bisher unbekannt, ist an Unmenschlichkeit freilich kaum zu toppen. Ebenso, dass diese noch bejubelt wurde. Wenn eine Schwarzer so etwas guthieß, hat sie genau so eine Gewalt versucht zu zementieren, gegen die sie eigentlich angetreten war.

"Es beweist viel mehr, dass das innere Geschlecht nur wenig mit dem Körper oder gar der Erziehung zu tun hat."

Das "innere Geschlecht" - was soll das sein? Wie ich mich fühle? Erziehung ist ein anderer Fall. Ein Mädchen kann sich als solches fühlen - was immer das genau bedeutet -, und trotzdem die klischeehafte Sozialisierung mit rosa Kleidchen usw. ablehnen. Geschlecht und Körper haben aber etwas miteinander zu tun. Aber auch da hört der Unterschied zwischen Männlich und Weiblich noch nicht auf. Was soll der Blödsinn, das immer so vehement zu negieren? Und Transgender u.ä. sind die Ausnahme - eben die, die die Regel bestätigen, wie man so sagt. Sie können Transgender doch nicht als Beweis dafür anführen, dass Geschlecht und Körper nichts miteinander zu tun hätten!?

Hfftl 03.12.2012 | 19:36

@GEORG VON GROTE

"Warum müssen sich kleine aufgeblasene Männchen sich eigentlich immer so der Lächerlichkeit preisgeben? (...) Eigentlich schon bezeichnend, dass sich bei solchen Themen immer diejenigen Männer lauthals austoben, die selbst in einer reinen Männergesellschaft nur die niedrigsten Positionen einnehmen würden, also auch unter Männern nur als absolute Loser gelten. :-) (...) Die Männchen, die sich so gestört fühlen, sollten sich lieber mal überlegen, ob sie nicht auf dem Stand ihrer Großeltern verharren und ihr Rollenverständnis noch einmal gründlich überdenken."

Sie sprechen hier ganz offensichtlich von sich selbst. Man kann Sie nur ermuntern, damit fortzufahren. Kritische Selbsterkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem weiteren Horizont. Und wie sich an der Gesamtheit Ihrer Beiträge ablesen lässt, ist dieser Weg für Sie noch sehr sehr weit.

@RATATÖRSKR

"Richtig ist auch, dass sehr wichtige Themen wie der sexuelle Kindesmißbrauch, Gewalt in Ehe u. Familie, Kinderprostitution etc. endlich enttabuisiert wurden!"

Leider ist gerade das nicht völlig richtig. Nichts wird stärker und verbissener tabuisiert als sexueller Kindesmissbrauch und Gewalt in der Ehe und der Familie - soweit sie von Frauen begangen werden.

dame.von.welt 03.12.2012 | 21:04

Ojemine!

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder wird nach Möglichkeit immer und überall tabuisiert. Es sei denn, man kann schön weit weg von der eigenen Person und mit geschwollenem Schritt in die Ferne glotzen. 'Sexueller Kindesmissbrauch' ist übrigens Tätersprache, hoffentlich ein Versehen.

Falls Sie das Thema sexualisierte Gewalt durch Frauen an Jungen interessieren sollte, empfehle ich Ihnen Tauwetter und aus deren Informationspool einen Text von Thomas Schlingmann.

feminismus 04.12.2012 | 11:32

Alice im Niemandsland. Wie die deutsche Frauenbewegung die Frauen verlor

Ein Buch von Miriam Gebhardt

Auch das Buch kann man getrost in die Tonne kicken, kleines Interview mit der Autorin:

http://www.ftd.de/panorama/leute/:feminismus-in-deutschland-alice-schwarzer-matriarchin-im-abseits/70123792.html

Während die meisten jungen Frauen in ihren Lebensentwürfen in den letzten Jahrzehnten immer flexibler geworden sind, bleiben die meisten jungen Männer mit ihren alten Rollenvorstellungen verhaftet. Ihre Erwerbstätigkeit zugunsten von Fürsorgearbeit an Kindern und Alten zu beschränken erscheint den allermeisten jungen Männern immer noch undenkbar.

lerche 04.12.2012 | 15:13

Okay Feminismus, ich gebe Ihnen bis zu einem gewissen Grad recht: Frauen sind auch noch nicht flexibel genug in ihren Lebensentwürfen geworden. Sie orientieren sich ebenso wie Männer immer noch an den traditionellen Geschlechterrollen, vor allem üben sie aber immer noch bevorzugt typische Frauenberufe aus, die in der Regel schlechter bezahlt sind als typische Männerberufe.

Meines Erachtens kann eine Gleichberechtigung der Geschlechter nur erreicht werden, in dem Erwerbs- Erziehungs- und Hausarbeit zwischen Frauen und Männern möglichst gleich aufgeteilt und die typischen Frauenberufe endlich aufgewertet werden würden. Außerdem sollten beide Elternteile nicht nur berechtigt sein, Elternurlaub und Teilzeitarbeit in Anspruch zu nehmen, sondern sogar gesetzlich dazu verpflichtet werden.

@ Paracelsius und andere

Ich kann nichts Kritikwürdiges, an dem was Alice Schwarzer oben geäußert hat, finden. Was sollen denn die kruden Thesen sein und inwiefern schürt sie Hass und Missgunst zwischen Männern und Frauen?

erifi 04.12.2012 | 18:00

280 Kommentare und die meisten männlich gekränkt, hasserfüllt oder schlicht dummdreist. Da ich annehme, dass der "Freitag" eher von linken Menschen gelesen wird, kann ich nur eines sagen: Ich bin erschüttert.

Ich bin beileibe keine begeisterte Anhängerin von A.S. An ihren politischen Haltungen gibt es viel zu kritisieren, insbesondere ihre ethnozentrische Arroganz gegenüber Musliminnnen, die ihre eigenen Vorstellungen von Emanzipation haben. Es gibt auch viel an ihrem Umgang mit anderen Frauen zu kritisieren, an ihrem, ja, Willen zur Macht. Aber um Himmels Willen: Nicht so, meine Herren!

Einige von euch sprechen von Hass und Missgunst zwischen den Geschlechtern, den A.S. säen soll. Hier wird die Botschafterin für die Botschaft verantwortlich gemacht. Ihr seid Zeitungsleser. Lest ihr nicht über Massenvergewaltigungen in Kriegsgebieten, über die Bestrafung eines Mannes mittels Vergewaltigung aller seiner weiblichen Familienmitglieder in Pakistan, über die Verstümmelung weiblicher Genitalien? Seht ihr nicht die Fotos von Parlamenten ohne Frauen, vom Politbüro in China zum Beispiel?

Gut, das trifft alles auf Deutschland in der Krassheit nicht zu. Glücklicherweise. Aber Gewalt gegen Frauen gibt es auch hierzulande genug, auch wenn es nicht jeden Tag in der Zeitung steht. Ist das kein Hass? Oder trägt A.S. auch dafür die Verantwortung? Der deutsche Mann sollte stolz sein, dass wir hierzulande ein gewisses Maß an Geschlechterdemokratie erreicht haben. Es geht um Demokratie, meine Herren! Und die wollt ihr doch, nicht? Überdies: Was Schwarzer über die Quote für Frauen in Führungspositionen sagt, ist einfach klug. Und ihre Kritik an Frau Schröder ebenso. Frauen hätten in diesem Land eine bessere Ministerin verdient. Es ist eine Schande.

In welcher Welt lebt ihr? Seid ihr denn nicht in der Lage, die Augen zu öffnen und euch umzusehen? Seht ihr nur euer eigenes kleines Ego, das beleidigt ist, weil eure Machtvollkommenheit allmählich schwindet, weil es ein klein wenig gleicher wird zwischen Männern und Frauen? Und dazu, ja, hat A.S. ihren nicht unwesentlichen Teil beigetragen. Insofern gratuliere auch ich.

Sie ist eine historische Person, und historische Personen müssen wir nicht unbedingt lieben. Wir müssen nur ihre Leistung anerkennen. Viele historische Personen in der Vergangenheit waren Kriegstreiber, Ehebrecher, Frauenmörder, Frauenverächter. Da lob ich mir allemal A.S.

nimzowisch 04.12.2012 | 19:24

@ Erifi:

Auch Sie begehen die gleichen Fehler wie Frau Schwarzer:

a) Zuschreibung des Opfermonopols für Frauen

b) Zuschreibung des Tätermonopols für Männer

Sorry, aber das ist so der Stand von vor gut 30 Jahren, und da ist auch Frau Schwarzer stehengeblieben.

Achja, und wo Sie ja gerade von Genitalverstümmelung schrieben: Frau Schwarzer hat sich explizit dafür ausgesprochen, natürlich in rein sexistischer Weise, nur für männliche Kinder und Jugendliche, nicht etwa für Frauen.

thinktankgirl 04.12.2012 | 19:25

280 Kommentare und die meisten männlich gekränkt, hasserfüllt oder schlicht dummdreist. Da ich annehme, dass der "Freitag" eher von linken Menschen gelesen wird, kann ich nur eines sagen: Ich bin erschüttert.

