Ulrike Baureithel
14.06.2017 | 12:00 15

Kein Mut zum Systemwechsel

Rentenpolitik Die SPD hat ihr Rentenkonzept vorgestellt. An den Grundfesten der Altersvorsorge in Deutschland rüttelt das nicht

Kein Mut zum Systemwechsel

In welche Richtung geht die Rentenpolitik? Wenn es nach der SPD geht, ist kein Kurswechsel zu erwarten

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Wer Wahlen gewinnen will, benötigt die ältere Generation. Nicht nur, weil sie einen immer höheren Anteil an der Bevölkerung darstellt, sondern auch weil sie wahlfreudiger ist als die Jüngeren. Zuletzt erlebte das Theresa May, als sie mit ihrer „dementia tax“ herauskam und unter anderem vorschlug, alte Menschen sollten ihr Eigenheim verpfänden, um das Pflegeheim zu finanzieren. Welchen massiven Widerstand unpopuläre Rentenpläne auslösen können, bekamen in den vergangenen Jahren auch die Regierungschefs in Frankreich oder Griechenlands zu spüren.

Im Umkehrschluss, wird sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gesagt haben, ist mit der Rente auch eine Wahl zu gewinnen – oder zumindest Boden gutzumachen, denn das so unverhofft gewonnene Neuland ist ebenso schnell wieder weggebrochen wie es die kurze Sympathieflut herangeschwemmt hatte. Viel zu spät rückte er mit einem Rentenplan heraus, den Arbeitsministerin Andrea Nahles im November bereits vorgestellt, aber noch nicht auf Wahlkampfmodus geschaltet hatte.

Bis 2030 soll der Rentenbeitrag von jetzt 18,7 nicht über 22 Prozent steigen, das Rentenniveau gleichzeitig nicht unter 48 Prozent des Durchschnittslohnes sinken. Eine „Solidarrente“ für Geringverdiener und eine „Zehnprozent-plus“-Rente für Beschäftigte mit langen Beitragszeiten sollen den Gang aufs Grundsicherungsamt verhindern helfen.

Das ist die Quadratur des Kreises, die ohne neue Finanzierungsquellen nicht zu schaffen ist, Nahles und Schulz veranschlagen dafür 19,2, andere Berechnungen bis zu 24 Milliarden Euro jährlich. Herangezogen werden dafür die drei Millionen bisher nicht altersversorgten und künftig beitragspflichtigen Selbständigen, ein kleiner Türspalt in die Bürgerversicherung. Von einem Systemwechsel für Beamte ist im Schulz-Programm nicht die Rede.

Union in Bedrängnis

Der sozialpolitische Aufschlag hat die sich unbesorgt gebende Union etwas in Bedrängnis gebracht und den Dissens zwischen den Schwestern befördert. Während die CDU das Thema in Merkel-Manier nach der Wahl am liebsten einer Kommission überlassen würde, ist das der CSU „zu dürftig“. Ausruhen auf der letzten von Volker Kauder gefeierten Minireform reicht nicht, um die Älteren für sie votieren zu lassen.

Sollte die Union aber mit einer der kleineren Parteien koalieren können, käme sie unter Druck: Die FDP will zum Schutz der Jüngeren nämlich eine „Belastungsgrenze“ im Grundgesetz festschreiben, die Grünen halten an der Bürgerversicherung fest. Also doch lieber vornehme Zurückhaltung?

Zu einem konsequenten Systemwechsel, der der Tatsache Rechnung trüge, dass es immer weniger reguläre Arbeitnehmer, dagegen immer mehr prekär Beschäftigte, so genannte Selbstständige und Leute gibt, die so reich sind, dass Altersvorsorge kein Thema für sie ist, kann sich aber auch die SPD nicht durchringen. Ihr Vorschlag rettet weitgehend das beitragsorientierte Äquivalenzprinzip und den Generationenvertrag: Jeder bekommt eine Rente im Verhältnis zum Beitrag, die von den Erwerbstätigen finanziert wird.

Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick in die Niederlande. Dort richtet sich die Basisrente nicht nach dem Beitrag, sondern nach der Dauer des Wohnsitzes im Land: Ein 65-jähriger dort lebenden Bürger erhält 45 Prozent des Durchschnittseinkommens – etwas über 1000 Euro – und darüber hinaus eine betriebliche Altersversorgung. Damit kann ein 60-Jähriger zusammen mit der Grundrente auf 70 Prozent des letzten Verdienstes erreichen. Mit politischem Willen wäre dieses Rentenmodell steuerlich finanzierbar. Der fehlt aber auch Schulz, obwohl er weiß, dass er den Beweis wohl gar nicht antreten muss.

Kommentare (15)

My2Ct 14.06.2017 | 13:34

Rentner - vor den Wahlen stets mit vorgeblichen Verbesserungen bedacht, die sih toll anhören, effktiv beim Einzelnen evtl. eine Tasse Kaffee ergeben. Trotzdem bedient man sich immer gerne am "Pott" - finanziert nicht beitragsbezogene Ausgaben großzügig. Auch die private Altersversorgung wird dann sogar rückwirkend nochmals, wenn schon nicht vom Staat, dann von den legitimierten Sozialversicherern abgezockt. Seltsam - Rentner sind ein Thema - doch außer denen, deren Verträge noch aus den Siebzigern stammen und seitdem nicht verändert wurden, gibt es die "Wohlbetuchten" Rentner nicht. Nein - die Guppe, die "wohlbetucht" nach sicherem Lebensweg in der Sozialromantik der 70er verharren, das sind die wohlbestallten Staatsdiener - über deren Finanzierung NIEMAND spricht - keine Beiträge, keine Sorgen - aber der Staat, die Regierung benennt nicht mal die Belastung der kommenden Haushaltsjahre durch Pensionsleistungen konkret. Zumindest für Wahlprogramme scheint diese Belastung aktueller und kommender Generationen kein Thema zu sein - mal von den Parlamenten auf jeder Stufe zu schweigen!

Che Nie 14.06.2017 | 14:56

Mit Riesterrente seit 2000 ebenso wie neuerdings Andrea Nahles mit ihren Betriebsrente-"Reformplänen" betreibt die SPD faktisch seit 2000 eine schleichende Privatisierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Versicherungswirtschaft verdient sich kringelig dabei und weil Versicherungen ja im Prinzip schlicht immense Geldsummen ansammeln und dann anlegen, profitiert davon auch die Finanzwirtschaft. Und wenn die sich dann mal verspekuliert ist klar warum plötzlich "institutionelle Anlegen" (die Versicherungen) vom Staat gerettet werden müssen.

Andernfalls käme die Politik in fatale Erklärungsnöte, was sie dem Volk da für eine Rentenversicherung vermittelt haben. Unsere Politiker haben ab 2008 sogesehe weniger das System ansich gerettet, sondern viel mehr sich selbst und ihre Renten-Privatisierungsinitiative!

Mühlenkamper 14.06.2017 | 17:35

Das Nahles-Konzept richtet sich weniger an die gegenwärtigen Rentner zwecks Stimmenfang, sondern an die jüngeren, noch erwerbstätigen Wähler. Denen kommt langsam die Panik angesichts ihrer eigenen Rentenerwartungen. Aber auch wegen des Pflegeelends der eigenen Eltern.

In Österreich, wo man den ganzen Riester-Betrug nicht mitgemacht hat, werden im Schnitt 800 Eur höhere Renten gezahlt als in D. Monatlich. Den Hinweis gab Wagenknecht in ihrer Parteitagsrede.

Ideenverwirklicher 14.06.2017 | 19:09

Unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten ist es nicht vermittelbar, dass eine riesige Gruppe - die Beamten - von den Einzahlungen ins Rentensystem ausgenommen sind.

