Von armen Schweinen und armen Menschen

XENOTRANSPLANTATION Trotz des EU-Moratoriums rücken die Versuche mit Tierorganen am Menschen näher
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Können Sie sich vorstellen, mit einem Affenherz in der Brust oder etwa einer Schweineleber im Bauch zu leben? Dieses etwas ungewöhnliche Ansinnen stand im Mittelpunkt einer Untersuchung, die Hans-Jürgen Schlitt auf der 7. Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft in Freiburg Ende vergangenen Jahres vorstellte. 54 Prozent von 722 befragten Organempfängern und 327 Patienten, die auf der Warteliste für ein Organ stehen, beantworteten diese Frage mit einem klaren »ja«, während nur fünf beziehungsweise zwölf Prozent der Befragten ein Tierorgan bedingungslos ablehnten. Interessanterweise reagierten die Wartenden skeptischer als diejenigen, die bereits mit einem Organ versorgt sind. Und je dichter die Tiere an die Menschen heranr