Die meisten der gekränkten Männchen gehören nicht zum Stammpublikum des Freitags. Die haben sich nur angemeldet, um bei diesen speziellen Themen ihren Frust abzulassen. In den anderen Threads sieht man sie so gut wie nie. Erst bei den entsprechenden Reizworten, verlassen sie das wohlige Dunkel ihrer Höhlen und rotten sich hier zusammen.

+++++ Sterne für deinen Kommentar!

MiNo 04.12.2012 | 21:06

Lieber Freitag,

muss das denn sein, dass du diese Woche mit einer großen Sex-Schlagzeile daherkommst? Are you serious?

Und dann auch noch Alice Schwarzer daneben? You must be kiddin... ist diese Woche denn nicht hier und da noch was berichtenswertes passiert? Was war da los bei Dir auf der (Chef-)Redaktionssitzung? Oder gehst Du wegen des kollektiven Zeitungssterbens jetzt gezielt auf SensationsleserInnenfang?

Du bist doch nicht Die Zeit, oder du warst es zumindest nicht, ich hoffe du bleibst es nicht. Bitte bleib wieder so wie du warst. Keine Plattitüden.

Daaaanke und Beste Grüße

mymind 04.12.2012 | 21:20

Herr Nimzowisch, oder wie Sie sonst noch heißen,

glauben Sie, dass mit Ihnen alles in Ordnung ist? Ihre verächtlichen Äußerungen & Einschätzungen sind nicht nur fern jeglicher Realität, sondern ähneln psychopathischen Erscheinungsformen. Es mag sein, dass Sie keine guten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht haben, aber machen Sie dafür nicht die halbe Menschheit verantwortlich.

Auf weitere Einlassungen verzichte ich, kommen Sie erstmal zu sich & einem klareren Blick auf Ihre Umwelt. Hoffentlich haben Sie jemanden in Ihrer Umgebung, der Ihnen helfen kann.

feminismus 04.12.2012 | 22:11

@nimzowisch

Auch Sie begehen die gleichen Fehler wie Frau Schwarzer:

a) Zuschreibung des Opfermonopols für Frauen

b) Zuschreibung des Tätermonopols für Männer

Sorry, aber das ist so der Stand von vor gut 30 Jahren, und da ist auch Frau Schwarzer stehengeblieben.

Das wird sich auch nicht in den nächsten 30 Jahren ändern. Genauso wenig wie BAT-Girlies für total revolutionär halten, nur weil sie Taz und Freitag lesen.

Hfftl 05.12.2012 | 04:34

@ERIFI

"Aber Gewalt gegen Frauen gibt es auch hierzulande genug, auch wenn es nicht jeden Tag in der Zeitung steht. Ist das kein Hass? Oder trägt A.S. auch dafür die Verantwortung?"

Frau Schwarzer trägt eine Mitverantwortung dafür, dass Gewalt gegen Männer (gut zwei Drittel aller Gewaltopfer im öffentlichen Raum) marginalisiert wird und dass über den Teil häuslicher Gewalt, der von Frauen ausgeübt wird (in der Partnerschaft etwa die Hälfte, gegen Kinder und Alte weit mehr) in den Zeitungen so gut wie GAR NICHTS steht (gäbe es das Internet nicht, wüsste auch heute noch eine verschwindend geringe Minderheit davon). Frau Schwarzer ist mitverantwortlich dafür, dass infolge einer aus ideologischen Gründen bewusst einseitigen Darstellung der Sachverhalte, einer absichtlich falsche Diagnose, der Weg zu einer wirklichen Lösung von Gewaltproblemen insbesondere in persönlichen Beziehungen kaum beschritten werden kann.

Wie männer- und frauenfeindlich die herrschende feministische Ideologie ist, sieht man unter anderem darin, dass es nicht nur für männliche Opfer häuslicher Gewalt fast keine Anlaufstellen gibt (schon gar nicht üppig aus Steuergeldern subventionierte, wie zig Frauenhäuser), sondern dass auch weibliche Gewalttäterinnen, die ihr Problem erkannt haben und Rat und Hilfe suchen, diese nicht finden. Wenden sie sich an einschlägige Einrichtungen der Helferinnen-Industrie, so versucht man dort, ihnen nach bekanntem Schema eine Opferrolle einzureden, und wenn sie gegen diese Gehirnwäsche resistent sind, werden sie verhöhnt oder beschimpft. Allenfalls in Beratungsgruppen für gewalttätige Männer haben sie eine Chance, dass man sie ernst nimmt und ihnen zuhört.

"Es geht um Demokratie, meine Herren! Und die wollt ihr doch, nicht?"

Eben. Ein triftiger Grund, eine rechtsstaats- und demokratiefeindliche, totalitäre Ideologie wie den Feminismus abzulehnen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen. Wenn z.B. für die Posten von sogenannten "Gleichstellungs"beauftragten (in Wahrheit natürlich nach wie vor Frauenbeauftragten), deren Wirken sich ja auf beide Geschlechter auswirkt, das aktive und passive Wahlrecht ausschließlich Frauen vorbehalten ist, oder wenn im Rahmen des sogenannten Professorinnen-Programms für die Besetzung von 200 (!) Professorenstellen männliche Bewerber explizit und komplett ausgeschlossen werden (dies nur zwei Beispiele), dann hat das mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie absolut GAR NICHTS zu tun.

"In welcher Welt lebt ihr? Seid ihr denn nicht in der Lage, die Augen zu öffnen und euch umzusehen?"

Doch - im Gegensatz zu Ihnen.

"Seht ihr nur euer eigenes kleines Ego, das beleidigt ist, weil eure Machtvollkommenheit allmählich schwindet, weil es ein klein wenig gleicher wird zwischen Männern und Frauen?"

Ich sehe vor allem Ihr eigenes kleines Ego, neben anderen gleichgearteten kleinen Egos, die jede Kritik, sei sie in der Form noch so sachlich und inhaltlich noch so berechtigt, sofort als Majestätsbeleidigung auffassen. Prinzessinnen-Syndrom halt.

Da lobe ich mir all die erwachsenen Frauen, die sich einen klaren Blick für die Realität bewahrt haben und bereit sind, gemeinsam mit erwachsenen Männern darauf hinzuwirken, dass es wieder "ein klein wenig gleicher" (oder, wie erwachsene Menschen zu sagen pflegen: gerechter) zugeht.

thinktankgirl 05.12.2012 | 11:30

Achja, und wo Sie ja gerade von Genitalverstümmelung schrieben: Frau Schwarzer hat sich explizit dafür ausgesprochen, natürlich in rein sexistischer Weise, nur für männliche Kinder und Jugendliche, nicht etwa für Frauen.

Da haste aber Glück, wenn Frau Schwarzer euch nur Zipfelchen Vorhaut abknapsen lassen will.

Da gab es schon wesentlich radikalere Ideen, was mit dem Ding zu tun sei, das zwischen euren Beinen hängt und viele Männer glauben läßt, daß schon der alleinige Besitz desselben Frauen zu Menschen zweiter Klasse macht. Und wenn noch hinzukommt, daß manche dieses Ding zur Entscheidungsfindung nützen, da sie es mit ihrem Gehirn verwechseln, wundert es mich nicht sonderlich, daß es vor vielen Jahren Strömungen des Feminismus gab, die in der Entfernung dieses Dinges nötig hielten.

Also wie gesagt, Glück gehabt, wenn es Frau Schwarzer nur ein Stückchen Vorhaut ist.

thinktankgirl 05.12.2012 | 13:29

@Lerche

=Also wie gesagt, Glück gehabt, wenn es Frau Schwarzer nur ein Stückchen Vorhaut ist.

Ich glaub’s ja nicht …

Und jetzt muss ich Sie fragen: Wie traurig ist das denn?`=

Wenn du nicht zu den Männerrechtlern gehörst, dann tritt mal ein Schritt zurück und stell dir vor, da steht "Achtung Ironie!".

Sollte das nicht helfen, sag es mir und ich werde eine Interpretation dazu liefern.

dame.von.welt 05.12.2012 | 14:20

Nun ist Alice Schwarzer also auch noch daran schuld, daß Männer Männer schlagen und Männer zu sehr Superman sind, um weibliche häusliche Gewalt anzuzeigen? Sagen Sie, wird es Ihnen nicht selbst ein bißchen unheimlich, wieviel Macht Sie ihr einräumen?

^^ Zum öffentlichen und medialen Schweigekartell zum Tabu-Thema *Frauen prügeln Männer* konnte ich vier erschütternde Dokumente finden: klick, klick, klick, klick ^^

Frauenhäuser fielen übrigens nicht vom Himmel, sondern wurden von Frauen gegen reichlich Widerstände erkämpft. Sollten Zufluchtsräume vor häuslicher Gewalt auch für Männer vonnöten sein: nix wie los! Kämpfen Sie darum! Anders, als Ihre Geschlechtsgenossen Anfang der 70er werde ich dem sicher nicht im Wege stehen.