Ein wirklicher Schritt in die Zukunft bestünde in der Gleichbehandlung von Arbeitern, Angestellten, Selbständigen und Beamten hinsichtlich Kranken- und Pflegeversicherung, Abgaben/Steuern, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung. ALoV für Beamte klingt paradox. Beamte würden eben dafür zahlen, dass sie einen hohen Schutz vor Arbeitslosigkeit haben. Das Einzahlen von allen müsste noch einmal getrennt werden von der Frage der Bemessungsgröße. Diese einfach an der Höhe des Einkommens zu orientieren ist völlig antiquiert. Besser wäre es, einen Paramenter für die Wahrscheinlichkeit des Arbeitsplatzverlustes zu finden. So dürfte unbetritten sein, dass das Risiko proportional mit der Einfachheit der Tätigkeit steigt, weil tendenziell durch Robotik ersetzbar. Entsprechend höher könnte man z.B. den AG-Anteil gestalten. Auch da ist das jetztige Modell viel zu starr. Es stünde darüber hinaus JEDEM frei, sich für den Fall, dass die Versicherungsleistung ihm das zu wenig ist, freiwillig höher versichert. Würde man hier weiter denken, wäre das Thema "Altersarmut", das ja interessanterweise die Parteien erst jetzt entdecken, das aber schon seit 15 Jahren existiert, verschwunden.

Und beim Thema Steuern ginge es nicht darum, dass das System gerecht ist. Dieser Gerechtigkeitswahn hat uns das komplizierteste Steuersystem der Welt beschert. Es kann keinem begreiflich gemacht werden, wieso in den letzten 20 Jahren gefühlt 50 Neuerfindungen stattgefunden haben und jede (potenzielle) Regierung so tut, als seien (a) die gefundenen Probleme (wie Progression) neu und (b) alle Vorgängerentwürfe von Idioten gemacht worden, man sie eben deshalb überbieten muss.

All das wird nicht passieren. Lobbyverbände handeln nicht im allgemeinen Interesse: weder der Verband der Steuerberater noch der Beamtenbund noch die Versicherungswirtschaft. Also wird weiter gewurschtelt und man hofft, der Bürger würde schon nicht merken, dass es uns eben NICHT GUT GEHT. Es sieht nur oberflächlich so aus.

Ideenverwirklicher 14.06.2017 | 19:15

Noch ein Gedanke:

Ich finde diesen Eiertanz um die Rentner völlig übertrieben. Man meint offenbar, diese seien alle verblödet und nur auf ihren eigenen Profit aus. Das ist aber beileibe nicht der Fall. Viele Rentner machen sich z.B. Gedanken um die Zukunft ihrer Enkel und wären gerne bereit, einen Teil der Einnahmen, die sie in Ihrem System "übrig" haben, in das System der Jungen zu verlagern. Das nennt man auch familiären Solidarpakt.

na64 15.06.2017 | 10:05

A point in to return. In to a new self revaluation. A soluble cultur (civilisation).

