Ein Tagebuch aus der Welt der Unsichtbaren

Kapitel1, Seite 4 Prekäre Arbeitsbedingungen und ein Schutz davor
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Vergangenheit

Roman schickt mir ein Kind vorbei. 23 Jahre alt. Hero wohnt noch zu Hause. Er war bei einem Paketdienst, 8 Monate hat er geschafft, Arbeitsbeginn morgens 6.00Uhr Offiziell 9.00Uhr. Arbeitsende so 20.00Uhr, Offiziell 16.30. Wie üblich in dieser Branche Fahrtenschreiber Manipulation und Arbeitszettel die vom Chef vorausgefüllt sind so hat alles seine Bürokratische Richtigkeit. Was kann denn der Chef dafür wenn der Mitarbeiter lügt, das kann er ja nicht Wissen. Ja so etwas würde er sofort unterbinden. Es gibt doch Gesetze Lenkzeitvorschriften, Arbeitszeitvorschriften und man weiß doch was man als Unternehmer darf!

Hero ist hier weil er gekündigt hat. 3 Monate Sperre gibt es jetzt vom Amt. Für die Familie, drei Geschwister Mutter Alleinerziehend, Vater in der JVA. Ist das ein Erdbeben gleiches Desasters. Ich Drucke schnell die Eidesstattliche Versicherung Paketdienste aus. Der Jungen unterschreibt, wir Radeln los zur Arge das gibt wieder einen Guten Tag das ist mir klar.

Eine Mürrische Kundenbetreuerin sitz am Empfang, so recht begeistert ist sie nicht mehr als sie die Eidesstattliche Versicherung liest. Aber sie schickt uns weiter zu Frau Blabla bla. Sie sitzt am Ort der Leistungsverweigerung. Ihr ganzer Job scheint darin zu bestehen Kunden zu Demoralisieren. Nun heute verhagelt es Ihr die Stimmung. Mein Anblick reicht mal wieder. Eigentlich dachte ich immer, dass ich ob meines Alters noch gut bei Frauen angesehen bin. Aber Ihr Ekel in den Augen sagt das Gegenteil.

25 Minuten vom Eingang bis zum Leiter der Abteilung. Flüchtigen Auges überfliegt Herr Wichtig das Blatt Papier. Eine Tasse Kaffee für mich als Kunden hätte ich ja sehr nett gefunden aber heute scheinen hier alle Beschäftigten der großen Arge zu genervt für vorbildlichen Kundenservice. Er greift zum Telefon. „Hallo Herr Arbeitgeber“ und weiter „Ja das ist Ihr Problem, das stellen sie ab und Zar sofort“ . So geht das Telefonat noch 5 Minuten weiter dann kommt das Angebot, 3 Monatsgehälter Abfindung, Kündigung durch den Arbeitgeber, die Maßnahmen der Arge bleiben bestehen, Rechtsmittel Verzicht und die Eidesstattliche darf in die Rundablage.

32 Minuten ein neuer Rekord in friedlicher Koexistenz mit der Arge.

Der Erklärbär:

„Paket Zustellfirmen haben wie alle Firmen die Arbeitsrechte Ignorieren und gegen Gesetze verstoßen, eine Achillesferse. Bei Lenkzeitverstößen sowie Verstößen gegen die Arbeitszeitordnung, existieren Zwar belege die der Arbeiter unterschrieben hat. Diese verlieren Ihre Wertigkeit in Ihrer Glaubwürdigkeit vor Gericht wenn es Objektive Beweise gibt das der Arbeitgeber dieses Verhalten bewusst gefördert hat. Als beweis reichen hier für die Staatsanwaltschaft 1. Das Fehlen einer Abmahnung aufgrund Arbeitsmängel bei der ordnungsgemäßen Führung der Tachoscheibe, 2. Die Elektronischen Lieferdaten aus dem System der Paketversender. Hier werden bei einer Anzeige unmittelbar die Daten aller Mitarbeiter durch die Staatsanwaltschaft sichergestellt. 3. Mindestens 1 weitere Beschäftigter dessen Personal Akte ähnliche Merkmale aufweist.“

14:01 17.09.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Unsichtbar

Klug und fleißig – gibt’s nicht; klug und faul – bin ich; dumm und faul – gerade zu gebrauchen; dumm und fleißig – davor behüte uns der Himmel!
Schreiber 0 Leser 0
Unsichtbar

Kommentare