Nur eine Bitte: kämpfen Sie für eine eigene Finanzierung und versuchen Sie bitte auch nicht, die chronisch unterfinanzierten Zufluchten für Frauen und Kinder in Orte des politisch motivierten institutionalisierten Männerhasses umzurubeln und sie in Familienhäuser umwandeln zu wollen. Danke.

thinktankgirl 05.12.2012 | 14:43

Wie soll frau mit Typen halbwegs rational diskutieren, die überzeugt sind, das Feminat hätte die Macht übernommen:

- die Frauen klauen ihnen über die Gleichstellungsquoten die Jobs

- die Frauen klauen ihnen bei der Scheidung oder schon während der Ehe ihr sauer verdientes Geld

- die Frauen klauen ihnen den Samen

- die Frauen klauen ihnen ihre Männlichkeit

Und jetzt will Alice Schwarzer ihnen auch noch die Vorhaut klauen.

Ich habe nicht mal nachgeschaut, ob das stimmt und wenn ja, warum sie dafür ist. Wäre pure Zeitverschwendung, darüber ernsthaft diskutieren zu wollen.

Sicherlich versteht er auch nicht den Wink mit dem Zaunpfahl, daß das Ding zwischen seinen Beinen kein Befähigungsausweis für bevorzugte Behandlung ist.

Da hilft nur Sarkasmus und ironische Verfremdung, damit Frau angesichts solcher Männer nicht die Contenance verliert.

lerche 05.12.2012 | 15:22

Wie soll frau mit Typen halbwegs rational diskutieren, die überzeugt sind, das Feminat hätte die Macht übernommen:

Ja, ich finde es zum Teil auch sehr schwierig, wirklich zu erkennen, was „diese Typen“ überhaupt wollen. Da ist frau wie schon angemerkt, mittlerweile halbwegs so weit, sich endlich aus der ökonomischen Abhängigkeit des Mannes befreit zu haben - da kommen sie schon aus allen Ecken angerannt und meinen sie seien benachteiligt. Furchtbar.

Allerdings werde ich bei dem Thema Beschneidung schon etwas hellhörig, weil ich nicht sehe, warum nicht auch kleine Buben vor Genitalbeschneidungen geschützt werden sollen.

Außerdem halte ich auch die Kritik im Fall Kachelmann für berechtigt. Die gute Claudia D. wollte anscheinend partout nicht einsehen, was sonnenklar war, nämlich dass der Kerl rein sexuell interessiert an ihr war. Wenn sie sich etwas anderes erhofft hatte, dann ist sie allein dafür verantwortlich – nicht Kachelmann.

Und eine Vergewaltigung konnte sie ihm eben nicht beweisen.

An dem Fall ist schon nachvollziehbar, dass Männer befürchten, dass Feministinnen peu a peu den Spieß umdrehen wollen. Und im Fall der Beschneidung, dass es ihnen egal ist, ob kleinen Jungs unnötig Schmerzen und bleibende Beeinträchtigigungen zugefügt werden. Finde ich auch furchtbar.

feminismus 05.12.2012 | 15:32

@Lerche

Wie sie hier lesen, gilt nach wie vor "Ein Indianer kennt keinen Schmerz". Die Sehnsucht nach dem Schmerzensmann war eben nur eine weitere Lebenslüge weiß-akademischer Privilegienmuschis um Egoismus und Narzismus hinter der Gutmenschenmaske zu verbergen. Sobald der Mann es nämlich wagt ein eigenes Gefühlsleben jenseits ihrer Menstruationslaunen aufzubauen oder eben feministischen Dogmen in Frage stellt, dann ist er eben ein Jammerlappen oder eben Frauenfeind. Deshalb verwundert es auch nicht, daß die Frauensystempresse auf einmal so "erschrocken" ist, dass sich das Supi-Geschlecht auf einmal wieder in die Küche wünscht oder nach oben heiratet. Der Ernährer soll sich kritisch selbstreflektieren, aber bitte noch genügend Taler mit nach hause bringen. Genderplapperei während dem Studium, aber doch bitte nicht danach - dann steht Bausparvertrag an.

Noch "erschrockener" sind die "Expertinnen und Forscherinnen" übrigens wenn frau Kriegsverbrechen begeht oder sich als Thinkthankgirl einer rechtsradikalen Terrororganisation selbstverwirklicht. Die Stammelei in der Frauenpresse war wirklich grenzwertig - die Gesellschaft wird jetzt aber menschlicher, bei der CDU mehr Frauen mitmachen.

Plappermäulchen kam, meist gut klang, aber von den meisten Frauen gar nicht gewollt wird - am wenigsten von Feministinnen.

Geschlechter nach gut und böse aufzuteilen wird immer schwieriger - nur die Opferinnenindustrie lebt davon. Deshalb lohnt sich auch keine Diskussionen mit denen, da könnte man auch mit Scientology-Führern streiten.

nimzowisch 05.12.2012 | 16:05

Tja, wenn Sie informiert wären, dann wüßten Sie daß im Land Berlin, wo ein Männerhaus besteht, die Finanzierung von der zuständigen Senatorin abgelehnt wurde. Kein Bedarf war die Begründung, und das bei einer weiblichen Täterquote von fast 25% (lt. Kripo-Statistik)

Machen wir uns doch nichts vor: Partnergewalt wird nur solange sozial betreut, solange das alte Täter-/Opferin-Schema erfüllt wird. Ich darf da mal an eine Politikerin der GRÜNEN erinnern die freimütig zugab: "Beachteiligungen von Männern abzubauen, ist nicht unser politischer Wille".

Und was die Frauenhäuser betrifft: So fragen Sie mal Gründerin Fr. Pizzey nach ihren Erfahrungen. "Hort des Männerhasses" ist da noch freundlich ausgedrückt.

lerche 05.12.2012 | 18:07

„Privilegienmuschis, Menstruationslaunen, Frauensystempresse ,Supi-Geschlecht, Genderplapperei …“

Das klingt ja fast so, als ob sie Frauen für böse und Männer für gut halten würden, oder täuscht das? ;-)

„Der Ernährer soll sich kritisch selbstreflektieren, aber bitte noch genügend Taler mit nach hause bringen.“

Ich halte es für einen riesengroßen Witz, daß sich Frauen so etwas wirklich wünschen. So bald Frauen selbst in guten Positionen sind, haben sie doch nicht das geringste Verlangen danach, zu Hause zu bleiben. Da würden sie doch eingehen wie die Primeln.

Eine gute Betreuung für die Kinder und eine partnerschaftliche Aufteilung häuslicher Pflichten sind den meisten Frauen doch viel wichtiger als die Hausmütterchenrolle übernehmen zu wollen.

Ein großes Problem ist allerdings, dass viele qualifizierte Jobs gar nicht mit Kindern zu vereinbaren sind, weil sie schlicht zu anspruchsvoll und zeitintensiv sind und zu viel Flexibilität fordern. Und dann ist eben einer der beiden Partner gezwungen, beruflich zurückzustecken – was in der Regel eben immer noch die Frauen tun. Genügend Taler entschädigen dann natürlich schon ein bisschen. ;-)

dame.von.welt 05.12.2012 | 18:19

Von u.a. Erin Pizzey ab Seite 7 ein sehr sinnvoller Ratgeber zu What can a man do in self defense Erin Pizzey definierte häusliche Gewalt mal in etwa so: Wenn Du keine Todesangst hast, ist es keine häusliche Gewalt. (eine Definition, die ich persönlich für fragwürdig halte)

Sie informieren sich aber bitte selbst, welches Geschlecht das eigene und das andere häufiger *lebensbedrohlich* verletzt?

Ich habe mir erlaubt, Ihnen eine kleine linkliste zu Gewalt gegen Männer und Hilfe zusammen zu stellen: Anlaufstellen in Berlin (dort bitte im Menue links auf 'Männer' klicken) Männerhaus Berlin aus der gleichen Quelle die Entwicklung in Berlin die Kurzfassung der Studie des Bundesministeriums für 'Gedöns' Gewalt gegen Männer und ein lesenswerter Artikel Ein Ort für geschlagene Männer über das Männerhaus in Ketzin (vorher war's in Spandau) Sie finden dort auch einen link zum Männerhaus Oldenburg. Gern geschehen.

thinktankgirl 05.12.2012 | 18:40

Besonders übel finde ich, daß einige/viele der Männerrechtler mit rechten bis rechtsradikalen Gruppen in Verbindung stehen

r Entwicklung in der geschlechterpolitischen Debatte vor. Aus seiner Sicht entstehen neue NetzwUnter dem Titel „Feindbild Feminismus. Geschlechterkampf von rechts.“ stellte der Journalist Thomas Gesterkamp kürzlich seine Beobachtungen zur Entwicklung in der geschlechterpolitischen Debatte vor. Aus seiner Sicht entstehen neue Netzwerke, die konservative und antifeministische Ideen verbreiten und die Errungenschaften der Frauenbewegung in Frage stellen.

Einige Kanditaten in diesem Thread weisen sprachliche Muster auf, die mich vermuten lassen, daß sie in das nähere odere weitere Umfeld rechter Kreise gehören: der hetzerische und diffamierende Ton, die Opferrolle, der Feind, der sie unterdrückt

Und wenn ich den Blog von Andreas Kemper hier in der FC wiederfinden würde, in dem er sein Buch „(r)echte Kerle“ vorstellt, könnte ich noch mehr Belege bringen.

nimzowisch 05.12.2012 | 19:14

"Sie informieren sich aber bitte selbst, welches Geschlecht das eigene und das andere häufiger "lebensbedrohlich" verletzt"?