Bin wieder am selben Punkt wie Damals bei der Porzellanindustrie angelangt. Wo die Veränderungen nicht gewollt wurden, wegen dem drohenden Machtverlust aus dem bestehenden Hierarchiegerüst. Da drohte man mir mit Entlassung als Angststress. Heute ist es subtiler und man übt Ignoranz aus.
Und die Porzellanindustrie von Damals gibt es auch nicht mehr. Durch ausgeübte Ignoranz und den Glaube an die immer wiederkehrende Subventionen habt Ihr selber den Angststress bekommen.
Und jetzt in der heutigen Zeit habe ich keinen Kampf mehr zu führen. Die Gegner machen sich unsichtbar und fördern in den Köpfen der Bürger nur eine Kultur der Nachahmung, für eine angenehme und erstrebenswerte Kontrolle durch Bevormundungen und Wissen über Neigungen und Laster für erzieherische Notwendigkeiten. Das Wissen über Eure Gewohnheiten gibt uns Macht.
Nun ja. Arme suchen in Vorbildern eine Aufwertung für Ihre Identität, über das nachahmen, nachtanzen, nachsingen und schreckliche Tattoos tragen, für ich bin mit dir mein Idol, ich werte mich selbst dadurch in meinen Selbstbewusstsein auf, einzig durch mein anbeten und fühle mich in dieser Illusion auch zu Hause. Ich ignoriere die Armut und setze mich geistig auf eine andere Stufe. Ich bin parteiisch, dein Liebhaber und Fan. Diese Macht gehört uns. Ne, stimmt so nicht mehr. Auch nicht das es möglich erscheint durch gefallen und Leistung am Arbeitsplatz sich Chancen für Verbesserungen auszumalen. Diese Zeit ist vorbei.
Dieses alte Verhalten ist aber jetzt der Grund warum meine Idee von, dass Gehirn auf einen anderen Modus beim Bewusst werden unserer immer schlechter werdenden Lebensumständen zu setzten nicht greift. Das andere Denken im anderen Modus verursacht Arbeit die das Gehirn verweigert. Sei gegrüßt Ignoranz. Doch hier in diesem Bereich entsteht Evolution. Hier kann sich der Mensch neu Aufrichten und wieder seinen Aufrechten Gang einnehmen, mit neuer erweiterter Intelligenz. Was Ihr leider nicht wollt.
Ich will doch nur das Ihr eigene neue Ideen entwerft, damit dieser schizophrene kollektive Selbstmord durch die Umweltvergiftung aufhört und Ihr dadurch auch die eigene Identität gestalterisch formt und aufwertet. Das ist dann das Prinzip einer Kultur des lösbaren. Doch das Prinzip des Nachahmens und so gleich in eine Gruppe integriert zu sein ist bequemer, als selbst eine neue Erweiterung des menschlichen Lebens zu kreieren. Und am aller schwierigsten ist es als Einzelner die Leute dazu bewegen, dass Sie sich nicht zu sehr auf Gruppen verlassen sollen, sondern jeder einzelne soll mit seinen lösbaren Ideen seinen eigenen Weg einschlagen und später zeigt sich was von diesen vielen Wegen und Ideen für Gruppendynamiken tauglich erscheint. Hierzu ist die Politik gefordert das in der Gesellschaft möglich zu machen. Die Parteien sind hierbei Egal. Alle erzählen das gleiche.
Eine Kultur des lösbaren will man nicht. Man will es auch nicht mal versuchen. Man will ja gleich die Lösung als App geliefert bekommen. So bleibt dann beim Thema Infrastruktur Arbeit und Verkehr eine Bevormundung über Maschinen, Apps und KI's. Wir werden beschäftigt sein mit unserer Selbstaufwertung die wir ständig optimieren wollen, um Vorzüge über die maschinelle Bewertung zu erhalten. Das ist die neue Infrastruktur von Arbeit und Verkehr die uns erwartet. Die Verwerfungen darin kreieren sehr viele neue bewertete Schichten an Wertigkeitseinstufungen und die dementsprechende Zugehörigkeit in Wohn- und Beschäftigunszonen mündet. Es gibt ja dann nicht mal mehr Geld.
So siegt das Gift im Kapitalismus über: Ich tue alles um meine Wertigkeit aufzuwerten. Das ist die neue und doch gleich gewohnte alte Arbeit am Status.
Und die Infrastruktur Verkehr!?. Tja das ist dann ein Aufgabenbereich den will sich die Automobilindustrie nicht wegnehmen lassen und wird versuchen Ihre Gedankenmodelle in finanzielle und profitable Strukturen mit Logistik Unternehmen, uns dann als die Zukunftsinnovation schmackhaft machen wollen. Bin gespannt wie der Verkauf von Selbastaufwertung hierbei gestaltet wird.
Ich habe keinen Kampf mehr zu führen, da sich der Gegner unsichtbar macht und so versucht alles bei alten gewohnten Strukturen zu belassen.
Das führt dann zu dem Problem: Woher die ganze Energie für dieses Weltumspannende Verlangen nach unterhaltsamer inspirierender Attraktivität im Leben hernehmen? Dann machen wir aus Wohn- und Beschäftigungszonen ein Kriegszonenspiel für unsere Energieprobleme.
So bleibt alles beim alten gewohnten Hierarchiegerüst und der Notwendigkeit des innewohnenden Angststress bestehen. Das ist das was Ihr wollt.
Doch den Luxus Rente wird es nicht mehr lange geben. So wie es auch die Porzellanindustrie nicht mehr gibt.

