Ein Tagebuch aus der Welt der Unsichtbaren

Kapitel1, Seite 2-3 Die Dunkelheit mit Ihren Schattenseiten ist nur für die Armen die Zeit zur Arbeit.
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21.00 Uhr der Wecker schellt. Zeit für die Disco Runde. Ja auch Arme Menschen haben ein Recht auf spaß und Freizeit und Erholung vom Süßen nichts tun in der Spätrömischen Dekadenz. Ich gehe mich anmelden bei Beinie er ist hier der Cheffe.

Beinie ist Rentner 32 Jahre alt. Früher war er Bauarbeiter. Ein riesiger Catapilar war sein Werkzeug. Er hat Kraftwerke und Talspeeren gebaut. In Brasilien ist er dann mit seiner Baumaschine einen Berg Hinabgestürzt. Ein Bein wurde Amputiert Hunderte Schrauben in seinem Körper versengt. Ein Jahr Karbolmäuschen Flirten wie er sagt. Danach noch ein Jahr Reha.

Vor 10 Jahren war er hier der erste der Leergut gemacht hat immer mittwochs, freitags und samstags. Heute ist er hier der Chef er Teilt die Reviere ein, verteilt die Sonderaufgaben, leitet die Neulinge an und Organisiert alles was dazu gehört. Heute gibt er mir das Revier am Park. Nicht das beste Revier aber es ist noch Sommer da lohnt sich jedes Revier. Der Park hat kein Licht. Was die Falschen Menschen schon mal mögen. Um 01.30Uhr soll ich Elena abholen vom Hof.

Auch so ein neben Erwerb von Beine. Für die vielen Hotelmädchen organisiert er die Begleitungen in unser Viertel um halbe Zwölfe fährt der letzte Bus ab dann wird es einsam auf dem Weg nach Hause.

Elena ist 27 Jahre Jung, hat jetzt endlich Ihren Vierten 400Euro Job. Sie hofft von den 1000€ die sie im Monat hat genug beiseitelegen zu können um im Februar eine Bewerbungstour durch Österreich zu machen. Das wäre Ihre Fahrkarte raus aus dem Sumpf. Vor 6 Jahren hatte sie es schon einmal fast geschafft. Ein überfall mit Vergewaltigung. Brachte Ihr Psychiatrie und Jobverlust. Der Täter einer aus der Oberstadt. Bekam 90 Tagessätze a 50€. Die Vergewaltigung konnte nicht angezeigt werden da Sie Problemlos hätte weglaufen können. Außerdem hatte sie Pfefferspray in der Tasche.

Die Zeit geht heute wieder schnell vorbei 11,37€ schaffe ich bis ein Uhr Nachts dann geht es los. Schuhtaxi spielen. Eigentlich passt es mir heute ganz gut um 3 Uhr muss ich auf dem Parkplatz sein. Der Anzeiger muss gemacht werden. Heute haben wir 12 Beilagen. Das wird viel Zeit Kosten. Ja es gibt auch Maschinen die Beilagen in Zeitungen stecken können. Aber wir sind halt Billiger. Die Zeit zum Einlegen die wir brauchen wird nicht bezahlt. Nur die Reine Wegstrecke des Austragens wird Bezahlt.

Um 8 Uhr sind wir endlich soweit es geht an austragen. Viele Kunden sind mal wieder unzufrieden, dass Ihre Kostenlose Werbezeitung nicht Pünktlich zum Frühstück am Platze ist. Kurz nach Zwölfe ist die Arbeit fertig. Wolfgang hat für jeden von uns ein Bier Mitgebracht ich die Stullen und für jeden eine Tomate. Äpfel sind dieses Jahr zu Teuer 40-50 Cent je Apfel ist unerschwinglich.

Ein Nachbar kommt einer von den Neuen aus dem Westen die hier sich Eigentumswohnungen in unserem Viertel gekauft haben. Dort wo Früher unsere Gärten wahren, die Essen für 600 Menschen erzeugt haben. Heute leben dort 80 Westrentner in Luxusapartments. Es ist der Stinkestiefel mit dem Dackel.

Wir sollten uns was Schämen, mittags um Zwölf schon Besoffen auf der Parkbank rumlungern. Zu seiner Zeit hätte man uns ins Arbeitslager geschickt. Schließlich leben wir ja von seinen Steuergeldern. Ihr Faules Ostpack und so weiter. Wir sind zu Müde einer Antwort es wird Zeit für unser Bett. Um 18.00 Uhr beginnt die Samstagschicht in der Disko. Da lassen wir dann so richtig die Sau raus.

17:18 15.09.2012
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Unsichtbar

Klug und fleißig – gibt’s nicht; klug und faul – bin ich; dumm und faul – gerade zu gebrauchen; dumm und fleißig – davor behüte uns der Himmel!
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