Sehen Sie? Sie sind gar nicht in der Lage sich vom Geschlechterkampf zu lösen, sondern picken sich in einem Teilbereich das Argument raus, was Ihnen gerade paßt.

Würde ich es genauso machen, könnte ich jetzt behaupten, daß Frauen erwiesenermaßen bei häuslicher Gewalt eher Waffen benutzen. Bringt uns das weiter? Nein.

Kleiner Tip: Den Opfern nützt das überhaupt nix...

nimzowisch 05.12.2012 | 19:19

Ach, der Herr Kemper, der seine Heftchen im Unrast-Verlag veröffentlicht...

Jener Unrast-Verlag, der schon mal vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. Sicher eine hervorragende Quelle...

P.S.: Die linksradikalen und linksextremistischen FeministInnen, die u.a. mit Morddrohungen, tätlicher Gewalt, Brandanschlägen etc. von sich reden gemacht haben, unterschlagen wir mal einfach so, oder wie?

rheinhold2000 05.12.2012 | 19:32

"P.S.: Die linksradikalen und linksextremistischen FeministInnen, die u.a. mit Morddrohungen, tätlicher Gewalt, Brandanschlägen etc. von sich reden gemacht haben, unterschlagen wir mal einfach so, oder wie?"

ach Gottchen, faschisten können sich also in zukunft damit rechtfertigen, dass teile der antifa gewalttätig sind.

rassismus ist in zukunft dadurch gerechtfertigt das teile der blackpower bewegung die weißen ausrotten wollten (so argumentiert übrigens die (faschistische) white power bewegung, fallen dir da vieleicht parallelen zu deiner argumentation ein :-))

rheinhold2000 05.12.2012 | 19:46

"Besonders übel finde ich, daß einige/viele der Männerrechtler mit rechten bis rechtsradikalen Gruppen in Verbindung stehen"

Ich denke mal das praktisch alle Mäbberrechtler ganz ganz weit rechts stehen.

nette Analyse hier beim Freitag:

https://www.freitag.de/autoren/andreas-kemper/machiavellis-trauma-warum-der-maskulismus-nicht-emanzipatorisch-ist

die einzige glaubwürdig emanzipatorische seite für männerrechte die ich in den weiten des inets gefunden habe ist hier:

http://www.bundesforum-maenner.de/

vieleicht noch den blog

http://feminismusfuerjungs.wordpress.com/

als tim pritlove einen guten cre podcast zum feminismus gemacht hat haben ihm die maskulinisten seine ganzen kommentare vollgemüllt, die treten halt immer in rudeln auf

http://cre.fm/cre196-feminismus

als er es gewagt hat einen cre podcast zum thema pornografie mit einer frau und feministin als gesprächspartnerin zu machen haben die maskulinisten ihm wieder alles zugemüllt

http://cre.fm/cre198

lerche 05.12.2012 | 19:47

Nun ja, die Informationen, auf die Dame.von.Welt dankenswerterweise aufmerksam gemacht hat, zeigen ja schon, dass Gewalt von Frauen gegen Männer in einem beträchtlichen Ausmaß existiert. Und darüber hört man tatsächlich eher selten etwas. Von daher ist es schon notwendig, anzuerkennen, dass häusliche Gewalt kein geschlechtsspezifisches, sondern ein allgemein menschliches Problem ist.

thinktankgirl 05.12.2012 | 19:54

/++theme++freitag.theme/images/avatar_tile.pngnimzowisch 05.12.2012 | 19:19@thinktankgirl

Ach, der Herr Kemper, der seine Heftchen im Unrast-Verlag veröffentlicht...

Jener Unrast-Verlag, der schon mal vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. Sicher eine hervorragende Quelle...

P.S.: Die linksradikalen und linksextremistischen FeministInnen, die u.a. mit Morddrohungen, tätlicher Gewalt, Brandanschlägen etc. von sich reden gemacht haben, unterschlagen wir mal einfach so, oder wie?

Da haben wir schon einen getroffenen Männerrechtler ausm Bau gelockt!

Antifeministisch und antilinks - Halleluja!

rheinhold2000 05.12.2012 | 19:58

"Nun ja, die Informationen, auf die Dame.von.Welt dankenswerterweise aufmerksam gemacht hat, zeigen ja schon, dass Gewalt von Frauen gegen Männer in einem beträchtlichen Ausmaß existiert. Und darüber hört man tatsächlich eher selten etwas. Von daher ist es schon notwendig, anzuerkennen, dass häusliche Gewalt kein geschlechtsspezifisches, sondern ein allgemein menschliches Problem ist."

die aussage das frauen weniger gewaltätig sind als männer heißt ja umgekehrt das männer gewalttätiger sind als frauen.

das ist eine übelst sexistische aussage.

ich wüßte auch nicht warum sie stimmen sollte.

ist wahrscheinlich ein problem der wahrnehmung. frauengewalt wird oft übersehen, bagatellisiert oder nicht angezeigt.

nimzowisch 05.12.2012 | 19:59

Antilinks? Was soll das sein?

Mit längst überkommenen Kategorien wie links und rechts kann ich überhaupt nichts anfangen. Ich für meinen Teil bin z.B. für das BGE, für einen flächendeckenden Mindestlohn, gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr, für die Legalisierung von Haschisch. Trotzdem gegen Frauenquoten, gegen eine sexistische Zwangsdienstregelung, gegen eine faschistoide Sündenbockideologie wie den Feminismus.

Sie sehen: Mit Ihrer simplen links/rechts Betrachtungsweise kommen Sie nicht weiter.

rheinhold2000 05.12.2012 | 20:20

menschen die mit den kategorien links und rechts nichts anfangen können sind zu 100% eher rechts. klar ist das ne unzuvlässige verallgemeinerung aber es stimmt.

eines der wesentlichen merkmale klassisch linker positionen ist der egilitarismus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Egalitarismus

ich persönlich gehe davon aus das alle MENSCHEN weitgehendst gleich denken und fühlen und die gleichen bedürfnisse und rechte haben.

das ist eine klassisch linke position.

in anti formuliert: antinational, antisexistisch und antikapitalistisch.

Das hindert mich nicht in randbereichen (zum beispiel im Strafrecht ) teilweise durchaus konservative ansichten zu vertreten.

nimzowisch 05.12.2012 | 20:32

Antisexistisch? Sorry, aber das ist jetzt ein echter Brüller.

Wo bitte hat sich denn die Linke mal eingesetzt für eine nicht sexistische Zwangsdienstregelung? Wo für eine Opferhilfe vorbehaltlos des Geschlechts? Wo für ein nicht sexistisches Sorgerecht? Und wenn ich mir so die aktuelle Debatte um die verharmlosenderweise "Beschneidung" genannte Prozedur der männlichen Genitalverstümmelung (selbst bei ein paar Tage alten Säuglingen, ohne ärztliche Begleitung!) ansehe, dann kann ich da auf der linken Seite auch nur sehr bescheidene Energie erkennen, ganz im Gegensatz damals zur Debatte um die weibliche Beschneidung.

In Wahrheit ist die Linke nur antisexistisch wenn es um Sexismus gegen Frauen geht. Mit dem Sexismus gegen Männer lebt sie dagegen recht bequem.

lerche 05.12.2012 | 20:35

Ich bin mir nicht so sicher, ob solche Klassifizierungen allgemein sehr hilfreich sind. Das Links-Rechts Schema scheint aber in Bezug auf Männerrechtler besonders uneindeutig zu sein. Bei Wikipedia steht jedenfalls folgendes dazu:

Ein Teil der linken Männerbewegung bemerkte schließlich doch, dass Feminismus eine Irrlehre ist. Zumindest fingen einige an, den Feminismus kritisch zu hinterfragen. Warren Farrell war bis in die 1970er Jahre ein Vertreter der Frauenbewegung und wurde als einziger Mann dreimal in den New Yorker Vorstand der feministischen Organisation NOW gewählt, bis er 1993 das Buch Mythos Männermacht veröffentlichte. In Deutschland schrieb Arne Hoffmann, der allerdings nie Teil der profeministischen Männerbewegung war, 2001 das Buch Sind Frauen bessere Menschen?.

Parallel zum Niedergang der Profeministen hat sich die antifeministische Männerrechtsbewegung formiert. Das ging los mit den Väterrechtlern (Väteraufbruch für Kinder), Ende der 1990er Jahre gründeten sich dann die ersten Internet-Foren (PaPPa.com) und schließlich erste Organisationen wie MANNdat und Agens.

Arne Hoffmann ist ein Männerrechtler, der die Probleme des Feminismus zwar erkannt und genau analysiert hat, aber seine Erkenntnisse trotzdem weiterhin mit einem linken Weltbild in Einklang zu bringen trachtet.

rheinhold2000 05.12.2012 | 20:52

Antisexistisch? Sorry, aber das ist jetzt ein echter Brüller.