na64 15.06.2017 | 10:06

A point in to return. In to a new self revaluation. A soluble cultur (civilisation).

Bin wieder am selben Punkt wie Damals bei der Porzellanindustrie angelangt. Wo die Veränderungen nicht gewollt wurden, wegen dem drohenden Machtverlust aus dem bestehenden Hierarchiegerüst. Da drohte man mir mit Entlassung als Angststress. Heute ist es subtiler und man übt Ignoranz aus.
Und die Porzellanindustrie von Damals gibt es auch nicht mehr. Durch ausgeübte Ignoranz und den Glaube an die immer wiederkehrende Subventionen habt Ihr selber den Angststress bekommen.
Und jetzt in der heutigen Zeit habe ich keinen Kampf mehr zu führen. Die Gegner machen sich unsichtbar und fördern in den Köpfen der Bürger nur eine Kultur der Nachahmung, für eine angenehme und erstrebenswerte Kontrolle durch Bevormundungen und Wissen über Neigungen und Laster für erzieherische Notwendigkeiten. Das Wissen über Eure Gewohnheiten gibt uns Macht.
Nun ja. Arme suchen in Vorbildern eine Aufwertung für Ihre Identität, über das nachahmen, nachtanzen, nachsingen und schreckliche Tattoos tragen, für ich bin mit dir mein Idol, ich werte mich selbst dadurch in meinen Selbstbewusstsein auf, einzig durch mein anbeten und fühle mich in dieser Illusion auch zu Hause. Ich ignoriere die Armut und setze mich geistig auf eine andere Stufe. Ich bin parteiisch, dein Liebhaber und Fan. Diese Macht gehört uns. Ne, stimmt so nicht mehr. Auch nicht das es möglich erscheint durch gefallen und Leistung am Arbeitsplatz sich Chancen für Verbesserungen auszumalen. Diese Zeit ist vorbei.
Dieses alte Verhalten ist aber jetzt der Grund warum meine Idee von, dass Gehirn auf einen anderen Modus beim Bewusst werden unserer immer schlechter werdenden Lebensumständen zu setzten nicht greift. Das andere Denken im anderen Modus verursacht Arbeit die das Gehirn verweigert. Sei gegrüßt Ignoranz. Doch hier in diesem Bereich entsteht Evolution. Hier kann sich der Mensch neu Aufrichten und wieder seinen Aufrechten Gang einnehmen, mit neuer erweiterter Intelligenz. Was Ihr leider nicht wollt.
