RE: Deoschicht der Douglas-Liberalen | 22.09.2011 | 16:05

Naja, als "Wirtschaftsexperte" dürfte der Liberale Lindner wohl sowieso eher nicht durchgehen. Eher schon als "Insolvenzexperte".
Bislang hat er sämtliche Versuche unternehmerischer Selbständigkeit krachend gegen die Wand gefahren. Dem Wort solcher Wirtschaftsliberaler vertraut man in Wirtschaftsfragen sicher gern...

RE: Lauschen hilft | 22.09.2011 | 14:01

Ich würde ihnen, Herr Thierse, ja insofern zustimmen, als ein konstruktiver weltanschaulicher Diskurs unsere Gesellschaft eher voranbrächte, als eine feindselige Verweigerungshaltung.

Sie sagen allerdings: "Diffamierung von Judentum und Islam und Atheismus gilt als politisch-moralisch inkorrekt, für die Diffamierung des Christentums gilt das nicht in gleicher Weise."

Ich kann ihnen aus der Lebenswirklichkeit des bekennenden Agnostikers nur vehement wiedersprechen. Wer in einem Bewerbungsgespräch einmal auf die eigentlich nicht statthafte Frage nach Glaubensüberzeugungen mit "nicht religiös" geantwortet hat, kann wohl ein Lied davon singen, wie schnell in Deutschland Türen zugeschlagen werden, sofern man sich nicht dem unausgesprochenen Gebot unterwirft, "christlich- abendländische" Überzeugungen durch Zugehörigkeit zur "Zwangsreligion für Karrierewillige" nachzuweisen.

Und diese Religion ist in Deutschland christlich orientiert.
Und sie grenzt Ungläubige, die das soziale und teilweise auch politische Erkennungsmerkmal "christlich" nicht brereitwillig tragen, erbarmungslos aus.

RE: Das Y-Chromosom hat nicht die Hosen an | 29.03.2011 | 12:41

Ich würde sagen: Klassischer Fall von "Glück gehabt".

Der Schuss hätte zum Schaden des Kindes auch vollkommen nach hinten losgehen können.

Als bemitleidenswerter Träger eines Y-Chromosoms, sehe ich zwar auch keinen Grund, warum ein Junge keinen Rock tragen sollte, doch ich habe auch aus eigener Anschauung erleben müssen, mit welchem Eifer Frauenbewegte teilweise zu verhindern versuchen, aus ihren Jungen Männer werden zu lassen, nur weil sie bestimmte Männer nicht wollen.

Das Resultat sind dann leider oft mitnichten die Männer, in die sie sich selbst jemals verlieben würden.

Ich bin der Auffassung, dass Jungen und Mädchen nicht per Erziehungsverordnung als androgyne Wesen definiert werden sollten. Auch wenn in Teilen der Frauenbewegung die chauvinistische Haltung Einzug erhalten hat, Jungen seien von Natur aus furchtbar benachteiligt und Männer quasi schlechtere Menschen.

Das treibt ja bekanntlich bizarre Blüten. Einmal wird gefordert, die Unschuldsvermutung für Vergewaltigungs-Tatverdächtige abzuschaffen, dann wieder trifft man auf der Rückfahrt vom Christopher Street Day Lesben im Zug, die ihr Selbstbewusstsein aus der (wortreich mit Pseudowissenschaft belegten) Überzeugung bestreiten, dass Heterosexuelle grundsätzlich intellektuell schwächer seien.

Natürlich kann ein selbstbewusster Junge im Rock problemlos seine Rolle selbst definieren. Aber es gibt auch viele Jungen, die genau deswegen scheitern, weil man ihnen die geschlechtsspezifische Förderung, die man Mädchen richtigerweise angedeihen lässt, versagt und weil ihnen viel zu oft männliche Vorbilder fehlen, die zur Festigung einer konsistenten Rollenidentität wertvoll wären.