Brüll doch wenns dir spass macht. ja antisexistisch

Wo bitte hat sich denn die Linke mal eingesetzt für eine nicht sexistische Zwangsdienstregelung?

Alle linken (erst recht ja wohl z.B. die Anarchisten) haben sich immer GEGEN den wehrdienst ausgesprochen. Muß ich dich an die Friedensdemos erinnern?

"Wo für eine Opferhilfe vorbehaltlos des Geschlechts? Wo für ein nicht sexistisches Sorgerecht? "

In was für ner welt lebst du? unfassbar wie man ein derart verzerrtes weltbild haben kann.

"Und wenn ich mir so die aktuelle Debatte um die verharmlosenderweise "Beschneidung" genannte Prozedur der männlichen Genitalverstümmelung (selbst bei ein paar Tage alten Säuglingen, ohne ärztliche Begleitung!) ansehe, dann kann ich da auf der linken Seite auch nur sehr bescheidene Energie erkennen, ganz im Gegensatz damals zur Debatte um die weibliche Beschneidung."

ich überhaupt nicht. es sei denn du bist soweit rechts (wie ich vermute" das du die positionen der grünen und der spd für linke positionen hälst (zum verständnis für ganz rechte wie dich : SPD/Grüne ungleich links)

also ich habe dir ja oben in einfachen worten erklärt was egalitarismus ist: wenn alle menschen die weitestgehends gleich denken und fühlen und die gleichen rechte und bedürfnisse haben, wo ist dann der unterschied zwischen männlicher und weiblicher beschneidung?

richtig, es gibt keinen

"In Wahrheit ist die Linke nur antisexistisch wenn es um Sexismus gegen Frauen geht. Mit dem Sexismus gegen Männer lebt sie dagegen recht bequem."

in deiner wahrheit, in deiner welt.

in wirklichkeit sind menschen die sich als links bezeichnen meistens antisexistisch.

Rechte sind IMMER sexistisch.

dame.von.welt 05.12.2012 | 20:57

Im ganzen Gegenteil, ich versuche häusliche Gewalt zu begreifen. Dabei haben Männer und Frauen unterschiedliche Verhaltensmuster. Die Königsdisziplin von Frauen ist psychische Gewalt, die von Männern sexualisierte und physische Gewalt, bei letzterer holen die Frauen zunehmend auch den Männern gegenüber auf. Da in der übergroßen Mehrheit Frauen sich um die Kinder kümmern, gibt es eine recht hohe Rate weiblicher physischer Gewalt gegenüber Kindern, die ihrerseits erwachsen werden und dem Opfer-Täter-Kreislauf beitreten - sehr viele Täter m/w waren Gewaltopfer. Ich hoffe nun wirklich nicht, daß Sie mit mir darüber diskutieren möchten, welche der drei Gewaltform die übelste und traumatisierenste ist.

Hier noch ein interessanter Artikel aus der SZ über häusliche Gewalt in Berlin, daraus:

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 10.532 Tatverdächtige sowie 12.957 Opfer im Berliner Raum registriert - etwa drei Viertel der Misshandelten waren Frauen. ...

Auch wenn - oder gerade weil - Männer seltener Opfer von häuslicher Gewalt durch Frauen werden, fällt es ihnen schwer, Hilfe zu suchen. Nach Angaben des Vereins Opferhilfe Berlin melden sich im Laufe eines Jahres nur fünf bis zehn Männer bei der Beratungsstelle - im Vergleich zu 7000 Frauen. Den Zahlen der Kriminalstatistik entsprechend müssten es etwa 1750 sein.

Daran wird auch das Problem mit den Männerhäusern klar: wenn von 1750 geprügelten Männern (ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer) sich nur 5-10 Männer/Jahr Hilfe bei einer Beratungsstelle holen, ist es schwer vertretbar, ein Männerhaus öffentlich zu finanzieren. So lange Männer nicht imstande sind, sich in Not Hilfe zu suchen, so lange gibt es keine breite Palette an Hilfsangeboten. Sondern Selbstmorde, Obdachlosigkeit, gescheiterte Existenz.

Es ist auch für Frauen nicht leicht, grün- und blaugeschlagen um Hilfe bitten zu müssen. Auch Frauen finden es extrem demütigend und schämen sich zu Tode, wenn sie zum Opfer gemacht werden.

Ein Artikel und die EKD-Studie Männer - die ewigen Gewalttäter? Und eine weitere Studie des 'Gedöns'-Ministeriums:

Gewalthandlungen und Gewaltbetroffenheit von Frauen und Männern

Im Verlauf der letzten 15 Jahre ist bei vielen Gewaltdelikten ein Anstieg der Kriminalitätsbelastung sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu verzeichnen. Dabei gibt es eine gewisse Angleichung zwischen den Geschlechtern: 1988 kamen bezogen auf die Gewaltkriminalität noch neun männliche auf eine weibliche Tatverdächtige, im Jahr 2003 waren es nur noch sieben.

Von den meisten Gewaltdelikten sind Frauen seltener als Männer als Opfer betroffen. Dies gilt nicht für Sexualdelikte, die sich ganz überwiegend gegen weibliche Opfer richten, und auch nicht für Raubdelikte gegenüber Opfern über 60 Jahren.

Gewaltdelikte gegen Frauen (insbesondere Körperverletzungs- und Tötungsdelikte) sind häufig Beziehungstaten, bei denen eine Verwandtschaft oder Bekanntschaft zum Tatverdächtigen besteht. Männliche Opfer haben dagegen in der Mehrzahl der Fälle höchstens eine flüchtige Beziehung zum Tatverdächtigen.

Dunkelfeldstudien zeigen: Von körperlicher Gewalt in heterosexuellen Paarbeziehungen scheinen Männer zunächst - rein quantitativ - in annähernd gleichem Ausmaß wie Frauen betroffen zu sein.Werden aber der Schweregrad, die Bedrohlichkeit und die Häufigkeit erlebter Gewaltsituationen einbezogen, dann zeigt sich, dass Frauen häufiger von schwerer und in hoher Frequenz auftretender Gewalt in Paarbeziehungen betroffen sind. (Sie meinen vermutlich mit Ihrem Hinweis auf Waffen in Frauenhand Studien wie die von Murray Strauss 1980 in den USA, wo ja nun reichlich Schußwaffen zu finden sind - für Deutschland ist das aber nicht relevant)

Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Männer, Mädchen und Jungen wird zu 95 bis 99 Prozent von Männern ausgeübt. Opfer sexueller Gewalt werden vor allem Frauen, Mädchen und Jungen, seltener dagegen erwachsene Männer.

Von körperlicher Gewalt in der Kindheit und Jugend sind den bundesdeutschen Studien nach Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Das gilt in hohem Maße für Gewalt in Schulen, durch Gleichaltrige und abgeschwächt auch für Formen elterlicher körperlicher Züchtigung.

Frauen fühlen sich in privaten Räumen sicherer, doch dort wird die meiste Gewalt gegen Frauen verübt. Männer haben umgekehrt kaum Angst an öffentlichen Orten, an denen sie jedoch die meiste Gewalt erfahren. Hieran wird deutlich, dass Kriminalitätsfurcht und reale Gewalterfahrung kaum miteinander korrespondieren.

In den letzten 30 Jahren werden Veränderungen in der Kriminalitätsfurcht verzeichnet: Bei Männern ist sie weitgehend gleich geblieben, bei Frauen dagegen, insbesondere bei jüngeren Frauen, ist sie deutlich gesunken.

So leid es mir tut, aber auch Männer müssen über u.a. die Hürde von Scham und Angst nach Gewalterfahrung, um Hilfe zu bekommen.

Alice Schwarzer oder andere Frauen können geschlagenen und gedemütigten Männern bei ihrem Abschied vom Eigenanspruch, He-Man zu sein, nicht helfen.

rheinhold2000 05.12.2012 | 20:59

alle eindeutig rechts.

ie einzige glaubwürdig emanzipatorische seite für männerrechte die ich in den weiten des inets gefunden habe ist hier:

http://www.bundesforum-maenner.de/

vieleicht noch den blog

http://feminismusfuerjungs.wordpress.com/

als tim pritlove einen guten cre podcast zum feminismus gemacht hat haben ihm die maskulinisten seine ganzen kommentare vollgemüllt, die treten halt immer in rudeln auf

http://cre.fm/cre196-feminismus

als er es gewagt hat einen cre podcast zum thema pornografie mit einer frau und feministin als gesprächspartnerin zu machen haben die maskulinisten ihm wieder alles zugemüllt

http://cre.fm/cre198

rheinhold2000 05.12.2012 | 21:04

"Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Männer, Mädchen und Jungen wird zu 95 bis 99 Prozent von Männern ausgeübt. Opfer sexueller Gewalt werden vor allem Frauen, Mädchen und Jungen, seltener dagegen erwachsene Männer."

das halte ich mal für eine steile these. und mich würde mal wirklich interessieren warum frauen seltener kinder missbrauchen sollten als männer. weil sie sexuell anders ticken? friedfertiger sind? mitfühlender sind?