Ich will doch nur das Ihr eigene neue Ideen entwerft, damit dieser schizophrene kollektive Selbstmord durch die Umweltvergiftung aufhört und Ihr dadurch auch die eigene Identität gestalterisch formt und aufwertet. Das ist dann das Prinzip einer Kultur des lösbaren. Doch das Prinzip des Nachahmens und so gleich in eine Gruppe integriert zu sein ist bequemer, als selbst eine neue Erweiterung des menschlichen Lebens zu kreieren. Und am aller schwierigsten ist es als Einzelner die Leute dazu bewegen, dass Sie sich nicht zu sehr auf Gruppen verlassen sollen, sondern jeder einzelne soll mit seinen lösbaren Ideen seinen eigenen Weg einschlagen und später zeigt sich was von diesen vielen Wegen und Ideen für Gruppendynamiken tauglich erscheint. Hierzu ist die Politik gefordert das in der Gesellschaft möglich zu machen. Die Parteien sind hierbei Egal. Alle erzählen das gleiche.
Eine Kultur des lösbaren will man nicht. Man will es auch nicht mal versuchen. Man will ja gleich die Lösung als App geliefert bekommen. So bleibt dann beim Thema Infrastruktur Arbeit und Verkehr eine Bevormundung über Maschinen, Apps und KI's. Wir werden beschäftigt sein mit unserer Selbstaufwertung die wir ständig optimieren wollen, um Vorzüge über die maschinelle Bewertung zu erhalten. Das ist die neue Infrastruktur von Arbeit und Verkehr die uns erwartet. Die Verwerfungen darin kreieren sehr viele neue bewertete Schichten an Wertigkeitseinstufungen und die dementsprechende Zugehörigkeit in Wohn- und Beschäftigunszonen mündet. Es gibt ja dann nicht mal mehr Geld.
So siegt das Gift im Kapitalismus über: Ich tue alles um meine Wertigkeit aufzuwerten. Das ist die neue und doch gleich gewohnte alte Arbeit am Status.
Und die Infrastruktur Verkehr!?. Tja das ist dann ein Aufgabenbereich den will sich die Automobilindustrie nicht wegnehmen lassen und wird versuchen Ihre Gedankenmodelle in finanzielle und profitable Strukturen mit Logistik Unternehmen, uns dann als die Zukunftsinnovation schmackhaft machen wollen. Bin gespannt wie der Verkauf von Selbastaufwertung hierbei gestaltet wird.
Ich habe keinen Kampf mehr zu führen, da sich der Gegner unsichtbar macht und so versucht alles bei alten gewohnten Strukturen zu belassen.
Das führt dann zu dem Problem: Woher die ganze Energie für dieses Weltumspannende Verlangen nach unterhaltsamer inspirierender Attraktivität im Leben hernehmen? Dann machen wir aus Wohn- und Beschäftigungszonen ein Kriegszonenspiel für unsere Energieprobleme.
So bleibt alles beim alten gewohnten Hierarchiegerüst und der Notwendigkeit des innewohnenden Angststress bestehen. Das ist das was Ihr wollt.
Doch den Luxus Rente wird es nicht mehr lange geben. So wie es auch die Porzellanindustrie nicht mehr gibt.