oder kann es sein das kinderfickerinnen einfach seltener angezeigt/verfolgt und erwischt werden.

rheinhold2000 05.12.2012 | 21:37

"Im ganzen Gegenteil, ich versuche häusliche Gewalt zu begreifen. Dabei haben Männer und Frauen unterschiedliche Verhaltensmuster. Die Königsdisziplin von Frauen ist psychische Gewalt, die von Männern sexualisierte und physische Gewalt, bei letzterer holen die Frauen zunehmend auch den Männern gegenüber auf. Da in der übergroßen Mehrheit Frauen sich um die Kinder kümmern, gibt es eine recht hohe Rate weiblicher physischer Gewalt gegenüber Kindern, die ihrerseits erwachsen werden und dem Opfer-Täter-Kreislauf beitreten - sehr viele Täter m/w waren Gewaltopfer. Ich hoffe nun wirklich nicht, daß Sie mit mir darüber diskutieren möchten, welche der drei Gewaltform die übelste und traumatisierenste ist"

was mir bei solchen statistiken auffällt ist: während es konsens ist das straftaten nicht mehr nach migrant/nichtmigrant aufgeschlüsselt wird und alle auch der meinung sind das dies auch richtig ist (ich auch) wird bei straftaten immer noch nach geschlechtern differenziert. warum eigentlich. ist das nicht auch irgendwie sexistisch?

nimzowisch 05.12.2012 | 21:41

Achso, konservativ ist also rechts, aber rot/grün ungleich links. Etwas krude, oder?

"Alle linken (erst recht ja wohl z.B. die Anarchisten) haben sich immer GEGEN den wehrdienst ausgesprochen. Muß ich dich an die Friedensdemos erinnern?"

Zwangsdienst ist nicht nur Wehrdienst, sondern auch der Zivildienst. Wann haben da bitteschön die Linken gegen demonstriert? Und abgeschafft hat den Wehrdienst ja nicht etwa rot/grün, sondern dieser pomadige adlige Plagiator aus Bayern.

"In was für ner welt lebst du? unfassbar wie man ein derart verzerrtes weltbild haben kann."

Na wie? Keine Argumente? Stimmt, es gibt ja auch nirgends Linke die sich in gleicher Weise für von Frauen geschlagene Männer einsetzten wie umgekehrt. Wäre es so, gäbe es ja längst entsprechende Einrichtungen. Beim Sorgerecht sieht es ähnlich aus. Da sind es explitzit (neben konservativen Mutterschützern) die Feministinnen welche unverheirateten Vätern in sexistischer Weise nicht das volle Sorgerecht zuerkennen wollen.

wo ist dann der unterschied zwischen männlicher und weiblicher beschneidung? richtig, es gibt keinen

Sag ich doch.

in wirklichkeit sind menschen die sich als links bezeichnen meistens antisexistisch.Rechte sind IMMER sexistisch.

Sehe ich anders. Nehmen wir doch z.B. mal Herrn Ströbele von den GRÜNEN, der vielleicht auch bei Dir als Linker durchgeht. Der will z.B. Vätern nach einer ungewollten Zeugung keinerlei Entscheidungsbefugnis einräumen. Müttern natürlich schon, und zwar sämtliche Entscheidungsbefugnis.

Übrigens: Ich bin nicht rechts, nur antisexistisch.

nimzowisch 05.12.2012 | 21:54

Die Königsdisziplin von Frauen ist psychische Gewalt, die von Männern sexualisierte und physische Gewalt, bei letzterer holen die Frauen zunehmend auch den Männern gegenüber auf.

Ja, das stimmt alles.

Da in der übergroßen Mehrheit Frauen sich um die Kinder kümmern, gibt es eine recht hohe Rate weiblicher physischer Gewalt gegenüber Kindern

Ja. Lt. der damaligen Familienministern VDL sind Mütter in 2/3 aller Fälle bei Gewalt gegen kleine Kinder die Täter.

Auch wenn - oder gerade weil - Männer seltener Opfer von häuslicher Gewalt durch Frauen werden

Moment, da sagt das Dunkelfeld aber was ganz anderes. Im Regelfall ist da von einer hälftigen Verteilung die Rede.

Es ist auch für Frauen nicht leicht, grün- und blaugeschlagen um Hilfe bitten zu müssen. Auch Frauen finden es extrem demütigend und schämen sich zu Tode, wenn sie zum Opfer gemacht werden.

Das mag durchaus so sein. Andererseits nehmen Frauenhäuser ja nicht nur Gewaltopfer auf. Insofern sind die Frauenhauszahlen nicht stimmig.

So leid es mir tut, aber auch Männer müssen über u.a. die Hürde von Scham und Angst nach Gewalterfahrung, um Hilfe zu bekommen.

Wo denn? Bei Frauenhäusern werden sie weggeschickt. Dort interessiert man sich nur für Frauen und Mädchen und männliche Jugendliche werden ab ca. 14 Jahren auch weggeschickt.

Prof. Amendt hatte doch mal vorgeschlagen Frauenhäuser in Opferhäuser umzuwandeln welche beiden Geschlechtern offensteht. Da hat er von feministischer Seite aber kräftig Schelte erhalten.

rheinhold2000 05.12.2012 | 22:00

"Achso, konservativ ist also rechts, aber rot/grün ungleich links. Etwas krude, oder?"

hallo?

die grünen sind schon lange eine konservative partei

und wer die spd als links bezeichnet hat echt nicht mehr alle.

konservative positionen sind per definition positionen rechts von der mitte. oder sind konservative deiner meinung nach egalitär?

"Alle linken (erst recht ja wohl z.B. die Anarchisten) haben sich immer GEGEN den wehrdienst ausgesprochen. Muß ich dich an die Friedensdemos erinnern?"

"Zwangsdienst ist nicht nur Wehrdienst, sondern auch der Zivildienst. Wann haben da bitteschön die Linken gegen demonstriert? "

anarchisten waren auch immer gegen den zivildienst. und die meisten totalverweigerer kamen aus dem linken spektrum

"Und abgeschafft hat den Wehrdienst ja nicht etwa rot/grün, sondern dieser pomadige adlige Plagiator aus Bayern."

1. rot/grün ist nicht links

2. abgeschafft wurde der wehrdienst weil imperialismus eben besser mit ner berufsarmee geht

3. rot/grün hätten den wehrdienst aus genau dem gleichen grund abgeschafft

"In was für ner welt lebst du? unfassbar wie man ein derart verzerrtes weltbild haben kann."

"Na wie? Keine Argumente? Stimmt, es gibt ja auch nirgends Linke die sich in gleicher Weise für von Frauen geschlagene Männer einsetzten wie umgekehrt. Wäre es so, gäbe es ja längst entsprechende Einrichtungen. "

Bizarre Argumentation, regieren für dich die linken deutschland? was glaubst du denn wieviel macht die haben. oder ist für dich am ende noch die cdu links?

"Beim Sorgerecht sieht es ähnlich aus. Da sind es explitzit (neben konservativen Mutterschützern) die Feministinnen welche unverheirateten Vätern in sexistischer Weise nicht das volle Sorgerecht zuerkennen wollen."

aha und die regieren also deutschland? und das die mütter mehr rechte haben hat auch extrem viel mit dem mutterkult zu tun dem da bin ich mi dir daccord durchaus auch einige feministinnen huldigen

"wo ist dann der unterschied zwischen männlicher und weiblicher beschneidung? richtig, es gibt keinen

Sag ich doch. "

stimme ich mit dir völlig überein und kann auch eine gewisse Empörung ohne weiteres nachvollziehen das sich frauen und männer für eine beschneidung von männern und gegen eine beschneidung von frauen aussprechen. das ist in der tat ekelhaft und sexistisch

"in wirklichkeit sind menschen die sich als links bezeichnen meistens antisexistisch.Rechte sind IMMER sexistisch.

Sehe ich anders. Nehmen wir doch z.B. mal Herrn Ströbele von den GRÜNEN, der vielleicht auch bei Dir als Linker durchgeht. Der will z.B. Vätern nach einer ungewollten Zeugung keinerlei Entscheidungsbefugnis einräumen. Müttern natürlich schon, und zwar sämtliche Entscheidungsbefugnis."

das ding ist, das frauen nun mal das pech (glück? ich denke eher pech) haben das kind auszutragen und das ist ein euphemismus, so eine schwangerschaft ist ne tortur die bleibende schäden hinterlässt (narben ausgeleierte bänder etc.)

aus dem grund haben sie z.b. ganz sicher das alleinige recht ztu entscheiden das kind zu bekommen. so eine zeugung ist ja für einen mann nicht so die große tat.

Übrigens: Ich bin nicht rechts, nur antisexistisch.

Magda 05.12.2012 | 22:34

Das ist zwar von mir, aber handelt u.a. von Kempers Buch.

https://www.freitag.de/autoren/magda/die-mannerrechtler-entern-die-piratenpartei

Und das hier handelt von einer Veranstaltung mit Gesterkamp.

https://www.freitag.de/autoren/magda/gender-mainstreaming-ein-gespenst

Und das hier war beim WZB mit Jutta Allmendinger

https://www.freitag.de/autoren/magda/geschlechterdebatte-im-wzb

Mir fällt zu dem Thema nischt Neues mehr ein.