gelse 15.06.2017 | 15:44

Antworten werden natürlich nur auf gestellte Frage gefunden.
Fragt man nicht, wieviel Mitversorgung von nicht produktiven Auszubildenden, Kranken und Altersrentern die Produktivität der Arbeitenden erlaubt, dann kann darauf natürlich keine Antwort gefunden werden. Die Folge sind Eiertänze der folgenden Art:
„Die steigende Produktivität erzwingt die dauerhafte Entlassung von immer mehr Arbeitsfähigen aus dem Arbeitsprozess schon weit vor dem Rentenalter.“
„Die hohe Produktivität der noch Arbeitenden erzwingt einen Export der Überproduktion, der die Importe weit übersteigt.“
„Die Produktivität der noch Arbeitenden ist so gering, dass nur eine grottenschlechte Versorgung von Altersrentnern möglich ist.“

Bevor wir in Details der Rente einsteigen, sollten wir mal die Grundfragen stellen und versuchen, sie zu beantworten. Sonst kommen nur immer wieder chaotische Eiertänze heraus. Zum Beispiel Altersrente irgendwie optimieren wollen und gleichzeitig TISA für richtig halten: Dümmer geht’s nimmer.

Natürlich führt das weit über das Rententhema hinaus, aber um Klarheit zu schaffen sollten eben mal die einfachen Grundlagen geklärt werden. Komplizierter kann man es immer noch machen, wenn danach in Details gegangen wird.

SigismundRuestig 15.06.2017 | 18:37

Weder Vertagen noch Aussitzen noch Stückwerk helfen weiter! Man muß das Thema nur richtig anpacken, um die Rente wetterfest zu machen. Und im übrigen: Es gehen auch höhere Renten bei gleichbleibenden Beiträgen! Postfaktisch argumentieren die, die dies unterschlagen, also fast alle!

Es sind Wahlkampfzeiten:
https://youtu.be/dOa-fcp74uU

Fallen Sie nicht auf diese einäugigen Ökonomen, diese unbelehrbaren Rentenpolitiker, diese unsozialen Arbeitgeber, diesen fantasielosen Bsirske, diese fantasielosen Medien herein! Nicht Beamtennüchternheit, nicht Haltelinie ist gefragt, sondern Kreativität und Mut! Hier muss Martin Schulz, trotz guter Auflage, noch nachlegen!

Außergewöhnliche Zeiten (Herausforderung durch Demografie) erfordern außergewöhnliche Maßnahmen! So wie z.B. 1957, als Adenauer eine umfassende Rentenreform im Sinne eines Paradigmenwechsels durchsetzte. Heute ist es wieder soweit. Warum nicht auch eine grundsätzliche Änderung der Rentenformel in Betracht ziehen? Neben Arbeit auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital beitragspflichtig machen, d.h. endlich auch die Wohlhabenderen entsprechend ihren Möglichkeiten in die Finanzierung mit einbeziehen (dieser Vorschlag wird interessanterweise von keiner Seite verfolgt, obwohl naheliegend!)? Dies würde auch die Problematik des Schrumpfens des Produktionsfaktors Arbeit durch die fortschreitende Digitalisierung und Sharing Economy lösen!

Das Ziel ist klar: Altersarmut beseitigen bzw. verhindern, daher Erhöhung des Rentenniveaus auch für die nächste Generation, ohne die Rentenbeiträge der arbeitenden Bevölkerung weiter zu erhöhen! Das soll nicht gehen? Gehirn einschalten und kreativ rangehen! Auch Adenauer hat seinerzeit das Unmögliche geschafft. Aber wo ist heute Adenauer? Wenn es Martin Schulz gelänge, die zusätzlich erforderlichen Beiträge jetzt auf die Vermögenden zu lenken (wie oben beschrieben), dann wäre seine Rentenreform der von Adenauer ebenbürtig!

Das kann man aber nicht mit Merkel und ihrer Union erreichen, wie Volker Kauder und der selbst-gefühlte Unions-Heilsbringer Jens Spahn anlässlich Martin Schulz' Rentenkonzept mit ihrer alten Leier "alt gegen jung" einmal mehr eindrucksvoll bestätigten. Und jetzt hat die Union bei der Rente auch noch die Segel gestrichen!

Also, ihr Rentner: Schulz wählen! Nicht Alte gegen Junge, sondern Arme gegen Reiche ist die Devise!

Bis das passiert, mein Tip:

http://youtu.be/BgVWI_7cYKo
http://youtu.be/TgAi7qkD8qg
http://youtu.be/mQvThNJkKbA

Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören.

SigismundRuestig 15.06.2017 | 18:38

Die Union streicht ggü. der SPD bei der Rente die Segel! Sie ignoriert u.a. die drohende Altersarmut, den demografischen Wandel und nimmt eine weitere Absenkung des Rentenniveaus um rd. 10 % hin (lt. Union sei die Rente bis 2030 "solide" aufgestellt: was die Union eben so unter "solide" versteht!). Sie vermisst im Vorschlag von Martin Schulz Generationengerechtigkeit. Dabei geht es nicht um Alte gegen Junge, sondern um Arme gegen Reiche!