Ich glaube auch nicht, dass es hier überhaupt um Argumente geht, sondern um ein allgemeines Gejaule von Männern, die gerade medial "beerdigt" werden. Z. B. in einem Beitrag der Zeit

Die sind völlig ausm Tritt und da kann man ihnen nicht mal mehr ein Bein stellen.

dame.von.welt 05.12.2012 | 22:39

95-99% halte ich auch für ein bißchen steil, mir sind ca. 15-20% weibliche Pädokriminalität erinnerlich, Dunkelfeldstudien, erwähnt irgendwo bei 'Kein Täter werden'. Vermutlich kommt die Zahl des 'Gedöns'-Ministeriums dadurch zustande, daß sexualisierte Gewalt gegen Erwachsene miteinbezogen wurde. Frauen vergewaltigen meines Wissens sehr selten Männer.

Es scheint so zu sein, daß Frauen sexualisierte Gewalt gegen Kinder so gut wie immer in Verbindung mit psychischer Gewalt ausüben - nähere Information über als Jungen vergewaltigte Männer finden Sie einzwei Meter weiter oben unter 'Tauwetter'.

Ich glaube nicht, daß Frauen deswegen seltener zu Pädokriminellen werden, weil sie sexuell anders ticken oder mitfühlender sind, sondern weil sie anders auf erlittene Gewalt reagieren als Männer. Männliche Täter-Opfer neigen dazu, erlittene Gewalt 1:1 weiter zu geben, während weibliche Täter-Opfer sich eher das gleiche Modell Mann suchen, Vergewaltigung eigener Kinder nicht wahrnehmen, psychische und physische Gewalt gegen ihre Kinder ausüben und autoaggressiv sind. Womit sich womöglich auch Ihre Frage beantwortet, warum bei Gewalt nach Geschlecht (und Gewaltart) unterschieden wird - Ursache und Wirkung sind unterschiedlich.

dame.von.welt 05.12.2012 | 23:09

Wo denn? Bei Frauenhäusern werden sie weggeschickt....

Langsam gehen Sie mir auf die Nerven, Genosse Nimzowisch. Ich habe Ihnen x links für Berlin hinterlassen, wo Männer Hilfe finden können, nämlich hier. Ansonsten ist die Suchmaschine Ihrer Wahl auch Ihr Freund, nur bei Manndat, Wikimannia, wgvl nachlesen bringt Sie auf der Suche nach Hilfe nicht wirklich weiter.

Amendt kann das halten, wie immer er meint. Wenn er Opferhäuser will, soll er welche gründen und eigene Finanzierungen dafür erkämpfen.

Mich meint er nicht: wenn ich von einem Mann geschlagen und/oder vergewaltigt würde, würde ich in ein reines Frauenhaus und dort auch keinen Mann sehen wollen. Das schrieb ich aber auch schon einzwei Meter weiter oben an HTFFL. Die Vorraussetzung für die Aufnahme in Frauenhäuser ist i.d.R. akut erlittene oder erneut drohende Gewalt für Frauen und ihre Kinder. Was beabsichtigen Sie mit Insofern sind die Frauenhauszahlen nicht stimmig?

In dem SZ-Artikel wird häusliche Gewalt als körperliche und vor allem als angezeigte Gewalt behandelt (was Ihnen auch das Wörtchen Kriminalstatistik deutlich gemacht haben könnte) - es wäre wirklich von Vorteil, wenn Sie nicht nur unausgesetzt anklagen und unterstellen, sondern gelegentlich die Reihenfolge von 1. lesen 2. denken 3. schreiben einhalten würden.

Darf ich auch höflich fragen, was das alles mit Alice Schwarzers gefühltem 40. Geburtstag zu tun haben könnte?

mymind 06.12.2012 | 00:17

MOMENT!!!

Wollt ihr nicht einen eigenen Blog eröffnen, in dem es um Gewalt geht? Dazu äußere ich mich dann...

Ich wandere mal zurück zu dem eigentlichen Inhalt:

Dieser Beitrag widmet sich Alice Schwarzer anlässlich ihres 70. Geburtstages & in diesem Zusammenhang um ihre feministische Aktivitäten etc. Dabei hat sie viele Frauen vertreten als auch für die jüngeren Generationen Vorarbeit geleistet. Ihr Bewusstsein & ihre Einstellungen wurden zu ihrer Lebensaufgabe, in der sie auch in vielen Bereichen Erfolge erzielen konnte, was zu begrüßen ist. Mit den Erfolgen wurde Sie zu einer öffentlichen Person, die einerseits geschätzt & gefeiert wurde, aber auch wie keine andere Frau in dieser Republik Anlass zur Polarisierung & heftiger Anfeindung bot. Damit wurde ihr Name in allen Alters- & Gesellschaftsstrukturen mdst. genauso bekannt wie heutzutage Angela Merkel oder zumindest Dieter Bohlen. Das muss man bzw. i.d.F frau erst einmal schaffen & vor allem aushalten können. Wer wünscht sich einen Maileingang oder einen Briefkasten voller Hass- & Drohattacken & ggf. weiter führende Angriffe?

Ihre prägnantesten Schriften & Bücher sind bereits Jahrzehnte alt & wurden damals schon unterschiedlich bewertet: Den einen zu harmlos, den anderen zu radikal (ich verzichte hier auf f/m Artikulierung). Einige Inhalte boten & bieten durchaus Anlass zu einer kontroversen Diskussion, aber nicht zur Dämonisierung! Alice Schwarzer ist mit Sicherheit keine Faschistin, genauso wenig will sie Männern an den Leib oder Islamfeindlichkeit unterstützen.

Ihr Mut & ihr Engagement kann nicht weggeredet & entwertet werden. Dass sie davon persönlich profitierte, war nicht ihr Karriereziel vor über 40 Jahren, sondern begründet sich in dem gesellschaftlichen Wandel in diesem Land. Rhetorisch war sie schon immer gut, auch verdammt gescheit & informiert, zudem auch mit Sinn für Humor. Es hätte mehr Alices geben können, dann wäre sie eine von vielen, aber wir leben in einem Highlander-Film, in dem es nur einen geben kann ;-)

In diesem Film spielen Helden eine große & wichtige Rolle, Helden die uns, ja sogar die ganze Welt retten. In diesem Sinne ist Alice keine Heldin, sondern eine, die dem Heldentum auch mal einen Stinkefinger zeigte. Sie ist eine, die den einen oder anderen Fauxpas begeht, sie ist ein Mensch, eine Frau nicht frei von Fehlern & Schwächen. Wenn es sie nicht gäbe, dann hätte man sie erfinden müssen, um eine Leinwand für frustrierte Projektionen zu bieten.

Happy Birthday Alice!

feminismus 06.12.2012 | 01:18

Typen wie Gersterkamp und Kemper haben doch keine Angst vor rechtskonservativen Mackern, die den "Ernährer" machen. Ganz im Gegenteil, die fürchten sich davor, daß Männer diese Rolle eben nicht mehr stillschweigend übernehmen. Und selbst Emma fragt sich, warum immer weniger Männer Lust auf Generation "Julia Schramm" haben. Aber so sind se eben die Feministen, beklatschen Handy-Konzerne weil diese eine Frauenquote eingeführt haben und beschweren sich auf der anderen Seite über Massenvergewaltigungen in Afrika. Als Rüstungskonzern würde ich nur Frauen an die Spitze setzen, Freitag und Taz würden wahrscheinlich Sonderjubelausgaben herausgeben.

Zum Ende des weissen Mannes: Stimmt, und damit die Männer merken, daß sie keine Macht mehr haben, werden sie auch im Jobcenter doppelt so oft schikaniert wie Frauen.... die sollen bloss nicht auf dumme Gedanken kommen. Warum gibt es da eigentlich keine extra Weiterbildungskurse - weissen Hartz4ern erklären, daß es mit Macht in ihrem Leben erstmal vorbei ist. Würde auch für neue Dozentinnenjobs sorgen.

feminismus 06.12.2012 | 01:26

Übrigens: Wo das Kapital ist, da ist die Macht. Und weisse Männer vertreten. Und dieser kleine Kreis weisser Männer finanziert euch Feministin bestimmt nach beliieben eine afrikanischen Powerfrauen-Präsidentinnen. Das ist Balsam für die Feministinnen-Seele. Und je nachdem, welche Schandtaten die Dame im Auftrag von globalen Konzernen am eignen Volk vornimmt, gibt´s nen paar feministische Updates. Wenn bei Beate Tschäpe "Linke" schon an ihrem Geschlecht verzweifeln, was meint ihr was eine lesbisch-blinde Afrikanerin alles anrichten kann?

feminismus 06.12.2012 | 12:40

Also mir hat kein Grrrrrrrl den Posten in einem Rüstungskonzern weggenommen...

Aber ich finde die Idee echt gut, vielleicht mal ne Freitags-Serie:

"Die Macht weißer Hartz4 Empfänger"

"Die Macht weißer Leiharbeiter"

Da wüßte man auch wo der Freitag positioniert wird, ich vermute mal "Bremen-Grün"

Und was heißt hier: "Was für Register". Man kann doch mal ne Zielüberprüfung machen, es gab doch so einige feministische Prophezeiungen der letzten 30 Jahre, wenn Frauen langsam aber richtig kommen. Da waren Dinger dabei, mann mann mann..

Laut Bascha Mika haben die Frauen versagt. Soviel zum Thema "scheitern". http://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Feigheit-der-Frauen/Bascha-Mika/e355748.rhd?edi=355748

Die Hauptaufgabe des Feminismus in Zukunft ist es dieses "Scheitern" irgendwie den Männern in die Schuhe zu schieben.

Und es findet ein Backlash statt, für den der Superexperte und hier oft zitierte Kemper die 200 Männerrechtlern im Internet verantwortlich macht. Meine feministische Wahrheit eben...

nimzowisch 06.12.2012 | 19:24

anarchisten waren auch immer gegen den zivildienst. und die meisten totalverweigerer kamen aus dem linken spektrum

Tja, nur machen ein paar Anarchisten den Kohl nicht fett, denn die haben nichts zu sagen. Zudem ist es ja mitnichten so, daß man sich dort gegen den Sexismus der Zwangsdienstregelung aufgeregt hat, nein, es ging einzig um den Zwang.

abgeschafft wurde der wehrdienst weil imperialismus eben besser mit ner berufsarmee geht

Ja, das sehe ich auch so. Aber so ganz sicher ist man sich da nicht, denn die Wehrpflicht ist ja nicht abgeschafft, sondern nur ausgesetzt worden.

das ding ist, das frauen nun mal das pech (glück? ich denke eher pech) haben das kind auszutragen und das ist ein euphemismus, so eine schwangerschaft ist ne tortur die bleibende schäden hinterlässt (narben ausgeleierte bänder etc.)aus dem grund haben sie z.b. ganz sicher das alleinige recht ztu entscheiden das kind zu bekommen. so eine zeugung ist ja für einen mann nicht so die große tat.

Auch Du verwechselst, ebenso wie damals Ströbele, den Aufwand des Zeugungsaktes (der ist bei Frauen oft noch weniger aufwendig als beim Mann), mit den daraus resultierenden Folgen. Als Beispiel dafür hast Du die Schwangerschaft gebracht, das ist auch ok. Völlig unterschlagen hast Du dabei, daß damit der Vater natürlich nicht folgenlos aus der Nummer draußen ist. Kindesunterhalt wird fällig, und zwar der weltweit höchste und am längsten zu zahlende. Bei einem konservativ angesetzten Wert von 300 Euro monatlich kommen da bis zum 25. Lebensjahr des Kindes stattliche 150.000 bis 200.000 Euro zusammen, Sonderbedarf noch on top. Sag doch einem solchen Zwangsvater mal er möge bitte 5-10 Jahre länger arbeiten weil er dummerweise keinerlei Mitbestimmungsrechte hat. Es ist also genau das Gegenteil richtig: Ein Vater hat durch den Kindesunterhalt massive Einbußen seiner Lebensqualität hinzunehmen. Und genau deswegen ist es höchste Zeit hier umzusteuern. Die Antifeministen aus der Schweiz haben da auf ihrer Homepage einen schönen Vorschlag gemacht: Entweder verbietet man die Abtreibung (dann hat jeder Elternteil mit den Folgen mangelnder Verhütung zu leben), oder man gewährt dem werdenden Vater ein Mitspracherecht ob er seine Vaterschaft annehmen will, oder auch nicht. (juristische Abtreibung). Diese Möglichkeit wird aktuell ja Frauen auch gewährt. Damit wäre dieser bestehende Sexismus abgeschafft. Und wenn Sie ein Linker sind, dann sind Sie ja bestimmt Feuer und Flamme für so einen Vorschlag, denn Linke sind ja Antisexisten, haben Sie jedenfalls geschrieben...

nimzowisch 06.12.2012 | 19:43

Langsam gehen Sie mir auf die Nerven, Genosse Nimzowisch. Ich habe Ihnen x links für Berlin hinterlassen, wo Männer Hilfe finden können

Ja, in Berlin. Wooow. Nützt nur einem von häuslicher Gewalt betroffenen Vater in der norddeutschen Tiefebene, auf der schwäbischen Alb oder sonstwo herzlich wenig.

Amendt kann das halten, wie immer er meint. Wenn er Opferhäuser will, soll er welche gründen und eigeneFinanzierungen dafür erkämpfen.

Nun, Frauenhäuser hat er ja früher gegründet. Er war Mitbegründer des ersten Frauenhauses in Deutschland. Die meisten Frauenhäuser wären ohnehin ohne fortgesetzte Mithilfe des pösen, pösen Patriarchats gar nicht möglich gewesen. Aber so ist das eben: Männer (und auch Frauen) haben viel mehr Mitleid mit geschlagenen Frauen als mit geschlagenen Männern. Deswegen gibt es auch keine Männerhäuser, und auch die professionelle Helferindustrie interessiert sich ausschließlich für Opfer häuslicher Gewalt, solange der Täter männlich und das Opfer weiblich ist. Das ist gelebter Sexismus auf Kosten von Gewaltopfern, der mich einfach nur anwidert, und darüberhinaus die Helfer unglaubwürdig macht.

Die Vorraussetzung für die Aufnahme in Frauenhäuser ist i.d.R. akut erlittene oder erneut drohende Gewalt für Frauen und ihre Kinder. Was beabsichtigen Sie mit Insofern sind die Frauenhauszahlen nicht stimmig?

Nö. In viele Frauenhäuser wird Frau auch aufgenommen, wenn es Frau wegen des Mannes nicht mehr aushält. Gewalt ist kein verpflichtendes Aufnahmekriterium. Allein deshalb schon sind die Frauenhauszahlen nicht stimmig. Weiterhin gibt es massive Drehtüreffekte, weil Frauen die Frauenhäuser wechseln und somit die Opferzahlen fälschlicherweise in die Höhe treiben. Und letztendlich ist ein Frauenhaus natürlich ein Ort des perpetuierten Rechtsbruchs, da dort mutwillig Kinder vor dem sorgeberechtigten Vater getrennt werden. Im Grunde sind Frauenhäuser damit sogar verfassungswidrig, denn lt. Art. 6 (3) dürfen Eltern und Kinder nicht willkürlich getrennt werden.

dame.von.welt 06.12.2012 | 20:05

Bitte schreiben Sie Ihrem Bundestagsabgeordneten. Nicht mir.

Und was Schwangerschaften et al angeht: da Sie ja mit vor allem den Frauen, aber auch der Zeugung, Rechtslage, Politik, Linken, Sexisten, Anti-Sexisten, Kosten, Wetter, Frühstücksei, Deutschland etc.etc. derartig unzufrieden sind, wäre es wohl am besten, Sie trieben den Ansatz von Paracelsus in De natura rerum noch etwas weiter.

rheinhold2000 06.12.2012 | 20:09

"Völlig unterschlagen hast Du dabei, daß damit der Vater natürlich nicht folgenlos aus der Nummer draußen ist. Kindesunterhalt wird fällig, und zwar der weltweit höchste und am längsten zu zahlende. Bei einem konservativ angesetzten Wert von 300 Euro monatlich kommen da bis zum 25. Lebensjahr des Kindes stattliche 150.000 bis 200.000 Euro zusammen, Sonderbedarf noch on top. Sag doch einem solchen Zwangsvater mal er möge bitte 5-10 Jahre länger arbeiten weil er dummerweise keinerlei Mitbestimmungsrechte hat. Es ist also genau das Gegenteil richtig: Ein Vater hat durch den Kindesunterhalt massive Einbußen seiner Lebensqualität hinzunehmen. Und genau deswegen ist es höchste Zeit hier umzusteuern. Die Antifeministen aus der Schweiz haben da auf ihrer Homepage einen schönen Vorschlag gemacht: Entweder verbietet man die Abtreibung (dann hat jeder Elternteil mit den Folgen mangelnder Verhütung zu leben), oder man gewährt dem werdenden Vater ein Mitspracherecht ob er seine Vaterschaft annehmen will, oder auch nicht. (juristische Abtreibung)."

über ein verbot der abtreibung kann man unmöglich diskutieren. der zweite vorschlag macht allerdings in der tat sinn.

dame.von.welt 06.12.2012 | 20:24

Meinem Bundestagsarbgeordneten billige ich in der Tat 'mehr Kompetenz' zu, der heißt schließlich Ströbele. Ich hatte Sie nirgendwo gebeten, mich unausgesetzt anzuranzen und von mir zu erwarten, das Männerhaus-Problem zu lösen.

Aber Ihnen geht's ja auch ganz offensichtlich nicht um Diskussion oder um Austausch oder gar Erkenntnisgewinn, sondern darum, Ihre zweieinhalb Manndat-Weisheiten abzuspulen und das Thema zu kapern.

Das lautet Alice Schwarzers 70. Geburtstag. Und nicht 'Wie kommt Nimzowisch and friends zu Männerhäusern und um Unterhalt herum?'