Eine mutige, umfassende Rentenreform wie seinerzeit unter Adenauer wird es unter Merkel nicht geben. Dafür ist sie zu mutlos, zu Wirtschafts-hörig, zu sozial herzlos, zu ausgebrannt.

Heutige und künftige Rentner (= die heutigen Jungen!) müssen daher Martin Schulz und seine SPD wählen!

Martin Schulz hat einmal mehr mit seinem Rentenkonzept einen Punkt gemacht. Die Union bietet das, was sie bisher Martin Schulz vorgeworfen hat: Keine Inhalte! Weiter so! Und in ihrer Renten-Not bezeichnet die CDU (Generalsekretär Tauber) diesen und weitere inhaltliche Vorstöße von Schulz einfach als unfair! Geht's noch?

Aber: Martin Schulz kann noch mehr!
Es sind Wahlkampfzeiten:
https://youtu.be/dOa-fcp74uU
Und im übrigen: nach der Wahl ist vor der Wahl:
http://youtu.be/0zSclA_zqK4
Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!

gelse 16.06.2017 | 05:00

>>…auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital beitragspflichtig machen…<<

Zusammenfassung:
a) „Vermögen“ zur Rentenfinanzierung heranziehen
und
b) wie oben von mir vorgeschlagen, die reale Produktivität auf die reale Rentenfähigkeit prüfen

Ist damit eine gute Rente innerhalb des kapitalistischen Herrschaftssystems machbar? (Was ja auch der langzeitigen Stabilisierung dienen würde: Wenn ohne Beitragssteigerung keine ängstigende Altersperspektive entstünde, könnte die wachsende Unzufriedenheit der Untertanen gemildert werden)

gelse 16.06.2017 | 05:57

Noch was:

>>…Schulz wählen!<<
Danke für den Tipp. Ich hätte doch glatt den Gabriel gewählt ;-)
---
Diese sind natürlich völlig unwählbar:
https://www.die-linke.de/start/presseerklaerungen/detail/spd-springt-bei-rente-zu-kurz/

Denn:
„Ein wirklicher Generationenvertrag für eine armutsfeste, den Lebensstandard sichernde Rente ist eine Erwerbstätigenversicherung, in die alle einzahlen, auch Millionäre, Politiker, Beamte, Anwälte.“
Das wäre ja der grösste Terroranschlag auf die Freiheit seit Bestehen den BRD.

My2Ct 16.06.2017 | 14:45

Renten- /Altersversorgung und Gesundheitspolitk hängen dicht beieinander - ebenso Fmilien- und Bildungspolitik. Und diese Themen gehen jeden Bürger jeder Altersklasse an - die können nicht "idividuellen" Wetten oder Gewinnstreben unterliegen.

Hier ist die Gesellschaft insgesamt gefragt.

Hören wir auf, uns vormachen zu lassen, dass immer mehr in immer kürzerer Zeit gelernt werden muss - ohne das Grundfähigkeiten absolut fest sitzen, ist das Augenwischerei.

Hören wir auf, dass Privatversicherung mehr kann und billiger sei als eine Bürgerversicherung, in die jeder nach Leistungsvermögen einzahlen muss.

Hören wir auf, Aufwand und Risiken aus allgemein wichtigen Aufgaben zu sozialisieeren, die Gewinne aber zu privatisieren.

Eine Gesellschaft braucht Einnahmen, die die den Aufwand decken und etwas mehr erwirtschaften - das investiert werden kann. Es ist daher absehbar kurzsichtig Einnahmequellen des Staates zu veräußern - um dann die Leistung von rein Gewinnorientierten wieder einkaufen zu müssen - Siehe Pflegedienste - all diese Themen müssen jetzt angegangen werden. Ich seh davon sogut wie nichts in den Programmen.